Fragen zur Wirtschaft

  • Hallo,


    ich wolte nun gerne wissen nach dem was ich gelesen habe. Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege.


    In einer Freien Wirtschaft kann ich nun ein Produkt auf den Markt bringen welches keine Normen (DIN;ISO;EU- Norm; GMP - Richtliene)
    besitzt.


    Wenn ich nun aber ein Medikament raus bringe was gegen ein bestimmte Krankheit wirkt.
    Aber die Nebenwirkung des Medikaments nicht teste und da ich angenommen genügend Geld habe nun einige Zeitungen davon zu überzeugen das Sie Werbung für das Medikament machen sollen.


    Jetzt nehme ich an das Medikament wird von vielen gekauft da es ja verspricht die Krankheit zu bekämpfen. Nun erkranken diese Menschen sehr stark und teilweise führt dies zum Tode.


    Wer würde mich dann Informieren über die Nebenwirkung?


    Die Menschen müssten dieses produckt nicht kaufen na klar, aber denn noch sind nun Menschen daran gestorben.


    Sehe ich das Richtig ?
    Wie geht man damit um?
    Würde es dann Regelungen geben?


    Sollte der Text hier nicht passen habe ich den Unterpunkt Wirtschaft nicht entdeckt.

  • Hallo John Morgen.

    In einer Freien Wirtschaft kann ich nun ein Produkt auf den Markt bringen welches keine Normen (DIN;ISO;EU- Norm; GMP - Richtliene)
    besitzt.

    Richtig. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass Unternehmen ihre Produkte prüfen und zertifizieren lassen, um dem Kunden ein Kaufargument zu liefern, dies ist aber nicht vorgeschrieben.


    Wenn ich nun aber ein Medikament raus bringe was gegen ein bestimmte Krankheit wirkt.
    Aber die Nebenwirkung des Medikaments nicht teste und da ich angenommen genügend Geld habe nun einige Zeitungen davon zu überzeugen das Sie Werbung für das Medikament machen sollen.

    Das ist soweit kein Problem. Auch Werbung machen darf ich, solange ich keine falschen Behauptungen mache. Diese würden sich in diesem Fall erst später offenbaren, die Gesellschafter des Unternehmens wären jedoch voll haftbar.


    Jetzt nehme ich an das Medikament wird von vielen gekauft da es ja verspricht die Krankheit zu bekämpfen. Nun erkranken diese Menschen sehr stark und teilweise führt dies zum Tode.

    Diese Annahme halte ich für unwahrscheinlich, da es mit größter Wahrscheinlichkeit viel Konkurrenz geben wird und die wird ihr Produkt prüfen lassen, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Die Menschen stehen hier dann selbst in der Pflicht zwischen geprüften und ungeprüften Produkten zu wählen.


    Aber gehen wir für dieses Beispiel einmal davon aus, dass es keine solche Konkurrenz gäbe und tatsächlich Menschen stark erkranken und sogar sterben.
    Hätte der Hersteller behauptet, dass sein Produkt sicher ist, wäre er vollständig haftbar. Hat er dies nicht, ist er nicht haftbar.
    In Konsequenz der Vorkommnisse wird darüber in der freien Presse berichtet und die Firma in große Ungunst der potentiellen Kunden stoßen. Somit wird sie höchstwahrscheinlich pleite gehen zumindest aber dieses Produkt nicht mehr absetzen können.
    Dabei träten dann zwei Lerneffekte auf:
    1. für die Kunden: Auf Zertifikate und Prüfsiegel achten
    2. für die Hersteller: Schlechte bis gefährliche Medikamente zu verkaufen ist sehr schlecht fürs Geschäft.

    Wer würde mich dann Informieren über die Nebenwirkung?


    Die Menschen müssten dieses produckt nicht kaufen na klar, aber denn noch sind nun Menschen daran gestorben.

    Das ist schwierig zu beantworten, da sich im freien Markt entsprechende Strukturen entwickeln, statt geplant zu werden.
    Wahrscheinlich wären es Konkurrenzunternehmen, die Medien und Vereine, die vor dem Produkt warnen würden, weil es nicht geprüft ist.
    Ab den ersten Vorfällen würde wohl obiges Szenario eintreten.



    Allerdings glaube ich, dass die meisten Menschen sich ihre Medikamente über einen Arzt bzw. eine Apotheke holen würden, wenn sie diese nicht kennen. Immerhin ist dieser der Fachmann. Diese sollten aus Eigeninteresse darauf achten, dass sie nichts verkaufen, was potentiell so unglaublich schädlich sein kann oder zumindest darauf hinweisen, bzw. beraten. Tun sie das nicht, werden auch sie bei Vorfällen in Misskredit fallen.


    Habe ich einmal ein Medikament gefunden, dass funktioniert und keine starken Nebenwirkungen hat, kann ich es mir direkt kaufen und auch weiterempfehlen. Ich muss also nicht immer für alles zum Arzt bzw. zur Apotheke.


    Natürlich hilft das den Verstorbenen nichts. Das Problem wird, wie oben erklärt, im freien Markt aber bestens behoben (mit Lerneffekten). Solche Probleme gab es auch mit Regulierungen schon und sind keine Spezialität des freien Marktes.

    Sehe ich das Richtig ?
    Wie geht man damit um?
    Würde es dann Regelungen geben?

    Ich hoffe diese Fragen habe ich oben schon beantwortet, wenn nicht, bitte einfach nochmal konkret nachfragen.
    Aber nochmal zu den Regelungen:
    Es würde keine Regelung in der Form von Gesetzen und Vorschriften geben.
    Die Regelung geschieht über die Eigeninteressen der Akteure: Kunden, Ärzte, Apotheken und Hersteller.
    Würden Gesetze oder Vorschriften erlassen, würde es sich nicht mehr um freien Markt handeln.


    Gruß,
    Thomas Zink

  • Deine Versicherung würde dir nur getestete Medikamente vermitteln. Die sind schließlich an deiner Gesundheit interessiert, damit du weiter einzahlst und nicht unnötig viel kostest.


    So kann man auch sicherstellen, dass Lebensmittel eine Mindestqualität haben.

  • Zitat


    In einer Freien Wirtschaft kann ich nun ein Produkt auf den Markt bringen welches keine Normen (DIN;ISO;EU- Norm; GMP - Richtliene)


    besitzt.

    Noch als Zusätze: Das ist nur teilweise richtig. Es kommt auf die Normen an. Es ist natürlich völlig legal, heute ein Blatt Papier auf den Markt zu bringen, dass nicht irgendwelchen DIN-Normen entspricht. Du kannst auch selber Steckdosen erfinden und am Markt anbieten. Die Frage ist nur, wer die dann kaufen wird, wenn es nicht auch entsprechenden Stecker am Markt gäbe? Das HTTP ist ein Protokoll, über das heute praktisch das gesamte World Wide Web läuft. Aber du kannst natürlich jederzeit eigene schreiben. Bei der GMP handelt es sich um Richtlinien, die Arzneien behandeln. Da gibt es sicher verbindliche Normen.



    Also es wurde ja schon genannt, dass gewinnorientierte oder gemeinnützige Organisationen sich von Anfang an darum kümmern werden, ob Produkte auch das sind, was sie versprechen. Diese wird es genau aus dem Grund geben, der genannt wurde: Erzählt der Hersteller da auch wirklich keinen Scheiß? Diese Organisationen übernehmen das, was der Staat heute auch macht, aber es gibt Konkurrenz. Man würde ja nun argumentieren: "Aha, dann gibt der Hersteller des schlechten Medikaments eben dem Zertifizierer Geld, damit der eine gute Bewertung bekommt. Marktversagen." Nun so einfach ist das nicht, denn es gibt viele bewertende Organisationen. Wem vertraut man da? Natürlich der Organisationen, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten gute Ratschläge gegeben hat und auf falsche Versprechen hingewiesen hat. Natürlich wäre diese immer noch bestechlich, aber zu welchem Preis? Wenn einmal raus kommt, dass sich diese tolle Organisationen völlig geirrt hat, werden andere Organisationen oder die Presse herausfinden, dass das kein Versehen war. Um Vertrauen zu gewinnen, kann eine Organisation auch ihre Methoden offen legen und es kann wiederum Zertifizierer der Zertifizierer geben. Da wird ein ganzes Netzwerk entstehen, wobei es das heute natürlich auch schon gibt. Eben nicht bei Arzneien, aber bspw. bei Smartphones oder Kameras. Wenn Computer-Bild da für eine Kamera wirbt(also die Bestnote gibt), die sich als Ente herausstellt, wird sich das rumsprechen. Va. wenn ich sehe, dass sämtliche andere Magazine diese Kamera als Ente identifiziert haben. Man muss sich das auch mal vorstellen. Wenn du heute als Nikon den Schluss fasst, ein unglaublich schlechtes Produkt zu sehr niedrigen Kosten raus zu bringen, wen müsste man denn da alles bestechen? Schon bevor der Prototyp heraus wäre, würde die Kamera verflucht werden.



    Den Staat könnte man dagegen leichter bestechen, weil man da ja nur Einen hätte. Aber so einfach ist das auch wieder nicht. Es gibt sicherlich auch private Organisationen, die Medikamente heute auch Tauglichkeit prüfen. Wenn die signifikant besser wären, würde der Staat noch mehr Autorität einbüßen. Aber gut, der Staat zertifiziert ja nicht nur, sondern er verbietet aktiv. Das ist ja das Hauptproblem.



    Gruß Erwin

  • "Dann war noch eine andere Frage, würden Sie
    einem System zustimmen, in dem die Mehrheit der Geldmenge durch meist
    private, auch profitorientierte Unternehmen produziert und verteilt wird
    und nicht durch staatliche Organe."
    Wie könnte man diese Frage ganz NEUTRAL stellen, ohne daß die Antworten schon vorprogrammiert sind.
    Wo habe ich das her:http://www.dradio.de/dlf/sendu…ntergrundpolitik/1968379/
    aus Geldsystempiraten

  • Hallo zusammen,


    immer mal, wenn man als Libertärer mit Sozialisten/Kommunisten/Etatisten diskutiert kommt als Argument: "Ach, freier Markt, da bilden sich doch Kartelle. Wenn eine Firma einmal groß und marktmächtig ist, will sie das bleiben und spricht sich im Zweifel mit Konkurrenten ab."


    Da gibt es ja auch bekannte Beispiele:
    Wachskartell,Zementkartell, Aufzugs- und Fahrtreppenkartell, Kaffeekartell, Papierkartell
    (wikipedia.de)


    Frage:
    Wie kann man in einer österr. bzw. libertären Welt Kartellbildung verhindern?

  • Hallo zusammen,


    immer mal, wenn man als Libertärer mit Sozialisten/Kommunisten/Etatisten diskutiert kommt als Argument: "Ach, freier Markt, da bilden sich doch Kartelle. Wenn eine Firma einmal groß und marktmächtig ist, will sie das bleiben und spricht sich im Zweifel mit Konkurrenten ab."


    Hallo jayem,


    Preisabsprachen könnten statt finden, richtig.
    Das würden die Firmen wohl nur machen, wenn sie einen höheren oder stabilen Preis erzielen wollen. Ansonsten wäre es zumindest kein großes Problem...


    Markt vs. Kartell
    Dafür müssten sie aber den Markt aushebeln und das können sie nicht.
    Wenn ein Kartell die Preise abspricht und gemeinsam anhebt, kann sich einfach Konkurrenz bilden (falls nicht bereits vorhanden), die das gleiche oder ähnliches günstiger anbietet.
    Sie bräuchten eine Monopolstellung, die sie im freien Markt nicht(auf dauer) erreichen werden.


    Medien und Kunden
    Das nächste ist, dass Medien sich ihr Geld selbst verdienen müssen und nicht staatlich finanziert werden.
    Daher sind sie immer auf der Suche nach guten Stories (ohne evtl. politischen Einfluss).
    So und/oder über eigene Recherche werden die Kunden über kurz oder lang davon erfahren und können, wenn sie das Kartell nicht wollen, von Konkurrenten einkaufen, oder deren Produkte meiden.


    Ich würde also sagen: Ja, Kartelle können sich bilden. Sie werden aber scheitern, oder den Kunden ein gutes Angebot machen und so kein Problem darstellen.

  • ah, verstehe wenn mehrere Unternehmen die gleichen Preise haben, würde das auffallen und der Markt würde reagieren, zB. eine neue Firma bietet das Produkt zu einem niedrigeren Preis an. Ok, aber schwieriger wirds dann schon damit:
    >>> Das Glühbirnen-Kartell
    In solchen Fällen kann man wohl nur auf eine freie Presse und investigative Journalisten hoffen. ;)


    naja, und die Glühbirnen-Brenndauer-Sache hat man ja nun mit den Sparlampen "elegant" beseitigt. :doofy:

  • In einem echten freien Markt wäre das vielleicht garkein Problem, da jederzeit neue Konkurrenzfirmen entstehen könnten die bessere Glühbirnen anbieten als das Kartell.
    Im jetzigen System ist das einfach viel zu schwierig. Man könnte sich kaum etablieren. Man würde gegen gefühlte 1000 Patente verstoßen und würde von den Big Playern ganz schnell wieder platt gemacht werden. Die Lobbyisten schlafen wahrscheinlich mit den nötigen Politikern in einem Bett. Das würde auch erklären, warum trotz offiziellem Gerichtsurteil, immernoch ungehemmt weiter gemacht werden kann.
    Allerdings sind jetzt angeblich irgendwelche Patente auf die Glühbirne abgelaufen und die Chinesen hätten dem Kartell Konkurrenz machen können. Fast zeitgleich ist der Verkauf von Glühbirnen hierzulande verboten worden. Na sowas... Ein Schelm wer böses dabei denkt! :spiteful:

  • Frage:
    Wie kann man in einer österr. bzw. libertären Welt Kartellbildung verhindern?

    Hallo!


    In einer "libertären bzw. österr. Welt" kann sich garkein Monopol oder Kartell bilden, bzw. nur kurzzeitig aufrecht halten.


    Vereinfacht dargestellt:


    Eine Firma oder ein Kartell, das ein Monopol anstrebt, muss verscuhen die Konkurrenten zu verdrängen, die ein bestimmtes Produkt günstiger produzieren, als man selbst (man will ja schließlich die Monopolrente einfahren)


    - Da man aber unter allen Umständen günstiger sein muss als die Konkurrenz, macht man in dieser ersten Phase Verluste, - die es zu finanzieren gilt.
    - Die Konkurrenten machen dann pleite und man hat das Monopol
    - Nun müssen die Kredite zurückgezahlt werden.
    - Da ein Teil der Monopolgewinne für die Kreditrückzahlung verwendet wird, wird das Produkt für den Verbraucher sehr teuer (oder der Monopolist macht nicht die Gewinne, die er sich erhoffte)
    - Da nun das Produkt sehr hochpreisig geworden ist - und die Maschinen von den pleite gegangen Konkurrenten billig zu haben sind, treten neue Produzenten in den Markt ein, die gegen das Monopol konkurrieren und es zu Fall bringen...


    Zusammengefasst gesagt: Die 'Diskiriminierungskosten' (um Konkurrenten vom Markt abzuhalten), machen ein Monopol im freien Markt unwirtschaftlich und bringen es zu Fall.


    Eine wahre Fundgrube zu diesem und vielen anderen Themen ist übrigens das "Libertäre Manifest" von Stefan Blankertz


    Viele Grüße

  • Hallo Rita!


    Der ganze Artikel, obwohl informativ und in vielem gut gemacht, geht am eigentlichen Thema "Geldschöpfung durch Private" vorbei.


    Ich kann das mittelerweile 'sicher sagen', weil ich (viel zu) lange ähnlichen Irrtümern aufgesessen bin.


    Die Geldschöpfung durch Banken in einem (Zwangs-)Schuldgeldsystem (fiat money) ist klar, darauf gehe ich hier nicht weiter ein.


    Hier geht es aber um die 'alternative' Art, der Geldschöpfung von "Privaten", von der wohl viele meinen (und so verstehe ich auch den Artikel und Deine Fragen), dass damit "private Banken" gemeint wären (... und die dann das Volk betrügen würden)


    Das ist aber genau NICHT gemeint!
    (Denn die Geldschöpfung im fiat-System erfolgt ja durch genau diese privaten Banken, die nur dadurch ihr Geld in Umlauf bringen können, weil es mit staatlichem Signet versehen ist)


    Hier wird also "Schornstein" mit "Esse" verwechselt und die Argumentation darauf abgestellt. - Es wird eben 'kein alternatives Modell' diskutiert, sondern nur eine etwas andere Umschreibung des bestehenden Zustandes. Was regelmäßig zu Verwirrungen und "Scheinkämpfen" führt, die nur den Status Quo festigen.


    Bevor ich auf die Gelschöpfung in einem freien Markt (mit gutem,werthaltigem Geld = Gold ) eingehe hier noch eine Privatgeldschöpfung, bei dem 'jeder Private' seine eingen Zentralbank 'ist': http://rheingoldregio.de/. - Ein Schuldgeld also, das 'kein' fiat money ist (also auch sowas gibt es)


    Nun zur Geldschöpfung, wie sie in einem "Goldgeldsystem" funktioniert, das dann eine tatsächliche Alternative zur obigen Lesart darstellen würde.
    (...und ja! - es wird entgegen stupider und landläufiger Behauptung auch in einem Goldgeldsystem Geld(wert) geschöpft! Mehr noch: Man könnte die gesamte Wirtschaftsleistung der Welt mit einer einzigen Goldunze abbilden, da diese beliebig teilbar ist.)


    Was in einem inflationären Schuldgeldsystem exponentiell geschieht, - geschieht in einem System mit fixer Geldmenge ( ... die "eine Unze") 'reziprok'!


    Denn die Quantitäts-Formel zur Berechnung der Geldmenge lautet ja:

    Geldmenge * Unmlaufgeschwindigkeit = Preisniveau * Transaktionshäufigkeit


    Lassen wir jezt aber mal "Umlaufgeschwindigkeit und Transaktionen" weg, da diese sich in einem Modell egalisieren können, dann erhalten wir:


    Geldmenge = Preisniveau
    bzw.
    1 Unze = 1 Apfel


    naive Gemüter^^ (Keynesianer, Gesellianer, etc.) würden jetzt sagen:
    "Wenn die Apfelernte (100 statt 1) höher ausfällt, dann muss auch die Geldmenge erhöht werden! - Das ist mit Gold unmöglich - würde die Wirtschaft (also die Apfelernte) sofort abwürgen und daher ist Gold ein "Relikt" und "bäh bäh baäh....usw.)


    Sie fordern also, das für jeden produziertern Apfel eine weitere Geldeinheit produziert wird, damit das Preisniveau gleich bleibt (sonst ganz gaaanz schlimme Deflation und ...bäh bäh bäh)

    ---> 100 GE = 100 Äpfel

    ..bleibt nur die Frage, wer dann die Erlaubnis hat (und auf Grund welchen Rechtes?) , 99 GE aus der Luft zu schöpfen und 99 Äpfel im Tausch "für Luft" einzuheimsen...., ohne diese erarbeitet zu haben!?



    In der "österreichischen Welt" sieht es hingegen so aus:


    Durch das höhere Angebot von Äpfeln sinkt der Preis! (wie z.B. auch Smartphones in Folge Produktivitätssteigerungen im Preis sinken)


    --> 100/100 Unzen = 100 Äpfel (oder 1 Apfel = 1/100 Unze)


    Ergebnis: Wenn ich jetzt in Folge der Produktivitätssteigerung der Fleissigen 'einen' Apfel kaufe, muss ich nur 1/100 Unze Gold aufwenden - und habe noch 99/100 Unzen im Geldbeutel übrig!
    Und DAS ist die Geldchöpfung, wie sie in einem freien Markt abläuft: Durch die Arbeit der Produktiven und deren Produktivitätsteigerungen hat der Käufer mehr 'werthaltiges Geld' im Geldbeutel zur Verfügung, um sich andere Sachen (zusätzlich) kaufen zu können! So ist es für 'den Sparer' möglich am Produktiovitätsfortschritt der kapitalistischen Arbeiststeilung zu profitieren. Denn er stellt(e) ja einen Teil seines erarbeitenden Geldes zu Investitionszwecken (in eine effektivere Apfelernte) zur Verfügung


    Und diese Art der Geld(wert!)Schöpfung benötig überhaupt keine Banken im heutigen Sinne!! Private Banken sind in diesem System keine 'Kreditinstitute',- sondern (Gold-)'Verleihanstalten', die Investitionswillige zusammenbringen, aber selbst kein Geld schöpfen (können), sondern nur Vermittlungs- und Lagergebühren geltend machen dürfen.


    Und um damit die Eingangsfrage zu beantworten, bzw. wie die Diskussion gelenkt werden kann:


    Es darf von niemandem "Geld an sich" produziert werden, weder durch Private noch durch Staatsbanken, - sondern die Geldschöpfung darf ausschließlich über die Produktivitätsfortschritte der Kreativen und Fleissigen selbst geschehen. Für diese sind Freiräume zu erhalten und neue zu schaffen, dann stellt sich auch (allgemeiner) Wohlstand ein. Banken hingegen produzieren keinerlei Wohlstand, sie verteilen nur um. Diese Art der Geldschöpfung durch die Produktiven ist nur mit fixer Geldmenge möglich. Wählt man dann noch einen physischen Stoff aus, der nicht beliebig vermehrbar ist, dann erübrigt sich die Kontrolle der (fixen) Geldmenge durch eine dritte Stelle (Zentralbank, Monetative, etc.) von vone herein. Jeder kann dann die Echtheit des Goldes selbst kontrollieren, indem er Banken wählt zu denen er Vertrauen haben kann.


    Viele Grüße

  • Alles sehr gut und einfach erklärt.Deckt sich mit meinen bisher errungenen Erkenntnissen.Großes Lob.


    Es darf von niemandem "Geld an sich" produziert werden, weder durch Private noch durch Staatsbanken, - sondern die Geldschöpfung darf ausschließlich über die Produktivitätsfortschritte der Kreativen und Fleissigen selbst geschehen.


    Die "Geldschöpfung"(egal durch wen) sollte nur dann erfolgreich sein, wenn der Emittent Ware oder Dienstleistung (Realwirtschaft) zu bieten hat.Ein Schwindler (was aber auch hier nicht augeschlossen werden kann) kann sich nur so lange halten bis auffliegt, daß keine Substanz dahinter steckt.
    Jede (anfängliche ) Geldmenge ist ausreichend.Genau diese "reziproke" Geldschöpfung, durch die sich unser Wohlstad mehren würde wird uns seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten vorenthalten.Korrigiere mich wenn meine Aussagen nicht stimmen.
    Wie allerdings ein Neustart erfolgen könnte ohne den totalen Zusammenbruch weiß ich nicht.Brauchen wir uns auch nicht den Kopf zu zerbrechen, da das nicht zugelassen werden wird.Die Begründung für diese Aussage kennt jeder von uns egal ob Verschwörungstheoretiker oder einfaches Schaf.
    Bist du damit einverstanden, daß ich das ganze oder Zitate aus deinen Ausführungen nach "aussen" trage und bei eventuellen Diskussionen darüber verwende? :beer:

  • Geldschöpfung darf in der ö-Welt geschehen, wie sie will. Es sind ja keine Regeln gesetzt. Wer FIAT haben will, der bekommt auch FIAT.


    Aber natürlich sind die Aussagen korrekt. Nur so bekommt man werthaltiges Geld, von dem alle profitieren.

  • Geldschöpfung darf in der ö-Welt geschehen, wie sie will. Es sind ja keine Regeln gesetzt. Wer FIAT haben will, der bekommt auch FIAT.


    Aber natürlich sind die Aussagen korrekt. Nur so bekommt man werthaltiges Geld, von dem alle profitieren.

    Hallo Thomas!


    Natürlich hast Du recht. Das "dürfen" ist tatsächlich misszuverstehen. Ich meinte es innerhalb dem 'idealen Modell' der österreichischen Schule. In der Praxis wird es in einer freien Marktwirtschaft immer verschiedene Arten der Geldschöpfung nebeneinander geben (genauso wie "Betrug" nie zu verhindern sein wird). Das muss es auch. Verantwortlich für die Entscheidung (und Überprüfung) ist immer derjenige selbst, der das Geld in freier Vereinbarung 'nehmen' - oder ablehnen kann. Das ist eine Voraussetzung, damit begehrtes und damit werthaltiges Geld am Markt überhaupt entstehen kann.

  • Hallo Rita!

    Jede (anfängliche ) Geldmenge ist ausreichend.Genau diese "reziproke" Geldschöpfung, durch die sich unser Wohlstad mehren würde wird uns seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten vorenthalten.Korrigiere mich wenn meine Aussagen nicht stimmen.

    Ich denke die Gründerzeit, also die Zeit vor dem ersten Weltkrieg war eine "goldene Zeit". Damals gab es ja schon die "europäische Einheitswährung". 1 Gramm Gold war in Berlin genauso schwer wie in London oder Paris... Der "Dollar" war ja anfänglich auch durch Silber gedeckt und in dieses einlösbar (bis zur Gründung der FED)- daher kommt ja auch das "S" - im amerikanischen $


    Aber mit einer Edelmetallwährungen können Staaten allenfalls nur "Raubkriege" gegeneinader führen, die nicht lange dauern, - keine modernen Massenvernichtungskriege. Wenn das letzte Gold für Kanonen gegeben wurde, dann ist halt Schluss. Daher wurden ja auch die Goldwährungen mit dem 1. Weltkrieg durch die Kriegsherren quasi abgeschafft, so das man darüber hinaus 'mittels Zwangsgeld und damit einhergehender Zwangproduktion' Kanonen bauen konnte.


    Damit lässt sich dann übrigens auch Deine nächste Frage ganz anders betrachten und möglicherweise auch beantworten lassen:

    Zitat

    Wie allerdings ein Neustart erfolgen könnte ohne den totalen Zusammenbruch weiß ich nicht.

    Was ist denn nach dem "totalen Zusammenbruch" Kriegsende (Wk1 und WK2) passiert?
    -Als plötzlich ein Millionheer, das vormals Kanonen und anderes sinnloses Zeug produziert hatte, von einem Tag auf den nächsten arbeitslos war und auf der Straße stand? ... und der Staat zudem noch ohnmächtig und ohne finanzielle Mittel, die Massen-Arbeitslosen zu "betreuen" und in Sozialprogrammen zu fördern??


    Diese 'Wirtschaftskrisen' unmittelbar nach den Kriegen, waren also weitaus schlimmer als alles andere was danach kam (auch wie die von 1929, als der Staat und seine "Gottspieler" das "retten" anfingen, das erst 1939 beendet wurde) - Und genau diese Krisen wurden so schnell überwunden, das sie nicht einmal Eingang in die Geschichtsbücher fanden! - Warum wohl? - Die Menschen mussten auf sich allein gestellt - einfach schnell was anderes (er)finden - und taten das innerhalb 1-2 Jahren auch. Diese Krisen waren der Ursprung für die stärksten Wirtschaftsaufschwünge die jemals stattfanden! Kanonenfabriken produzierten auf einmal Waschmaschinen - ganz ohne staatliche Lenkung!


    Aber Du hast wahrscheinlich insofern Recht: Ohne "totalen Zusammenbruch", werden sich die Gottspieler (leider) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und immer wieder vozugaukeln versuchen, das ihr "Plan" perfekt sei, - nur wir Bürger zu doof um ihn umzusetzen.


    Viele Grüße

  • Aber Du hast wahrscheinlich insofern Recht: Ohne "totalen Zusammenbruch", werden sich die Gottspieler (leider) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und immer wieder vozugaukeln versuchen, das ihr "Plan" perfekt sei, - nur wir Bürger zu doof um ihn umzusetzen.

    Man sollte sich, denke ich mal, nicht der Illusion hingeben, dass da irgendjemand was dran ändern kann. Der mit Kredit und Niedrigzinsen finanzierte Boom, ist irgendwann nunmal mit dem korrigierenden Bust zu Ende. Egal, wer da jetzt an den Schalthebeln der Macht sitzt. Da können auch die lieben Austrians und Libertären nichts mehr dran ändern. Na ja, man sollte es positiv sehen. Würden sie jetzt die Regierung übernehmen und das Geldsystem in sich zusammenfallen lassen, wäre das nur die ideale Steilvorlage für ein paar Fiatgeldfans, jemandem die Schuld die folgende Depression zu geben.


    Ich denke nach wie vor, dass aus einem Zusammenbruch des Systems in der Gesammtheit etwas Besseres entstehen wird. Auch wenn die Sache immer teurer wird, je länger man es aufschiebt.
    Die ganze Sache war zwar eigentlich schon 2008 überfällig, aber wir müssen uns wohl noch eine Weile gedulden, bis eine tatsächliche Opposition wirklich was erreichen kann. Auch wenn die Rückholung von ein paar mageren Tonnen Volksgold mal ein kleiner Teilerfolg für zwischendurch ist.


    Ah, noch was
    Thomas : Wenns schon einen neuen Koordinator gibt, wäre es ratsam, ihn auch auf die Bayernseite stellen zu lassen. Sonst wird das nichts. Ja, ich weiß wohl. Heute ist jeder in seinem Freizeitstress, aber manche Sachen sollten irgendwann mal gemacht werden.;)