Krisennachteil Sparen

  • Hallo Pdv´ler


    Ist es richtig,das bei einer Krise alle Geldanlagen hinfällig sind,also nichts wert?
    Oder es bleibt maximal ein Kleinstteil seiner Wertes übrig.


    Wie:
    Spareinlagen
    Sparbriefe
    Bausparen
    Festverzinsliche Wertpapiere
    Aktien
    Investmentzertifikate.
    ect.?


    Edelmetalle oder Kunstgegenstände sind relativ sicher, ok weiss ich.


    Und wie ist es mit Riesterrente?


    Kann man das als Grundregel machen:
    Jede investition in irgendwelche Geldanlagen (Versprechungen) sind in einer grossen Krise höchstwahrscheinlich nichts mehr wert?


    danke schonmal für eure Antworten!!!

  • Nach dem Verständnis des Durchschnittsbürgers hast du recht, es ist in Krisen nichts mehr wert, weil die Banken drucken was das Zeug hält (bzw. mehr als sonst). Mehr Geld im Umlauf => Mehr Geld im "Angebot" => Das Geld ist weniger wert.
    Das ist aber eben nur nach dem Glauben des Durchschnittsbürgers.
    Eigentlich ist es so, dass das Geld (im aktuellen Geldsystem) nichts wert ist, unabhängig davon, ob wir eine Krise haben oder nicht. Selbst wenn man 99% der Scheine vom Markt nehmen würde, würde sich nichts ändern. Das liegt daran, dass es keinen Gegenwert gibt. Früher konnte man zur Bank gehen und sagen: "Ich habe hier xyz ¤, bitte geben SIe mir den entsprechenden Gegenwert in Gold aus." Heute geht das nicht mehr.
    Also an sich stimme ich deiner Grundregel zu, mit der Erweiterung, dass auch außerhalb einer Krise sämtliche Geldeinlagen nichts wert sind. Denn auch außerhalb einer Krise gibt es die Inflation, die deine Einlagen Schritt für Schritt entwertet.

  • Ja, und vielleicht - je nach dem, wie schlimm man persönlich erwartet, dass die Krise kommen wird - sollte man Geld, das man nicht direkt zum Leben braucht, in andere, werthaltige Dinge tauschen.

  • @Und wie ist es mit Riesterrente?


    wie jemand auch in "gesichterten" Zeiten so etwas abschliessen kann, bleibt mir weiterhin rätselhaft. Nicht nur das diese Verträge bei der Grundsicherung angerechnet werden und derzeit aktive Kapitalvernichtung (negative Zinsrendite) bedeutet. Man muss im Schnitt ein biblisches Alter erreichen um die Zwangsrente mit Zulagen positiv auszuschöpfen.
    Ohne Worte - dieses Vorsorgekonzept ist sehr dubios...


    Und das I-Tüpfelchen:
    du zahlst aus deinen spärlichen 30% frei verfügbaren Einkommen in einen R-Vertrag. Automatisch infiziert man den kompletten Sparbetrag im Augenblick der Beitragszahlung wieder zu 100% der Einkommensteuerpflicht. Wenn du also einen Riestervertrag vorzeitig kündigst und auszahlen lässt - Problem 100%(!!) der Auszahlungssumme werden als Einkommen in der ESt hinzugerechnet, obwohl normalerweise lediglich Erträge aus Vermögenszuwachs der ESt unterliegen.


    @Kann man das als Grundregel machen:
    Jede investition in irgendwelche Geldanlagen (Versprechungen) sind in einer grossen Krise höchstwahrscheinlich nichts mehr wert?


    Vielleicht nur eine Gegenfrage - was bedeutet für dich große Krise?
    Krisen müssen nicht nur Wirtschafts- oder Währungskrisen sein.
    Es gibt persönliche Krisen, Kriege, Unfälle und Familiensituationen die spontane Veränderungen mit sich bringen können. All diese Situationen können bestimmte Anlagen ebenfalls unrentabel machen (Kunst kann dann nicht gefragt sein = momentaner Wertverlust), Gold kann dir gestohlen werden oder du kommst vielleicht nicht mehr in das Schweizer Zollfreidepot... Privater Goldbesitz kann verboten werden. Grundbesitz durch Zwangsanleihen belastet oder/und enteignet werden. Vielleicht musst du auch ausreisen oder wirst vertrieben.


    Was ich damit sagen will: keine Investiton ist in "Krisen" sicher bzw die richtige Vorsorge. Dazu ist unsere Welt und unser Leben viel zu vielen Wandlungen ausgesetzt. Wir als Menschen sichern uns automatisch im Vorsorgeprinzip ab und horten unsere Überschüssen in vermeintlich sinnvollen Investitonen. Dies lockt aber automatisch Neider an, die an diese Überschüsse kommen wollen (Staat, Diebe etc.)
    Ich halte es so, das ich nur Anlagen tätige die ich verstehe und auch in 10Jahren wahrscheinlich noch gut finden werde. Eine ausgewogene Mischung ist da wichtig.


    Manchmal ist ein schönes Essen mit deiner Liebsten eine viel bessere Investiton, weil der Ertrag des Essen dir vielleicht ein lebenslanges Geschenk einbringen kann...

  • Zu Aktien und festverzinslichen Wertpapieren (Orderschuldverschreibuge und Genussrechte) und Private Equity:


    Je nachdem, wer hier bei Dir in der Kreide steht, ist das werthaltig oder nicht. Beispiel: Eine Aktie ist ein Anteil der Firma inklusive all ihrer Güter (also auch Immobilien, Güter etc.). Die sind auch nach der "Krise" noch da. Eine Beteiligung an einer .com Firma ist womöglich dann nichts mehr wert.
    Ein tiefer Blick in das bilanzierte Vermögen gegen die Forderungen empfiehlt sich hier.


    Zum Thema Riester:
    Die Sparverträge werden inflationiert, was ein Problem ist. Aber auch schon heute kann man in Sachwertkörbe (Metalle, Immobilien) investieren, dann gilt das Prinzip von oben.


    Nach dem heutigen System rechnen sie sich bei zwei Personengruppen: Ledig, hohes Einkommen, keine Kinder und niedriges Einkommen, viele Kinder.


    Ich habe vor 2-3 Jahren eine Berechnung angestellt:


    Riester Vertrag vs Dritte Schicht Vertrag. Sparmechanismus identisch.


    Beide Verträge werden zum 64. Lebensjahr gekündigt. Der 3. Schicht Vertrag kommt zur Auszahlung, 50% der Erträge kommen ins Einkommen.
    Der Riester Vertrag führt Zulagen und Steuervorteil zurück und ist NACH Steuer noch rentabler als der 3. Schicht Vertrag.


    Wen das interessiert, bitte melden. Ich mache mich dann auf die Suche nach der Berechnung. Müsste zu finden sein.


    Das klappt aber nur, wenn die Parameter wirklich perfekt sind (siehe Zielgruppe oben).

  • Hallo,
    mich würden die bei der Wertsteigerung approximierten Zinssätze interessieren. Hattest du den sukzessiven Kaufkraftverlust während der Ansparzeit berücksichtigt (fehlt in der Regel bei den Rechenmodellen).
    Bei Riester wird trotz scheinbarer Anlagenauswahl ein hoher Sparanteil in mündelsichere Anlagen gesteckt. Das sind in der Regel Staatsanleihen - also hochriskante Papiere.

  • Hi,


    das war in beiden Fällen das gleiche Fondskonzept mit Wertsicherungsgarantie über einen Wertsicherungsfonds der DWS (Garantie auf Beitragssumme ist ja Pflicht bei der Förderrente). In beiden Fällen mit 6% Bruttorendite, identischer Verlauf, identische Netto(!)-Beitragssumme. Du kannst auch 4% oder 123141424% einsetzen. Am Ergebnis ändert es nichts, nur an den absoluten Zahlen.


    Der Rest ist eigentlich egal, auch die Inflation. Die beträfe ja beide Modelle gleichermaßen.


    Es ging nicht darum die Frage zu klären, ob Riester als solches tatsächlich zur Altersvorsorge geeignet ist, sondern um die Frage, was sich "besser" rechnet. Förderrente oder ungeförderte Rente (3. Schicht).


    Die Hauptkritikpunkte (nachgelagerte Besteuerung und Kapitalisierung nur zu 30% möglich) habe ich hier weggenommen, indem ich beide Verträge im letzten Jahr vor Renteneintritt gekündigt habe (natürlich nur simuliert).


    Damit habe ich bewiesen, dass bei identischen Rahmenbedingungen bei bestimmten Parametern der Riestervertrag mehr abwirft.


    Damit wollte ich meinen Kunden eine fundierte Entscheidungshilfe geben, ohne aus dem Weltall schwallen zu müssen. Natürlich immer mit dem Hinweis, dass das politische System auch in 30 Jahren ein anderes sein kann. Steuerlich gibt es für diese Produkte ja in der Regel Bestandsschutz.
    Die Sache mit der Grundsicherung habe ich ignoriert, denn wer so kalkuliert, gehört nicht zu meinem Klientel. Der kann`s vorsorgen ja auch sein lassen und beten, dass das BGE kommt und alle glücklich macht.


    Für Leute, die solchen Systemen nichts angewinnen konnten, oder einfach dass eine tun und das andere nicht lassen wollten, hatte ich noch viele andere Geschichten. Orderschuldverschreibungen, Genußrechte, Goldsparpläne, Private Equity, Stiftung (für die Steuerterroristen), Sparverträge in Liechtenstein und was weiß ich noch alles. Alles Dritte Schicht Produkte, aber eben auch die geförderte Palette.


    Also Fazit: Sooooo pauschal kann man da keine Aussage treffen. Ja, abgedroschen, aber ohne eine genaue Betrachtung der individuellen Situation und der Präferenzen kann man nichts genaues sagen.