Direkte und indirekte Steuern

  • Den Unterschied definiert Wikipedia folgendermaßen:


    Direkte und indirekte Steuern unterscheiden sich in der Unmittelbarkeit der Steuererhebung, direkte Steuern werden vom Steuerschuldner selbst bezahlt, indirekte auf einen Dritten übertragen.


    Heißt also, direkte Steuern werden dir vom Lohn abgezogen, indirekte Steuern zahlst du auf Produkte drauf, wie z.B. Tabaksteuer, Mehrwertsteuer, etc.


    Wenn man also keine direkten Steuern mehr Zahlen, hat jeder Mensch am Ende des Monats mehr Geld zu Verfügung. Damit kann er sich sein Geld auch besser einteilen und hat einen besseren Überblick darüber. Zudem zahlt jeder auch in dem maße Geld, wie er es verbraucht. Schlimm ist also daran, dass jeder Mensch einen Teil seines Geldes verliert, ohne überhaupt die Möglichkeit gehabt zu haben ihn direkt einsetzten zu können.


    Dadurch ergibt sich die Situation bei einigen Menschen, dass sie, wenn sie 410€ Brutto verdienen (bei vielen Auszubilden ist das z.B. ein ungefähres Gehalt, wie z.B. auch bei meinem Bruder, der LKW-Mechatroniker in Ausbildung ist), durch die Steuern weniger Geld zur Verfügung haben, also jemand der für 400€ im Monat arbeitet, da dieser ja Steuerfrei ist. In diesem Punkt also schlecht. Aber einen Steuerfrei Betrag würde es nicht mehr geben, wenn es nur noch Indirekte Steuern gibt.


    Nächster Punkt ist, dass das gesamte Geld irgendwann immer wieder zurück in den Geldfluss kommt. Auch jemand, der sagen wir mal über Jahre hinweg, 15000€ spart um sich dann ein Auto zu kaufen, bringt diese 15000€ wieder in die Wirtschaft ein, wobei dann von den 15000€ auch indirekte steuern bezahlt sind. Und wenn man sein Geld dann doch für lange Zeit hortet, dann wird der rest des Geldes automatisch mehr wert, aber dass ist ein anderes Thema. Es macht also im Endeffekt keinen Unterschied, ob man das Geld sofort einsetzt und der Staat sofort die Steuern kassiert, oder erst später. Am kommt das gleiche bei raus: der Staat hat seine Steuern. Also auch hier sind indirekte Steuern besser als direkte.


    Durch indirekte Steuern hat der Mensch also mehr Handlungsmöglichkeiten. Der wichtigste Punkt aber ist, dass direkte Steuern das Eigentumsrecht verletzten, also ein im Grund gesetzt verankertes Grundrecht, was sogar von der UN als Menschenrecht bezeichnet wir. Jeder Mensch wird gezwungen diese Steuern zu Zahlen (keiner wird Freiwillig direkt Geld an den Staat zahlen, und wenn doch kommt es ja einer Spende gleich, da brauch man also keine Steuern, sondern es steht natürlich auch jedem Menschen frei, ein beliebigen Teil seines Geldes dem Staat Freiwillig zu geben) und damit gezwungen wird etwas von seinem eigenen Geld abzugeben. Bei indirekten Steuern steht es ihm somit also frei wie viel Geld er dem Staat gibt. Direkte Steuern sind also vergleichbar mit dem "zehnt" was damals Bauern an ihre Feudalherren(Im Mittelalter der gesetzliche Besitzer der Bauern) zahlen musst. Und wir sind ja wohl nicht mehr im Mittelalter.


    Zudem gibt es auch Schlupflöcher und in einigen Staaten sogar eine Reichen-steuer (auch eine Direkte), so was verletzt nicht nur das Eigentumsrecht, sondern ist auch in jedem Punkt ungerecht gegenüber jene, die davon nur Nachteile haben.


    Auf langer Sicht ist der Vorschlag der PDV nur noch eine Mehrwehrsteuer zu Zahlen, wie es in der Schweiz auch ist. Wir wollen, dass der Staat ohne neu Verschuldung geführt wird, Subventionen ausbleiben und sich dazu der Staat nur auf seine Kernaufgaben konzentriert. Also wäre auch der Satz für die Mehrwertsteuer deutlich unter dem, was momentan gezahlt wird. Kernaufgaben wären Innere- und Äußere Sicherheit (Polizei, Bundeswehr, Zoll) Bildung (wobei es zu überlegen ist, dass der Staat sich gänzlich aus der Bildung auch fernhalten kann) und Infrastrukturen (Bau von Autobahnen und Bundesstraßen, die Infrastrukturen einer Stadt würde ohnehin von der Stadt gezahlt werden). Das macht aktuell 11% des BIP aus, wir bräuchten also nur eine MWS von 11%. Wenn man jetzt aber bedenkt, dass man sogar die Staatlichen kosten für Bildung, Innere Sicherheit und Infrastrukturen senken könnte, wären wir sogar bei noch weniger.


    Bis wir aber dazu kommen schlägt die PDV eine Einheitssteuer (FlatTax) von 25% die von jedem ausnahmslos gezahlt wird. Damit soll in der Übergangsphase auch Sachen wie Sozialleistung, wie Rente und Arbeitslosengeld gezahlt werden, oder auch Subventionen, während man diese alle nach und nach runter fährt, bis man sie ganz abschaltet.


    Jetzt wurde viel erklärt. Um deine Fragen zusammenfassend zu beantworten:


    Direkte steuern verletzten Grundrechte, daher sind die schlecht. Zudem gibt es dabei Schlupflöcher, daher sind sie ungerecht. Am Ende würde nur die MWS als einzige indirekte Steuer übrig bleiben.


    Man kann sich sogar damit den Gang und den ärger mit dem Finanzamt sparen.


    Darüber hinaus ist es auch jedem Bürgern einer Stadt möglich zu entscheiden, ob seine Stadt anderweitig Steuern entheben soll, damit die Stadt dem Willen der Bürger dieser Stadt nach kommt um Beispielsweise Spielplätze oder Schwimmbäder zu bauen. Hier kann es also sein, dass weitere Steuern und Abgaben entstehen, aber das wurde ja Frei entschieden.

  • Ich gehe davon aus, dass keine Sondersteuern auf Tabak, Alkohol, Sekt usw. mehr erhoben werden sollen?


    Wie sieht es aber mit Benzin- und KFZ-Steuer aus? Ursprünglich dienten diese Steuern dazu, den Bau und die Instandhaltung von Straßen zu finanzieren. Man wollte, dass die Kosten nur von denen bezahlt werden, die die Straßen benutzen. Natürlich ist der Ertrag dieser Steuern heute so hoch, dass man Straßen aus Gold bauen könnte, und dementsprechend werden sie zweckentfremdet, während die Straßen verwahrlosen. Aber der ursprüngliche Gedanke entspricht doch dem Subsidaritätsprinzip.

  • In einer "idealen Österreichischen Welt" wären mindestens die Autobahnen im Privatbesitz und damit wäre eine Nutzungsgebühr fällig.


    Die restlichen Straßen könnten auch privat oder kommunal betrieben werden. Wenn das nicht geht und der Gesamtstaat dafür sorgen SOLL (!) dann steht einer kleinen Mehrwertsteuererhöhung für den Straßenbau sicher nichts im Weg. Denn jeder profitiert von den Straßen. Selbst der, der sie nicht selbst benutzt. Und hauptsächlich die LKWs machen die Straßen kaputt. Die sehe ich als "indirekte Straßenbenutzung" der Nicht-Autofahrer, denn sie bringen die Waren in die Läden.

  • In einer "idealen Österreichischen Welt" wären mindestens die Autobahnen im Privatbesitz...

    Nicht zwangsläufig. Auch was die Schiene betrifft könnte sich in der österreichischen Welt ein recht effizientes Modell durchsetzen, in dem Infrastruktur dieser Art auf ganz subsidiäre Weise auf Länder/Bundesebene (kann auch auf eine Ebene weiter unten sein) gelegt wird und quasi staatlich finanziert wird, und zwar unter der Voraussetzung, dass eine Nutzungsgebühr anfällt, so dass nur der zahlt, der die Leistung direkt in Anspruch nimmt. Dieses Modell steht nicht im Widerspruch zu libertären Ideen, weil niemand zur Finanzierung gezwungen wird, solange er die Infrastruktur nicht nutzt.


    EDIT: Vielleicht meintest du mit Privatbesitz auch solche "genossenschaftlichen" Modelle, dann sind wir uns völlig einig.

  • Kann alles sein. Keiner von uns hat ne Glaskugel. Ich vermute trotzdem, dass die Autobahnen in Privatbesitz wären. Das Netz ist überschaubar, effizient und im Durchschnitt gut ausgelastet. Bei den anderen Straßen glaube ich das weniger.

  • Das Problem am privaten Autobahnbesitz ist die mangelnde Konkurrenz und somit nur ein geringer Preissenkungseffekt. Denn eine parallele Konkurrenzautobahn kann natürlich nicht ohne weiteres wie sonst im freien Markt gebaut werden. Und 200km Umweg werden vielleicht nur gefahren, wenn einem die Zeit wenig wert ist und die Mehrkosten für den erhöhten Spritverbrauch die Mehrkosten der teureren Autobahn unterschreiten. Daher wäre für Autobahnnutzer ein genossenschaftliches Modell wohl effizienter.

  • Richtig. Autobahnbetreiber werden sicher nicht 5 konkurrierende Autobahnen nebeneinader bauen. :D
    Aber es gibt ja zum Glück Konkurrenz in Form von Flugzeugen, Bahn und begrenzt auch Schiffe und Landstraßen. Ein privater Autobahnbetreiber müsste schon einigermaßen für vernünftige Verhältnisse auf seiner Autobahn sorgen um keine Autofahrer zu vergraulen. Ich hätte aber nichts dagegen wenn die Autobahnen genauso wie kleinere Straßen in staatlichem Besitz wären.

  • Zuallererst: die Abschaffung der Einkommenssteuer ist mir allein schon deswegen eine Herzensangelegenheit, weil ich es verabscheue, jedes Jahr eine halbe Arbeitswoche darauf zu verschwenden, sämtliche Zahlen zusammenzustellen, um der diebischen ELSTER nachzuweisen, daß nach Abzug aller im heutigen System leider notwendigen Vorsorgeaufwendungen auch diesmal nichts bei mir zu holen ist.


    Als Selbständiger weiß ich aber auch, daß die Zahlen für die MwSt fast die gleichen sind, d.h. weder am Gesamtaufwand, noch an den Gelegenheiten, sich durch Falschaussagen Vorteile zu verschaffen, würde sich all zu viel ändern.


    Das historisch erste "single-tax-model" (das auch von der Erfinderin des Simulationsspiels "Monopoly" propagiert wurde) hatte einen anderen Ansatz: die Wertschöpfung durch menschliche Arbeit überhaupt nicht zu besteuern, weder beim Produzenten (Lohnsteuer) noch beim Konsumenten (Konsumsteuer, MwSt) sondern nur den einen Produktionsfaktor zu besteuern, der nicht von Menschen geschaffen, vermehrt oder vernichtet werden kann, sondern immer gleich bleibt: das Land, auf dem die Produktionsmittel stehen.


    Die reine Besteuerung bebauten Landes hätte den Vorteil der Datensparsamkeit: alle für die Steuererhebung wichtigen Zahlen sind dem Bebauungsplan und der Baugenehmigung zu entnehmen, die der jeweiligen Gebietskörperschaft ohnehin vorliegen. Die Zahlen ändern sich nicht jedes Jahr, und müssen daher auch nicht regelmäßig neu ermittelt und übermittelt werden; Bürger und Unternehmer haben Planungssicherheit, was ihre Steuerlast betrifft, Kommunen haben Planungssicherheit, was die Einnahmen betrifft.


    Ob diese "Flächensteuer" sich an der heutigen Grundsteuer orientiert, oder schlicht als qm-Preis bei der Ausweisung neuer Baugebiete jeweils neu festgelegt wird, kann der jeweiligen Kommune überlassen bleiben. Und wenn die Stadt eine ex-Kaserne zum Gewerbepark umwidmet, kann sie auch festlegen, ob die Flächenkapitalsteuer in € , in Goldmünzen oder in Silberbarren zu zahlen ist...

  • Das ist eine sehr interessante Idee! Ich finde dass die Mehrwertsteuer eine der schlechtesten Löungen ist, den minimalistischen Reststaat zu finanzieren. Möglich ist es natürlich, aber sehr unelegant und einfallslos! :(
    Es macht unnötige Bürokratie und Zwang notwendig. Das Ideal eines komplett befreiten Marktes, der es mir erlaubt jederzeit und ohne es bei irgendeinem Finanzamt zu melden, einen freiwilligen Vertrag mit meinem Nachbarn einzugehen, wonach ich in seinem Badezimmer neue Fliesen lege und er mir dafür 5 Goldmünzen und 3 Kasten Cola gibt, wird so nicht erreicht! Wenn es eine Mehrwertsteuer gibt (auch wenn diese nur 0,01% betragen würde!), dann ist alles was nicht dem Bürokratieapparat gemeldet wird, automatisch Schwarzarbeit/unlauterer Wettbewerb/Steuerhinterziehung oder wie auch immer die Bürokraten es nennen wollen...
    Und wer sagt eigentlich, dass Mehrwertsteuern indirekte Steuern sind? Wenn der Staat mir von den 5 Goldmünzen, die der Nachbar mir gegeben hat, eine als Mehrwertsteuer abzwackt, dann ist das sehr wohl eine direkte Steuer auf mein Einkommen! ;)
    Es gibt elegantere Lösungen. Diese "single-tax" ist eine davon. Kaufst du ein Stück Land, zahlst du eine Bodensteuer, Fertig! Völlig egal was du dort produzierst oder ob du überhaupt etwas produzierst. Und solche Sachen wie Straßen, kann man auch über zweckgebundene Nutzungsgebühren finanzieren.

  • Das Modell hat aber auch Nachteile:


    1. Selbst im Minimalstaat würden die Grundstückspreise sehr hoch werden, wenn man die Besteuerung von all den Einkommen und Waren auf Grundstücke umverteilen würde. Für Existenzgründer schießt das notwendige Startkapital in die Höhe.


    2. Große Unternehmen sparen durch Nutzung von Hochhäusern bei der Pro-Stück-Besteuerung, kleine Unternehmer haben diesen Vorteil nicht.


    3. Das Verhältnis von Nutzfläche und Absatz verläuft nicht paralell.


    einfaches Beispiel: 1 Euro Steuern pro m² und Jahr, auf den Verkaufspreis der Ware zu schlagen.


    Kleinunternehmen: 100 m² Nutzfläche, Warenabsatz 100 Stück = 1 m²/1 Euro pro Stück


    Großunternehmen: 1.000 m² Nutzfläche, Warenabsatz 10.000 Stück = 0,1 m²/0,10 Euro pro Stück


    Je größer das Unternehmen, desto billiger wird das Produkt angeboten, und das wegen dem Steuersystem.

  • Löwe,


    selbstverständlich ist die Korrelation Wirtschaftsleistung zu Flächenverbrauch hochgradig nicht-linear: neue Lidl-Märkte mit großem Parkplatz haben einen unheimlichen Flächenverbrauch, und die Kommunen sind darüber eher unglücklich, weil so wenig Gewerbesteuer und so wenige Arbeitsplätze dabei herumkommen. Ein Handwerksbetrieb, z.B. Elektriker oder Klempner, der seine Gesellen mit der rollenden Werkstatt zum Kunden schickt, braucht für dieslbe Zahl von Arbeitsplätzen weit weniger Fläche. So what? Unser bisheriges, mafiöses Prinzip der "Besteuerung nach Leidensfähigkeit" verlangt, dort, wo mehr zu holen ist, auch stärker zuzulangen. Aber ist das freiheitlich?


    Ist es dem freien Spiel der Kräfte nicht zuträglicher, wenn die Steuerlast aus vorhersehbaren, einkalkulierbaren Fixkosten besteht, und der Gewinn nicht mehr 2x ermittelt werden muß (einmal "vor Steuern" und dann noch mla "nach Steuern")?


    Und was die Existenzgründung betrifft: welcher Gründer fängt denn bitte heute damit an, daß er für seinen Betrieb ein Grundstück in bester Lage ankauft oder anmietet? Es gibt z.B. für Software-Firmen Büros in unterschiedlichster Größe, die man in bereits bestehenden Hochhäusern anmieten kann. Es gibt Geschäftsmodelle, die man komplett vom Homeoffice aus betreiben kann, ohne separate Geschäftsimmobilien. Es gibt andere Geschäftsmodelle (z.B. o.g. Handwerker) für die man schlicht ein Auto mit großem Kofferraum braucht und die eigentliche Arbeit vor Ort beim Kunden stattfindet.


    Wenn ein single-tax-System dazu führt, daß Produktionsmethoden auf geringen Flächenverbrauch hin optimiert werden, nun, dann ist das letztlich gut für den Landschafts- und Umweltschutz. Und natürlich wird der Stadtrat, wenn er auf Antrag eines Großinvestors einen Sonderbebauungsplan für einen Büroturm oder ein 4-Ladenstraßen-hohes Einkaufszentrum beschließt, dort eine höhere Flächensteuer festsetzen als bei der Ausweisung eines Neubaugebietes für Einfamilienhäuser. Dumm sind die Lokalpolitiker auch nicht.

  • Zitat

    Unser bisheriges, mafiöses Prinzip der "Besteuerung nach Leidensfähigkeit" verlangt, dort, wo mehr zu holen ist, auch stärker zuzulangen.


    Das ist das Prinzip der Steuerprogression und ist etwas anderes, weil hier die Mehrverdiener drunter leiden, und nicht wie bei der Flächensteuer die kleinen Betriebe.


    Zitat

    Ist es dem freien Spiel der Kräfte nicht zuträglicher, wenn die Steuerlast aus vorhersehbaren, einkalkulierbaren Fixkosten besteht,


    Dadurch wird die Steuer Teil der Selbstkosten, und muss auf den Verkaufspreis geschlagen werden. Wie ich bereits sagte, wird dadurch der Steueranteil pro Exemplar vom Gesamtabsatz abhängig, was für die "Kleinen" nachteilig ist. Solange der Marktpreis hoch ist, und alle Gewinn machen, müssen die kleinen Betriebe "nur" anteilig zum Gewinn mehr Steuern zahlen als die großen. Es kann aber passieren, dass der Marktpreis unter den Selbstkostenpreis der Kleinbetriebe fällt, während die großen Unternehmen sogar noch Gewinne machen.


    Das ist eben der Nachteil an fixen Steuern. Wenn wir die Marktpreise nicht antasten wollen, brauchen wir Gewinnbesteuerung. Die Unternehmen müssen keine Steuern auf die Preise schlagen, denn Gewinn ist ja das, was über die Kosten hinaus geht. Also: Am Jahresende Bilanzen vorlegen, den Gewinn besteuern. Das geht dann durchaus auch mit einem einheitlichen Steuersatz.


  • Das ist eben der Nachteil an fixen Steuern. Wenn wir die Marktpreise nicht antasten wollen, brauchen wir Gewinnbesteuerung. Die Unternehmen müssen keine Steuern auf die Preise schlagen, denn Gewinn ist ja das, was über die Kosten hinaus geht. Also: Am Jahresende Bilanzen vorlegen, den Gewinn besteuern. Das geht dann durchaus auch mit einem einheitlichen Steuersatz.

    Erstens: Deine Argumentation, daß Kleinbetriebe mehr Fläche verbrauchen, ist nicht einleuchtend.



    Zweitens: die Bilanz geht die Eigentümer etwas an, im Falle einer AG die Aktionäre. Den Staat geht sie einen Dreck an. Der Staat sollte niemandem einen Anreiz geben, seine Bilanzen zu frisieren, nur um für die Steuer besser dazustehen.

  • Zitat

    Deine Argumentation, daß Kleinbetriebe mehr Fläche verbrauchen, ist nicht einleuchtend

    Sie verbrauchen ja auch nicht in absoluten Zahlen mehr Fläche, sondern relativ zum Absatz, wie aus meinem "einfachen Beispiel" zu entnehmen ist.

  • Dein "einfaches Beispiel" bestand aus willkürlichen, aus der Luft gegriffenen Zahlen. Was für ein Produkt soll das denn sein, von dem der 100qm Betrieb nur 100 Stück herstellt, der gerade 10x größere Betrieb aber 10.000 Stück? Und welchen Wettbewerbsvorteil sollte der Kleinbetrieb, der nicht mal die Gebäudekosten reinholt, in einem System mit Gewinnbesteuerung haben? Der geht doch so oder so unter, ob in den 5€/qm Ladenmiete jetzt noch 1€ Grundsteuer drin ist oder nicht.

  • Zitat

    Was für ein Produkt soll das denn sein, von dem der 100qm Betrieb nur 100 Stück herstellt, der gerade 10x größere Betrieb aber 10.000 Stück?


    Es geht um Rationalisierung durch Massenproduktion. Durch Massenproduktion spart man in jeder Hinsicht: Kosten, Arbeitskraft, Zeit, und eben auch Fläche. Denn eine Fabrik, die 10x mehr herstellt als eine Werkstatt, muss nicht zwangsläufig auch 10x mehr Fläche haben. Im Übrigen führt das Flächenmodell zu mehrfacher Besteuerung. Denn ein Produkt durchläuft auf seinen Weg zum Endverbraucher mehrere Stationen/Standorte. z.B. Urerzeugung, Weiterverarbeitung, Großhandel, Einzelhandel. Und dann die ganzen Einzelteile, aus denen z.B. ein Auto gebaut wird, die alle schon vorbesteuert ins Werk kommen, um ihre Steuerkarriere in zusammengebauter Form fortzusetzen.


    Zitat

    Und welchen Wettbewerbsvorteil sollte der Kleinbetrieb, der nicht mal die Gebäudekosten reinholt, in einem System mit Gewinnbesteuerung haben? Der geht doch so oder so unter, ob in den 5€/qm Ladenmiete jetzt noch 1€ Grundsteuer drin ist oder nicht.


    Ein Steuermodell sollte niemandem einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Es geht um den Wettbewerbsnachteil, den die Flächensteuer schafft. Kleinbetrieb nicht bezogen auf die Nutzfläche, sondern auf den Absatz. Eine Steuersumme X kann die Ware sehr verteuern, wenn sie auf eine geringe Warenmenge verteilt werden muss.


    Und viele Unternehmen haben schlechte Phasen, in denen sie keine Gewinne, und sogar Verlust machen. Der Vorteil an der Gewinnbesteuerung ist, dass man in diesen Phasen garkeine Steuern zahlen muss, um das Unternehmen nicht noch zusätzlich zu belasten und Arbeitsplätze zu schützen.

  • M.E. gibt es keine Steuer, die im libertären System und im freien Markt einwandfrei ist.
    Das liegt daran, dass eine Steuern ein Prinzip ist, das im konsequent-libertären System und im wirklich freien Markt einfach nicht existiert. Per Definition schon nicht.


    Die Mehrwertsteuer bringt Probleme. (Geldwettbewerb wird in der Theorie gehämmt[in der Praxis wohl nicht relevant].)
    Die Flächensteuer bringt Probleme. (Flächenaufwendige Gewerbe sind benachteiligt)
    Die allgemeine Verbrauchssteuer(die alles abdeckt, was im BIP landet, ansonsten wie die MWSt ist) bringt Probleme.
    Alle gehen natürlich gegen das Eigentumsrecht.


    Eine ganz sauber Lösung wird es in diesem Rahmen nicht geben.
    In der Realität wären aber natürlich alle der genannten drei Steuermöglichkeiten wesentlich besser als das, was wir heute haben.
    Vllt. hat man sich deswegen "einfach" für die MWSt entschieden.
    Diese ist bekannt und hoch. Wenn man diese verringern und die restlichen Steuern auf Bundesebene sogar abschaffen will, ist das ein gewaltiger Wohlstandsgewinn.

  • Da gebe ich Thomas recht. Aus libertärer Sicht sind Steuern eigentlich ein absolutes No-Go! Egal wie man es dreht und wendet, Steuern sind immer Diebstahl der durch NICHTS zu rechtfertigen ist. Wenn der Staat irgendeine Möglichkeit hätte, seine Ausgaben zu decken ohne Steuern zu erheben, dann müsste er diese Möglichkeit nutzen. Wenn man da keine Lösung findet, dann muss man leider Steuern eintreiben. Als notwendiges Übel um innere- und äussere Sicherheit zu gewährleisten (Polizei, Feuerwehr, Militär, evtl. Gerichte). Man braucht dafür zum Glück nur sehr wenig Geld, also würde eine sehr geringe Steuer ausreichen. Trotzdem sollte das Übel so gut wie nur irgendmöglich mit der libertären Idee vereinbar sein. Die libertäre Idee von der absoluten Freiheit sollte nicht zu stark verzerrt werden! Die Mehrwertsteuer (direkte Einkommenssteuer!) halte ich für eine relativ unglückliche Lösung. Durchaus machbar und 1000 mal besser als heute aber trotzdem sehr unschön! :modo:
    Es geht doch bestimmt auch anders?

  • Ganz ohne Steuern geht es nunmal nicht. Man könnte Steuern zwar freiwillig machen, aber dann würden eben auch nur die Beitragszahler Rechtsschutz genießen. Und wenn nun ein Nichtzahler Opfer einer Straftat würde? Er würde sagen: "wo kommen wir denn hin, wenn jeder macht, was er will?" und solche Leute gibt es nunmal: Rechte ja, Pflichten nein Danke. Steuern müssen deshalb alle zahlen, weil man davon ausgeht, dass niemand gerne Opfer einer Straftat wird.


    Und außerdem, wenn man einen Täter nicht zur Verantwortung zieht, weil sein Opfer keine Steuern zahlt, schlägt er vl. nochmal zu, vl. dann einen Steuerzahler. Somit ist Verbechensbekämpfung nicht nur im Interesse der Opfer, sondern auch der potenziellen künftigen Opfer.