Direkte und indirekte Steuern

  • An sich ist nichts dagegen einzuwenden, daß die Steuerhoheit der Kommunen dazu führen kann, daß z.B. in Köln die Mineralölsteuer beibehalten bzw. wiedereingeführt wird, in Düsseldorf die Tabaksteuer und in Wuppertal die Hundesteuer. Man vermeidet es dann halt, in Köln zu tanken bzw., wenn man raucht, die Kippen in D-dorf zu kaufen. Die Frage ist halt, wie kommt man dahin, daß derzeit hochverschuldete Städte wie Wuppertal und Oberhausen aus der Schuldenfalle herauskommen, ohne durch zig neue Steuern alle Einwohner zu vergraulen und zu Geisterstädten zu werden. Wenn eine 300.000 Leute Stadt heute 50.000 H4-Empfänger hat, reicht es dann, ein bißchen Bürokratie abzubauen, damit die alle einen Job bei Bayer bekommen?

  • Ich bin Nichtraucher und trinke nur gaaaanz selten alkoholische Genussmittel. Von daher fällt es mir leicht hier eine klitzekleine "Abgabe für die Gemeinde" auf das Zeug gutzuheissen. Bei uns bauen sie gerade einen neuen Radweg neben der Kocher (kleiner Fluss). Sowas liese sich prima über den Zigaretten- und Alkoholkonsum finanzieren.


    Wie gesagt, die Grünen würden dich mit offenen Armen empfangen. Ich finde, entweder setzt man die Ust. so hoch an, das damit alle Zuständigkeiten erfüllt werden können, oder aber man unterscheidet Steuern nach Subsidiarität, z.B. Fahrradsteuer zum Bau von Radwegen. Aber eine Sondersteuer nur weil dem Staat oder der Gemeinde ein Produkt nicht gefällt, ist abzulehnen. Sonst könnte man ja auch Steuern auf schlechte Filme, Bücher und Musik erheben.


    Grundsätzlich würde mir eine 10% USt. auch vollkommen reichen.


    Das wär sogar schon zu hoch. Der Staat sol sich ja nur noch auf seine Kernaufgaben beschränken, und wie ich bereits andeutete, sind auch Feuerwehren, Krankenhäuser, Spielplätze, Stadtparks, evtl. auch Polizeien und Gerichte zu privatisieren.


    Und diese Steuern würden ja in der Gemeinde erhoben und verschleudert werden.


    Das führt mich zu einem Thema, das mir schon länger auf den Nägeln brennt. Ich habe das Gefühl, das einige hier den Kommunen zu viel Wert beimessen. Dezentralisierung ist ja schön und gut, aber das heißt doch nicht, das die Kommunen nicht auch Schranken haben müssen. Und auch die Direkte Demokratie ist diesen Schranken unterworfen.
    Sonst könnte die Kommune z.B. folgendes einführen: Bedingunsloses Grundeinkommen, Zwangsversicherung, GEZ-Zwangsabgabe, Mindestlohn, Frauenquote, Verbot von konventioneller Energieerzeugung, Gelder an verschuldete Kommunen oder Staaten "leihen", und für all das schön hohe Steuern erheben, also der gleiche Mist wie jetzt, nur auf einer anderen Verwaltungsebene. Und es wird der PDV unmöglich sein, in allen Kommunen eine Mehrheit zu bekommen, genau so wie das keiner anderen Partei je gelungen ist. Ebenfalls lassen sich diese Maßnahmen per Volksabstimmung einführen, oder eine Abstimmung verbietet jemandem, ein Haus zu bauen, obwohl laut Gesetz
    nichts dagegen spricht. Ich bin somit der Meinung, das alle Kommunen ihren Bürgern persönliche und wirtschaftliche Freiheit gewährleisten müssen, und das man deswegen diese Maßgabe für alle Kommunen verbindlich auf Bundesebene festlegen muss.

  • Das führt mich zu einem Thema, das mir schon länger auf den Nägeln brennt. Ich habe das Gefühl, das einige hier den Kommunen zu viel Wert beimessen. Dezentralisierung ist ja schön und gut, aber das heißt doch nicht, das die Kommunen nicht auch Schranken haben müssen. Und auch die Direkte Demokratie ist diesen Schranken unterworfen.
    Sonst könnte die Kommune z.B. folgendes einführen: Bedingunsloses Grundeinkommen, Zwangsversicherung, GEZ-Zwangsabgabe, Mindestlohn, Frauenquote, Verbot von konventioneller Energieerzeugung, Gelder an verschuldete Kommunen oder Staaten "leihen", und für all das schön hohe Steuern erheben, also der gleiche Mist wie jetzt, nur auf einer anderen Verwaltungsebene. Und es wird der PDV unmöglich sein, in allen Kommunen eine Mehrheit zu bekommen, genau so wie das keiner anderen Partei je gelungen ist. Ebenfalls lassen sich diese Maßnahmen per Volksabstimmung einführen, oder eine Abstimmung verbietet jemandem, ein Haus zu bauen, obwohl laut Gesetz
    nichts dagegen spricht. Ich bin somit der Meinung, das alle Kommunen ihren Bürgern persönliche und wirtschaftliche Freiheit gewährleisten müssen, und das man deswegen diese Maßgabe für alle Kommunen verbindlich auf Bundesebene festlegen muss.

    Selbst wenn die Regierungen der Kommunen so viel Macht hätten, dass sie unliberale Gesetze und Steuern einführen könnten, die gegen die individuellen Freiheits- und Eigentumsrechte der Bürger verstoßen, dann würde es in der Praxis kaum vorkommen weil die Konkurrenz ja nur wenige Kilometer entfernt liegt. Bei Mindestlöhnen, hohen Steuern etc. würden die Unternehmer einfach eine Stadt weiter ziehen wo die Gesetze liberaler sind und die Abgaben niedriger.
    So wäre das aber meiner Einschätzung nach auch noch kein libertärer Minimalstaat sondern das Heilige Römische Reich Reloaded...
    In einem libertären Minimalstaat müssten die Machtbefugnisse der Regierung(en) natürlich streng begrenzt bleiben und sich auf den Schutz der Eigentumsrechte beschränken.

  • Zum Thema der kommunalen Steuern sagt OJ hier ein bisschen was.

    Ich habe das Gefühl, das einige hier den Kommunen zu viel Wert beimessen.

    Ja. Dass die Kommune jetzt die völlige Macht bekommen soll, anstatt des Bundes und der Länder ist auch falsch und unlogisch. Die Eigentumsrechte der Bürger müssen streng gewahrt bleiben (als Ausnahme muss man leider die Steuern sehen, siehe unten). Damit kommt man dann in Widerspruch zu Steuern, welche das Eigentumsrecht per Definition verletzen.
    Ein Problem mit Einschränkungen des Staates ist, dass diese erfahrungsgemäß immer wieder verbogen, umgangen und aufgehoben werden, daher sehe ich die Forderungen der PDV als Übergangslösung zu einer libertären/voluntaristischen Gesellschaft.


    Die Bundesweite Steuer und Aufgabe der Inneren und Äußeren Sicherheit ist m.E. lediglich dem Grundgesetz geschuldet. Denn ansonsten wäre die PDV verboten, da sie fordern würde den Staat zu zersetzen (...Gegen jeden, der es unternimmt, diese [freiheitlich demokratische] Ordnung zu beseitigen...).


    Der kommunale Steuerwettbewerb ist wird nach der ÖS für relativ geringe Steuern sorgen (je nach dem, ob es den Menschen mehr Wert ist in ihrer Heimat zu bleiben, oder weniger Steuern zu bezahlen), zumindest aber dafür, dass sie nicht ins unerträgliche ausufern. Wenn dann noch jeder seine eigene Kommune gründen kann, ist zumindest die Möglichkeit da, "nur" noch die bundesweite Steuer bezahlen zu müssen, egal was die bestehenden Kommunen so regeln wollen.


    Was also von der PDV gefordert wird ist nach meinem Verständnis des Libertarismus und der ÖS das Beste was sich konform zum (nicht libertären) GG fordern lässt. Es ist nicht komplett libertär, aber ein gigantischer Schritt in die richtige Richtung.

  • Ein Problem mit Einschränkungen des Staates ist, dass diese erfahrungsgemäß immer wieder verbogen, umgangen und aufgehoben werden, daher sehe ich die Forderungen der PDV als Übergangslösung zu einer libertären/voluntaristischen Gesellschaft.

    Und was genau meinst du damit? Anarchie?

    Die Bundesweite Steuer und Aufgabe der Inneren und Äußeren Sicherheit ist m.E. lediglich dem Grundgesetz geschuldet. Denn ansonsten wäre die PDV verboten, da sie fordern würde den Staat zu zersetzen (...Gegen jeden, der es unternimmt, diese [freiheitlich demokratische] Ordnung zu beseitigen...).


    Ne eben nicht. Weil ja der Bund aufpassen muss, das die Kommunen sich an die Auflagen halten. Das Grundgesetz wäre wieder ein Thema für sich, aber egal ob GG, reformiertes GG oder neue Verfassung: die PDV ist keine Regionalpartei, somit beziehen sich ihre Forderungen auf ganz Deutschland. Ergo muss der Bund die von uns gewünschten Freiheitsrechte einführen. Denn in einem Minimalstaat darf es nur Minimalkommunen geben. Wir wollen Freiheit für ganz Deutschland, und auch die Bundesebene wird dadurch ihren Platz finden. Wir brauchen unsere Verfassungstreue nicht vorspielen, wollen den Bund nicht zerschlagen sondern liberalisieren, und eine Stärkung der Kommunalverwaltungen unter schärfster Achtung der Grundrechte ist nicht verfassungswidrig.

    Der kommunale Steuerwettbewerb ist wird nach der ÖS für relativ geringe Steuern sorgen (je nach dem, ob es den Menschen mehr Wert ist in ihrer Heimat zu bleiben, oder weniger Steuern zu bezahlen), zumindest aber dafür, dass sie nicht ins unerträgliche ausufern. Wenn dann noch jeder seine eigene Kommune gründen kann, ist zumindest die Möglichkeit da, "nur" noch die bundesweite Steuer bezahlen zu müssen, egal was die bestehenden Kommunen so regeln wollen.

    In der Praxis kaum umsetzbar. Das ist nicht wie im Supermarkt, wo du von Somat auf Finish wechseln kannst. Man muss seine Heimat verlassen, also auch seine Freunde und Familie, und wie geht´s beruflich weiter? Ich glaube nicht das viele einfach dahin ziehen würden wo die Steuern am niedrigsten sind. Und die Unternehmenssteuern könnten bewusst niedrig gehalten werden um die Unternehmen vor Ort zu lassen während die Bürger ausgenommen werden. Und was würde mit den Mieten in einer Stadt passieren, wo alle hin wollen? Als Hauseigentümer müsste man Immobilien verkaufen, sodaß man quasi auf seine Eigentumsrechte verzichten muss, was prinzipiell schon schlecht ist. Und international funktioniert es ja auch nicht, oder führen die Staaten massive Liberalisierungen/Deregulierungen ein, weil die sich auf diese Weise komkurrieren und Angst haben, das ihre Bürger auswandern? Nur bei der Unternehmenssteuer ein Bißchen.

  • Und was genau meinst du damit? Anarchie?

    Kurz: Ja. Lang: Anarchie nicht als umgangsprachliches Synonym für Chaos, sondern als die Abwesenheit von Zwangsherrschaft (also Freiheit).
    Auch hier würde es noch in gewissem Sinne "Führung" geben, aber durch respektierte Authoritäten, nur von denen, die das wollen und nur in gewissen Bereichen (wie ich eben zum Mechatroniker gehe, wenn ich glaube, dass an meinem Auto was kaputt ist).

    Ne eben nicht. Weil ja der Bund aufpassen muss, das die Kommunen sich an die Auflagen halten. Das Grundgesetz wäre wieder ein Thema für sich, aber egal ob GG, reformiertes GG oder neue Verfassung: die PDV ist keine Regionalpartei, somit beziehen sich ihre Forderungen auf ganz Deutschland. Ergo muss der Bund die von uns gewünschten Freiheitsrechte einführen. Denn in einem Minimalstaat darf es nur Minimalkommunen geben. Wir wollen Freiheit für ganz Deutschland, und auch die Bundesebene wird dadurch ihren Platz finden. Wir brauchen unsere Verfassungstreue nicht vorspielen, wollen den Bund nicht zerschlagen sondern liberalisieren, und eine Stärkung der Kommunalverwaltungen unter schärfster Achtung der Grundrechte ist nicht verfassungswidrig.

    Nach dem Programm der PDV gebe ich dir recht. Hier kann und vllt. soll der Bund da aufpassen. Aber auch der Bund ist nicht unbestechlich und es ist keinesfalls garantiert, dass diese Werte für immer korrekt gewahrt werden.
    Freiheit muss in der Breite verstanden und von den Menschen gelebt werden, erst dann kann es solche Übertretungen nicht mehr geben. Man kann sie nicht diktieren.
    Aber wie gesagt, als Ziel der PDV ist das m.E. schon ganz gut so. Diesen "Aufpasser" Bund kann man übergangsweise vllt. sogar sehr gut brauchen, bis eben die meisten Menschen verstanden haben, was Freiheit ist, warum sie uns nützt und wie man sie erhält.

    In der Praxis kaum umsetzbar. Das ist nicht wie im Supermarkt, wo du von Somat auf Finish wechseln kannst. Man muss seine Heimat verlassen, also auch seine Freunde und Familie, und wie geht´s beruflich weiter? Ich glaube nicht das viele einfach dahin ziehen würden wo die Steuern am niedrigsten sind. Und die Unternehmenssteuern könnten bewusst niedrig gehalten werden um die Unternehmen vor Ort zu lassen während die Bürger ausgenommen werden. Und was würde mit den Mieten in einer Stadt passieren, wo alle hin wollen? Als Hauseigentümer müsste man Immobilien verkaufen, sodaß man quasi auf seine Eigentumsrechte verzichten muss, was prinzipiell schon schlecht ist. Und international funktioniert es ja auch nicht, oder führen die Staaten massive Liberalisierungen/Deregulierungen ein, weil die sich auf diese Weise komkurrieren und Angst haben, das ihre Bürger auswandern? Nur bei der Unternehmenssteuer ein Bißchen.

    Ich sagte ja, dass dafür nötig ist, dass die Steuerlast einen Umzug (mit allen Nachteilen) für ein Individuum besser erscheinen lässt. Bei manchen wird das vllt. nie der Fall sein, für andere reicht bereits ein geringer steuerlicher Anreiz. Es gibt aber auch einen Ansatz, dass Gemeinden nicht unbedingt räumlich definiert werden müssten. Sozusagen virtuelle Gemeinden. Da müsste ich nicht umziehen um die Gemeinde zu wechseln. Und, wie ich ebenfalls sagte, sobald jeder seine eigene Gemeinde gründen kann, kann er jederzeit in die "Steuerfreiheit" (von Kommunalsteuern) wechseln.


    Wenn die Mieten in einer Stadt so hoch werden, dass keine mehr hinziehen will, zieht keiner mehr hin. Wenn alles nach libertärem Recht in Verträgen geregelt ist, kann der Vermieter bestehende Mietverträge nicht einfach von sich aus ändern.


    Heutige Staaten sind nunmal sehr politisch geprägt. Hier gibt es kein wirklich Wirtschaftliches Handeln, daher kann es ihnen egal sein. Sie können sich ihr "Geld" ja drucken lassen, wenns ist. Und die Alternativen scheinen nicht attraktiv genug zu sein, damit so viele wegziehen, dass es wirklich problematisch für den Staat werden könnte (andere komplexe Regeln müssen gelernt werden, evtl andere Sprachen, evtl. viel Bürokratie zur Einwanderung und Heimatverlust ist es vielen nicht wert etwas weniger Steuern zu zahlen).

  • Löwe, du machst dir zuviele Gedanken.^^
    Anarchie ist die Abwesenheit von Herrschaft. Wenn man jemanden fragt: "Würdest du dich gerne von jemand anderem beherrschen lassen?" Dann kommt sogut wie immer die Antwort: "Nein!"
    Damit hat diese Person anarchistische Ansichten, ob sie will oder nicht.


    Zu den Steuern. Ein Leben ohne Steuern wäre natürlich herrlich. Nur für Dinge bezahlen wo man braucht. Aber in der Realität und aufgrund unserer Gesellschaft undenkbar. Innere und Äußere Sicherheit, Notfallmedizin, Feuerwehr, THW (Katastrophenschutz), Bevorratung von großen Mengen an Notfallrationen und Medikamenten, ect.
    In einer rein anarchistischen Gesellschaft wäre man auf sich alleine gestellt. Und immer wenn es einem Land sehr gut geht und der Wohlstand in diesem steigt, dann kommen die bösen Nachbarn und wollen sich daran bereichern. Daher braucht es eine innere und äußere Sicherheit. Wobei ich für das Recht auf privaten Waffenbesitz bin, auch Sturmgewehre zähle ich dazu.
    Letztendlich muss das ganze ja finanziert und organisiert werden. Hierfür sollte aber eine USt. von maximal 10% mehr als ausreichen. Frage ist: Darf man für diesen Punkt "innere und äußere Sicherheiten" Rücklagen bilden um z.B. bei einer Flutkatastrophe die plötzlich explodierenden Kosten zu tragen?


    Tabak- und Aloholsteuer sind indirekte Steuern. Hier wird nicht in das Eigentum der Bürger eingegriffen. Genauso schaut es ja auch bei Mautgebühren auf. Man bezahlt was man benutzt. Direkte Steuern lehne ich jedoch komplett ab! Und das leben in einer Gemeinde hört nicht am eigenen Gartenzaun auf, dessen sollte man sich bewusst sein.

  • Anarchie ist die Abwesenheit von Herrschaft. Wenn man jemanden fragt: "Würdest du dich gerne von jemand anderem beherrschen lassen?" Dann kommt sogut wie immer die Antwort: "Nein!"
    Damit hat diese Person anarchistische Ansichten, ob sie will oder nicht.

    Jawohl! Das schließt natürlich keine freiwillige "Unterordnung" aus, nach dem Motto: "Die kennt sich da besser aus, also hör' ich auf sie".

    Zu den Steuern. Ein Leben ohne Steuern wäre natürlich herrlich. Nur für Dinge bezahlen wo man braucht. Aber in der Realität und aufgrund unserer Gesellschaft undenkbar. Innere und Äußere Sicherheit, Notfallmedizin, Feuerwehr, THW (Katastrophenschutz), Bevorratung von großen Mengen an Notfallrationen und Medikamenten, ect.

    Es gibt einige Modelle wie all das, höchst wahrscheinlich wesentlich besser, privat in Freiwilligkeit organisiert sein kann.
    Also "undenkbar" ist es nicht.
    Das wäre aber ein ganz separates Thema, welches wir vllt. nicht in diesem Thread diskutieren sollten...

    In einer rein anarchistischen Gesellschaft wäre man auf sich alleine gestellt.

    Nein, aber man könnte sich in Autarkie begeben.
    Ich kenne das von meinem Umfeld, dass man sich gegenseitig hilft. Und zwar nicht, weil es irgendein Politiker sagt.
    Außerdem ist man bei wirtschaftlicher Arbeitsteilung immer auch auf Handel und Zusammenarbeit mit anderen angewiesen.

    Tabak- und Aloholsteuer sind indirekte Steuern. Hier wird nicht in das Eigentum der Bürger eingegriffen. Genauso schaut es ja auch bei Mautgebühren auf. Man bezahlt was man benutzt. Direkte Steuern lehne ich jedoch komplett ab!

    Es sind indirekte Steuern. Aber es wird natürlich schon in das Eigentum der Bürger eingegriffen. Die Steuern müssen ja bezahlt werden, also zunächst greift es in die Eigentumsrechte der Tabak- und Alkoholunternehmen ein (Unternehmer sind auch Bürger). Diese haben dadurch Kosten, die sie kompensieren müssen. Somit zahlt dann auch wieder der "Endverbraucher", selbst wenn dessen Eigentumsrecht damit nicht angetastet wurde.
    Eine Mautgebühr ist etwas anderes. Hier zahlt man für die Benutzung, sowie ich für eine Mietwohnung oder ein Mietauto bezahle.

  • Zugegeben, ich tue mir auch teilweise schwer eine andere Gesellschaft vorzustellen. Man ist halt hier und da etwas in seiner alten Denkweise gefangen. Abstraktes Denken ist hier von Vorteil. Eine USt. und Minerölsteuer (für die Straßen) würde mir vollauf genügen. Bin hier und da halt noch nicht so fest im Thema. Aber lieber eine freie Gesellschaft anstreben (etwas was eher funktioniert), als ein Zwang- und Unterdrückungssystem weiterführen von dem WIR WISSEN daß es in die Hose geht!


    Der allererste Schritt wäre unser Geldwesen. Wenn sich danichts ändert sind wir am Arsch.

  • Anarchie nicht als umgangsprachliches Synonym für Chaos, sondern als die Abwesenheit von Zwangsherrschaft (also Freiheit).


    Weiß ich. Ist aber nicht in der Praxis möglich, scheitert sogar schon in der Theorie.


    Aber auch der Bund ist nicht unbestechlich und es ist keinesfalls garantiert, dass diese Werte für immer korrekt gewahrt werden.


    Weiß ich auch. Aber man muss es eben versuchen. Und Anarchie find ich trotzdem nicht die bessere Option. Vielleicht ist es sogar noch einfacher, die Macht zu ergreifen, wenn es garkeinen Staat gibt.


    Diesen "Aufpasser" Bund kann man übergangsweise vllt. sogar sehr gut brauchen, bis eben die meisten Menschen verstanden haben, was Freiheit ist, warum sie uns nützt und wie man sie erhält.


    Erinnert mich irgendwie an Totalitarismus. Wie willst du diesen "Neuen Menschen" denn ohne eine Diktatur schaffen?


    Es gibt aber auch einen Ansatz, dass Gemeinden nicht unbedingt räumlich definiert werden müssten. Sozusagen virtuelle Gemeinden. Da müsste ich nicht umziehen um die Gemeinde zu wechseln.


    Eine Stadt die dabei nicht so gut bei wegkommt, würde aber nicht freiwillig auf Steuern verzichten, nur weil sich ein Bürger einer virtuellen Gemeinde anschließt, vor allem da das in so einer Stadt alle machen würden. Somit bräuchte man auch hier die Bundesebene, die den Bürgern so ein Recht gewährt bzw. den Kommunen in so einem Fall die Besteuerung verbietet.


    Wenn alles nach libertärem Recht in Verträgen geregelt ist, kann der Vermieter bestehende Mietverträge nicht einfach von sich aus ändern.


    Keine gute Erklärung zu dem Problem mit hohen Mieten. Preise haben Signalfunktion, natürlich müssen die steigen um Knappheit zu signalisieren und einen Leistungsanreiz zur Bedarfsdeckung setzen. Und wenn ein Mieter die höhere Miete nicht zahlen will, muss er eben ausziehen, denn kein Vermieter macht einen Mietvertrag in dem steht, das der Mieter für immer bei gleich bleibender Miete bleiben kann. Hier gibt es durchaus Lösungsansätze, die aber hier nicht hingehören.


    Tabak- und Aloholsteuer sind indirekte Steuern. Hier wird nicht in das Eigentum der Bürger eingegriffen. Genauso schaut es ja auch bei Mautgebühren auf. Man bezahlt was man benutzt.


    Es geht mir hier einfach um Konsumfreiheit. Natürlich kann man auf solche Produkte einfach verzichten, aber man soll doch das Recht haben, diese Dinge zu Marktpreisen zu kaufen, ohne ideologisch motivierte Einmischung des Staates. Aktuelles Beispiel Türkei: Alkoholverbot wegen den religiösen Prinzipien eines Mannes.

  • Weiß ich. Ist aber nicht in der Praxis möglich, scheitert sogar schon in der Theorie.

    Falsch. Aber dafür bitte einen anderen Thread.

    Weiß ich auch. Aber man muss es eben versuchen. Und Anarchie find ich trotzdem nicht die bessere Option. Vielleicht ist es sogar noch einfacher, die Macht zu ergreifen, wenn es garkeinen Staat gibt.

    Wenn die Freiheit quasi "Befohlen" wird, also von heute auf morgen eingeführt, mag das schon sein. Wenn sie aber nach und nach ermöglicht wird und gleichzeitig viel Aufklärung in Sachen Libertarismus erfolgt (durch die PDV im Bundestag, durch libertäre Medien, usw.), haben es Verführer nicht mehr leicht irgendwas zu erreichen, bzw. wenn der Machtapparat selbst fehlt und nicht wieder aufgebaut wird, ist Machtergreifung nicht leicht bzw. fast unmöglich. Aber auch das ist hier eigentlich Off-Topic.

    Erinnert mich irgendwie an Totalitarismus. Wie willst du diesen "Neuen Menschen" denn ohne eine Diktatur schaffen?

    Totalitarismus? Menschen etwas zu erklären (nicht Propaganda oder Indoktrination) und ihnen dann ihren freien Willen zu lassen (nicht Zwingen und Unterdrücken) erinnert dich an Totalitarismus?
    Es ist kein "Neuer Mensch" sondern eine Aufklärung der Menschen.
    Mit "Aufpasser" habe ich nur gemeint, dass diese Ebene, solange sie noch nicht korrumpiert ist, die Naturrecht hochhalten und verteidigen kann. Wenn dann aber das Naturrecht des Libertarismus verstanden wird (ganz ohne Zwang und Drohungen), braucht es keinen "Aufpasser" mehr.

    Eine Stadt die dabei nicht so gut bei wegkommt, würde aber nicht freiwillig auf Steuern verzichten, nur weil sich ein Bürger einer virtuellen Gemeinde anschließt, vor allem da das in so einer Stadt alle machen würden. Somit bräuchte man auch hier die Bundesebene, die den Bürgern so ein Recht gewährt bzw. den Kommunen in so einem Fall die Besteuerung verbietet.

    "Die Stadt" kann einem freien Bürger aber nichts befehlen. Dass es nicht ihr freier Wille ist auf Steuern zu verzichten mag ja sein, ein Recht darauf hat sie aber nicht. Die Bürger brauchen dieses Recht nicht von extern bekommen, weil die Stadt garnicht das Recht hat, dies zu verhindern.
    Aber das ist eh nur ein rein spekulative Idee, wie sowas vllt. aussehen könnte.

    Keine gute Erklärung zu dem Problem mit hohen Mieten. Preise haben Signalfunktion, natürlich müssen die steigen um Knappheit zu signalisieren und einen Leistungsanreiz zur Bedarfsdeckung setzen. Und wenn ein Mieter die höhere Miete nicht zahlen will, muss er eben ausziehen, denn kein Vermieter macht einen Mietvertrag in dem steht, das der Mieter für immer bei gleich bleibender Miete bleiben kann. Hier gibt es durchaus Lösungsansätze, die aber hier nicht hingehören.

    Klar gibt es auch hier einen Marktpreis. Wie die Verträge geschlossen werden weißt du nicht und weiß ich nicht. Vllt. mit festen Preisen zu einer festen Laufzeit (mit geregelten Strafen, bei Vertragsbruch). Gut möglich, dass dann der Vermieter lieber diese Strafe zahlt statt auf die höhere Miete zu verzichten. Es kommt wie gesagt auf den einzelnen Vertrag an. Ansonsten sind hohe Mieten in manchen Gebieten kein "Problem" dass eine "höhere Instanz" lösen könnte oder sollte.

  • "Die Stadt" kann einem freien Bürger aber nichts befehlen. Dass es nicht ihr freier Wille ist auf Steuern zu verzichten mag ja sein, ein Recht darauf hat sie aber nicht. Die Bürger brauchen dieses Recht nicht von extern bekommen, weil die Stadt garnicht das Recht hat, dies zu verhindern.
    Aber das ist eh nur ein rein spekulative Idee, wie sowas vllt. aussehen könnte.

    Das gibt mir nur Recht. Du hast offensichtlich keine Idee wie das funktionieren soll.

  • Das gibt mir nur Recht. Du hast offensichtlich keine Idee wie das funktionieren soll.

    In einer Marktwirtschaft kann man nie vorher wissen, was nachher raus kommt. Das einzige was man weiß ist, dass die Leute das nachfragen und machen, was sie für sinnvoll halten.
    Es wäre anmaßend zu behaupten, man wüsste (Spekulation und auf Wissen basierte Überlegungen kann es natürlich geben) wie sich eine freie Gesellschaft organisiert.

  • Heißt also, direkte Steuern werden dir vom Lohn abgezogen, indirekte Steuern zahlst du auf Produkte drauf, wie z.B. Tabaksteuer, Mehrwertsteuer, etc.


    Das stimmt so nicht. Direkte Steuern sind Steuern die den Einzelnen direkt betreffen, darunter fallen Lohnsteuer (die sofort einbehalten wird) aber auch EkSt und die werden nicht direkt vom Lohn abgezogen. Diese Steuern sind "direkt" weil Sie jeden einzelnen "direkt" betreffen, die indirekten Steuern gelten für eine andere Sache die man erwirbt und dazu eben noch die Steuer zahlen muß.

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


    It's not yours to give because it's not yours you give.


    "Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
    Douglas Adams

  • So einfach ist es nun auch nicht. Auch indirekte Steuern betreffen dich direkt, da sie den Preis für alle vorgelagerten Produkte erhöht haben, da sie in die Preiskalkulation eingeflossen sind. Der einzige Unterschied ist das indirekte Steuern nicht direkt von dir selbst durch das Finanzamt "eingetrieben" werden. Es bedeutet aber trotzdem das du als Endverbraucher sämtliche Steuern sowohl direkte wie auch indirekte bezahlst. Ob du das Vergnügen hast mit dem FiAmt selbst abzurechnen oder nicht unterscheidet die ganze Sache. Wirtschaftlicher Träger bist aber letztlich du direkt.

  • Nun diese Steuern (die indirekten) sind von mir in keiner Steuererklärung abzugeben. Jede direkte Steuer schon, natürlich bezahle ich die Steuern aber die direkten Steuern betreffen mit ganz unmittelbar mit "all meinem Einkommen". Bei der indirekten Steuer betrift es "NUR" die Summe um die es gerade geht. Das ist ein ziemlich großer Unterschied. Nehme ich heute über so und soviel ein, bezahlte ich direkte Steuern in Höhe von 45 % + Soli (wenn es denn Einkünfte aus Gewerbe ist auch noch die Gewerbesteuer). Bei einer indirekten Steuer wie der MwSt bezahle ich unbabhängig von meinem Einkommen 19% auf die Nettosumme des Einkaufs. Indirekte Steuern sind m.E. gerechtere Steuern einfach weil Sie keine "soziale" Komponente in sich tragen. Ich persönlich finde hier das Programm der PdV genial - eben weil es genial einfach ist. Solange wir noch einen Staat haben, ist es da fairste was es gibt (YMMV)

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


    It's not yours to give because it's not yours you give.


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    Douglas Adams