Direkte und indirekte Steuern

  • Naja, das stelle ich mir schwierig vor. Für eine größere Einrichtung muss ich als Gemeinde auch mal 2,5 Millionen Taler in die Hand nehmen, die ich grade nicht auf der Kante habe. Dann müsste ein privater Investor gefunden werden. Aber dem ist das Städtchen wohl eher total egal und er investiert lieber in einer schönere Lage.
    Viele Gemeinden würden dann kein Kulturzentrum bauen können, da Kredit nicht möglich und privater Investor nicht aufzutreiben. Was ein trauriges Bild.


    Wenn doch Kredit, dann müßte die Gemeinde auch von den Einwohnern (die demokratisch den Bau beschlossen haben), auch die Mittel für die Tilgung eintreiben.


    Und DA kommt der Haken: Das geht nicht mit der Mehrwehrtsteuer. Es sei denn auf Leistungen, die nur die Gemeinde selbst bietet, wie zum Beispiel den Grund und Boden (aha), dann ist es aber keine Verbrauchssteuer mehr, die beim Konsum zum Zuge käme.


    Andere Möglichkeit: Der Kredit muss aus dem Gewinn des Kulturzentrums abgetragen werden, wenn es denn gut läuft. Wenn nicht, hat die Gemeinde ein großes Problem.

  • Da der Staat Deutschland ja von der PdV nicht abgeschaft wird, außer ein Bundesland strebt Sezzesionsbestrebungen an, sollte man an wenigen indirekten Steuern festhalten. Diese sind, auch bei einem Minimalstaat, unumgänglich.
    Die wären nach meiner kaufmännischer Meinung:
    - USt. <- die Wichtigste!!!
    - Tabaksteuer, Alkoholsteuer (Nur Genussmittel), quasi alles was man als Gesundheitsschädlich oder zumindest nicht gesundheitsfördernd ansehen kann
    - Kraftstoffssteuer inkl. Kerosin, Kraftstoffe zum Heizen entfallen (z.B. Heizöl)
    - weitere???


    Anschaffungen mit verzinstem Fremdkapital zu finanzieren ist nach meiner Meinung falsch und eher schädlich. Da fängt nämlich die Schuldenspirale an zu laufen und für Zinsen erhält man keinen Gegenwert.
    Man muss ein zukünftiges libertäres Gesellschaftssystem in seiner Gesamtheit sehen inkl. des Synergie-Effektes.
    - durch wirklich freie Märkte
    - durch geringe Steuerbelastung
    - die freie Wahl eines wertstabilen Geldes (wahrschweinlich Gold- und Silbergedecktes)
    - die dadurch höhere Nachfrage nach Gütern und Dienstleistung (Nur Geld welches nachfragewirksam ist, ist für eine Volkswirtschaft von Interesse)
    kommen "automatisch/unbewusst" höhere Steuereinnahmen durch die oben genannten Steuern herein. Und diese werden, dank deutlich weniger Korruption, völlig ausreichen die bundesweiten Angelegenheiten zu finanzieren.


    Man darf den massiven Zugewinn an Kaufkraft in solch einem libertären System nicht vernachlässigen. Die Gemeindefinanzierung ist ein anderes Thema. Fakt ist für mich, in solch einem System werden keine größenwahnsinnigen Projekte befürwortet und Korruption ist fast nicht möglich. Hier gilt dann aber die Devise "Maß halten!" was Infrastrukturprojekte angeht. Die meisten Projekte heutzutage sind hoffnungslos überdimensioniert und können sich nicht selber tragen. Diese müssen momentan quasi "Gegenfinanziert" werden = Schulden.

  • Zitat


    Anschaffungen mit verzinstem Fremdkapital zu finanzieren ist nach meiner
    Meinung falsch und eher schädlich. Da fängt nämlich die Schuldenspirale
    an zu laufen und für Zinsen erhält man keinen Gegenwert.

    Tja, da gehen die Meinungen auseinander. Ich würde niemals mein eigenes Geld einsetzen, sondern immer Fremdkapital beschaffen. Vielleicht war ich zu lange Unternehmer. Es hat mir mehrmals den Betrieb gerettet, die eigenen Reserven noch liquide in der Hinterhand zu haben (dann bekommt man Kredite ganz leicht) und die Tilgung plus Zins kam aus dem Geschäftsbetrieb. Hätte ich das Eigenkapital eingesetzt und wäre dann in eine Zwangslage gekommen, wäre ein Kredit nicht mehr so leicht.


    Zitat

    Fakt ist für mich, in solch einem System werden keine größenwahnsinnigen
    Projekte befürwortet und Korruption ist fast nicht möglich. Hier gilt
    dann aber die Devise "Maß halten!"

    Hier haben wir ihn wieder, den Faktor Mensch = vernünftig.


    Ich will auch keinen Staat, keine Zwänge und Eigenverantwortung. Aber das kann ich nur von mir selbst behaupten und vielleicht von einer handvoll anderer Leute. Die Handvoll, die logisch rational entscheidet. Für die überbordende Anzahl der anderen kann ich das nicht sagen.


    Die Bewohner meiner Gemeinde und die der Nachbargemeinde hassen sich wie die Pest. Die würden ALLES tun, jedes noch so größenwahnsinnige Projekt befürworten, nur um den Nachbarn auszustechen. Die Motive sind irgendwie in der Historie verwurzelt (ich bin zugezogen) und völlig irrational. Aber es sind sehr starke Motive, die auch die Einführung eines libertären Systems überdauern werden. Die Menschen sind dann immer noch die selben.


    Auf keinen Fall würde ich eine politische Idee auf dem Grundsatz aufsetzen, dass Menschen rational, maßvoll und eigenverantwortlich sind. Vielleicht nach 2 Generationen, wenn bis dahin alles schmal durch die Tür gelaufen ist. Aber das werden wir nicht mehr erleben...


    Kleiner Schwank aus meinem Leben:


    Bis 2009 galt in Deutschland noch nicht die Pflicht zur Krankenversicherung (für Selbstständige in erster Linie). Ich lernte ein Ehepaar kennen, die es abgelehnt haben, ihr Kind (für 88 Euro) privat zu versichern (beide Eltern waren in der PKV), weil sie sich nunmal frei dazu entschieden haben. Nach zwei Jahren waren beide wieder bei mir vorstellig und baten um Hilfe. Die Kleine war an einem Tumor erkrankt. Natürlich war es jetzt mit der PKV vorbei, die gesetzliche KV hat abgewunken.
    Die Eltern haben getan was sie konnten und sich verschuldet. Eine Klinik in Hannover hätte operieren können, das ergab die Voruntersuchung, die damals 340 Euro gekostet hat und von mir angeregt wurde. Die PKV hätte die OP bedingungsgemäß getragen. Einen Basistarif gab es damals noch nicht. Die Eltern haben sich aber für die billigere Variante der Therapie entschieden, für die sich ohnehin schon verschulden mussten. Das Mädchen ist 4 Monate später gestorben.
    Es gibt Dinge, die kann ich nicht vergessen. Tränendrüse ? Der Preis der Freiheit ? Vielleicht, kann sein. Aber das alles trägt dazu bei, dass ich "den Menschen" diesen Vertrauensvorschuß unter keinen Umständen geben kann. Ich weiss es nur für mich selbst, dass ich so niemals handeln würde. Reicht das ?


    PS:
    Ich weiß... die PDV hat für Kinder eine Pflichtversicherung vorgesehen. Es ging in diesem Beispiel auch nur darum zu begründen, warum ich nicht an die Vernunft der Menschen glaube (unter anderem).

  • Es gibt Dinge, die kann ich nicht vergessen. Tränendrüse ? Der Preis der Freiheit ? Vielleicht, kann sein. Aber das alles trägt dazu bei, dass ich "den Menschen" diesen Vertrauensvorschuß unter keinen Umständen geben kann. Ich weiss es nur für mich selbst, dass ich so niemals handeln würde. Reicht das ?

    Bei diesem konkreten Beispiel ist m.E. das große Problem, dass es sich um ein Kind handelt, welches selbst nichts dafür konnte.
    Wäre selbiges einem Elternteil passiert, der sich nicht versichert hat, müsste ich (so hart das jetzt auch klingen mag) sagen: Selbst schuld.
    Das heißt natürlich nicht, dass man diesen Menschen nicht helfen sollte, aber dass sie an ihrer Situation selbst schuld sind und nicht per se Hilfe (staatlicherseits) erwarten können.
    Sie haben (so entnehme ich es zumindest deinem Schreiben) ihr Möglichstes versucht, das Unheil noch abzuwenden (Operation wohl zu teuer) und haben sich dafür auch verschuldet. Es fehlte also nicht am guten Willen, sondern an der Risikoeinschätzung (nicht unbedingt Weitsicht, denn es hätte auch gut laufen können). Das ist bedauerlich und ein starker Grund dafür ist m.E. dass uns die Eigenverantwortung und das Risikobewusstsein systematisch abtrainiert wird (Wohlfahrtstaat, der Staat prüft dies, der Staat schreibt jenes vor um für die Bürger zu sorgen, der Staat macht das schon oder soll das regeln, ...).
    Doch selbst wenn das nicht der Fall wäre könnte es noch immer Menschen geben, die so handeln. Ob sie damit nun recht oder unrecht haben, stellt sich erst im Nachhinein heraus (wäre ihrer Tochter nichts passiert, gäbe es hier auch kein Problem). Ein Paradies werden wir nicht schaffen können.


    Wäre dieser konkrete Fall in einem libertären System anders verlaufen?
    Es steht wohl außer Frage, dass die Menschen dort wesentlich wohlhabender wären und unser Gesundheitssystem nicht so dermaßen kaputt wäre. Auch private Versicherungen wären wesentlich billiger, weil ihnen ja nicht künstilch etliche Kunden "vorenthalten" werden.


    Hätten sie ihr Kind versichert, wenn sie wohlhabender und die PKV billiger gewesen wäre? Möglich (im PDV-system sogar sicher).
    Wäre die Operation bezahlbar gewesen, wenn das Gesundheitssystem nicht planwirtschaftlich "zerstört" wäre? Wahrscheinlich.
    Gäbe es für den Fall dass beides nicht zutrifft Hilfe? Sehr wahrscheinlich gäbe es wesentlich mehr Solidarität, wenn sie nicht erzwungen wird ("ich zahl' doch eh schon, warum sollte ich mich sonst noch engagieren?") und die Leute wohlhabender wären.


    Es gibt also keine Garantie, aber so ist das Leben. Aber weil Menschen fehlbar sind, ihnen vorschreiben was sie tun müssen? Wer schreibt denn vor? Auch Menschen die fehlbar sind und durch ihre Macht sogar noch mehr Leid verursachen können.

  • Und DA kommt der Haken: Das geht nicht mit der Mehrwehrtsteuer. Es sei denn auf Leistungen, die nur die Gemeinde selbst bietet, wie zum Beispiel den Grund und Boden (aha), dann ist es aber keine Verbrauchssteuer mehr, die beim Konsum zum Zuge käme.

    Die "MwSt" wäre auch die einzige bundesweite Steuer. Die Gemeinden würden für solche konkrete Zwecke entsprechend das Geld eintreiben. Da die Menschen dort das sowohl selbst entscheiden als auch finanzieren müssen, werden sie sich entsprechend Gedanken machen. Ein Finanzierungszwang für Bürger der Gemeinde, die nicht einverstanden mit dem Projekt sind, darf es allerdings nicht geben (und wenn die einzige Möglichkeit der Umzug ist).


    In dem von dir genannten Beispiel der beiden "verfeindeten" Gemeinden, können die sich ruhig versuchen gegenseitig zu übertrumpfen. Sie tragen dafür selbst jeweils die Verantwortung. Sie müssen keine Genies und hochrationale Menschen sein, um zu verstehen, dass manches sinnlos und teuer ist. Machen sie das trotzdem, sind sie an den Folgen auch selbst schuld.

  • Tja, da gehen die Meinungen auseinander. Ich würde niemals mein eigenes Geld einsetzen, sondern immer Fremdkapital beschaffen. Vielleicht war ich zu lange Unternehmer. Es hat mir mehrmals den Betrieb gerettet, die eigenen Reserven noch liquide in der Hinterhand zu haben (dann bekommt man Kredite ganz leicht) und die Tilgung plus Zins kam aus dem Geschäftsbetrieb. Hätte ich das Eigenkapital eingesetzt und wäre dann in eine Zwangslage gekommen, wäre ein Kredit nicht mehr so leicht.

    Ein Unternehmer der nicht auf Eigenkapital setzt?!?! Ich als kleiner selbstständiger Handwerksmeister muss mich da doch sehr wundern. Da ich ALLES in meinem kleinen Betrieb selber deichsle, auch die doppelte Buchführung (SKR04) und den Jahresabschluss, muss ich aus meiner 7 jährigen Erfahrung sagen: Klein bleiben, Schuldenfrei bleiben und am Leben bleiben (Als Unternehmen versteht sich^^).
    Kredite sehe ich nur als "Notlösung" (Überbrückungskredite, Großaufträge vorfinanzieren). Die Tilgung ist Erfolgsneutral und senkt nicht den Betriebsgewinn. Beispiel: 20.000 € Gewinn vor Steuern und 8.000 € Tilgung, bedeutet man hat NUR 12.000 € an Umlaufvermögen zugelegt (Bargeld, Kontoguthaben) und muss nun 20.000 € (abzgl. Freibetrag) versteuern. Für Zinsen gibt es gar keinen Gegenwert im Unternehmen, er ist lediglich die Gebühr für den Kredit. Da investiere ich lieber meine Überschüsse ins Anlagevermögen.^^ :D
    Bin jetzt auch keine Steuerspar-Fanatiker. Da haben sich einige auch schon furchtbar vergaloppiert mit "Steuersparmodellen".


    Zum Thema dumme Menschen: Die schlechten Ereignisse und Lebenserfahrungen bleiben im Gedächtnis. Aber mit wieviel Menschen hatte man es schon zu tun wo keine "Dummheiten" machten? Das ist die absolute Mehrheit. Verhält sich wie mit Lob und Tadel. Ein Kunde lobt einen ganz selten, da er die Erfüllung seines Auftrags mit hoher Qualität vorraussetzt. Oder bedankt ihr euch beim Koch wenn ihr ohne Magenverstimmung das Lokal verlasst?^^
    Aber die Nörgler und Berufsreklamierer bleiben einem im Gedächtnis und man kommt sehr schnell zu falschen Urteilen.
    Der Mensch ist für sich sehr intellligent, nur in der Masse geht diese Intelligenz den Bach herunter. Siehe S21. Daher bin ich auch gegen Mehrheitsentscheide.
    Man informiert sich, bildet sich und wägt ab bevor man etwas tut. Und dann kommen andere und rennen einer Parole hinterher, lassen ihre Meinung Fremdbilden, stimmen ab und man selbst sitzt mit im Boot. Das ist die Tyrannei der Masse.

  • Also ich war 15 Jahre lang selbstständig und ich kann Dir dazu fogendes sagen: Das Geld im eigenen Unternehmen zu parken (und für 6% kostenfrei p.a. kurzfristig anlegen) gleicht die Kreditzinsen aus. Und selbst wenn es nicht zinsbringend angelegt ist, ist der Gegenwert zum Kreditzins ein Gewinn an LIQUIDITÄT (im Übrigen der häufigste Grund, warum Unternehmen pleite gehen. Nicht weil sie nichts hätten, sondern weil die Liquidität verloren geht).
    Aber ok, wir müssen da ja nicht einer Meinung sein. Meine Meinung ist gewachsen aus der Erfahrung, mir zweimal eine blutige Nase geholt zu haben.


    Zitat

    Aber mit wieviel Menschen hatte man es schon zu tun wo keine "Dummheiten" machten?

    Dazu muss ich sagen, dass ich den Finanzen von 90% meiner Klienten gravierende Fehlplanungen gefunden habe und (fast) immer war Konsum der entscheidende Faktor. Konsum geht über Vernunft. Da kann man reden wie ein Buch, dass das Auto für 600.- Leasingrate im Monat unangemessen ist und der Urlaub in dieser Form eigentlich nicht drin ist. Es hilft nichts. Und mit Paaren, die ein BJE von 120K haben muß man dann ERNSTHAFT noch diskutieren, dass sie ihr Kind absichern.
    Also wie gesagt, meine Erfahrungen sind da anders.


    Viele private Haushalte sind gnadenlos überschuldet. Natürlich sind sie den Gauklern jeglicher Form ausgesetzt, Manipulation durch Politik, Medien, Werbung.. keine Frage. Aber ein wacher und intelligenter Mensch blickt da doch durch und lässt sich nicht so verarschen (sorry). Das würde ich von der überwältigenden Mehrheit der Menschen erwarten. Kommt mir vor wie Sience Fiction.


    Gut, wir fahren uns fest an diesem Punkt, denn ich kann nicht in zwei Tagen umschmeißen, was in 1,5 Jahrzehnten gewachsen ist. :pump:

  • Nochmal zurück zum Kraunkenhausbau und anderen Großprojekten einer Gemeinde:


    Ein Krankenhaus wie auch z.B. ein Opernhaus ist ein Objekt, dass dann natürlich nicht ausschließlich von den Bürgern EINER Gemeinde genutzt wird. Es kommen da unzählige Leute von anderen Gemeinden hin. Daher werden solche überregionalen Projekte normalerweise auch überregional finanziert werden. Diejenigen, die das über Steuern in einer Gemeinde erledigen, werden den Einwohnern da sicher einen Rabatt bei Nutzung des Gebäudes einräumen. Man zeigt kurz seinen Ausweis vor uns gut is. Andere, die sich nicht steuerfinanziert daran beteiligt haben, werden entsprechend mehr bezahlen. So könnte man das lösen.


    Und in einem System, bei dem jeder genug Geld (bzw Kaufkraft hat) wird niemand ausschließlich wegen 1-2% Mehrwertsteuerersparnis regelmäßig 5 oder 10KM weit in die Nachbargemeinde fahren um dort einzukaufen. Falls das aber wirklich nicht funktionieren sollte, spricht ja auch nichts gegen eine andere Steuer. Das wird aber die Erfahrung zeigen, wenns mal soweit kommen sollte.

  • Gehören Krankenhaus und medizinische Grundversorgung nicht zur inneren Sicherheit? Ich meine hier werden ja schliesslich Kapazitäten bereitsgestellt auch wenn diese nicht ausgelastet sind. Ein Notarzt muss ja schliesslich auch während seiner Bereitschaft bezahlt werden und die ganzen Technik (ja, die Krankenhelfer und Sanitöter auch^^).


    Gibt es Alternativen zum Großkrankenhaus wie wir es derzeit haben? Wichtig sind ja nur die medizinische Versorgung bei akuten Notfällen. Spezialbehandlungen können durchaus wirtschaftlich von privaten Unternehmen (selbst. prakt. Ärzten) erfolgen. Aber bei diesem Thema sind die Experten der jeweiligen Sparte durchaus gefragt und wissen da eher Bescheid. Zu guter letzt müsste man sich mal in der Welt umsehen wie es anderswo praktiziert wird. Ich hörte Japan wäre interessant, da gibt es pro 1000 Einwohner weniger Ärzte als bei uns und die Lebenserwartung ist höher. :D
    Ein Schelm der Böses dabei denkt.

  • Also Krankenhäuser wären bei mit mindestens Ländersache und stark miteinander vernetzt. Das macht einfach Sinn im Hinblick auf Kapazitäten und Informationen (bei Pandemien etc.)Für praktische Ärzte vor Ort sollte die Gemeinde eine Anschubfinanzierung gewährleisten können, oder wie gehabt die Banken. Im Bereich Gesundheit sehe ich eine starke, nationale und internationale Zusammenarbeit als absolut sinnvoll an. Hier muß man vielleicht ein paar Abstriche im Wettbewerb (billig und knapp an Personal ist hier evtl. gefährlich) machen können.

  • Wir haben keine Glaskugel. Alles ist möglich. Krankenhäuser sind aber sicher keine innere Sicherheit. Überlegt mal, was dieses Gesundheitssystem uns alle heute kostet. Sowas darf man dem Staat nicht anvertrauen. Zumindest nicht zentral. Und auch heute sind Krankenhäuser zu einem Großteil privat - und könnten sogar bei guter Qualität Gewinne einfahren, wenn dieses kaputte Gesundheitssystem nicht wäre.

  • Wir haben keine Glaskugel. Alles ist möglich. Krankenhäuser sind aber sicher keine innere Sicherheit. Überlegt mal, was dieses Gesundheitssystem uns alle heute kostet. Sowas darf man dem Staat nicht anvertrauen. Zumindest nicht zentral. Und auch heute sind Krankenhäuser zu einem Großteil privat - und könnten sogar bei guter Qualität Gewinne einfahren, wenn dieses kaputte Gesundheitssystem nicht wäre.

    Meinte auch eher die Notfallversorgung. Sprich du hast einen Herzinfarkt und musst dringend in ein "Gesundheitshaus". Werden da vorher Angebote für den Transport eingeholt oder Preise verglichen zwischen den verschienden Notfalldienstanbietern? Wohl eher nicht. Hier werden auch Kapazitäten bereitsgestellt wo nicht ausgelastet sind, da man "Notfälle" ja schlecht einplanen kann. Diese "Überkapazitäten" müssten daher irgendwie bezahlt oder ehrenamtlich erbracht werden. Letzteres halte ich für eher unwahrscheinlich.
    Daher sehe ich die Notfallmedizin durchaus als einen Teil der "inneren Sicherheit", sowie die Feuerwehren. Die stehen ja, zum Glück, meistens in ihren Feuerwehrhäusern und warten auf den Ernstfall.
    Natürlich könnten auch private Anbieter hier einspringen, dann müssten sie aber die Kosten für die Notfallausrüstung, Räumlichkeiten und medizinisches Personal auf die sonstigen Behandlungskosten umlegen. Quasi würde jeder ambulante Patient die Notfallkapazitäten erstmal gegenfinanzieren. Oder habe ich da einen Denkfehler? ?(

  • Das ist schon richtig Sockrattes. Ich denke, dass sowas tatsächlich allgemeinfinanziert werden könnte. Diese Überkapazitäten kosten ja fast nix im Vergleich zu den heutigen Kosten. Vielleicht irgendwas um die 0.1% der MwSt. Sowas ist sicher jeder gerne bereit zu bezahlen. Aber wie gesagt, wir wissen nicht, was sich was genau finanzieren kann oder wird. Fest steht, dass sowas gebraucht wird. Wenn sich keine Regelung am Markt selbst etablieren kann, wird die Notfallmedizin sicher vom Staat bereitgestellt werden.

  • Da der Staat Deutschland ja von der PdV nicht abgeschaft wird, außer ein Bundesland strebt Sezzesionsbestrebungen an,


    Welches Bundesland denn?


    Tabaksteuer, Alkoholsteuer (Nur Genussmittel), quasi alles was man als Gesundheitsschädlich oder zumindest nicht gesundheitsfördernd ansehen kann
    - Kraftstoffssteuer inkl. Kerosin,


    Damit kannste zu den Grünen, Linken oder sonstwem gehen, aber Bagatellsteuern haben im libertären System nichts zu suchen. Jeder entscheidet selber was er konsumiert ohne staatliche Beeinflussung.



    Ich kann euch vor einem staatlichen Gesundheitssystem nur warnen. Unser Jetziges ist katastrophal, auch wenn viele das nicht wissen, weil sie es selbst kaum in Anspruch nehmen müssen. Eine medizinische Behandlung sollte eine Dienstleistung sein wie ein Haarschnitt beim Friseur, und Krankenhäuser würden ihr Startkapital (wie bereits in Amerika) durch Investoren bekommen. Und wer eine Notfallversorgung in Anpruch nehmen muss ohne versichert zu sein, bekommt trotzdem eine Rechnung vom Krankenhaus ausgestellt, und nicht die anderen Patienten müssen das mitfinanzieren.


    Auch die Feuerwehr gehört in private Hand. Wer sie ruft, kriegt ´ne Rechnung, natürlich gibt es auch Versicherungen für solche Fälle. Oder wie beim ADAC kann man Mitglied bei einer Feuerwehr werden, und zahlt dann Beiträge. Ansonsten stelle ich die Frage: Warum nicht auch den ADAC verstaatlichen? Oder warum muss die Kommune für Spielplätze sorgen? Werden Freizeitparks auch von Steuern finanziert?


    Es wäre sogar denkbar, die Polizei durch private Sicherheitsdienstleister zu ersetzen, die sich ebenfalls wie oben beschrieben auf Rechnung oder nach dem ADAC-Modell finanzieren, das hätte jedoch auch einige Nachteile.

  • Da war einer wohl zu lange wach. :gamer:
    Zum Thema Bundesland: Schonmal was von Humor oder Sarkasmus gehört? :phat:
    Die PdV möchte den Bund der dt. Staaten nicht auflösen, daß können nur einzelne Staaten selber. Ich glaube Bayern hat da eine Partei wo für die Sezzesion eintritt.


    Zum Thema Steuern:
    Bundes-, Haupt-, Wasserstraßen, sowie Brücken und Tunnel MÜSSEN instandgehalten und irgendwie finanziert werden. Und daß möglichst sinnvoll. Außer du möchstes alle 100 Meter eine Mautstelle. Zu straßengebundenen Verkehr gibt es keine gleichartige Alternativen. Du kannst ja nicht 8 privatwirtschaftliche Straßen Nebeneinander bauen. Hier macht die Mineralölsteuer Sinn (Nach dem Verursacherprinzip, KFZ-Steuer fällt weg). Tabaksteuer, Alkoholsteuer wurden in den Gemeinden bleiben wo diese Güter verkauft wurden und nicht in die schmierigen Griffel eines Finanzminister (Minister braucht keine Mensch, genausowenig mit Ministerien) gelangen. Dort könnten sie dann zum Beispiel zur Finanzierung von Waisenhäuser oder anderen Projekten verwendet werden. WICHTIG: Alles geschieht über die Gemeinde und damit haben die mündigen Bürger eine größere Kontrolle über diese Einnahmen und Ausgaben als es heute der Fall ist. Zu guter letzt kann ja auch eine Gemeinde auf diese Steuern (außer die USt.) vollständig verzichten.


    Es kommt auch nie auf den Namen oder die Art von indirekten Steuern an, sondern auf deren Höhe. Würde ein Zuschlag von 20 Cent auf eine Schachtel Zigaretten wirklich den Rauchern vor den Kopf stoßen? Oder 20 Cent auf Alkohol? Ich denke nicht. Erst wenn diese Gelder verdummtölpelt/veruntreut/geklaut werden (siehe fettbacke Beck und sein besch... Vergnügungspark ala Nürburgring GmbH).


    Sozialisten können mit Geld einfach nicht umgehen. Am besten wäre es für alle, wenn diese Gestalten einfach ihre Hände in der Hosentasche lassen würden. Dann könnten sie keine Dummheiten anstellen. :lol:

  • In einer "idealen Österreichischen Welt" wären mindestens die Autobahnen im Privatbesitz und damit wäre eine Nutzungsgebühr fällig.


    Die restlichen Straßen könnten auch privat oder kommunal betrieben werden. Wenn das nicht geht und der Gesamtstaat dafür sorgen SOLL (!) dann steht einer kleinen Mehrwertsteuererhöhung für den Straßenbau sicher nichts im Weg. Denn jeder profitiert von den Straßen. Selbst der, der sie nicht selbst benutzt. Und hauptsächlich die LKWs machen die Straßen kaputt. Die sehe ich als "indirekte Straßenbenutzung" der Nicht-Autofahrer, denn sie bringen die Waren in die Läden.

    Aber wer garantiert, dass der Besitzer der Straßen keine Gebühren erhebt, die so hoch sind, dass sie nur wenige bezahlen können?

    ''Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst!''- Abraham Lincoln

  • Zum Thema Bundesland: Schonmal was von Humor oder Sarkasmus gehört?

    achsooooooo, ich dachte das ein bestimmter Landesverband der PDV die Sezession ihres Bundeslandes fordert. Zumindest war in Baden-Württemberg eine Vereinigung mit der Schweiz im Gespräch: Einheit


    Hier macht die Mineralölsteuer Sinn (Nach dem Verursacherprinzip

    Lies mal die Beiträge 3 und 4 dieses Threads.


    Würde ein Zuschlag von 20 Cent auf eine Schachtel Zigaretten wirklich den Rauchern vor den Kopf stoßen? Oder 20 Cent auf Alkohol?

    Nicht wenn es die MwSt. ist. Ich bin nur gegen Sondersteuern auf Produkte, die dem Gesetzgeber nicht gefallen. Genauso wie die von einigen Politikern geforderte Ampelkennzeichnung.

  • Ich bin Nichtraucher und trinke nur gaaaanz selten alkoholische Genussmittel.^^ Von daher fällt es mir leicht hier eine klitzekleine "Abgabe für die Gemeinde" auf das Zeug gutzuheissen. Bei uns bauen sie gerade einen neuen Radweg neben der Kocher (kleiner Fluss). Sowas liese sich prima über den Zigaretten- und Alkoholkonsum finanzieren. :D :beer:
    Mit sowas lockt man die Touris an. Und diese Steuern würden ja in der Gemeinde erhoben und verschleudert werden.
    Bei solchen Themen sind praktische Beispiele immer geschickt, um zu sehen wie sich diese oder jene Massnahme entwickelt.
    Grundsätzlich würde mir eine 10% USt. auch vollkommen reichen. Dachte nur daß trotz alledem die Infrastruktur irgendwie bezahlt werden muss, ohne alle 100 Meter auf eine Mautschranke oder eine elektronische Überwachung angewiesen zu sein.
    Aber es ist verdammt schwer in unserer sozialistischen Welt freiheitliche Beispiele hierfür zu finden.


    Nach den Vorträgen von Herr Janich könnte man es sich so verstellen daß USt. und Mineralölsteuer vollkommen genügen würde und der Rest liegt bei den Gemeinden. Diese wiederrum hätten als einzigste das Recht andere Steuern zu erheben. Der Bürger kann sich dem nur entziehen wenn er wegzieht oder halt an der Meinungsbildung in seiner Gemeinde beteiligt. Wobei es eher unwahrscheinlich ist, daß in einer freiheitlichen Welt (ohne staatl. Zwänge) solche kommunismusartigen Zustände etablieren werden.


    Zur Sezession:
    Baden-Württemberg mit der Schweiz verkuppeln... Kreisch!!!
    Aber wir könnten Bayern an Österreich abtreten.^^ Gleich und gleich gesellt sich immer gern zusammen! *Duck und weg* :lol: