Das Strafgesetz

  • Findet Ihr die Strafen, die für Straftaten in Deutschland verhängt werden, angemessen, zu niedrig oder zu hart?


    Welche Formen von Strafe sollten bevorzugt und gemieden werden?


    Und wie steht Ihr zur Todesstrafe?

  • Du bringst aber echt immer die harten Sachen. ;)


    Ich glaube nicht, dass wir bereits eine entwickelte Position in der Partei dazu haben. Ich spreche also mal nur für mich und hoffe, dass mein recht wenig tiefgehender Gedankengang dazu keine großen Fallen birgt.


    Die verhängten Strafen in D sind oft unverhältnismäßig in die eine oder andere Richtung. Wird eine Straftat nachweislich begangen und handelt es sich dabei "nur" um Sachschäden ohne Körperschaden, sollte weitestgehend Gleiches mit Gleichem vergolten werden. Klaut einer 100 Euro, muss der Dieb die 100 Euro zurückgeben und dem Geschädigtem nochmal 100 Euro bezahlen. Wird weiterhin beim Einbruch z.B. ein Fenster zuerstört, muss dies natürlich auch ersetzt werden. Kann der Dieb die Strafe nicht bezahlen, muss er diese Strafe abarbeiten, also in obigem Beispiel solange Arbeiten, bis die Schuld beglichen ist.


    Wie es genau bei Straftaten mit Körperverletzung aussieht, müsste man klären. Aber auch da sehe ich es primär so, dass durch den körperlichen Schaden ein materieller Schaden indirekt entsteht (z.B. weil der Beruf nicht mehr oder nicht mehr vollständig ausgeführt werden kann), der auf jeden Fall vom Schädigenden kompensiert werden muss. Das heißt z.B. im Extremfall, dass der Schädigende die Familie des Geschädigten versorgen muss, weil der Geschädigte dies nicht mehr kann. Wie das genau umzusetzen wäre... hm. Hinzu kommt der eigentliche körperliche und natürlich der seelische Schaden, der auch ausgeglichen werden sollte. Aber das hier ins Detail zu erörtern... dazu müsste man wohl eine ganze Menge Leute solange in einen Raum sperren, bis ein anständiges Konzept dabei rausgekomen ist.


    So würde ich mir zumindest gerne ein Strafgesetzbuch vorstellen.


    Todesstrafe steht aber definitiv nicht zur Debatte. Damit ist dem/den Geschädigten nicht wirklich geholfen und obiger Ansatz könnte z.B. der hinterbliebenen Familie eines Mordopfers eine lebenslange Kompensation zumindest aus materieller Sicht ermöglichen.


    Aber wie gesagt, sehr unausgegoren und nur meine ansatzweise Meinung.

  • z.B. habe ich bei SternTV mal einen Bericht gesehen, über einen Jugendlichen, der einen anderen verprügelt hat, und später an den Verletzungen gestorben ist. Urteil: 2 Jahre auf Bewährung.


    So oder so ähnlich hört man es ausschließlich, wenn in Deutschland "Recht" gesprochen wird.


    Ausgerechnet die Tatsache, dass man sich nicht vorstellen kann, das jemand so etwas tut, veranlasst die Menschen, milde Strafen zu fordern, weil die Täter ja auch Opfer seien.


    Bei einer Gerichtsverhandlung stürzen sich dann die Psychologen, Sozialarbeiter und sonst wer auf den Angeklagten, und durchleuchten seine Vergangenheit nach Ursachen. Das Ergebnis ihres Gutachtens steht dabei schon von vornherein fest. Natürlich finden sie "Ursachen", denn jeder hat auch schlechte Erlebnisse.


    Die Kommunisten sind besonders begeistert von solchen Thesen, und haben unsere Gesellschaften seit den 68ern damit vergiftet. Eigentlich sind sie gegen idielle Anschauungen. Was ist das also für ein Materialismus, der vom prinzipiellen Guten im Menschen ausgeht? Letztlich muss man das wohl auf deren determinierte Geschichtsauffassung zurückführen: Wenn der Lauf der Dinge sowieso unvermeidbar ist, wieso die Menschen für ihre Vergehen bestrafen? Die können ja dann nichts dazu.


    Der Liberalismus geht hingegen vom freien Willen des Menschen aus. Jeder hat die freie Entscheidung, gutes oder schlechtes zu tun, und muss die Konsequenzen dafür tragen. Somit darf auch bestraft werden.


    Ein oft vorgebrachtes Argument ist mangelnde Abschreckung. Dabei sind immerhin über 99% der Bevölkerung rechtschaffend. Wie viele Straftäter wären es ohne Sanktionen. Damit wäre auch das Argument beseitigt, man kann die Vergangenheit eh nicht zurückdrehen und solle deshalb auf Strafen verzichten.


    Gerne wird auch behauptet, Haftstrafen verschärfen das Problem nur. Kriminelle Jugendliche werden deswegen von einem Pädagogik-Futzi auf einen Bauernhof zum Tiere streicheln genommen, weil das gut fürs Gemüt sei. Klar, ich als Straftäter würde auch sagen, wie toll diese Idee ist, aber nicht weil ich Tiere so mag, sondern weil ich froh bin, statt 3 Jahren Knast nur 1 Stunde Bauernhof bekomme.


    Auch Liberale werden einwenden, wie verwerflich es doch ist, wenn der Staat seine Bürger einsperrt, und das sie doch für Freiheit wären. Aber ein Straftäter hat ja selbst die Freiheit anderer missachtet. Wenn es keine angemessenen Strafen gibt, macht das doch die Idee von der Freiheit als höchstem Gut zur Faas. Wer Freiheit liebt, muss Straftäter hassen. Man beweine die Opfer anstatt die Täter.

  • Ich denke dass die Todesstrafe (wie auch andere Strafen mit Körperlichen/schweren psychischen Folgen) abzulehnen ist, da auch für Straftäter "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." gelten sollte.


    Verbrechen gegen die körperliche Unversehrtheit wie Vergewaltigung, körperliche/psychische Gewalt bis hin zum Mord werden oft mit zu niedrigen Strafen belegt.


    Drogenbesitz und Konsum sollten nicht bestraft werden da man damit nun wirklich niemandem schadet. Anders sieht es natürlich bei Kontrollverlust und davon ausgehende Straftaten aus. Hier gilt: Jeder haftet für sich selbst.


    Selbstverständlich stellt das hier nur meine persönliche Meinung dar. Grüße :)

  • In einem Minmalstaat, der in seiner Kernaufgabe die Freiheit und das Eigentum seiner Bürger schützen soll, sollten Polizei und Justiz auch dazu in der Lage sein, ihre Aufgaben erfüllen zu können.
    Ich würde härtere Strafen bei Gewaltverbrechen (Raub, Körperverletzung, Vergewaltigung etc.), insbesondere bei jugenlichen Straftätern, bewfürworten. Im Gegenzug würden andere Straftaten wegfallen ("Verbrechen ohne Opfer", z.B. Drogenbesitz)
    Insbesondere wenn man sieht, wie die 68er, die unsere Justiz verseucht haben, mit jugendlichen Straftätern umgehen, halte ich dies für einen guten Ansatz, den man weiter ausarbeiten könnte.

  • Wäre es denn nicht erwägenswert, das man die Kommunen selbst über das Strafausmaß zu den jeweiligen Delikten entscheiden lässt? Dies lässt ebenso wie in Punkto individuelle Lebensweisen und Gesetze je Stadt Freiraum um neues auszuproberen um zu entdecken, was besser was schlechter funktioniert. Generell sind dann die Bürger über ein Urteil vor Ort auch zufriedener, mit dem Wissen, das Ausmaß eines solchen direkt mitbestimmt zu haben.

  • Wäre es denn nicht erwägenswert, das man die Kommunen selbst über das Strafausmaß zu den jeweiligen Delikten entscheiden lässt? Dies lässt ebenso wie in Punkto individuelle Lebensweisen und Gesetze je Stadt Freiraum um neues auszuproberen um zu entdecken, was besser was schlechter funktioniert. Generell sind dann die Bürger über ein Urteil vor Ort auch zufriedener, mit dem Wissen, das Ausmaß eines solchen direkt mitbestimmt zu haben.

    Das wuerde Sinn machen solange sich die Gesetze auch mit der Verfassung vereinbaren lassen.