Bitcoin als alternative Währung

  • Man kann nicht Bitcoins klauen,
    wenn tausende Kopien das verhindern.

    Wenn irgendjemand dein Passwort klaut und Zugriff auf deinen PC hat oder so dann schon. Dann gibt er sich ja als du aus. Das ist als würdest du deine EC-Karte samt PIN verlieren. Das sollte man natürlich vermeiden.
    Aber ich meine sich einfach irgendwie ins Netzwerk hacken und sich mal eben selbst ein paar Millionen Bitcoin zuweisen ist wohl nicht möglich.

    Und jede Transaktion muss demokratisch in tausende "Grundbücher"


    geschrieben werden, damit sie wirklich allgemein akzeptiert wird?

    So ungefähr. Die Korrektheit jeder Überweisung wird vom Netzwerk bestätigt. Nach ein paar Minuten hast du eine Bestätigung von jemandem dass alles mit Rechten Dingen zu geht. Dann zwei, drei, vier usw.

  • So gesehen reduziert die Existenz von Speisepilzen den Wert von Kochbananen da es die Auswahl an möglichen Speisen die man verzehren könnte erhöht. Das ist eben Konkurrenz und Konkurrenz ist immer etwas gutes.

    Im Prinzip ja. Wobei der Effekt bei diesem Beispiel wohl nicht nachzuvollziehen wäre.
    Aber würde z.B. Brot und Semmeln(Brötchen) wegfallen, hätten wahrscheinlich Brenzen einen höheren Zulauf.


    Nur kann man meines Erachtens lebensmittel wieder bestimmten "Zwecken" zuordnen. Und sei es nur, dass ich Lust auf eine Pizza habe, statt auf Nudeln.
    Bei Bitcoins sehe ich das so nicht, denn ich will sie nur, um sie gegen etwas zu tauschen. Da ist prinzipiell jede Cryptowährung die funktioniert objektiv gleichwertig. Die Beliebtheit (aus nicht objektiven Gründen) kann eine zur bevorzugten machen, ok aber das ist ein sehr sandiges Fundament...

  • Ich misch mich hier mal ein. Vielleicht können diese kurzen Videos manche Fragen beantworten.

    Diese Videos hatte ich auch schon gesehen und mir sind ein paar Punkte aufgefallen:
    Er nennt es "freies Marktgeld" => Wie schon gesagt, ist es das nicht.
    Man kann Transaktionen nicht verhindern => Wenn mans hart drauf anlegt, könnte man über die Internetprovider sicher einiges lahm legen.
    Inflation ist nur im vorgegebenen Rahmen möglich => wie gerade in diskussion, denke ich das nicht.


    Außerdem erklärt zwar etwas wie Bitcoin funktioniert, aber nicht warum diese überhaupt einen Wert haben sollen, abgesehen von dem Hype, der eine Nachfrage schafft, die m.E. objektiv nicht gerechtfertigt ist.

  • Außerdem erklärt zwar etwas wie Bitcoin funktioniert, aber nicht warum diese überhaupt einen Wert haben sollen, abgesehen von dem Hype, der eine Nachfrage schafft, die m.E. objektiv nicht gerechtfertigt ist.

    Rahim Taghizadegan nannte den Bitcoin in einem Vortrag "Protogeld" weil er seinen Wert ursprünglich nur durch Spekulation erhalten hat, dass er eines Tages "echtes" Geld werden könnte.
    Also irgendjemand sah die Ressource Bitcoin als sie noch völlig wertlos war, dachte sie könnte aufgrund ihrer Eigenschaften eines Tages ein weit verbreitetes Geld werden, und war bereit dem Besitzer irgendeinen wohl eher willkürlichen Preis dafür zu zahlen. Der Verkäufer wird aber mindestens einen Preis verlangt haben der seine Energiekosten deckt. Durch diesen "Schöpfungsakt" bekam der Bitcoin dann tatsächlich einen Marktwert durch Angebot und Nachfrage. Sollte der Bitcoin einmal die Protogeldphase verlassen, würde die Investition aufgehen, ansonsten würde die Blase platzen. No risk, no fun! :pardon:


  • Wenn das stimmt, also meine Bitcoins auf einem einzelnen Server herumliegen,
    und sie also wirklich geklaut werden können, dann holt einen das wohl auf den Boden der Tatsachen zurück.


    Das passiert nur, wenn Du die Coins dort selber deponiert hast, weil Du sie z.B. für € zum Verkauf anbieten wolltest. solange Du die Coins in Deinem eigenen Wallet (nicht "account", kein Konto sondern eine Geldbörse) hast, kommt niemand dran, der nicht gerade Zugriff auf Deinen Rechner hat. Du kannst auch jederzeit eine neue Bitcoin-Adresse erzeugen, alle Coins auf diese Adresse transferieren, und den Key zu dieser Adresse auf Papier ausdrucken - dann kommt ohne den Zettel mit dem Key niemand jemals wieder an die Coins dran.


    Wer mehr Coins als für eine aktuelle Transaktion nötig sind, bei einem externen Dienstleiter herumliegen läßt, ist selber schuld. Der Sinn von Bitcoin ist ja gerade der, daß man nicht mehr auf externe Dienstleister angewiesen ist.



    Zunächst: ja, für die reine Durchführung der Transaktion reicht das. Aber wie Du richtig erkannt hast, muß sie auch noch bestätigt werden, d.h., bevor der Geldempfänger das empfangene Geld selbst wieder ausgibt, muß er eine Verbindung zum Netzwerk herstellen. Sein Client kontaktiert eine Handvoll beliebiger andere Bitcoin-Clients, die auch gerade online sind, und gleicht die Blockchain ab, um sicherzugehen, daß die Coins, die er gerade bekommen hat, überhaupt noch auf der Adresse gespeichert waren, von der er sie bekommen hat, und nicht schon woanders ausgegeben wurden. Danach wird die Transaktion als "unbestätigt" im Netzwerk verbreitet, bis irgendein Miner sie in die Blockchain einarbeitet. => dafür werden die Miner gebraucht. Wenn man eine Transaktion möglichst schnell bestätigt haben möchte, ist es sinnvoll, dem Miner ein Trinkgeld zu geben, d.h., in die Transaktion reinzuschreiben "1 Bitcoin auf Wallet A nehmen und 0,99 Bitcoin in Wallet B ablegen".


    Also, für die Transaktion selbst reicht eine Direktverbindung, für die Bestätigung braucht man eine Verbindung zum Internet - irgendwo im Internet sind immer irgendwelche Miner online, die aus billigem norwegischem, isländischen oder französischem Strom wertvolle Bitcoins erzeugen wollen und dabei unbestätigte Transaktionen bestätigen und in die Blockchain einpflegen. Clients und Miner finden einander ohne zentrale Instanz, es gibt keine "Server" sondern nur ein peer-to-peer Netzwerk. Du kannst auf Deinem Rechner zuhause einen Mining-Client aufsetzen, die Chance, damit Coins zu schürfen, hängt aber von der Ganzzahl-Rechenleistung ab, und es gibt inzwischen Maschinen, die darauf spezialisiert sind, die Blocks wesentlich schneller aufzulösen als es dein PC tun würde...

  • Zitat

    Erzähl mir mehr über das solide Wertaufbewahrungsmittel das im April noch innerhalb von wenigen Stunden 60% seines Wertes und mit dem darauffolgenden Tag 77% verloren hat. Im Juni 2011 war es sogar bei einem Cent pro Bitcoin.


    Nenn mir doch bitte einen Monat, in dem Bitcoin in irgendeiner anderen Währung weniger wert war als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Klar gibt es tägliche Hochs und Tiefs, aber über ein beliebiges Jahr gerechnet ging es immer nach oben - bei Gold & Silber braucht es längere Zeiträume, bis Singuläre Ereignisse wieder ausgeglichen sind. Dein Silberschmuck wird irgendwann mehr wert sein als der Kaufpreis, einfach weil der € (und auch der $) an Wert verliert. Hättest Du zum gleichen Zeitraum einen kleinen Teil des Geldes in BTC gesteckt, hätte Dir das April-Gezappel egal sein können - der Tiefpunkt dieses Jahres lag über dem höchsten Kurs von 2011.

  • Also irgendjemand sah die Ressource Bitcoin als sie noch völlig wertlos war, dachte sie könnte aufgrund ihrer Eigenschaften eines Tages ein weit verbreitetes Geld werden, und war bereit dem Besitzer irgendeinen wohl eher willkürlichen Preis dafür zu zahlen. Der Verkäufer wird aber mindestens einen Preis verlangt haben der seine Energiekosten deckt. Durch diesen "Schöpfungsakt" bekam der Bitcoin dann tatsächlich einen Marktwert durch Angebot und Nachfrage. Sollte der Bitcoin einmal die Protogeldphase verlassen, würde die Investition aufgehen, ansonsten würde die Blase platzen. No risk, no fun!

    Da sind wir einer Meinung. Als Spekulationsobjekt kann ich den natürlich schon verwenden und wohl auch erfolgreich, zur Zeit.
    Aber es ist eine Spekulation auf rein Virtuelles. Ich denke am Anfang dieser Blase hat es den Wert 0 und wird auch zu genau diesem zurückkehren, nach der Blase.
    Ähnlich wie bei den Tulpenzwiebeln, auf die Freigeist schon mind. 2 mal angespielt hat, nur dass die Tulpenzwiebeln zumindest ihren inherenten Wert behalten haben.

  • Zitat



    Die PDV sollte übrigens meiner Meinung nach Bitcoins als Spenden akzeptieren und die Verwendung von Bitcoins aktiv bewerben. Bei einer libertären Partei die freies Marktgeld predigt wirkt das irgendwie komisch wenn sie dann selbst keine anarchistischen Alternativwährungen annimmt.


    Dann kann ich nicht sehen warum nicht auch Spenden in Form von Gold angenommen werden sollten.

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


    It's not yours to give because it's not yours you give.


    "Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
    Douglas Adams

  • Dann kann ich nicht sehen warum nicht auch Spenden in Form von Gold angenommen werden sollten.

    Inzwischen nehmen sie Bitcoin an. :thumbup:
    Und Gold? Nunja, warum nicht? Käme jemand an und würde der PDV eine Unze geben wollen, dann wäre es dumm sie nicht anzunehmen.

  • Thorsten Polleit über den Bitcoin und warum der Bitcoin durchaus mit dem Regressionstheorem vereinbar ist: http://www.misesde.org/?p=6634

    Nunja, was da beschrieben wird, ist m.E. völlig logisch. Das macht den Bitcoin aber weder schlechter noch besser.
    Das ist im Prinzip nur eine Beschreibung, warum der Bitcoin überhaupt einen Wert besitzt und dass er ohne bereits existierende Währungen garnicht erst entstanden wäre, da er keinen anderen Nutzen als "Tauschmittel" hat.
    So ist es und genau deshalb kann (und wird meiner Meinung nach) sein Wert wieder auf Null sinken. Spätestens, wenn ein Währungswettbewerb da ist.

  • Spätestens, wenn ein Währungswettbewerb da ist.


    Der Bitcoin soll ja helfen den Währungswettbewerb zu erzwingen. Danach kann er meinetwegen wieder in die ewigen Jagdgründe verschwinden.^^
    Ich glaube aber nicht dass er ganz verschwinden wird. Er wird wohl als dem Gold untergeordnete Komplementärwährung weiter bestehen. Warum sollten auch alle Menschen der Welt vollständig dass Interesse am Bitcoin verlieren? Man muss berücksichtigen dass es in einem freien Markt selbst "irrationale" Komplementärwährungen geben würde. Z.B. Schwundgeld. Von daher glaube ich nicht dass ein vergleichsweise gutes Geld wie Bitcoin ganz verschwinden würde.

  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.…coin-betrueger/
    Die ersten Bitcoin-Betrüger scheinen sich schon erfolgreich auf fremden Rechnern bedient zu haben. Es scheint also relativ gut möglich zu sein die Währung zu manipulieren - allerdings auch die Betrüger zu finden, oder es ist doch nur die Spitze vom Eisberg.

    Nun ich habe mir noch nicht selbst ein Bild davon gemacht, ob Bitcoin tatsächlich unfälschbar ist... Jedoch denke ich, dass es wahrscheinlich wäre, in diesem Fall schon davon gehört zu haben (natürlich nicht zwangsläuftig, klar).
    Was die verlinkte Seite angeht... da habe ich schon so dermaßen viel offensichtlichen Quatsch gelesen, dass ich erstmal nichts glaube was da steht ;)

  • So wie ich das verstehe wurden ja keine Bitcoins gefälscht sondern anscheinend nur per Trojaner über fremde Rechner hergestellt. Das ist nicht so als würde man Geld fälschen, das ist so als würde man in eine fremde Goldmine einbrechen um dort illegal Gold zu schürfen. Schlecht für den Goldminenbetreiber, aber an der Echtheit des Goldes ändert das nichts.


    Zitat

    Was die verlinkte Seite angeht... da habe ich schon so dermaßen viel
    offensichtlichen Quatsch gelesen, dass ich erstmal nichts glaube was da
    steht ;)

    Darüber hinaus sollte man bei Schreckensnachrichten zum Thema Bitcoin immer skeptisch sein. Es dürfte klar sein dass in Zukunft noch viel, viel Propaganda dagegen gemacht wird und auch schon gemacht wurde.