''Der kleine Mann zahlt die Zeche!''- Stimmt das denn wirklich?

  • Diese Aussagen hört man gerne all überall.


    Ich würde gerne eine Diskussion darüber anstoßen. Meines Erachtens fällt diese These sehr schnell, da anhand der Steuern und Abgaben während sowie vor und nach Krise keine Mehrbelastungen festzustellen sind.


    Ist die Phrase letztlich ein Instrument der Propaganda, v.a. in dieser kapitalismusfeindlichen Zeit, oder doch zutreffend? Welche Schichten sind davon exakt betroffen und wie ist das volkswirtschaftlich und fiskalisch zu rechtfertigen?

    ''Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst!''- Abraham Lincoln

  • Wiebittewas? Meinst du das echt ernst? :huh:


    Inflation, Lastenausgleich, Währungsreform... um nur die drei heftigsten Sachen zu nennen, die uns blühen.

  • Ich würde das gar nicht konkret auf die Wirtschaftskrise anwenden.
    Generell zahlen in einem System, in dem eine hohe Staatsquote herrscht, diejenigen Leute die Zeche, die am weitesten vom Staatstrog entfernt sind. Also zunächst einmal Arbeitende in der freien Wirtschaft, welche Steuern (nicht nur Einkommensteuer, auch Energiesteuern etc.) zahlen. Im Vergleich zu einem System mit geringer Staatsquote scheinen mir im jetzigen System vor allen jene schlecht wegzukommen, welche im staatsfernen Dienstleistungssektor arbeiten, Einkommensteuer zahlen, ein Auto fahren und nicht studiert haben. Also Teile des (unteren) Mittelstandes. Pauschalisieren ist natürlich sehr schwer, denn in einer Welt, in der die Staatskrake überall ihre Tentakel hat, kann man manchmal schwer durchblicken, wer unterm Strich Profiteuer oder Zahler ist. Klar ist aber, dass der wirklich kleine Mann, der arbeitslos ist, in unserem System insofern Profiteur ist als dass er für keine Arbeit Geld bekommt. Dafür hätte er aber in einem freien Markt besseren Zugang zur Arbeit.

  • Ich glaube, dass nicht jeder mit dieser Aussage das gleiche meint.


    Nach Kosten betrachtet:
    Für eine Firma sind Steuern (egal welche), die sie zahlen müssen Kosten.
    Diese werden und müssen sie in ihre Produkte/Dienstleistungen einpreisen.
    Der "Verbraucher" dieser Produkte zahlt hier im Endeffekt die Steuern mit höheren Preisen.
    Andere Steuern zahlt der "Verbraucher" als Bürger natürlich auch noch.
    Die höheren Preise haben auch die reichen "Großen", denen macht das aber nicht so viel. Angeblich können die sich auch relativ gut vor Steuern schützen. Ob das aber auf die Privatleute zutrifft weiß ich nicht. Bei Firmen ist das so.


    Staatsverschuldung:
    Hier ist es einfach... der Bürger bürgt für die Schulden des Staates.
    Das fällt uns noch nicht so auf, weil wir die Schulden immer weiter fortschreiben. Es belastet zukünft erst die Bürger.


    Geldmengeninflation:
    Wenn neues Geld "gedruckt" wird, verwässert das den Wert je Einheit in den Bereichen, in die es fließt (daher merken wir auch das nicht überall gleichmäßig).
    Bis der verwässerte Wert des Geldes "erkannt" wird, kann noch mit dem alten, unverwässerten Wert kaufen, welcher sich nur langsam verringert.
    Wer das neue Geld also erst spät bekommt, muss schon mit verwässertem Wert leben.
    Und der "kleine" Arbeitnehmer steht hier unten an der Kette: Zentralbank=>Bank=>Unternehmen=>Unternehmen=>Unternehmen=>Arbeitnehmer (wobei natürlich auch die vorherigen Unternehmen bereits Arbeitnehmer haben, die noch mit höherem Geldwert bezahlt werden können).
    Gewerkschaft handeln Lohnerhöhungen auch immer erst aus, wenn der Wertverfall bereits eingesetzt hat.


    Subventionen:
    Hier hat sich irgendwer ausgedacht, dass man irgendwas unterschtützen muss.
    Die Unterstützung stammt von Steuern und wird somit vom "kleinen" (aber auch "großen") Bürger bezahlt.
    Die Firmen, die sie bekommen freuen sich (das ist also auch ein Transfer von "klein" zu "groß" in gewissem Sinne).