• Zitat

    Aber soviel ich weis haben die Schweizer eine teilweise sehr schlechte
    Meinung von Deutschen. Ein Freund von mir arbeitet als Techniker in der
    Schweiz und meinte, viele Schweizer wollen nicht daß ihre Töchter einen
    deutschen Freund haben.

    Solche Sachen habe ich auch schon gehört. Im Fernsehen lief mal was darüber. Das liegt daran dass in den letzten Jahren sehr viele Deutsche in die Schweiz ausgewandert sind um dort zu arbeiten. Aus Sicht der Schweizer sind die Deutschen sowas wie DDR-Flüchtlinge. Aber nicht solche die vereinzelt über eine Mauer geklettert kommen und dann warm empfangen werden, sondern solche die in Massen ins Land strömen, sich überall breit machen, überall ganz selbstverständlich hochdeutsch reden (was für Schweizer eine Fremdsprache wie holländisch ist!) und, so sehen es zumindest die Schweizer, "die Arbeitsplätze wegnehmen". Es ist sogar so dass die Schweizer weniger Probleme mit Einwanderern aus muslimischen Ländern haben als mit Deutschen. Bei Arabern und Türken gehen Schweizer davon aus dass die sowieso nur die unqualifizierten Jobs erledigen, aber vor den topausgebildeten Deutschen fürchtet man sich...
    Und Politiker die dem letzten freiheitlichen Rechtsstaat Europas die Kavallerie schicken wollen, runden das schlechte Bild von den Deutschen vollständig ab...
    Sorry falls das offtopic war... :S

  • wobei die meisten hier anscheinend nicht viel von der Aufklärung halten, obwohl aus ihr die geistigen Wurzeln der PDV und des Liberalismus stammen.


    Solch eine Aussage stelle ich als nicht notwendige Provokation mal in die "Bitte nicht weiter ausführen Ecke". Ich würde dich wirklich bitten weniger plakativ zu schreiben und bei Argumenten und Tatsachen zu bleiben.
    Unterstellungen können zwar Salz in der Suppe sein, aber sie sollten nicht in Beleidigungen ausarten. Ich hoffe wir verstehen uns.


    Anbei ein Link über die Entwicklung der italienischen Sprache (ab Seite Hundert sind wir bei unserem Thema - http://www.gamefront.com/files…italienischen_sprache.rar). Es treffen sich die Inhalte die im Video über die italienische Kunstsprache gemacht wurden vollständig wieder. Folglich ist es auch auszuschliessen, dass sich der italienische Nationalstaat durch eine vorhandene sprachliche Homogenität geeint hat. Vielmehr spielten ein politisch motivierter Nationalismus die Triebfeder für ein simples austauschen von Herrschaft und Herrschenden.

  • Im Übrigen mache ich keinen Hehl daraus, dass sich die deutsche Hochsprache erst im Laufe der Zeit als Konsens relativ verschiedener Dialekte entwickelt hat, und das wird im Italienischen ähnlich gewesen sein.

    In der Sprachentwicklung gibt es keinen Konsens. Sprache ist ein ledendiges Medium zwischen Individuen und unterliegt durch seine Verwendung einer permanten Umformung und Anpassung.




    Schlimmer ist wohl was z.B. Frankreich, England und Spanien gemacht haben, durch Eroberung und Volkspädagogik ihre Sprache/Kultur auszuweiten, was ja teilweise heute noch sichtbar ist (Basken, Katalonier, Korsen, Bretonen, Elsässer, Waliser, Schotten, Nordiren). In Deutschland und Italien hingegen hat nicht der Staat das Volk geschaffen sondern umgekehrt. Und dass sich die Dialekte mit Entwicklung der Medien, Kommunikation etc. angleichen, ist völlig normal.


    Das haben wohl alle Nationalstaaten innerhalb ihrer Territorien gemacht. So in Deutschland (Friesen, Preußen/Pruzzen, Kaschuben, Wasserpolen, Schlesier, Sorben etc), in Italien (bei den Slawen Albanern und Griechen auf der Halbinsel) und auch In Polen ( bei Deutschen, Juden, Litauern, Ruthenen und Ukrainern).

  • Letztlich ist der Unterschied zwischen Sprache und Dialekt sehr subjektiv. Hier mal ein Auszug aus Wikipedia, der zeigt, dass die Vereinigung Italiens nur ein Teil der Sprachvereinheitlichung war.

    Zitat
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    1. Wikipedia - Italienische Sprache > 2 Geschichte


    Die ersten schriftlichen Zeugnisse des italienischen volgare stammen aus dem späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert… Die Verbreitung des volgare wurde durch praktische Notwendigkeiten begünstigt. Dokumente, die Rechtsangelegenheiten zwischen Personen betrafen, die kein Latein beherrschten, mussten verständlich abgefasst werden. So ist eins der ältesten Sprachdokumente des Italienischen das Placito cassinese aus dem 10. Jahrhundert… Das Konzil von Tours empfahl 813, die Volkssprache statt des Lateinischen bei der Predigt zu verwenden. Ein weiterer Faktor war das Aufkommen der Städte um die Jahrtausendwende, denn die Stadtverwaltungen mussten ihre Beschlüsse in einer für alle Bürger verständlichen Form abfassen. Jahrhundertelang lebten sowohl die italienischen Volkssprachen als auch das Lateinische, das weiterhin von den Gebildeten benutzt wurde, nebeneinander fort. Erst im 13. Jahrhundert beginnt eine eigenständige italienische Literatur, zunächst in Sizilien am Hof Friedrichs II. (Scuola siciliana). Schriftsteller prägten die weitere Entwicklung des Italienischen entscheidend, da sie erst einen überregionalen Standard schufen, um die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekten zu überwinden. Dante Alighieri, der eine leicht veränderte Form des florentinischen Dialekts in seinen Werken verwendete, war hier besonders einflussreich. Großen Einfluss auf die italienische Sprache im 14. Jahrhundert hatten auch Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio, die man zusammen mit Dante als die tre corone (drei Kronen) der italienischen Literatur bezeichnet.Im 16. Jahrhundert wurde in der Questione della lingua über Form und Status der italienischen Sprache diskutiert, maßgeblichen Einfluss hatten hier Niccolò Machiavelli, Baldassare Castiglione und Pietro Bembo. Es setzte sich schließlich eine historisierende Form der Sprache durch, die auf das Toskanische des 13./14. Jahrhunderts zurückgeht.
    Die wirkliche Vereinheitlichung, besonders der gesprochenen Sprache, erfolgte allerdings erst infolge der nationalen Einigung. Als italienische Einheitssprache setzte sich im 19. Jahrhundert im vereinigten Italien der florentinische Dialekt durch. Zu verdanken ist dies unter anderem der zweiten Fassung des Romans I Promessi Sposi von Alessandro Manzoni


    Zitat
    Code
    1. Wikipedia - Italien > 3 Geschichte > 3.4 Neuzeit


    Die anschließende Nationalbewegung im 19. Jahrhundert ging als Risorgimento in die Geschichte ein. Unter Führung der Dynastie der Savoyer, Könige von Sardinien-Piemont, angetrieben durch die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, gelang in drei Unabhängigkeitskriegen die Vereinigung Italiens. Am 17. März 1861 wurde Viktor Emanuel II. in Turin zum König Italiens ausgerufen. 1865 wechselte die Hauptstadt nach Florenz. 1866 kamen mit dem dritten Unabhängigkeitskrieg auch das österreichische Venetien sowie das Friaul zum Königreich Italien. Rom wurde dann 1870 erobert und ein Jahr später zur Hauptstadt des Landes erkoren.

    Aus diesem Auszug kann man durchaus schließen, dass es den beteiligten Monarchien auch um räumliche Machtausdehnung ging. Aber die Worte „Nationalbewegung“ und „Freiwilligenverbände“ zeigen die andere Seite. Hab auch mal in meinem Lexikon nachgeschlagen:

    Zitat
    Code
    1. Dorling Kindersley, Das große Jugendlexikon > Italien, Geschichte


    „1860 wurde Giuseppe Garibaldi ein italienischer Held.“


    „Camillo Graf Cavour, Ministerpräsident des Stadtstaats Piemont, träumte als großer Staatsmann von einem vereinten Italien."