Das Geld-System und Zinsen

  • Also das mit den Zinsen nicht, soweit ich weis.


    Zinsen sind ja mehr oder weniger der Preis dafür, dass jemand einem anderen das Geld verleiht. Zinsen sind an sich ja auch nicht was schlimmes.... Gäbe es keine Zinsen mehr, würde sich Geldverleih auch nicht mehr lohnen.
    Die Einschränkung ist halt, dass der Staat keine Kredite mehr aufnehmen darf und ihm das Geldmonopol genommen wird, damit dann eben verschiedene Währungen konkurieren können. Die beste setzt sich dann durch.
    Aber ich muss mich da selbst erst noch genauer reinfinden.


    Hier ist einfach mal kurz ein Video, dass einiges erklärt zu diesem Thema.


    Wie gesagt, ich selber bin da auch noch nicht allzu groß bewandert, hoffe jedoch, dass ich dennoch helfen konnte.

  • Dazu gab es schon was in einem anderen thread.
    Thomas Zink hatte das hier geschrieben:

    Zitat

    Zins und Zinseszins für sich alleine sind kein Problem. Das berühmte
    Zinsproblem haben wir m.E. nur im Schuldgeldsystem mit FIAT-Money
    verstärkt durch das Teilreservesystem.


    In einer libertären Welt wären Zinserträge moralisch verdientes Geld.
    Nämlich die Vergütung für ein Investitionsrisiko (das heute nicht mehr
    gegeben ist).

    Und ich habe noch das hier hinzugefügt:

    Zitat

    Ich will dazu noch sagen, dass man sich Zinsen einfach nur vorstellen
    sollte wie den Preis eines Geldverleihers für die "Dienstleistung Geld
    verleihen". Ganz genau so wie der Preis einer Autovermietung für die
    "Dienstleistung Auto verleihen".


    Zumindest in der libertären Welt, besteht da überhaupt kein Unterschied.

  • Hallo Juliane,

    Aber eigentlich dürfte es in dem neuen Geldsystem, dann auch keine Zinsen mehr geben.

    dazu gab es jetzt schon einige Antworten, denen ich mich anschließen möchte.


    Im eigentlichen Sinne gäbe kein System. Jedem stünde frei, zu handeln mit was er will. Geld ist dabei nur eine unter vielen Waren, die sich gut als Zwischenmedium eignet (Es ist haltbar, teilbar, wertstabil).
    Darum könnte man hier Zinsen auch garnicht verbieten (abgesehen davon, dass das wirtschaftlich sehr schlecht wäre).
    Selbst das heutige Schuldgeld dürfte es weiterhin geben. Es fehlt allerdings der Annahmezwang, weshalb sich anderes Geld etablieren könnte.
    Da wohl jeder wertstabiles und sicheres Geld haben möchte, wird das Schuldgeld im Allgemeinen wahrscheinlich sehr schnell unter gehen (vllt gibt es auch ein paar Gemeinden, in den solches weiter existiert).


    Wenn du noch weitere Informationen haben willst, weshalb der Zins im heutigen System, nicht aber bei gutem Geld ein Problem ist, immer her mit den Fragen. :)

  • Hallo zusammen,


    ich habe es explizit nirgendwo lesen können. Aber eigentlich dürfte es in dem neuen Geldsystem, dann auch keine Zinsen mehr geben.
    Hab ich das richtig verstanden?


    Viele Grüße
    Juliane


    Zinsen wird es wahrscheinlich weiterhin geben. Nur werden diese nicht mehr permanent exponentiell immer weiter wachsen können. Denn wenn Geld privat ist dann kann der Geldanbieter auch pleite gehen. Derzeit ist es so, dass der Staat die exponentiell wachsenden Zinseszins-Renditen gesetzlich schützt. Das ergibt dann eine exponentiell wachsende Geldmenge und Kreditsumme. Nach paar Jahrzehnten kracht das Ding zusammen.



    MfG

  • Einzig der Staat kann sich heute einen Zinseszinseffekt überhaupt leisten. Alle anderen würden, wenn sie noch nichtmal ihre Zinsen auf ihren Kredit zahlen könnten, einfach pleite gehen und der Kredit würde erlöschen. Nur die Staaten können diesen Exponentialeffekt auslösen. Und das können sie nur solange, wie es beliebig vermehrbares Geld gibt.


    Gibt es kein beliebig vermehrbares Geld mehr, gibt es auch keine beliebige Staatsverschuldung mehr und der Staat müsste Schulden zurückzahlen oder würde schnell pleite gehen. Beides verhindert den Exponentialeffekt.

  • Das derzeitige Zinssystem kreide ich an weil Geld momentan nur durch eine zinsbehaftete Schuld ins System gelangt. Würde das Geld, zum Teil, anderweitig geschöpft werden und tilgungsfrei sowie zinsfrei eingebracht, wäre alles nur halb so wild. Geldmonopol klingt scheisse und ist es auch. :modo:


    Letztendlich wird aber niemand zum Schuldenmachen gezwungen. Aber wenn der Staat sich über beide Arschbacken verschuldet und dann die Bürger zur Tilgung heranzieht ist es einfach unerträglich. Gleichzeitig bedingt das momentanige Geldsystem den Transfer von fleissig nach faul. Sozialstaatsprinzip. (War der jetzt Böse oder kann man das so stehen lassen???)


    PS: Die Smilies hier sind ja der Hammer! :lol:

  • Hallo Zusammen,


    ich habe da eine Verständnisfrage. Wenn ich Hr Janich richtig zugehört habe, funktioniert das mit dem Zins in einem libertären, 100% gedeckten System so:


    Ich habe 1000 Euro und die bringe ich zur Bank. Ich vereinbare, dass 600 Euro davon weiterverliehen werden darf. Die Bank leiht die 600 Euro zu einem höheren als meinem Sparzins an ein Unternehmen, welches damit Gewinn erzielen will. Gelingt das, bekommt die Bank ihr Geld plus Zins zurück und ich bekomme auch meinen(Spar) Zins. Die Bank lebt von der Differenz. Gelingt es nicht, ist das Geld weg?, also auch für mich. Wie im Private Equity heute. Das Geld ist nicht weg, es hat jetzt ein anderer, allerdings wurde auch kein Zins erwirtschaftet. Klappt die Investition, scheitern an anderen Stellen Investitionen dafür, sodass immer wenn jemand Gewinn macht, an anderer Stelle auch jemand Verluste hat. Der Zins ist also im System enthalten. Entweder er wird tatsächlich erwirtschaftet, oder er wird erst garnicht generiert.


    So richtig ?


    Ok. Wie sieht es denn hier bei Krediten für Immobilien-Eigennutzer aus ? Die investieren nicht in ein Unternehmen, sondern kaufen eine Wohnung, ein Haus etc., produzieren also nichts. Wenn der Zins für diesen Kredit bei 5% liegt und diese 5% vom Kreditnehmer bezahlt werden muss, wird dieses Geld nicht auch einfach nur geschöpft, weil dem keine Produktion gegenübersteht ? Oder muss man das so sehen, dass der Kreditnehmer diesen Zins aus seinem Gehalt abträgt und damit diesen auch nicht zum Konsum zur Verfügung hat und infolgedessen die Summe nicht in Umlauf bringen kann ?


    Wahrscheinlich habe ich mit gerade beim Schreiben die Antwort selbst gegeben, abr ein klärendes Wort wäre gut. Besten Dank !

  • Doch, natürlich produzieren Häuslebauer etwas: Häuser! :D Also Wohnraum. Ein Mehrwert gegenüber den einzelnen Materialien, die beim Bau verwendet werden.


    Deine Erklärung passt im Prinzip. Nur das mit dem "klappt die Investition, scheitern an anderen Stellen Investitionen dafür" hab ich nicht verstanden. Am besten schaust du auch mal die anderen Themen in dieser Kategorie an, da wird auch schon viel erklärt...

  • Doch, natürlich produzieren Häuslebauer etwas: Häuser! :D Also Wohnraum. Ein Mehrwert gegenüber den einzelnen Materialien, die beim Bau verwendet werden.


    Deine Erklärung passt im Prinzip. Nur das mit dem "klappt die Investition, scheitern an anderen Stellen Investitionen dafür" hab ich nicht verstanden. Am besten schaust du auch mal die anderen Themen in dieser Kategorie an, da wird auch schon viel erklärt...

    Gut, das habe ich jetzt verdient :-) Ne ernsthaft. Wenn ich baue, ist das klar. Aber wenn ich eine Bestandsimmobilie finanziere, dann schaffe ich kein neues Gut, sondern übernehme es von jemandem, der auch schon Zins dafür bezahlt hat. Oder: Ein Investor (Bauträger) leiht sich das Geld, zieht das Haus hoch und für ihn passt das Geschäft in dem Moment, wo er es überhalb seinem Kostensatz und Gewinn vSt verkauft. Der Käufer jedoch produziert nichts mehr, zahlt aber für das gleiche Objekt dann (nochmal) Zins. Die Bank bekommt es also 2x und vielleicht auch ein drittes mal, wenn es nochmal den Besitzer wechselt. Da an dieser Stelle ja kein Mehrwert auf der Güterseite entsteht, klafft hier ein Loch für mich. Oder ist die Antwort darauf in meiner Vermutung von oben zu finden ?


    Also ich muß sagen, ich bin jemand, der erst eine Frage stellt, wenn er die Themen selbst durchgeritten hat. Eine Frage kommt also erst dann, wenn wirklich ein Thema für mich bisher unbeantwortet blieb. Ich denke auch, dass das schnell erklärt ist, komme nur nicht gesichert selbst drauf im Moment.

  • Also den 1. Teil würde ich jetzt mal spontan als richtig bezeichnen.


    Und beim anderen Teil solltest du dir auch die Antwort schon gegeben haben, der Zins wird ja zurückgezahlt, z.B. durch das Geld, dass der Käufer durch Arbeit erwirtschaftet, wie du selbst gesagt hast.


    Wenn letzterer jetzt das Haus weiterverkauft und wieder jemand dieses Haus kaufen will, dass auch wieder mit einem Kredit finanziert, dann verleiht die Bank ja nochmals Geld, also bietet nochmals eine Dienstleistung.

  • Danke.. Das mit der Dienstleistung ist klar soweit. Mir ging`s nur darum, ob die Geldmenge durch den Zins, der mehrfach auf das gleiche Objekt bezahlt wird, die Geldmenge aufpumpt. Tut er nicht, ist dann geklärt, merci


    Zitat

    Nur das mit dem "klappt die Investition, scheitern an anderen Stellen Investitionen dafür" hab ich nicht verstanden.

    Zehn Firmen leihen sich bei einer Bank Geld. Sie bedienen die selbe Zielgruppe, haben aber unterschiedliche Konzepte, Produkte und Preise. Einer wird Marktführer, zwei weitere bieten spezielle Lösungen, die auch angenommen werden.


    Beispiel: Ein Fitnesstudio ist das rundum beste. Zwei weitere machen bereits morgens um 7.00 Uhr auf (als einzigste) und haben allein deswegen bei einer gewissen Zielgruppe Zulauf, auch wenn sie sonst schlechter sind als das erste. Deren Investitionen gehen auf. Von den restlichen sieben scheitern 5 komplett am Wettbewerb mit den anderen fünf.


    Ist das so verständlich, wie ich es meinte ?

  • OK, verstanden.


    Ja, das verliehene Geld wäre dann erstmal weg. Die 5 Unternehmen haben jedoch nicht nur Fremdkapital sondern auch eine gewisse Menge (vielleicht 50%) Eigenkapital in den Sand gesetzt. Die Unternehmer wären vermutlich persönlich haftbar. D.h. die Kredite werden dann für gewöhnlich noch immer rückzahlbar sein (durch die weiter vorhandene Arbeitskraft des Unternehmers). Nur vielleicht nicht in dem Zeitrahmen, der vorgegeben war. Dass jemand wirklich vollständig Pleite geht, so dass die Kredite garantiert nicht rückzahlbar sind, ist in einem System, in dem das Geld ständig an Kaufkraft gewinnt, eher selten. Und wenn das so ist, dann war wohl auch oft das "Investment" der Bank sehr spekulativ.


    Gerade Kleinunternehmer werden - vorausgesetzt das werthaltige Geld ist schon ein paar Jahrzehnte vorhanden - kaum Fremdkapital benötigen. Bei Mittelständlern wird der Finanzierungsplan dann entsprechend kritisch entwickelt und geprüft werden. Aber ansich hast du Recht.