Stellung der PDV zum Thema Waffenrecht

  • Guten Abend miteinander. Ich bin mit großen Interesse auf die PDV gestoßen und habe nun eine Frage im Bezug auf das Thema Waffenrecht. Jenes ist ja in der Öffentlichkeit sehr kontrovers aber auch einseitig diskutiert worden. Daraus resultierend ist auch die libertäre Anschauung hierzu in den Medien als auch in den Köpfen der meisten Bürger alles andere als populär. Ich konnte leider im Netz nichts eindeutiges hinsichtlich einer Stellung der PDV finden. Traut sich die PDV denn hierzu eine Meinung zu haben?


    Über eine Antwort oder Diskussion wäre ich erfreut.

  • Hallo John Stossel,


    ich weiß auch nicht, ob es eine "offizielle Meinung" der PDV zum Waffenrecht gibt.
    Als libertäre Partei kann sie aber nur für freies Waffenrecht sein (ich, als Mitglied wäre sehr verwundert, wenn es anders wäre).
    Das heißt keine Restriktionen für Waffenbesitz und friedliche Nutzung (Schießstand, Jagd, usw).

  • Ich würde mich dem anschließen.
    Restriktionen entwaffnen aber immer die Opfer. Kriminelle sind immer fähig sich mit "Waffen" bzw Gegenständen die als Waffen benutzt werden können zu versorgen. Das Risiko für Kriminelle, wenn diese Straftaten begehen ist bei einer potenziell wehrlosen und unbewaffneten Bevölkerung sehr viel geringer.

  • Deutschland hat eines der strengsten und bürokratischten Waffenrechte der Welt. Die Probleme fangen aber schon mit den grundlegenden Annahmen und Zielsetzungen des deutschen Waffenrechts an, da brauch ich gar nicht ins Detail zu gehen, ich sehe nicht, wie so etwas im liberalem Sinne reformierbar wäre.




    Einerseits will es das Recht auf individuelle Selbstverteidigung, das sich aus Artikel 2 Absatz (2) GG ergiebt, zugestehen, andererseits will es die "innere Sicherheit"* wahren, also de facto das Recht des Staates selbst zu entscheiden, wann es Gewalt gegenüber anderen Personen initiieren darf. Das diese Ziele inherent widersprüchlich sind schein den Gesetzgeber und die Richter in der überwiegenden Mehrzahl nicht zu stören - und so muss die Rechtsprechung "gedeutet" und "abgewogen" werden.


    Es scheint auch niemanden zu stören, dass das Waffengesetz bestimmten Objekten einen primären Zweck zuschreibt, obwohl der Zweck eines Objekts eigentlich nur als die Absicht eines handelnden Subjekts existiert. Aber gut - was kümmert den Gesetzgeber, die Polizei und die hohen Richter solch verschwurbelte metaphysische Kategoriengesülze. Da wundert es auch nicht, dass zum Begriff der "Waffe" das BVerfG folgendes verkündet hat:

    Zitat

    Der mögliche Wortsinn des Gesetzes markiert die äußerste Grenze zulässiger richterlicher Interpretation.


    Quelle: http://www.jurakopf.de/bverfg-zum-begriff-der-waffe-bei-§113-stgb/


    *Der Begriff "innere Sicherheit" bezeichnet die Sicherheit einer anonymen Gruppe, nämlich der Gesellschaft und des Staats, vor Verbrechen derselben anonymen Gruppe.


    Bin Rechtslaie - bitte schreien wenn was falsch sein sollte.

  • Deutschland hat eines der strengsten und bürokratischten Waffenrechte der Welt.

    Bürokratisch ja, aber es gibt viele Staaten, in denen es noch viel strenger ist. Also ich würde es ein wenig lockern. Vielleicht ist es aber sogar noch besser wenn jedes Bundesland sein eigenes Waffenrecht hätte? Bin kein Freund des Zentralstaates.

  • Hallo John Stossel,


    ich weiß auch nicht, ob es eine "offizielle Meinung" der PDV zum Waffenrecht gibt.
    Als libertäre Partei kann sie aber nur für freies Waffenrecht sein (ich, als Mitglied wäre sehr verwundert, wenn es anders wäre).
    Das heißt keine Restriktionen für Waffenbesitz und friedliche Nutzung (Schießstand, Jagd, usw).


    Ich sehe es genau so. Es ist noch eine Frage ob ein Bürger verpflichtet sein kann/darf/muß zur Verteidigung. Das war früher in den Städten der Fall, Bürger mußten Abgaben für die Verteidigung leisten und/oder selber bereit sein zu verteidigen. So wie ich das sehe wird das in der Schweiz größtenteils so gehandhabt. Ich halte das für richtig. Dazu gibt es das Recht auf Selbstverteidigung, und hier muß man auch sehen, daß schwächere Ihre Nachteile nur durch Waffen ausgleichen können.


    Ich finde es sehr merkwürdig, daß eine allg. Entwaffnung gefordert wird, nur frage ich mal ganz dumm, warum hält sich kein Verbrecher daran? Und warum wird dann Bürgern die Mittel zu eine effizienten Selbstverteidigung genommen?

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


    It's not yours to give because it's not yours you give.


    "Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
    Douglas Adams

  • Es ist noch eine Frage ob ein Bürger verpflichtet sein kann/darf/muß zur Verteidigung

    Das Verpflichten ist bestimmt nicht-optional, also zwanghaft (ob man will oder nicht).
    Daher ist es m.E. "nicht-libertär".
    Es könnte Kommunen geben, wo es quasi in der Satzung steht, dass man bei der Verteidigung im Zweifel helfen muss.
    Dere Kommune kann man sich dann freiwillig anschließen oder auch nicht.
    Wäre ich Eigentümer eines Grundstückes um das sonst nur Leute dieser Kommune leben, dürfte ich nicht gezwungen werden mit zu machen, obwohl ich vermutlich im Zweifelsfall davon profitieren würde.
    Würde ein/mehrere Privatinvestoren eine Kommune "designen", also die Grundstücke kaufen, Infrastruktur aufbauen etc. könnten sie natürlich dieses als Voraussetzung für den Grundstückserwerb/Miete in ihrer Kommune in den Kaufvertrag mit aufnehmen.

  • Du hast wohl recht Thomas, deshalb ja auch meine Frage mit den drei Möglichkeiten.
    Verpflichtend kann es sein wenn es eben in einem Bereich so festgelegt wurde. Und es sozusagen von Anfang an klar war, schwieriger wird es bei der Etablierung. Libertär ist es sicherlich nicht aber klassich liberal. Man kann beides "befürworten" oder eben nicht. Wenn es allerdings klar ist bevor man dort hinzieht dann hat man eben "Pech" gehabt.


    Nur geht das ja noch weiter, ich bin ja der Meinung jeder Bürger hat das Recht auf Selbstverteidigung und deshalb kann ich nicht sehen wie man ein Verbot der privaten Waffenhaltung irgendwie "begründen" könnte. Nicht das es sowieso egal ist weil unser Staat es ja macht. Trotz etwaig besserem Wissen. Ich kann mir nicht vorstellen das Massenmörder wie Breivik derartig viele Menschen hätte umbringen können, wenn die Opfer Waffen gehabt hätten. Es ist doch auch klar wenn ein Bürger sich nicht verteidigen kann ist er ein viel einfacheres Opfer.


    Ich finde da wird heute viel zu sehr ausgeblendet. Wenn dann mal wieder so etwa passiert, heißt es nicht Bürger an die Waffen sondern noch mehr Druck auf die normalen, ehere gesetzetreuen Leute. Das kann es ja weder aus libertärer noch liberaler Sicht sein....

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


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    Douglas Adams

  • Ich finde da wird heute viel zu sehr ausgeblendet. Wenn dann mal wieder so etwa passiert, heißt es nicht Bürger an die Waffen sondern noch mehr Druck auf die normalen, ehere gesetzetreuen Leute. Das kann es ja weder aus libertärer noch liberaler Sicht sein....

    Das sehe ich ganz genau so.
    Dafür hat man in Deutschland wohl zu viel Angst vor Waffen, wohl auch weil man nicht mit deren Umgang vertraut ist (damit meine ich nicht wie man sie bedient, sondern einfach dass man es gewohnt ist diese Dinge zu sehen, zu besitzen und im Schießstand damit zu üben).
    Dem einfachen Denkweg, dass man mit Waffenverbot hauptsächlich die ehrlichen Leute entwaffnet, nicht aber die kriminellen, können viele schon nicht folgen.
    Dass man sich mit Waffe besser wehren kann und je mehr Leute bewaffnet sind desto besser (denn dann wird es hoch riskant für jeden einzelnen seine Waffe aggressiv zu gebrauchen).
    Man hat wahrscheinlich angst, dass so ein Bewaffneter einfach mal in einem Wutanfall oder besoffen seine Waffe zieht und um sich schießt...

  • Dass man sich mit Waffe besser wehren kann und je mehr Leute bewaffnet sind desto besser (denn dann wird es hoch riskant für jeden einzelnen seine Waffe aggressiv zu gebrauchen).
    Man hat wahrscheinlich angst, dass so ein Bewaffneter einfach mal in einem Wutanfall oder besoffen seine Waffe zieht und um sich schießt...



    Vor allem für schwächere ist eine Waffe die einzige Möglichkeit zum Ausgleich.


    Ja das ist der Generalverdacht: Alle sind kriminell bis zum "Beweis" des Gegenteils. Und klar alle "Normalen" drehen völlig durch wenn Sie Waffen in die Hand bekommen.


    Unsäglich war gestern heute haben wir dafür unsere Politiker, die ich persönlich gerne nicht mehr hätte...

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


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    Douglas Adams

  • Ja das ist der Generalverdacht: Alle sind kriminell bis zum "Beweis" des Gegenteils. Und klar alle "Normalen" drehen völlig durch wenn Sie Waffen in die Hand bekommen.

    Wie auch beim Thema Drogen. Viele glauben tatsächlich, dass plötzlich alle Drogen nehmen würden, wenn das erlaubt wäre. Wo doch nicht mal die erlaubten Drogen jeder konsumiert (Nikotin, Alkohol, ...) oder in geringen Maßen.
    Da gibt es ein tiefes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, das von Politik und Medien gschürt wird (wir Menschen sind ja so schlecht und böse). Daher haben sie Angst und wollen Sicherheit und glauben diese im Staat zu finden.
    Naja es ist ja bekannt, dass Angst in der Bevökerung die Grundlage für die Regierung ist.

  • da Waffen meine große Leidenschaft u. Hobby sind, mache ich auch mein parteipolitisches Interesse von der Haltung einer Partei davon abhängig


    für mich als Waffenliebhaber / Waffennarr bedeuten Waffen auch Freiheit .. - warum soll ich mich in diesem Bereich vom Staat als unterwürfiger Untertan behandeln lassen und mich rechtfertigen müssen, warum ich sowas haben will .. - muss ich doch in anderen Bereichen auch nicht und kann mir monsterstarke Fahrzeuge kaufen, die ich nicht beherrsche ohne dass mich jemand nach einem Bedürfnis fragt ..


    und Verbrecher interressiert eh nicht was im (Waffen-)Gesetz steht..

  • da Waffen meine große Leidenschaft u. Hobby sind, mache ich auch mein parteipolitisches Interesse von der Haltung einer Partei davon abhängig


    für mich als Waffenliebhaber / Waffennarr bedeuten Waffen auch Freiheit .. - warum soll ich mich in diesem Bereich vom Staat als unterwürfiger Untertan behandeln lassen und mich rechtfertigen müssen, warum ich sowas haben will .. - muss ich doch in anderen Bereichen auch nicht und kann mir monsterstarke Fahrzeuge kaufen, die ich nicht beherrsche ohne dass mich jemand nach einem Bedürfnis fragt ..


    und Verbrecher interressiert eh nicht was im (Waffen-)Gesetz steht..