Darwin und der Kapitalismus

  • Hallo alle zusammen,
    ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit der Wirtschaft (Kapitalismus, Kommunismus und alle Mischformen) und da gibt es eine Sache, die mich verwundert. So wie ich das sehe, soll der Kapitalismus von der Natur abgeleitet sein, also den gleichen Gesetzen und Prinzipien folgen. Bei Erfolg soll ein Unternehmen wachsen und bei Misserfolg eben nicht (kurz gefasst).
    Das Problem, das ich dabei sehe, ist, dass sich auch Darwins Theorie auf den Kapitalismus übertragen lässt. Nur mit dem Unterschied, dass er im Kapitalismus zu einem anderen Ergebnis führt. Nach Darwin können zwei Arten, die die gleiche Nische einnehmen auf Dauer nicht koexistieren, weil sich irgendwann ein noch so geringer Vorteil/ Nachteil bemerkbar machen wird. Übertragen auf die Unternehmen heißt das, dass zwei Unternehmen, die das gleiche Produkt in der gleichen Region anbieten, auf Dauer eines von beiden gewinnen wird. Sei es durch den Preis, die Leistung, das Marketing oder was auch immer, irgendwann wird sich der kleine Vorteil bemerkbar machen. Soweit ist das noch kein Problem, denn es ist ja erwünscht, dass das erfolgreiche Unternehmen sich durchsetzt.
    Aber jetzt kommt ein gewisser Unterschied zur Natur: Während in der Natur ein "neues" Wesen, das z.B. durch Mutation entstanden ist, sich entsprechend durchsetzen kann, wenn es die Begünstigung der Natur hat, sieht es beim vom Menschen geschaffenen System etwas anders aus. Ein Unternehmen, das vorher sehr erfolgreich war und dementsprechen wachsen konnte, hat viel mehr Reservern, als ein kleines und neues Unternehmen, welches das bessere Produkt anbietet. Jetzt kann es passieren und das ist meine Befürchtung, dass das große Unternehmen durch vorrübergehende Preissenkung (mit Verlust) und anderen Methoden (wie PR-Bestechung), das neue Unternehmen vom Markt verdrängt. Oder, wenn das unglaublich klingt, einfach das neue Unternehmen aufkauft und selber das Produkt verkauft. Warum sie das tun sollten, fragen sich bestimmt die meisten. Nun, weil ein Monopol den größten Profit abwirft, da man die Preise bestimmen kann. Aus diesem Grund glaube ich, dass der Kapitalismus auf Dauer zu Monopolen führt oder habt ihr eine Erklärung, wie das obige Problem vermieden wird?

  • Darwin war ein wirrer Mann mit einem kranken Geist. Wer Menschen mit Tieren gleichsetzt, hat ein gewaltiges Problem. Im Kapitalismus gibt es Verdrändungswettbewerb nur wenn die Konkurrenz ein extrem lausiges Produkt, zu einem total überhöhten Preis und mieser Qualität anbietet. Wieviele Bäckerbetriebe gibt es häufig und das seit über 100 Jahren in der gleichen Gemeinde? Die Wirtschaft verhält sich nicht wie die Natur, dieser Vergleich hinkt.
    Durch staatlichen Eingriff und Regulierungen sind erst die Kartelle entstanden. Man denke nur an die ganzen Subventionen und "Sozialgesetze". Hier wird Wettbewerb erschwert bzw. verzerrt. Dieser ist aber für die sichere Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistung mit gutem P/L-Verhältnis unablässig. Der Staat kann keine Qualität per Gesetz durchsetzen, dies endet im Kommunismus.
    Wo gibt es einen reinen kapitalistischen Verdrängungswettbewerb? Genauer hinschauen und man findet sogut wie keinen. Marx hat dies auch behauptet und seine Thesen wurden durch die Realität mehr als widerlegt. Wo ist heute ein weltumspannendes Megamonopol wo unser aller Leben beherrscht und Kontrolliert? Es gibt eine Reihen von Konzernen aber deren "Wertschöpfungsleistung" liegt unter 15% der weltweiten Wirtschaftsleistung. Ausschlaggebend ist die Wertschöpfung, nicht der Umsatz. Ohne staatliche Unterstützung verschwinden viele Konzerne von selbst indem sie sich zerlegen. Intel ist hierfür auch ein gutes Beispiel, genauso wie Patente und das "GmbH" Recht. Unternehmer müssen im Kapitalismus IMMER privat haften und nicht ihre Wagnisse und Verluste auf andere abwälzen. Unternehmer MÜSSEN die komplette Verantwortung für ihre Fehler übernehmen.
    Ein großes Unternehmen ist schwieriger zu führen, hat viel höhere Verwaltungskosten und lebt von den Aktienkäufer. Wenn nur 20% der Aktienbesitzer eines Unternehmens ihre Aktien abstoßen, gehen bei vielen AGs die Lichter aus. D.h. sie sind häufig hoffnungslos überbewertet im Verhältnis zu ihrer Wertschöpfung (siehe Facebook).
    Mir macht das staatliche Eingreifen und das Staatsmonopol auf das Geld mehr Angst.

  • Hallo Alexander Joachim,


    zwischen dem natürlichen Evolutionsprozess und dem Marktprozess sehe ich doch gewaltige Unterschiede, die einfaches Übertragen einer Regel von dem einen ins andere in Frage stellen.


    Zum einen können Unternehmen durch Design (im Gegensatz zur Evolution), also Vorausdenken und Absichten, "geschaffen" werden.
    Der Markt basiert also auf Vernunft und Rationalität, nicht auf zufälliger Mutation und dem Überleben/Fortpflanzen des fittesten (bezogen auf seine Umgebung).
    Das bedeutet, dass prinzipiell sofort neue Unternehmen als Konkurrenz gegründet werden können, was im Tierreich so nicht passiert.


    Zum anderen kann der Vorteil des Vermögens eines Unternehmens durch Kredite für das neue Unternehmen erstmal etwas ausgeglichen werden (etwas Analoges kenne ich im Evolutionsprozess nicht).


    Dass schlechte Unternehmen pleite gehen und Gute bleiben ist der Selektion der Kunden geschuldet, keiner "neutralen" Umgebung. Der eine bevorzugt vllt. das Eine, ein anderer das Andere, es liegt also nicht alleine an den Fähigkeiten der Unternehmen, sondern auch an den Kunden.


    Das mit dem kurzzeitigen Preisdumping funktioniert auch nicht, weil sich dann eben nach dem Preisdumping einfach ein neues Konkurrenzunternehmen bilden kann. Das Dumping kann aber nicht ewig weitergehen, weil das Unternehmen ja Verluste fährt. Es muss dann also damit aufhören oder wird selbst pleite gehen.
    (hier ist nochmal der Unterschied zum Evolutionsprozess entscheident: Unternehmen können quasi sofort neu geschaffen und dabei mit Vernunft designt werden).
    So wird eine Monopolbildung quasi unmöglich (es sei denn, es bildet sich keine Konkurrenz, das wird aber immer dann passieren, wenn es lohnend erscheint, die Marktpreise also hoch sind. Somit hätten wir entweder ein sehr billiges Monopol, oder es wird wich Konkurrenz bilden und den Preis entsprechend drücken).



    So sehe ich es zumindest. Wenn ich was übersehen oder falsch dargestellt habe, bitte ich um entsprechende Kritik :)

  • Darwin war ein wirrer Mann mit einem kranken Geist. Wer Menschen mit Tieren gleichsetzt, hat ein gewaltiges Problem.

    Mit Darwin persönlich habe ich mich zwar nie beschäftigt, aber eine solche Aussage von ihm würde ich eher so interpretieren: Menschen und der Rest des Lebendingen hat sich durch denselben Prozess entwickelt. Sind also gleichermaßen Erscheinungen deselben Prozesses und aus dieser Sicht sind Menschen nichts außergewöhnliches.
    Natürlich sind aber Menschen anders als andere Tiere, sowie auch alle Menschen untereinander verschieden sind (ebenso die Tiere).


    Oder hat Darwin behauptet, dass Mensch und Tier auch moralisch gleichzustellen sind? Das hielte ich auch für einen riesen Unsinn.

  • Ich halte Darwin für einen Intellektuellen, der nicht wusste wann er die Grenzen der Vernunft verlässt. Seine Thesen waren unter anderem der Grundstock für die Eugeniker am Anfang des 20. Jhr.
    Das er intelligent und sehr gebildet war stelle ich nicht in Abfrage. Stalin war auch hoch belesen und intelligent, trotzdem war er ein krankes Schwein.


    Man kann Theorien und Thesen auch aufstellen ohne den Mensch dem Tier gleichzustellen. Kenne mehr negative Meinungen zu Darwin als Positive. Daher ist mein Gesamtbild über ihn sehr einseitig. Lasse mich aber gerne belehren.^^

  • Bei uns im Stadtteil gibt es aber 2 Eisdielen, die nur ca. 300 m voneinander entfernt sind.
    Es sind sozusagen "zwei Unternehmen, die das gleiche Produkt in der gleichen Region anbieten".
    Wo ist jetzt für mich ein Problem?
    Und wofür brauche ich Darwin wenn ich einfach nur Eis essen will?

  • Bei uns im Stadtteil gibt es aber 2 Eisdielen, die nur ca. 300 m voneinander entfernt sind.
    Es sind sozusagen "zwei Unternehmen, die das gleiche Produkt in der gleichen Region anbieten".
    Wo ist jetzt für mich ein Problem?
    Und wofür brauche ich Darwin wenn ich einfach nur Eis essen will?

    Was?!?! Und die gehören nicht dem gleichen Konzern? Da muss der Staat sofort regulierend eingreifen. Die "Auflagen" so hoch schrauben daß die Inhaber aufgeben müssen, dann kommt ein größeres Unternehmen wo über "Ausnahmegenehmigungen" verfügt und übernimmt die beiden Eisdielen. Dann noch etwas Subvention damit ja keine Konkurrenz eine Chance hat und fertig sind die neuen sozialistischen Eisdielen. Habe ich irgendwas vergessen? Achja, die Arbeitskräfte sind H4-Empfänger wo ein "Praktika" machen MÜSSEN. Und vor Arbeitsbeginn müssen sie das kommunistische Manifest aus dem Gedächtnis rezitieren.
    :lol:

  • Was?!?! Und die gehören nicht dem gleichen Konzern? Da muss der Staat sofort regulierend eingreifen. Die "Auflagen" so hoch schrauben daß die Inhaber aufgeben müssen, dann kommt ein größeres Unternehmen wo über "Ausnahmegenehmigungen" verfügt und übernimmt die beiden Eisdielen. Dann noch etwas Subvention damit ja keine Konkurrenz eine Chance hat und fertig sind die neuen sozialistischen Eisdielen. Habe ich irgendwas vergessen? Achja, die Arbeitskräfte sind H4-Empfänger wo ein "Praktika" machen MÜSSEN. Und vor Arbeitsbeginn müssen sie das kommunistische Manifest aus dem Gedächtnis rezitieren.
    :lol:

    Und dann kommen linke Demonstranten und protestieren gegen die Auswüchse des Kapitalismus und fordern mehr Staat dagegen. Dieser Forderung kommen die "neoliberalen" Politiker dann überraschend schnell und widerstandslos nach. :vain:

  • Das lustige ist:
    Neben beiden Eisdielen gibt es noch je 1 Döner-Restaurant ;-)
    Mit unterschiedlichen Eigentümern natürlich. Ich habe schon bei beiden gegessen. Die Auswahl an Speisen ist - wie zu erwarten war - bei beiden sehr ähnlich. Eben türkisch.


    Ich will noch was sagen zu "das gleiche Produkt anbieten"
    Sowas ist äußerst selten. Schon die beiden Döner unterscheiden sich, obwohl sie fast dieselben Speisen haben.
    Der eine hat eine relativ große Ladenfläche mit vielen Sitzgelegenheiten, sehr gemütlich. Der andere ist eher so ne typische Dönerbude, viel kleiner, ziemlich laut und eher ungemütlich. Dort holen die Leute ihr Essen lieber ab, während sie bei dem anderen lieber drinnen sitzen. Bei dem lauten, ungemütlichen kann man aber dafür draußen sehr schön sitzen, wenn schönes Wetter ist. Wenn schlechtes Wetter ist gehe ich wiederum lieber zu dem anderen. Dafür gibt es bei dem in der Nähe keine Parkplätze. Wenn ich also mit dem Auto unterwegs bin, gehe ich also doch lieber zu dem ersten. Wenn ich danach noch ein Eis essen will, gehe wiederum lieber zu dem anderen, weil in der Eisdiele neben dem anderen das Eis besser schmeckt als in der Eisdiele neben dem einen ;-)
    So hat jeder seine Vor- und Nachteile.


    Dass sich ein "erfolgreiches Unternehmen durchsetzt" heißt ja nicht, dass alle anderen schließen müssen! Wie kommt man auf sowas?
    Der erfolgreichere hat nur höhere Marktanteile. Trotzdem können die anderen noch rentabel sein und sogar hohe Gewinne machen. Auch mit nur 1% Marktanteil. Das kann über Jahre hinweg so sein.
    Wenn du genug Kunden hast, um davon gut leben zu können ist es doch egal dass ein anderer vielleicht hundert Mal so viele Kunden hat.
    Es gibt immer wieder mal Unternehmen, die eine marktbeherrschende Stellung erringen. Z.B. Nokia bei Handys. Aber wer hat heute noch ein Nokia-Handy? Ohne staatlichen Eingriff hat die kleine Garagenfirma Apple den Giganten Nokia regelrecht abgehängt. Mir persönlich ist Apple wiederum zu teuer, weshalb ich kein einziges Apple-Produkt besitze und tatsächlich ist Apple allgemein nicht mehr so "in" wie noch vor 1 Jahr.

  • Jetzt muss ich aber hier mal für den Alexander eine Lanze brechen. Man kann Kapitalismus und Natur durchaus miteinander vergleichen, wobei ich zustimme, das man nicht alles 1:1 übertragen kann. In beiden Fällen handelt es sich um freie Entwicklung, Wettbewerb und nach Stärke/Erfolg gebildete Hirarchie. Umgekehrt kann man Sozialismus mit der Schöpfungsgeschichte vergleichen. In beiden Fällen liegt gezielte Planung zugrunde, beim einen von Gott, beim anderen vom Staat. Laut Schöpf.-G. geht keine Veränderung vom Leben selbst aus, sie war aber durchaus in Phasen unterteilt: für kurze Zeit waren die Tiere alleine, ehe der Mensch erschaffen wurde. Genau so ist es im Sozialismus: Veränderungen sind zwar möglich, aber die Untertanen haben keinen Einfluss drauf, sie werden vom Staat angeordnet.


    Diese Vergleiche bedeuten aber nicht, das der Kapitalismus sozialdarwinistisch ist.
    Das mit dem Verdrängungswettbewerb in der Natur stimmt m.E. garnicht. Sonst dürfte es ja in einer Region nur eine Pflanzenart, eine Art Pflanzenfresser und eine Art Fleischfresser geben. Tatsächlich leben allein in einem Wald i.d.R. mehrere Arten Blumen, Sträucher, Pilze, Insekten, Vögel.....gleichzeitig.

    Das bedeutet, dass prinzipiell sofort neue Unternehmen als Konkurrenz gegründet werden können, was im Tierreich so nicht passiert.

    Achso und wenn der Löwe die Hyäne verdrängt hat, braucht er nicht zu fürchten, das sich irgendwann mal ein noch stärkeres Raubtier entwickelt? Auch an der Spitze der Nahrungskette muss man sich immer aufs neue behaupten.


    Zum Thema Monopole hat die PDV auf ihrer Website unter FAQ Stellung genommen. Die Koexistenz von mehreren Angeboten entsteht deshalb schon von alleine, weil die Anbieter unterschiedliche Strategien und Schwerpunkte verfolgen: gute Qualität, günstiger Preis, Gewährleistungsansprüche. Qualität kann widerrum verschiedenes bedeuten: z.B. Effizienz oder Sicherheit. Und jeder Kunde legt auf einen anderen dieser Dinge besonderen Wert und wählt danach den Anbieter aus.


    Die Gefahr von Kartellen halte ich aber ohne Gesetze für realistisch. Was den Trick mit der vorübergehenden Preissenkung mit Verlust angeht, so habe ich mal gehört, das das garnicht erlaubt ist, weiß aber nicht, ob das stimmt.

  • Jetzt muss ich aber hier mal für den Alexander eine Lanze brechen. Man kann Kapitalismus und Natur durchaus miteinander vergleichen, wobei ich zustimme, das man nicht alles 1:1 übertragen kann. In beiden Fällen handelt es sich um freie Entwicklung, Wettbewerb und nach Stärke/Erfolg gebildete Hirarchie.

    Klar. Oberflächlich betrachtet scheinen ähnliche Prinzipien zu herrschen. Daher halte ich einen Vergleich für garnicht dumm. Daher wohl auch die Frage hier. Geht man aber etwas ins Detail, sieht man sehr schnell, dass beide Prozesse (Markt und Evolution) doch sehr unterschiedlich sind. Und es war unsere "Aufgabe" (als gefragte), diese Unterschiede herauszustellen, so wir denn welche sehen.


    Umgekehrt kann man Sozialismus mit der Schöpfungsgeschichte vergleichen. In beiden Fällen liegt gezielte Planung zugrunde, beim einen von Gott, beim anderen vom Staat. Laut Schöpf.-G. geht keine Veränderung vom Leben selbst aus, sie war aber durchaus in Phasen unterteilt: für kurze Zeit waren die Tiere alleine, ehe der Mensch erschaffen wurde. Genau so ist es im Sozialismus: Veränderungen sind zwar möglich, aber die Untertanen haben keinen Einfluss drauf, sie werden vom Staat angeordnet.

    ^^ könnte man mit gleichem Respekt zu Unterschieden im Detail machen. Wenn man diese Logik anwendent, kommt man sogar darauf, warum der Sozialismus nicht funktionieren kann... Der Schöpfergott der Religionen ist halt allwissend und konnte deshalb ein "funktionierendes" System schaffen. Die Sozialisten sind nicht allwissend und können deshalb keine Gesellschaft schaffen (wobei Allwissenheit m.E. noch nicht mal reichen würde). Sie sind also (nach Baader) nur Gottspieler.

    Achso und wenn der Löwe die Hyäne verdrängt hat, braucht er nicht zu fürchten, das sich irgendwann mal ein noch stärkeres Raubtier entwickelt? Auch an der Spitze der Nahrungskette muss man sich immer aufs neue behaupten.

    Doch klar. Auch hier kann Konkurrenz auftreten. Vllt. sogar ein Tier dass speziell Löwen frisst... Aber es müsste sich entwickeln. Es wird nicht quasi sofort und mit einem klaren Ziel "geschaffen". Das meinte ich damit. Im Tierreich kann das hypothetische Jägermonopol schon auch gefährdet werden, aber im Markt wird es das mit nahezu absoluter Sicherheit (aus genannten Gründen: Sofort "schaffbar" und zielgerichtet).

  • Von alle dem abgesehen müsste die Überschrift eigentlich heisen: Darwin und der nicht vorhandene Kapitalismus.
    Das ist wie mit Freiheit. Nur weil man den Arm durch die Gitterstäbe strecken kann ist man noch lange nicht frei. Entweder ist wirtschaftliche Freiheit zu 100% gegeben oder wir haben Planwirtschaft.


    Darwins Theorien zielen auf die Evolution ab welche nicht durch eine übergeordnete Macht (Staat oder Gott) sich wandelt. Solch eine Theorie kann man auf gar keinen Fall auf die Planwirtschaft übertragen.


    Ich nenne mal ein Beispiel um es zu vereinfachen: Abwrackprämie, Rußpartikelfilterförderung, Kfz-Steuer gekoppelt an die Abgasnorm. Diese drei unscheinbare Dinge sind eindeutige Subventionen für die Automobilindustrie. Diese könnte ohne staatliche Hilfe nicht überleben da sie mittlerweile so große Kostenstrukturen haben (aufgrund ihrer Größe) und daher in einem freien Markt nicht überlebensfähig wären. Sie würden sich zerlegen oder auflösen.
    Ich darf hierbei noch erinnern das der VW-Konzern sich in Staatshand befindet. Obama hatte GM 2009 auch verstaatlicht. Die größten Unternehmen brauchen den Staat um Groß zu bleiben.


    In der Elektroindustrie ist es das "Glühlampenverbot" wo die Nachfrage nach elektr. Bauteilen "Künstlich" befeuert. WO gibt es sowas in der Tier- oder Pflanzenwelt?

  • Besorgt euch mal das Buch bzw Hörbuch Der schwarze Schwan http://www.amazon.de/Schwarze-Schwan-h%C3%B6chst-unwahrscheinlicher-Ereignisse/dp/3423345969/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1372145372&sr=1-1&keywords=der+schwarze+schwan+taleb
    Der Mann hat ganz ungewöhnliche Ansichten über unsere (Menscheit) Entwicklung. Er meint nur die Hazardeure haben überlebt und das sei bedenklich. :D
    Sehr interessantes Buch.

  • So wie ich das sehe, soll der Kapitalismus von der Natur abgeleitet sein, also den gleichen Gesetzen und Prinzipien folgen. Bei Erfolg soll ein Unternehmen wachsen und bei Misserfolg eben nicht (kurz gefasst).

    Zu diesem Punkt ist mir grad noch was eingefallen.
    Menschliches Handeln basiert auf der menschlichen Natur. Die menschliche Natur ergab/ergibt sich aus der Evolution.
    Wirtschaft ist die Summe der Akteure und deren Handeln.
    Insofern ist Wirtschaft aus der Natur entstanden, als Eigenart der Menschen.
    Kapitalismus (freier Markt) ist dabei nur die Reinform dieser Wirtschaft.

  • Es ist doch ganz einfach: solang das Handeln auf Freiwilligkeit beruht entsteht genau das Resulat was sich die Mehrheit wünscht. Greift der Staat durch Zwang ein, übervorteilt er einen Akteur und das Ergebniss entspricht nicht mehr dem, welches von den Beteiligten erwünscht war. Folglich geht es der Mehrheit schlechter und der und einer Minderheit besser.

  • Evolution und Markt sind keine lineraren Prozesse und vorhersagen kann man beides nicht.
    Also man kann nicht einfach behaupten, dass nur der erfolgreiche überlebt oder das zwei gleichwertige System nicht in einer Nische existieren könnten.
    Es gibt in der Evolution zahlreiche Variablen, da sind Mutationen nur die Spitze des Eisberges. Und wie gut sich die Marktentwicklung in angeblich funktionierenden Formeln pressen läßt, um die Entwicklung vorhersagen zu können sehen wir ja wie toll das funktioniert (ironisch). Der größte Fehler ist zu glauben, dass die Evolution linear abläuft oder verhersagbaren Regeln folgt. Das ist falsch!!! Niemand kann sagen was morgen ist und der Markt kann morgen auch ganz anders funktionieren, da reicht schon eine zündende Idee oder Mutation und über Nacht läuft alles anders. Hauptsache ist, dass diese Entwicklungen von Vorteil sind! Ich empfehle auch das Buch - Die Entstehung des Wohlstandes -

  • Wow, vielen Dank für die vielen nützlichen Beiträge von euch. Ich habe festgestellt, dass es auch innerhalb einer Art Unterschiede bei den Tieren gibt und auch viele Arten sich zwar ähneln, aber nicht identisch sind. Diese Vielfalt hatte ich etwas aus dem Blick verloren, welche aber den Lebewesen die Möglichkeit gibt notfalls auszuweichen; wie z.B. auf andere Gebiete oder andere Nahrung. Ich bleibe also dabei, dass der (echte) Kapitalismus der Natur sehr ähnlich ist, aber es stimmt schon, dass es in der Natur keine Kredite gibt und auch keine neuen Arten sofort entstehen. Die Monopolbildung hat sich auch fast von selbst geklärt, denn zum einen sind, wie schon erwähnt, große Unternehmen aufwendig zu verwalten sind und zum anderen können sie nicht unbegrenzt wachsen. Das möchte ich nochmal etwas genauer erklären. Aber nicht vergessen, dass es meine Sicht der Dinge ist. Und zwar ist es deswegen nicht möglich, weil der Markt irgendwann gesättigt ist und die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen wäre es neue Produkte zu erfinden. (mit Ausnahme von Verbrauchsgegenständen wie Lebensmittel oder Energie, denn diese werden immer wieder nachgefragt) Beispiel hierfür wäre die Autoindustrie: Wenn jeder Bürger sich ein bestimmtes Auto kauft, dann kauft er in der Regel kein zweites, weil er es nicht braucht. Da Autos für gewöhnlich sehr lange haltbar sind (wenn nicht, würd ich´s mir genau überlegen, ob ich das Auto nochmal kaufe), bleibt den Herstellern und allen Tüftlern der Welt nur die Möglichkeit ein neues und besseres Produkt zu erfinden. (was auch immer man unter "besser" versteht, hauptsache es hat einen Kaufgrund, den das vorherige Auto nicht hat).