Bundestagswahl und Sinnhaftigkeit einer Partei

  • Hallo,


    ich bin Student und habe über den Unterschriftenaufruf zur BTW 2013 von der PDV erfahren. Prinzipiell unterstütze ich die Ziele der PDV wie z.B. die lokale Selbstverwaltung. Allerdings habe ich mich bei dem aktuellen Unterschriftenaufruf gefragt:


    Wozu das ganze? Warum wollt ihr in den Bundestag? Denn welche Wirkung die PDV auf höherer Ebene auch immer erziehlt, sie trifft sowohl die Leute, die die PDV unterstützen, als auch die Leute, die es nicht tun. Nun ist die Wirkung auf die Menschen, die die PDV bereits unterstützen, unerheblich, da diese ja prinzipiell sowieso bereit sind, ihre eigenen Probleme auf lokaler Ebene, also ohne Richtlinie von oben, zu lösen.


    Die Wirkung auf die Menschen, die nicht hinter den Ideen der PDV stehen, erscheint mir jedoch bedenklich: Wenn diese Leute durch die entstehende Macht der PDV eine Veränderung jeglicher Art erführen, so entsteht diese Veränderung ohne ihre Zustimmung oder gegen ihren Willen. Zum Beispiel die Herabsetzung irgendwelcher Steuern oder Veränderung von Verwaltungsgebäuden. Wenn Menschen, die die PDV nicht unterstützen, auch diese Veränderungen nicht unterstützen, dann sind die Veränderungen ein Akt der Gewalt über diese Menschen. Es wird eine Veränderung auf Strukturen erwirkt, die per Definition alle etwas angehen, ohne dass jedoch alle (oder auch nur eine große Mehrheit) damit einverstanden wäre.


    Angenommen die PDV würde, weil sie nur eine Minderheit hat, keine Entscheidungen allein treffen. Dann ist eine solche Wirkung jedoch noch immer ein Widerstand gegen die Grundsätze und Ziele der anderen Parteien, die von einer größeren Mehrheit getragen werden. Schließlich erscheinen mir die Ziele der PDV ziemlich extrem - was passieren kann, wenn man von extremen Zielen aus Kompromisse eingeht, sieht man derzeit am Beispiel der FDP.


    Dies ist natürlich ein allgemeines Problem der staatlichen Demokratie. Die Probleme und mögliche Kooperationen werden überschaubarer, wenn man das ganze auf die lokale Ebene trägt. Hierbei geht es jetzt aber um die Bundestagswahl, was mit lokaler Entscheidungsfindung nun wirklich nichts mehr zu tun hat.


    Wenn die Ziele der PDV jedoch nur informativer Natur sind, um z.B. die Bürger über ihre Möglichkeiten aufzuklären, so braucht man dafür ebenfalls keine Partei.


    Wie seht ihr das?

  • Hallo Kritiker,


    Die Wirkung auf die Menschen, die nicht hinter den Ideen der PDV stehen, erscheint mir jedoch bedenklich: Wenn diese Leute durch die entstehende Macht der PDV eine Veränderung jeglicher Art erführen, so entsteht diese Veränderung ohne ihre Zustimmung oder gegen ihren Willen. Zum Beispiel die Herabsetzung irgendwelcher Steuern oder Veränderung von Verwaltungsgebäuden. Wenn Menschen, die die PDV nicht unterstützen, auch diese Veränderungen nicht unterstützen, dann sind die Veränderungen ein Akt der Gewalt über diese Menschen. Es wird eine Veränderung auf Strukturen erwirkt, die per Definition alle etwas angehen, ohne dass jedoch alle (oder auch nur eine große Mehrheit) damit einverstanden wäre.

    In dieser Logik sehe ich ein paar kleine, aber entscheidende Fehler.
    1. Das herabsetzen von Steuern ist das herabsetzen von bereits ausgeführter Gewalt. Es ist keine initiierende Gewalt. Wenn das jemanden nicht passt, weil er Profiteur von Steuern ist, würde ich das mit der Situation vergleichen, dass es einem Räuber nicht passt, wenn ihm das Diebesgut weggenommen wird.
    2. "öffentliche Eigentümer" sind kein rechtmäßiges Eigentum von irgendwem (bzw. es wäre zu ermitteln, wem es zuletzt rechtmäßig gehörte, was wohl umöglich sein wird). Man muss zwischen rechtmäßigem und unrechtmäßigen Eigentum unterscheiden. Solches Eigentum wäre (Murray Rothbard folgend) dann wieder "frei" um angeeignet zu werden, gehört also dem, der es sich nimmt (solange dies nicht der Räuber selbst ist).


    Würde die PDV Strukturen weg von der Freiheit verändern, würde ich dir zustimmen. Dann wäre die PDV nur eine weitere sozialistische Partei.

    Wenn die Ziele der PDV jedoch nur informativer Natur sind, um z.B. die Bürger über ihre Möglichkeiten aufzuklären, so braucht man dafür ebenfalls keine Partei.

    Unbedingt brauchen würde man sie nicht, es kann aber eine viel bessere Plattform zur Informationsverbreitung liefen.


    Wozu das ganze? Warum wollt ihr in den Bundestag?

    Für mich gibt es 3 Gründe in der PDV zu sein und diese zu Unterstützen:
    1. Wie oben erwähnt die Plattform zur Informationsverbreitung (siehe Ron Paul)
    2. Es ist eine Art der Organisation gleichgesinnter (ok, dazu brauche ich keine Partei...)
    3. Sie bietet die Chance (so sie Einfluss gewinnt) die sozialistischen Tendenzen in der Politik zumindest etwas abzuflachen oder gar umzukehren.


    Du hast vollkommen recht, wenn du damit sagen willst, dass man über Politik keine Freiheit verordnen kann. Dazu muss Aufklärung her. Mit der PDV kann man aber über politische Mittel den Weg für diese Aufklärung ebnen/offen halten und gleichzeitig selbst aufklären.

  • Immer daran denken: Mit der PDV ist all das, was heute "Gesetz" ist, noch immer möglich - nur eben auf freiwilliger Basis. Wenn also jemand höhere Steuern breit ist zu zahlen - für ineffiziente staatliche Leistungen - dann darf er das ja gerne tun.

  • Parteien im Bundestag bekommen mehr Aufmerksamkeit als irgendein Verein es je erreichen könnte. Daher die Ambitionen in den Bundestag zu gelangen.
    Zum Thema "Änderungen von Strukturen": Wir löhnen bereits mit mehr als 70% unseres Einkommens für diese Wahnsinn welcher sich Staat schimpft und die Lage wird nicht besser.
    Wenn Menschen aber unbedingt dem Sozialismus fröhnen wollen, so könnten sie einfach eine Sozialistenverein/organisation gründen, wo jeder der möchte einfach die Hälfte seines Einkommens abgibt und dafür sozialistisch organisierte Leistungen wie Rentenversicherung, Krankenversicherung, Beratungsstellen usw. in Anspruch nehmen kann. Und dies wäre freiwillig.


    Wer Menschen zu etwas zwingt ist ein Soziopath. Und wohin uns Mehrheitsentscheide bringen, wurde doch 1933 eindrucksvoll aufgezeigt. Demokratie kann nur auf der kleinsten Verwaltungsebene funktionieren und das ist die Gemeinde.
    Ich komme mir manchmal wie Kassandra vor und wir stecken auch in einer verdammten Tragödie!
    Am Ende will es, wie immer, niemand gewesen sein oder etwas gewusst haben.

  • Zitat

    1. Das herabsetzen von Steuern ist das herabsetzen von bereits
    ausgeführter Gewalt. Es ist keine initiierende Gewalt. Wenn das jemanden
    nicht passt, weil er Profiteur von Steuern ist, würde ich das mit der
    Situation vergleichen, dass es einem Räuber nicht passt, wenn ihm das
    Diebesgut weggenommen wird.

    Das ist allerdings ein gutes Argument. Da stellt sich die Frage, wie wir allgemein mit Gewalt umgehen wollen. Anstatt aggressiv dagegen vorzugehen und quasi Gegenmaßnahmen zu treffen die in die entgegengesetzte Richtung wirken, würde ich den Weg der Verständigung bevorzugen. Wer dem Räuber sein Diebesgut wegnimmt, macht's nicht besser; man sollte ihm bei dem Problem, weshalb er gestohlen hat, helfen, und zusammen versuchen einen anderen Weg zu finden.
    In diesem Fall bedeutet das, man sollte die Steuern nicht abschaffen, sondern den Menschen Alternativen vorlegen und ihnen zeigen, warum diese Alternative besser ist. Was wiederum nur ein informativer Akt ist, und so kommen wir zum zweiten Punkt:


    Zitat

    Parteien im Bundestag bekommen mehr Aufmerksamkeit als irgendein Verein es je
    erreichen könnte. Daher die Ambitionen in den Bundestag zu gelangen.

    Das ist aber nicht der Sinn des Bundestages. Das wird zwar von den meisten Parteien derzeit so praktiziert, aber eigentlich ist der Bundestag ein Teil der Legislative, der Gesetzgebung. Und auch der Sinn einer Partei ist es nicht, Informationen zu verbreiten. Ihr Sinn ist es, einen Machtanspruch zu vertreten.
    Zudem bezweifle ich, dass eine Partei besonders gut dazu geeignet ist, um offiziell politisch Informationen zu verbreiten. Es ist derzeit nur der einzige bekannte Weg. Eine Partei hat hunderte Verwaltungsaufgaben, Finanzierungsprobleme, etc... nicht zuletzt schöpft sie Parteigelder vom Staat ab, also letztlich wieder von den Menschen...
    Ich denke wir sollten uns daher zuerst einmal Gedanken machen, wie man Informationen effizient an den Mann bringt (natürlich auch an Frauen ;))


    Zitat

    Zum Thema "Änderungen von Strukturen": Wir löhnen bereits mit mehr als 70%
    unseres Einkommens für diese Wahnsinn welcher sich Staat schimpft und
    die Lage wird nicht besser.

    Als Partei im Bundestag wird die PDV aber zu einem Teil des Staates. Und genau wie du sagst würde sie wiederum durch Steuern finanziert, und die Chance, etwas wirklich zu verändern, ist gering.


    Zitat

    Demokratie kann nur auf der kleinsten Verwaltungsebene funktionieren und das ist die Gemeinde.

    Das sehe ich genau so.


    Nun noch zwei kleine Anmerkungen:


    1. Thomas : Mit Verwaltungsgebäude meinte ich eigentlich allgemein "die Verwaltung" des Staatsapparates.
    2. Zum Thema Sozialismus...


    Würde die PDV Strukturen weg von der Freiheit verändern, würde ich dir zustimmen. Dann wäre die PDV nur eine weitere sozialistische Partei.
    (...)
    3. Sie bietet die Chance (so sie Einfluss gewinnt) die sozialistischen Tendenzen in der Politik zumindest etwas abzuflachen oder gar umzukehren.

    Wenn Menschen aber unbedingt dem Sozialismus fröhnen wollen, so könnten sie einfach eine Sozialistenverein/organisation gründen, wo jeder der möchte einfach die Hälfte seines Einkommens abgibt und dafür sozialistisch organisierte Leistungen wie Rentenversicherung, Krankenversicherung, Beratungsstellen usw. in Anspruch nehmen kann. Und dies wäre freiwillig.

    So wie ihr über Sozialismus redet, kommt bei Uneingeweihten unweigerlich der Gedanke an Faschismus hoch. Den Sozialismus als abstrakten Begriff schwarz zu malen ist zudem weder zielführend noch sinnvoll, letztlich finden sich viele ur-sozialistische Ideen auch im Parteiprogramm der PDV wieder.

  • Der Sinn des Bundestages ist schon lange nicht mehr erfüllt. Dort werden Gesetze nur durchgewunken (siehe ESM, fast kein Schwein hat ihn gelesen) welche vorher, hinter verschlossenen Türen mit der Wirtschaft (oder den Banken) ausgearbeitet werden.
    Wenn sich Wirtschaft mit der Staatsmacht verbindet (dieser Zustand ist momentan gegeben) sprechen wir von Faschismus (Fascis = Das Bündel, gemeint ist heutzutage die Bündelung von Wirtschaft und Staat).
    Also der Bundestag ist alles andere aber nicht "dem deutschen Volk" dienlich. Dies gilt es zu ändern. Schonmal eine der etablierten Parteien über unser Geldwesen reden gehört? Ich nicht. ok, Ausnahme ist Frank Schäffler.


    Wenn wir von Sozialismus reden, reden wir immer vom Staatssozialismus und der Idee wo dahinter steckt.
    Der freiwillige Sozialismus, wie wir ihn aus Familie, freiwilliger Feuerwehr, THW, Pflegehilfsdienste, usw. kennen funktioniert und ist die höchste Gesellschaftsordnung welche wir erreichen können.
    Sobald aber jemand diesen befiehlt, haben wir erzwungenen Sozialismus. Und dieser ist in der Menscheitsgeschichte immer katastrophal mit Millionen von Toten gescheitert (siehe franz. Revolution, rote Khmer, Stalin, Hitler, Nordkorea, Vietnam, China, Kuba).
    Diesen Staatssozialismus sehe ich als größte Bedrohung der Freiheit und der Selbstbestimmung des Menschen/Individuums an.
    Wenn etwas gut ist würden es die Menschen doch freiwillig machen. Wir haben die Monarchien überwunden und nun stecken wir in der nächsten Herrschaftsideologie fest. Menschen sollten nicht über Menschen herrschen, auch nicht durch Mehrheitsentscheide. Dieser Gedanke ist einer der Grundpfeiler der freien Marktwirtschaft. Sobald jemand herrschende Gewalt ausübt (ist momentan der Fall) haben wir Planwirtschaft oder etwas anderes in dieser Richtung.

  • Wer dem Räuber sein Diebesgut wegnimmt, macht's nicht besser; man sollte ihm bei dem Problem, weshalb er gestohlen hat, helfen, und zusammen versuchen einen anderen Weg zu finden.

    Da hab ich eine andere Ansicht von Gerechtigkeit... Der Räuber besitzt das Diebesgut nicht rechtmäßig. Es ihm wegzunehmen hat m.E. nichts mit Aggression zu tun.
    Besser wäre es, wenn die Menschen garnicht erst zu Räubern werden, da stimme ich dir zu. Dazu müssen die Steuern runter/weg, die Wirtschaft frei werden, das Schulsystem frei werden und das Geldmonopol gebrochen werden. Damit müsste wohl keiner mehr zum Verbrecher werden.
    Aber an Notwehr und Wiedergutmachung sehe nichts verwerfliches.

    Das ist aber nicht der Sinn des Bundestages. Das wird zwar von den meisten Parteien derzeit so praktiziert, aber eigentlich ist der Bundestag ein Teil der Legislative, der Gesetzgebung.

    So würde er ja auch zum Teil "benutzt". Aber nicht um neue Gesetze zu machen, sondern sie los zu werden.



    @Sockrattes: Meine volle Zustimmung. Sehr gut beschrieben!

  • So wie ihr über Sozialismus redet, kommt bei Uneingeweihten unweigerlich der Gedanke an Faschismus hoch. Den Sozialismus als abstrakten Begriff schwarz zu malen ist zudem weder zielführend noch sinnvoll, letztlich finden sich viele ur-sozialistische Ideen auch im Parteiprogramm der PDV wieder.


    Genau den Fehler machen CDU und FDP schon seit langer Zeit, mit besorgniserregenden Folgen. Die Behauptung, man darf nichts gegen den Sozialismus sagen, weil man sonst Faschist ist, ist doch total krank. Ich mache bei diesem linken Getümel jedenfalls nicht mit. Die Idee einer gemäßigten Mitte ist schon längst von der Idee ersetzt worden, der linke Flügel sei das Maß aller Dinge, und die Politiker der Mitte halten sich selbst schon für schlechte Menschen, und versuchen linke Inhalte zu übernehmen, was man jüngst am Wahlprogramm der CDU/CSU wieder sehen kann. Achja, aber die feinen Herren vom linken Flügel wollen ja nur das Beste für die Menschen und stehen für Toleranz und Vielfalt
    :ill: :pillepalle: :rofl:


    Und was für ursozialistische Ideen im PDV-Programm sollen das sein?

  • Hallo Kritiker,
    es stellt sich doch eher die Frage wo genau der Unterschied zwischen Sozialisten und Faschisten liegt.
    Es ist für mich immernoch ein Rätsel wie der Begriff Sozialismus bis heute ein positives Echo in Leuten auslösen kann.
    Hat man vergessen das sich Faschisten in Deutschland nationale Sozialisten nannten, die übrigens heute immernoch mit dieser Worthülse spielen? Der Grund ist einfach:nationale Sozialisten sind nun einmal Sozialisten und sie würden sich selbst auch so beschreiben. Die Definition der Gruppe ist halt nur eine andere. Wohingegen internale Sozialisten den Kontext etwas weiter fassen.
    Politische Strukturen, ob nun sozialistische oder faschistische unterscheiden sich doch in Ihrer Konsequenz nicht wirklich... zumindest erkenne ich keine wesentlichen Unterschiede.


    http://www.youtube.com/watch?v=YM_bsoM_XAM
    bei 17:00


    Videos belegen zwar nichts wirklich, jedoch kann man sämtliche Quellen von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Konsorten heute noch lesen und die Zielstellungen prüfen. Es ist schlicht widerlich, wie diese Herrschaften über ihre Mitmenschen dachten...

  • Hat man vergessen das sich Faschisten in Deutschland nationale Sozialisten nannten, die übrigens heute immernoch mit dieser Worthülse spielen? Der Grund ist einfach:nationale Sozialisten sind nun einmal Sozialisten und sie würden sich selbst auch so beschreiben. Die Definition der Gruppe ist halt nur eine andere. Wohingegen internale Sozialisten den Kontext etwas weiter fassen.

    Und ich finde es immer wieder erstaunlich dass die meisten Menschen, vorallem aber "Linke", aus irgendeinem unerklärlichen Grund glauben dass NationalSOZIALISTEN keine Sozialisten sind...
    Strenggenommen sind sie sogar linksextrem. Soweit ich weiß bezeichnen sich Libertäre in den USA manchmal als "extreme right" (z.B. Rothbard) was dort als konsequent freiheitlich verstanden wird. Alles was Anti-freiheitlich und konsequent sozialistisch ist, ist demnach "extreme left". So macht das auch viel mehr Sinn. Aber erklär das mal jemandem in Deutschland ohne dass der dich für bekloppt erklärt... Oder einem "Linken" ohne dass der dir auf die Schnauze haut... :fie:

  • War ja klar, dass sich gleich wieder alle auf diesen einen Satz stürzen... wie ich das Thema hasse... ich hatte es extra als "kleine Anmerkung" gekennzeichnet, damit es nicht zum Haupt-Diskussionsthema wird....


    Stattdessen würde ich mich freuen, wenn ihr nochmal auf meine Argumente eingehen würdet. ;)
    @ Thomas Zink, Sockrattes:


    Das Problem mit dem Bundestag ist folgendes: Bei dem Versuch, den Menschen von Herrschaft zu befreien, wurde der Weg, den derzeitig Machthabenden innerhalb des politischen Systems mit Hilfe der Unterstützung des Volkes zu verdrängen, schon oft versucht. Es endete immer damit, dass die so erhobenen "Volksvertreter" dann plötzlich selbst an der Herrschaft waren und es nicht schafften, den Plan durchzuziehen und den Staat aufzulösen.


    Es geht mir nur darum, dass, wenn ihr die derzeitigen Herrschaftsstrukturen abschaffen wollt, es keinen Sinn macht, dafür selber innerhalb dieser Herrschaftsstrukturen aufzusteigen. Das wird nicht funktionieren. :pardon:

  • Dazu müsste man vielleicht auch untersuchen, wie es soweit kommen konnte.
    Schliesslich sind Euro, ESM, EEG und die gesamten planwirtschaflichen Tendenzen durch Autokraten ja nicht über Nacht über uns hereingebrochen.
    Unsere heutige Situation ist ja ein Produkt großer Passivität und Bequemlichkeit seitens des "Souverän". Wer sagt denn, das dieser Prozess unumkehrbar ist und nicht wieder abgebaut werden kann?
    Dazu bedarf es aber auch Handlungen und Taten.
    Politische Arbeit ist ein Teil von Handlung und Tat, da es eine freiwillige Willensbildung zum Ausdruck bringt. Wenn diese Willensbildung mit dem selbstlosen Ziel mehr Freiheit den Bürgern und Kommunen zukommen zu lassen steht, dann ist sie im großen Widerspruch zur Herrschaft unserer jetzigen Politiklandschaft. Daran lässt sich auch eine mögliche Unterwanderung messen und erkennen.


    Ich wüsste nicht, wie von dir beschrieben, in der Vergangenheit dies schon oft versucht wurde... Welche Volksvertreter bzw welchen Staat meinst du?
    Es gibt auch zur Zeit nur einige wie Montenegro oder Albanien die zum Beispiel gerade Gesetze abbauen (durch Flattax) und dabei auch relativ erfolgreich sind. http://www.taxrates.cc/html/montenegro-tax-rates.html

  • Wenn ich mir so ein paar Revolutionen anschaue (http://de.wikipedia.org/wiki/R…ele_f.C3.BCr_Revolutionen), dann enden die meisten schon damit, dass am Ende wieder irgendeine Übergangsregierung gebildet wird und diese sich wieder festigt... zu den neusten Beispielen zählt z.B. Ägypten, da herrscht jetzt eine Militärregierung.


    Allerdings muss ich zugeben: Deine Beispiele sind besser :D Eben wegen der Gefahren solcher Revolutionen sind langsamere Prozesse, falls sie kontrolliert werden können, natürlich besser. Dazu gehört auch eine langsame Veränderung des Regierungssystems. Gutes Argument! :thumbsup:

  • Das Problem mit dem Bundestag ist folgendes: Bei dem Versuch, den Menschen von Herrschaft zu befreien, wurde der Weg, den derzeitig Machthabenden innerhalb des politischen Systems mit Hilfe der
    Unterstützung des Volkes zu verdrängen, schon oft versucht. Es endete immer damit, dass die so erhobenen "Volksvertreter" dann plötzlich selbst an der Herrschaft waren und es nicht schafften, den Plan
    durchzuziehen und den Staat aufzulösen.


    Es geht mir nur darum, dass, wenn ihr die derzeitigen Herrschaftsstrukturen abschaffen wollt, es keinen Sinn macht, dafür selber innerhalb dieser Herrschaftsstrukturen aufzusteigen. Das wird nicht funktionieren. :pardon:

    Zugegeben, das Ansinnen ist etwas Schizo, zu versuchen ein System (welches man selber für schlecht erachtet) auszunutzen um selbiges abzuschaffen bzw. in eine andere Richtung zu lenken.
    Aber da stellt sich einem die Gegenfrage: Wie kam es soweit?
    Weil gewisse Arschlöcher dieses System soweit selber ausnutzten, ohne daß jemand ihnen Einhalt gebot. Und dieses "Ausnützen" läuft über den parlamentarischen Weg. Also ist doch unser Ansinnen durchaus vernünftig es ebenfalls über diesen Weg zu versuchen. Das wir hierbei "geraubtes Geld" (also Steuern) ebenfalls in Anspruch nehmen, es zu vernachlässigen da wir damit ja nicht vorhaben den etatistischen Unfug weiter zu betreiben, sondern eine Änderung anstreben.


    Am Ende sind wir alle schlauer ob auch Libertäre auf den Stufen der Macht wanken und zu "Staatssozialisten" werden. Die FDP kam nichteinmal ins wanken, die waren schon von Anfang an "Sozialdemokraten".
    Jetzt weis ich auch warum "Sozialdemokraten" im Kaiserreich mehr geächtet waren als Habsburger.


    Der "Staatssozialismus" hat bisher mehr als 60 Millionen Tote gefordert, wieviele müssen es noch werden?

  • Ich möchte mal fragen, welche Alternativen man den sonst für eine Veränderung eingehen möchte,
    wenn man die Gründung einer libertären Partei für unmoralisch hält. Mir fiele nur folgendes ein:


    - Demonstrationen und Petitionen (obwohl der Wirkungsgrad zu wünschen übrig ließe)
    - Gewaltsam in einem bewaffneten Volksaufstand den Bundestag stürzen (ohne Zeifel die coolste
    und romantischste Reaktion auf eine schleichend-freiheitsraubende Oligarchie, jedoch mit leichtem
    Blutverlust sowie schwerwiegenden Folgen verbunden. Eine Woche später würden die Besatzungs-
    mächte ihrer Bezeichnung wieder alle Ehre machen. Dennoch mein geheimer Favorit!)
    - Warten bis das System von selbst zusammenbricht (abwarten und Tee trinken, wie genial! Und während
    wir im ausgerufenen Notstand mit leeren Supermärkten und Überfällen kämpfen, schauen wir zu, wie man
    daraufhin zur Beruhigung der lieben Bürger eine Weltregierung schmackhaft macht)
    - Einen eigenen Kleinstaat irgendwo mitten in Deutschland gründen (wieso ist noch niemand auf eine
    solch einfache Idee gekommen, wie genial! Oh, warte, ich vergaß die Bundeswehrtruppen, mit denen der
    Staat sowas grad mal buchstäblich umkippen kann, zuletzt mit tödlicher Gewalt dank Lissabonner Vertrag,
    während man in Medien von einer Selbstmordsekte spricht)


    Weiß jetzt leider net, ob ich noch einen Punkt vergessen hab, aber verglichen mit oben genannten
    Möglichkeiten lebe ich mit der Parteiarbeit in der PDV freilich ohne belastetes Gewissen. Auch wenn
    mir Oliver Janichs jüngster Auftritt bei Recentr zu fragen gibt, was derzeit im Parteivorstand vor sich geht.

  • Weiß jetzt leider net, ob ich noch einen Punkt vergessen hab

    Was ist eigentlich damit?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Free_State_Project


    http://freestateproject.org/


    Wäre das nicht auch in Deutschland denkbar? Zum Beispiel im Saarland? Das ist klein, übersichtlich und man könnte Leute aus Frankreich, Luxemburg und Belgien mit einspannen. Oder wir "erobern" gleich Luxemburg! :D
    Aber wahrscheinlich gibt es nichtmal dafür annähernd genug libertäre Menschen in Europa... :(

  • Auch wenn mir Oliver Janichs jüngster Auftritt bei Recentr zu fragen gibt, was derzeit im Parteivorstand vor sich geht.

    Ich war auch sehr verwirrt, als ich die Erläuterungen von Oliver Janich gelesen und die Videos gesehen habe. Auch die Tatsache, dass die offizielle Darstellung des PDV-Vorstands deutlich von dem abweicht, empfinde ich als sehr bedenklich.
    Wäre es nicht an der Zeit, hier einmal für Aufklärung zu sorgen? Die PDV hat sehr hehre und lobenswerte Ziele. Wenn aber jetzt schon ähnliche Mechanismen einsetzen, wie man sie ja bei den etablierten Parteien nur allzu gut kennt, wird auch die PDV das Vertrauen der Bürger nicht erlangen.


  • Ja, so in etwa... Herrschaft besteht ja zum größten Teil aus Einschränkungen, und diese Einschränkungen kann man unterwandern. Wir wollen lokale Entscheidungsprozesse, also lasst uns lokale Gruppen bilden die darüber diskutieren, was gut für die Gemeinde wäre. Die positiven Ergebnisse, also was man herstellen sollte, kann man selbst in die Hand nehmen; die negativen Ergebnisse, also was abgeschafft werden sollte, kann man an die Politik weitergeben. Die Chancen einer Beachtung dieser Bestrebungen, bspw. ein Brief an den Bürgermeister, die Stadtverwaltung oder ein Artikel in den Lokalzeitungen ist im lokalen Rahmen viel erfolgsversprechender als auf Landes- oder Bundesebene.
    Die Idee ist dann, dass mehr und mehr Menschem mitmachen weil sie sehen, dass es sinnvoll ist und zu was führt.


    EDIT: Der letzte Auftritt von Oliver Janich ist übrigens tatsächlich sehr interessant; der Vollständigkeit halber hier nochmal der Link: http://www.youtube.com/watch?v=WXeV_6eH36Y
    Oliver meinte dort, dass er einen besseren Namen für die PDV hat... da mir der Name auch nicht gefällt: weiß jemand zufällig, welchen Namen er meint?

  • Zu den Revolutionen, die immer schiefgehen:
    Bei Revolutionen setzen sich IMMER extreme Kräfte durch. Also wenn die Revolution kommt, wird die PDV nicht an der Spitze stehen sondern - von wem auch immer - überrannt werden.
    Eine geistige, friedliche Revolution können wir aber herbeiführen.


    Warum als Partei?
    Ganz einfach, weil libertäre Ideen in der deutschen Öffentlichkeit nicht stattfinden. Wir sind mundtot! Wir existieren nicht. Wer keine Redezeit bekommt, existiert nicht und kann nichts verändern.
    Als Partei können wir ab einer gewissen Größe nicht mehr von den Medien ignoriert werden und erreichen irgendwann eine kritische Masse.
    Die gewalttätige Revolution werden aber andere machen. Wahrscheinlich Sozialisten.