Privatrechtsgesellschaft als logisches Endziel

  • Die "libertäre Scene" setzt sich großenteils zum obersten Ziel, den Staatapperat zu verkleinern und möglichst auf seine Grundaufgaben zu reduzieren. Dann sei wieder alles gut... Das dachte ich auch, bis ich Hans Hermann Hoppe las.


    In letzter Zeit wurde mir immer klarer, dass diese Forderung völlig inkonsequent und kurzsichtig ist. Denn es ist ja bekannt, dass ein Staat stets den Drang zur Ausweitung der Macht hat, was über die Massendemokratie (wo jeder Depp über mein Leben entscheiden kann) auch kein großes Problem darstellt. Und es ist egal, ob man Sicherheitsmechanismen einbaut, die ein Ausweiten des Staates verhindern sollen, denn es ist einfach unmöglich dies zu verhindern. In den USA steht zB. in der Verfassung, dass nur Gold und Silber Geld ist, aber es wird trotzdem Papiergeld als Zwangsgeld produziert und trotz Verfassung hat sich die USA zum Polizeistaat entwickelt. Irgendwelche Begrenzungsversuche sind also reine träumerei und dummfug.Der einzige Grund erstmal den Minimalstaat als Ziel zu propagieren ist der, dass man dem Urnenpöbel damit weniger Schrecken einjagt, als wenn man ihn direkt mit der (scheinbar) harten Privatrechtsgesellschaft konfrontiert. Wer sich allerdings als Minimalstaatler mal hinsetzt und logisch bis zum Ende denkt, der muss am Ende bei der Privatrechtsgesellschaft als Endlösung landen oder nicht ?


    Ich denke es ist mal ganz interessant, hier das Thema Privatrechtsgesellschaft zu eröffnen :)

    Gerechtigkeit verlangt Ungleichheit als eine Bedingung von Freiheit und als ein Mittel, jeden zu belohnen entsprechend seiner Verdienste und Leistungen.

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  • Es sind immer alle Menschen als Individuum, die sich die Gesellschaft formen wie sie ist. Was nützt die freiheitlichste Verfassung, wenn niemand die Rechte und Pflichten wahrnimmt (i.S. Popper) und erreichte Werte schützt. Es ist immer leicht in der dritten Person über Konzepte zu sprechen die einen nicht wirklich betreffen. Wenn du Papierzettel akzeptierst - dann ist das dein Problem, du hättest dich ja auf die Verfassung berufen können. Es Bedarf auch einer Mündigkeit der Menschen mit einem Anspruch auf (Vernunft)Recht. Ein Minimalstaat stellt fürs erste schon mal einen gewaltigen Umbruch im Vergleich zum jetzigen Superstaat dar. Wie die Sachen dann aber laufen, kann heute aber niemand vorhersehen.


    Hoppes Ansatz ist ja, das Demokratie in überwiegenden Maße schlechte Charakter anzieht (und durch Wahlen die Negativität verstärkt wird) - womit er derzeit auch nicht ganz unrecht hat. Viele heutige Berufspolitiker währen unter psychatrischer Begutachtung wahrscheinlich pathologisch oder schizophren zu diagnostizieren. Aber auch eine Privatrechtgesellschaft hätte diese Anfälligkeit durch gestörte Charaktere und wer sagt das Wahlen immer im 4 Jahresturnus ablaufen müssen. Vielleicht werden Kompetenzen komplett neu gemischt, wer weiss. Somit kann es nie eine "Endlösung" geben, das haben Kommunisten und Nationalsozialisten den Leuten auch erzählt und durch Millionen Tote versucht umzusetzen (Historizismus aLa Hegel, der neue Mensch bei Marx und die Volksgemeinschaft bei Hitler).


    Meiner Meinung geht es darum eigene Erkenntnis und Vernunft umzusetzen und seinem ehrlichen Gewissen zu folgen, damit schlechte Charaktere und Konzepte blosgestellt werden können. Dazu braucht es vielleicht das ideologische Rüstzeug einer Privatrechtgesellschaft, aber nicht konsequenterweise die Privatrechtgesellschaft.

  • Ich halte es da ähnlich wie Roland Baader. Die Privatrechtsgesellschaft ist der Leitstern nach dem man sich richten muss. Sie ist das Ziel und der Minarchismus ist der (vielleicht ewige) Weg dort hin.
    Hoppe sieht das ja auch so. "Eine Welt aus zehntausenden von Liechtensteins und Hong Kongs" ist für ihn der Weg zum Ziel.

    Zitat

    Irgendwelche Begrenzungsversuche sind also reine träumerei und dummfug

    Die einzige halbwegs funktionierende Begrenzung ist ja laut Hoppe die Monarchie. Weil ein Monarch viel weniger Anreize hat sein Land und sein Volk für einen kurzfristigen Gewinn zu ruinieren als ein demokratisch gewählter Politiker.


    Zitat

    Der einzige Grund erstmal den Minimalstaat als Ziel zu propagieren ist der, dass man dem Urnenpöbel damit weniger Schrecken einjagt, als wenn man ihn direkt mit der (scheinbar) harten Privatrechtsgesellschaft konfrontiert.

    Dass die PDV als politische Partei nicht mehr fordert als den Minimalstaat ist verständlich da sie sonst die Abschaffung des Grundgesetzes fordern würde und dann wäre sie in der BRD verboten.
    Aber den 5% Reststaat wird man bestimmt viel leichter abschaffen können als den heutigen 70% Staat. ;)

  • Zitat

    Ich denke es ist mal ganz interessant, hier das Thema Privatrechtsgesellschaft zu eröffnen

    Also ich sehe hier folgendes Problem: Die Typen die an dem Konzept philosophieren sind überwiegend blanke Theoretiker.


    Nehmen wir mal Hoppe. Er hat völlig Recht wenn er sagt Demokratie ist ein Wettbewerb von Gauern und falschen Versprechungen, aber dann tendiert er in diese Monarchie Richtung, was komplette Hirnwichse ist. Der Typ hat an einer deutschen Universität Geschichte studiert und wir wissen ja wie Faktenreich der deutsche Universitätsstoff ist. Die Typen haben von Geschichte und MIlitär keine Ahnung und es ist nunmal so, dass Gewalt Realitäten schafft. Da kommen mir Leute mit Sachen wie dem nicht-aggressionsprinzip wo ich mich fragen muss, was für Vorstellungen die vom Menschen haben.
    Deutschland oder der Westen als Privatrechtsgesellschaft würde komplett zersetzt und unterminiert werden von verbliebenen Machtblöcken und dann ist der Käse gegessen.


    Ich würde es ja selbst gerne sehen wenn man absolut keinen Staat mehr bräuchte, aber als Militär und Kriminalpolizei sehe ich einen größeren Nutzen als die versponnen Konzepte einer Privatrechtsgesellschaft, wo jede Gruppe von Sektierern sich durch eigene Gesetze legitimität schaffen kann und genug Leute um sich schart, die einen an der Klatsche haben und beherrscht werden wollen, bis man sich stark genug fühlt den Rest zu erobern.


    Zitat

    In den USA steht zB. in der

    Blabla der Minimalstaat muss zum Maximalstaat werden... Das ist diese freiwillig Sinnfrei Wichse die keine Ahnung daovn haben, dass die USA und die Schweiz zu den ältesten Staaten der Erde gehören und sich verdammt gut gehalten haben in einer Geschichte, in der andere Staaten permanent zusammen gebrochen sind.

  • Was unterscheidet Sozis von Libertären?
    Die Sozis argumentieren rein emotional und sind damit leider viel zu erfolgreich. Die Libertären argumentieren rein logisch und stoßen dabei leider auf viel Widerstand bei den Menschen (offensichtlich selbst in den eigenen Reihen :pinch: ). Man kann aber nur logisch zu ende argumentieren wenn man vorher logisch zu ende gedacht hat.
    Es ist nichts Falsches daran die Logik zu ende zu denken. ;)
    Hoppe, Rothbard und Co. machen nichts anderes. Die Privatrechtsgesellschaft ist ihr Ziel. Der Minarchismus ist der Weg dorthin. Ob der Weg vielleicht sehr, sehr lang ist, steht eigentlich garnicht zur Debatte.
    Holger hat Recht: Das "ideologische Rüstzeug einer Privatrechtsgesellschaft" (ich würde eher sagen das ANTI-ideologische Rüstzeug!) ist wichtig im Kampf gegen den maximalistischen Superstaat.

  • Nehmen wir mal Hoppe. Er hat völlig Recht wenn er sagt Demokratie ist ein Wettbewerb von Gauern und falschen Versprechungen, aber dann tendiert er in diese Monarchie Richtung, was komplette Hirnwichse ist.


    Er sagt nur, dass die Monarchie der Demokratie vorzuziehen ist. Aber er sagt einige Zeilen später auch, dass beide Regierungsformen früher oder später in den Untergang führen; jede auf ihre Art.


    Du bist doch zu 100% der "Freigeist", der auf Recentr.com immer die Kommentare abgibt, an denen sich alle aufreiben oder ? :D Sehr sympathische geradlinige Ausdrucksweise :thumbsup:

    Gerechtigkeit verlangt Ungleichheit als eine Bedingung von Freiheit und als ein Mittel, jeden zu belohnen entsprechend seiner Verdienste und Leistungen.

  • Was unterscheidet Sozis von Libertären?
    Die Sozis argumentieren rein emotional und sind damit leider viel zu erfolgreich. Die Libertären argumentieren rein logisch und stoßen dabei leider auf viel Widerstand bei den Menschen


    "Seinem Gewissen folgen ist bequemer als seinem Verstande: denn es hat bei jedem Misserfolg eine Entschuldigung und Aufheiterung in sich. Darum gibt es immer noch so viele Gewissenhafte gegen so wenig Verständige." (Nietzsche)

    Gerechtigkeit verlangt Ungleichheit als eine Bedingung von Freiheit und als ein Mittel, jeden zu belohnen entsprechend seiner Verdienste und Leistungen.

  • ohh, die deutsche Sprache :) und Nietzsches Polemik und spielen mit Homonymen


    "Gewissenhafte": von gewiss - im Sinne von sicher / gesichert Wissen (Wortwurzel Wissen)
    "Verständige": von verstehen im Sinne von die gleiche Sprache sprechen (Wortwurzel Verstehen)


    Die Antagoni zwischen Wissen und Verstehen ist eine andere gegenüber Gewissen und Verstand... zwei ungleiche Brüder

  • Zitat

    Was unterscheidet Sozis von Libertären?


    Die Sozis argumentieren rein emotional und sind damit leider viel zu
    erfolgreich. Die Libertären argumentieren rein logisch und stoßen dabei
    leider auf viel Widerstand bei den Menschen

    Und da kommen wir zu dem Punkt wie die Voluntaristen/Privatrechtsgesellschaftsanhänger/Anarchokapitalisten aus der rationalen libertären Szene Leute rausbrechen. Die argumentieren vollkommen Emotional, man müsse jetzt sein Gewissen damit belasten, dass man mit der Teilnahme an einer Wahl ein Gewaltverbrechen begehen würde.


    Janich hat vollkommen recht damit wenn er sagt, da findet eine dauer-Traumatisierung der Zuschauer/Leser statt. Und es kommt ja nichts bei rum. Wir haben eine Staatsquote von 72% tendeziel steigend und anstatt mal Schritte zu tun sich für 5% einzusetzen hocken die AnKaps und Voluntaristen wie so neunmalkluge schmollige Kinder auf der Zuschauerbank, bringen nichts auf die Beine außer ihre Snack-Videos und Echokammer Community aber fühlen sich dann so moralisch überlegen. Schau mal freiwillig Sinnfrei an, dutzende Videos von Molyneux wie er sich dumm drüber lustig macht und meint man könne die Mafia nicht unterwandern(Schon 10000 mal passiert) und dauernt die Libertären anscheisst wie inkonsequent sie doch wären weil sie nicht wie Anarchistische Bombenleger gleich den kompletten Staat zerschlagen wollen. Selbst hingegen zahlt er brav seine Steuern im sozialistischen Kanada und geht in die USA um sich gegen Krebs behandeln zu lassen mit Chemo, nur damit die giftige Chemo das Lable "Privat" und nicht das kanadische "öffentliches Gesundheitssystem" hat. Ich mein, ey, da gehts nur um Labels. Da gibts kein richtig und falsch mehr, da gibts nur diese Oberflächlichkeiten nach denen man sich richten soll.


    Weißt du wie man Staaten richtig in die Schranken weißt? Krassen Terror gegen den Apparat. Dafür war der zweite Verfassungszusatz gedacht aber das schneidet sich dann mit der Attitüde von "Nichtaggressionprinzip" und diesem faulen Theoretiker Selbstbild was diese AnKaps haben. Nö wir zeigen kein Video drüber dass es sinnvoll wäre Lebensmittel und Munition zu haben, wir schauen uns lieber die Theoretiker an wie sie sich über alle anderen lustig machen.
    Der nächste Schritt vom drüber lustig machen ist dieser blanke Hass den man jedem entgegen bringen soll der selbst kein Nicht-aggro Pussy AnKap ist. Und Hoppe sieht sich wohl selbst schon als neuen Priester in dieser Gesellschaft aus super rationalen und voluntaristischen Herrenmenschen und stolziert dann rum in diesem lächerlichen White-Hat Plantagenbesitzer Kostüm.


    Dieser ganze Privatrechts Bullshit ist Schwachsinn von der ersten bis zur letzten Seite von Leuten die keine Erfahrungen haben mit den 1000 Möglichkeiten des Lebens. Alter meint ihr ein einziger Privatrechts Versicherungskonzern versichert euch in einem Krieg, wenn Moskau Inc. sich was holen will, wenn in Berlin jetzt schon Brandstiftung als höhere Gewalt gehandelt wird?


    Aber die ganze Diskussion zu dem Thema führt man nicht hier oder in Foren, die trollen sich bei Facebook alle gegenseitig weil diese Pest ihnen irgendeinen narzistischen Boost gibt wenn ihr Dreck ein paar mal geliket wird.


    Außerdem wird damit die brauchbare Arbeit der "politischen Libertären" unterminiert. Und das vor den Wahlen. Ja schön dann freuen sich halt die AnKaps wenn sie nicht zur Wahl gehen, die Stimme nicht mal ungültig machen, aber sich dann toll fühlen. Die erzählen lauter Scheissdreck über Geschichte weil sie von nichts eine Ahnung haben aber meinen dann jede Republik muss in einem Orwellischen Monsterstaat enden und darum also erst garnicht mehr versuchen irgendwas auf dieses Minimallevel zurück zu drosseln sondern gleich auf den Zusammenbruch warten. Weil dann kann man ja als Konzern-Fanboy auftauchen und den hungernden Sozialisten erzählen sie wären selbst schuld und jetzt ist hier Privatrecht. So dummes Gelaber bringt einen höchstens so hoch wie es am Laternenpfahl eben langt.


    Was am Ende der Debatte rauskommt ist Harte Arbeit vs. Fantasiekonstrukt die nur die libertäre Bewegung zersetzt.

  • Hallo Freigeist,


    du hast recht, wenn du sagst, dass die Argumente gegen den politischen Weg zu mehr Freiheit blödsinn sind. Ich habe mehrfach versucht das auf FwF zu diskutieren. Zumindest gestand man mir zu, dass der politische Weg nicht unmoralisch ist. Sie bestehen aber darauf, dass er inkonsequent ist, was sie zumindest mir nicht belegen konnten (Ich sehe ihre politische Passivität eher als irrational, aber bei der weiteren Diskussion kam nichts rum).


    Dass sie nichts außer ein paar Videos zusammenkriegen ist aber schon eine gewagte Aussage. Ich kenne sie nicht genug um so was behaupten oder widerlegen zu können (Ich meine aber, dass zumindest die drei Gründer Unternehmer sind). Aber zumindest mich haben sie erst so richtig auf den libertären Gedankenpfad gebracht mit diesen paar Videos.


    Ich persönlich denke schon, dass eine Privatrechtsgesellschaft funktionieren würde (wie überall, kann man sich aber auch hier täuschen). Aber so weit sehe ich uns noch lange nicht (es müssten schon sehr viele Menschen verstanden und eine "Kultur der Freiheit" entwickelt haben, damit das funktioniert). Zunächst ist m.E. ein Minimalstaat das anzustrebende (Zwischen-)ziel. Ob und wie es dann weitergeht (Privatrechtsgesellschaften könnten dann von diesem Minimalstaat sehr leicht abtrünnig werden, ohne diesen aufzulösen) wird man sehen. Bis dahin, sollten (so meine Meinung) aber eigentlich sowohl Minimalstaatler als auch Anarchisten an einem Strang ziehen, wenn es darum geht mehr Freiheit zu erlangen, auch wenn das Ergebnis für die einen das Ziel und für die anderen nur ein Zwischenziel darstellt.

  • Freigeist
    Du setzt die anti-politischen "Wähler-sind-Gewaltverbrecher"-Voluntaristen mit politisch aktiven AnCaps gleich. Das ist so aber nicht richtig. Rothbard war für den politischen Weg. Hoppe ist für den politischen Weg. Oliver Janich ist AnCap und hat eine Partei gegründet. Auch Ron Paul liebäugelt mit der Privatrechtsgesellschaft. Ich denke die meisten AnCaps werden zustimmen dass jedes Mittel recht ist den Staat zurückzufahren. Auch Parteien und Wahlen.

  • Ich denke die meisten AnCaps werden zustimmen dass jedes Mittel recht ist den Staat zurückzufahren

    Ich würde zustimmen, wenn man es auf jedes gewaltfreies (Notwehr natürlich erlaubt) Mittel beschränkt.
    Aber wie gesagt, diese bestimmten Voluntaristen haben meiner Ansicht nach keine logisch nachvollziehbare Begründung. Es mag ihnen so besser gefallen, ok. Aber das Gerede von "unkonsequent" oder "unmoralisch" (was mittlerweile nicht mehr unbedingt behauptet wird) halte ich für falsch.


    Es sei denn man legt die sogenannte "Gewaltfreie Kommunikation" zu Grunde. Aber bei der sehe ich noch viel weniger logische Begründbarkeit (Subjektive kann es natürlich immer geben).

  • ich finde die ganze Ancap-Sache ist hochinteressant und je mehr ich mich hineinfinde desto logischer und schlüssiger wird alles weitere. Natur- bzw Vernunftrecht gekoppelt mit konsequenter Freiheit im Kantschen Sinne, wenn man niemand anderen schadet. Oli´s Beispiel mit dem Seerecht bzw der Din-Norm ist sehr anschaulich und nachvollziehbar.


    Das Problem bei der libertären Szene ist die fehlende Kompromissfähigkeit untereinander, da Kompromisse streng dogmatisch ausgelegt die eigene Freiheit beschränken und somit einen Widerspruch darstellen.

  • Oli war zu dem Zeitpunkt noch kein PRG-Anhänger... ob er die PDV sonst noch gegründet hätte?

    Da müsste man ihn fragen. Aber er scheint den politischen Weg auch heute noch zu unterstützen. Er hat versucht die FwF Leute zu überzeugen, er ist nicht unbedingt freiwillig von seinem Amt zurückgetreten, er ist immernoch in der Partei, er will anscheinend immernoch in den Bundestag... Es spricht einiges dafür dass er nicht zum "Wähler-sind-Gewaltverbrecher"-Lager übergelaufen ist.

  • Zitat

    Ich würde zustimmen, wenn man es auf jedes gewaltfreies (Notwehr natürlich erlaubt) Mittel beschränkt.

    Mir haben Leute vorgeschwärmt von der Ayn Rand Fantasie, dass Unternehmer sich in eine Enklave zurück ziehen und gleichzeitig durch Sabotage und terroristische Akte wie im Buch den Sozialistischen Staat zerstören und austrocknen sollten. Da reden die AnKaps oft was von Gewaltfrei, sind aber voll mit Hass und wenn die Rockefeller nach der Zerschlagung von Standart Oil über Stiftungen die Sowjetunion finanzieren fällt das für deren Interpretation ebenfalls unter "Notwehr".


    Zitat

    Es sei denn man legt die sogenannte "Gewaltfreie Kommunikation" zu Grunde.

    Das ist auch so eine Wunschvorstellung die kommt zustande wenn Philosophen mit niedrigem Testosteronspiegel sich in Echokammer Chatrooms und in Online Communities nur gegenseitig bestätigen. Leute die noch auf dem Boden der Tatsachen sind wissen ganz genau, dass soetwas Hippie Bullshit ist. Formen von Gewalt in der Kommunikation gibt es dutzende von der offenen Drohung hin zur Aufdringlichkeit und so weiter. Seht euch bspw. Gruppen junger Männer an, die untereinander eine Rangordnung entwickeln und einen raueren Umgangston pflegen als die Diplompädagoginen im Lehrerzimmer bei der Kaffeepause. Meint ihr eigentlich ernsthaft, dass irgendwelch Tough-Guys sich für die pussyhaften passivitäts Konzepte von Internetphilosophen und brillentragenden Nagetieren interessieren wenn es ihnen einen persönlichen Vorteil bringt fett drauf zu pfeifen?
    Und die Leute sind großteils so kaputt in der Birne, die greifen zu den übelsten Methoden um sich selbst lächerlich geringe Vorteile zu verschaffen. Lieber auf der Hut sein anstatt Wunschvorstellungen nachzugeben.


    Zitat

    ich finde die ganze Ancap-Sache ist hochinteressant und je mehr ich mich
    hineinfinde desto logischer und schlüssiger wird alles weitere. Natur-
    bzw Vernunftrecht gekoppelt mit konsequenter Freiheit im Kantschen
    Sinne, wenn man niemand anderen schadet.

    Alter "Naturrecht" und "Vernunftrecht" sind Konzept Konstrukte die der Mensch geschaffen hat genauso wie Moral, weil er von Natur alleine aus kein "moralisches Wesen" ist. Und wie weit sind diese Konzepte oder Kant auf der Welt verbreitet? Drum herum ist Tyrannei und Barbarei. Wenn man diesen Strömungen und Konstrukten einen Privatrechts-Flickenteppich im Westen präsentiert wird der innerhalb von zwei Monaten ausgeplündert und verwüstet. Dazu haben alle diese "Privatrechtsgesellschaften" mit eigener Rechtsprechung nach verlangen des Kunden andere auslegungen vondem was Natur- oder Gott gegebene Rechte sind. Wo ist da der Konsens? Die eine Privatrechtsgesellschaft sieht es dann als Recht an die Genitalien ihrer Kinder zu verstümmeln und die nächste dass derjenige gesteinigt wird, der die heilige Kuh oder den heiligen Affen berührt.


    Zitat

    Oli´s Beispiel mit dem Seerecht bzw der Din-Norm ist sehr anschaulich und nachvollziehbar.

    DIN ist Deutsches Institut für Normung und hat mit dem Markt nicht viel zu tun. Es ist eine Sache wenn man sich drauf einigt dass ein 11er Schraubenschlüssel eben 11mm Schraubköpfe greifen kann aber die DIN ist ein von Lobby und Politik geschriebenes Zwangskorset und nichts freiwilliges.
    Dazu hat er absolut keine Ahnung von Militär und erzählt was von 80 Millionen Leuten die im Angriffsfall irgendwelche Mätzchen machen würden wenn eine Privatperson seinen Privatflughafen zur chinesischen Militärbasis erklärt. Ahnung von Demografie hat er auch nicht. Er sagt zwar, dass er das nicht haben muss, aber mich würde mal interessieren was Militärs die bspw. für die RAND Corporation Studien entwerfen zu so einem Szenario zu sagen hätten. Genauso versichert dir keine dieser Privatrechtsgesellschaften irgendwas für den Kriegsfall. Überhaupt ist diese Vorstellung, dann wäre jeder versichert, kompletter Schwachsinn. Versicherungen sind ein sehr neues Geschäftsmodel und dazu eine riesen Luftnummer. Aber das ist der feuchte Traum der Salon-AnKaps, dass dann jeder Rundum Versicherungsschutz von einem der fünf großen Anbieter kauft.


    Wenn es 1776 nicht nur in den USA gegeben hätte sondern Weltweit dann wäre es vielleicht denkbar in ein paar hundert Jahren die Leute von der geistigen Gesundung soweit zu haben, dass man solche Experimente machen könnte.
    Ansonsten braucht man einfach ein Militär was die Grenzen der Spielwiese schützen kann und eine Kriminalpolizei die Ermittlungen nicht nach Kundenwunsch führt.


    Bis her ist so nichts passiert, außer dass Voluntaristen der PDV in den Rücken gefallen sind und sich Leute die zu besserem fähig sind in schwachsinnigen Facebook Diskussionen aufreiben. Ich muss mich da echt manchmal fragen ob ich es da überhaupt mit erwachsenen Männern zu tun habe.

  • Mir haben Leute vorgeschwärmt von der Ayn Rand Fantasie, dass Unternehmer sich in eine Enklave zurück ziehen und gleichzeitig durch Sabotage und terroristische Akte wie im Buch den Sozialistischen Staat zerstören und austrocknen sollten. Da reden die AnKaps oft was von Gewaltfrei, sind aber voll mit Hass und wenn die Rockefeller nach der Zerschlagung von Standart Oil über Stiftungen die Sowjetunion finanzieren fällt das für deren Interpretation ebenfalls unter "Notwehr".

    Wenn das dieselben Personen sind, denen der politische Weg zuwider ist, weil er inkonsequent sei, dann sollten diese Leute nochmal nachdenken, ob sie nicht total verblendet sind. Denn terroristische Akte und Sabotagen sind wohl etwas inkonsequenter als politisches Handeln, wenn man auf Gewaltfreiheit aus ist (abgesehen davon, dass wie bereits gesagt, ich keine initiierende Gewalt im politischen Weg sehe)...

    Das ist auch so eine Wunschvorstellung die kommt zustande wenn Philosophen mit niedrigem Testosteronspiegel sich in Echokammer Chatrooms und in Online Communities nur gegenseitig bestätigen. Leute die noch auf dem Boden der Tatsachen sind wissen ganz genau, dass soetwas Hippie Bullshit ist. Formen von Gewalt in der Kommunikation gibt es dutzende von der offenen Drohung hin zur Aufdringlichkeit und so weiter. Seht euch bspw. Gruppen junger Männer an, die untereinander eine Rangordnung entwickeln und einen raueren Umgangston pflegen als die Diplompädagoginen im Lehrerzimmer bei der Kaffeepause. Meint ihr eigentlich ernsthaft, dass irgendwelch Tough-Guys sich für die pussyhaften passivitäts Konzepte von Internetphilosophen und brillentragenden Nagetieren interessieren wenn es ihnen einen persönlichen Vorteil bringt fett drauf zu pfeifen?

    Das sehe ich sehr ähnlich.
    GfK ist für mich nicht logisch und m.E. eine eher religiös anmutende Sache (sowas wie Schweigegelübte ^^)...
    Solche Passivitätskonzepte funktionieren nur, wenn genug mitmachen (aber selbst dann ist es fraglich...)



    Ich bin überhaupt momentan auf dem Trichter, dass durch reines Philosophieren nichts rum kommt (Werd ich auch mit den FwF-Leuten diskutieren). Sowas wie objektive Moral gibt es m.E. nicht. Das Eigentumsrecht ist nicht rein logisch herleitbar (wohl aber aus Sicht der Nützlichkeit, wenngleich diese Sicht von den Philosophierern abgelehnt wird, weil nicht objektiv).

  • Genau das sagt Naturrecht gerade nicht!
    Naturrecht/Vernunftrecht geht von einer intrinsischen Kontinuität aus, die intuitiv die gleiche Reaktion auslöst...
    Das Verstümmeln von Genitalien bleibt Unrecht, egal ob durch irgendein kulturelles oder positivistisches Rechtsgebilde (also vom Menschen gemachtes Recht) moralisch begründet wird oder nicht - es bleibt eine Körperverletzung, die einen Rechtsbruch an der geschädigten Person darstellt. Dadurch können gerade nicht irgendwelche einseitigen Privatrechtsgesellschaften entstehen, da Gesellschaften die Genialverstümmelung legitimieren dem Naturrecht/Vernunftrecht widersprechen und entgegenstehen. Folglich könnten Geschädigte sich in einer Privatrechtgesellschaft immer auf das Naturrecht des Selbsteigentum und Selbstbestimmung des Körpers berufen. Sollten irgendwann lebende Wesen entstanden sein, die keinen eigenen Willen besitzen und quasi Zombiartik nicht Herr Ihrer selbst sind, dann gerät dieses Konzept natürlich an eine Definitionsgrenze - ich kenne aber niemanden der seinen Willen über einen fremden Körper durch natürliche Funktionen ausüben kann.


    Naturrecht/Vernunftrecht ist wie Physik eine Beschreibung und Deutung von äußeren Realitäten die uns Umgeben. Deiner Argumentation folgend wäre Schwerkraft ebenfalls ein menschliches Konzept und nicht Realität. Du kannst aber die Gesetze der Schwerkraft jeder Zeit nachprüfen in dem du einen Ball Richtung Himmel wirfst. Fliegt der Ball weiter in den Weltraum hast du Recht - fällt der Ball zurück auf die Erde, gibt es Gesetzmäßigkeiten und Kräfte auf der Welt, die sich durch Schwerkraft äußern. Folglich ist die eigentlich rein durch Menschen ausgedachte Theorie durch Realität und Praxis bestätigt und richtig.


    Lysenko hat unter Stalin genau so argumentiert wie du und Biologie durch Wunschdenken ad absurdum geführt. Realität und Praxis haben diese Absolutismen natürlich sofort widerlegt (er sagte zum Beispiel, das man Weizen auf Permafrostboden anbauen könne, etc).
    Nur weil moralisch richtiges Verhalten im naturrechtlichen Sinne durch positivistisches menschengemachtes Recht unterdrückt wird, bedeutet das nicht, das es nicht vorhanden ist. Viele geistige Pathologien entstehen wahrscheinlich durch Widersprüche zum Naturrecht, da unser Verstand instiktiv und unterbewusst in Konflikte gerät (dies ist allerdings eine unbestätigte Behauptung von mir...)

  • Zitat

    Genau das sagt Naturrecht gerade nicht!

    Das Naturrecht sagt garnichts, das Naturrecht ist ein Konstrukt westlicher Wertevorstellungen welches in den Köpfen von sehr wenigen Menschen existiert.
    Es gibt in den USA immernoch Rabbis die schneiden Neugebornen nicht nur die Vorhaut ab, die beissen sie ab. Und für diese kranken Freaks und die Eltern ihrer Beute ist sowas das oberste und heiligste was ihre Identität bestimmt. Die Idee in der Rechtsprechung der Privatrechtsgesellschaften, wo auch Eigentümlich Frei einen echten Bock geschossen hat, ist dass Recht eine private Dienstleistung ist und es genauso religiöse Rechtssprechungen für kanonisches und jüdisches und blablavodoo Recht geben kann. Und jetzt erklär einem Rabbi der Vorhäute von Neugebornen abbeisst mal den Nicht-Aggressionprinzip. Weißt du was dann passiert? Dann kommt Goldstein&Goldstein Security und Law und verscheucht dich. Und genauso wirds bei anderen Privatrechtsgesellschaften laufen.


    Und wenn du einen Vergleich zur Biologie ziehen willst, dann ist die Methapher menschlicher Handlungen genau das Einpflanzen von Weizen in Permafrostboden. The Definition of Insanity. Leute haben geglaubt es wird Regnen wenn sie tanzen und man dem stärksten Krieger die Kehle durchschneiden muss damit es eine gute Ernte gibt. Leute haben geglaubt Hexen reiten auf Besen. Leute haben geglaubt man muss einem Fremden im Beichtstuhl seine Geheimnisse erzählen sonst landet man an einem Ort voll von Feuer und Qualen. Leute haben geglaubt man muss andere wegen jedem Mist steinigen sonst schickt ein unsichtbarer Psychophat im Himmel Plagen über alle.
    Und da willst du einen Vergleich zur scheiss Schwerkraft ziehen? WIe naiv bist du eigentlich?


    Schau dir religiöse Gemeinschaften an, da gibts kein Individuum mit Recht am eigenen Körper. Genauso wenig bei den Sozialisten. Wenn die deinem Kind eine Poliospritze verpassen wollen für das höhere Wohl dann machen die das. Geh mal raus auf die Straße und frage einen von diesen Clowns was Naturrecht sein soll, die erzählen dir dann was vom Anspruchsdenken auf medizinische Versorgung und sowas. Und die willst du in sowas wie eine Privatrechtsgesellschaft mit Russen und Rotchina drum herum übergeben? Na dann gute Nacht.