Bekommt jeder einen Arbeitsplatz?

  • Das Wegfallen eines Kündigungsschutzes oder anderen den Arbeitnehmer schützenden Gesetzten wird oft mit dem Argument begründet, dass in einer freien Marktwirtschaft genügend Arbeit für alle vorhanden wäre und man könne bei arbeitsunwürdigen Bedingungen ja einfach in die Konkurrenzfirma wechseln. Auch würde durch einen Arbeitskräftemangel die Ausbeutung verhindert werden, da die Unternehmen um Arbeitskräfte kämpfen müssten.
    Doch wer garantiert, dass in einer freien Marktwirtschaft ein Arbeitskräftemangel entsteht? Wir haben momentan eine Menge Arbeitslose, warum sollte sich das ändern?

  • Die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen sind unbegrenzt. Kaum einer ist zufrieden mit dem was er hat und will mehr. Daher gibt es in einer freien Marktwirtschaft auch immer Nachfrage nach Arbeitskräften. Arbeitslosigkeit entsteht nur, wenn der Preis für Arbeit zu hoch ist. Wir haben heute eine reale Staatsquote von 70 prozent. Würden Arbeitgeber- und nehmer nicht um 70 prozent ihres Einkommens beraubt werden, wäre die Möglichkeit gegeben, dass sie selber vorsorgen (für Arbeitslosigkeit,Gesundheit, Rente etc.) und das wäre garantiert wesentlich günstiger. So könnten die Menschen problemlos Arbeitslosenzeit überbrücken.

    Gerechtigkeit verlangt Ungleichheit als eine Bedingung von Freiheit und als ein Mittel, jeden zu belohnen entsprechend seiner Verdienste und Leistungen.

  • Die Arbeitslosigkeit ist künstlich vom Staat produziert, denn Unternehmertum und Lohnarbeit werden heute durch extrem hohe Steuern, strenge Gesetze und Regulierungen (auch der ziemlich einseitige Arbeitnehmerschutz) und das inflationäre Zwangsgeldsystem bestraft. In einem 100% freien Markt gäbe es noch nichtmal mehr die Begriffe Schwarzarbeit oder Schwarzmarkt, weil jede Arbeit und jeder Handel legal ist. Erlaubt ist alles was keinem dritten Schaden zufügt. Das ist die einzige Regel.
    Jeder könnte sich problemlos und unbürokratisch mal eben schnell innerhalb von 20 Minuten selbstständig machen und anfangen irgendwas zu verkaufen. Größere Unternehmen könnten es sich garnicht erlauben ihre Arbeitnehmer schlecht zu bezahlen. Sie werden es sich aber auch nicht gefallen lassen wenn die Arbeitnehmer zu viel fordern, weil es sich dann nicht mehr lohnt. Die Löhne pendeln sich dann auf einem fairen Level für beide Seiten ein.
    Also ja, jeder der Arbeiten will kann in einem freien Markt auch arbeiten.

  • Es mag ja immer irgendwo Arbeit geben, aber wenn jetzt ein Fließbandarbeiter seinen Job durch Automatisierung verliert und kaum qualifiziert ist für irgendwelche anderen Arbeiten, dann ist noch lange nicht gesagt, dass er einen neuen Job findet. Und was sollte er dann bitte auf die schnelle verkaufen?

  • Ganz einfach er backt Kuchen und stellt sich in eine grosse Einkaufspassage und verkauft es.
    Er fragt bei Nachbarn oder seinen Mitmenschen ob er Renovieren Malern etc kann.
    Er macht Dienstleistungsarbeiten er verkauft frisch gepressten Orangensaft und und und und. Tausend Möglichkeiten gibt es dann für "unqualifizierte" und sogar "dumme" Menschen an Geld zu kommen. Na klar, hart kann die Arbeit schon sein.
    Bis die Menschen begreifen und merken, das sie "Frei" sind und "machen dürfen" was sie wollen, ist ein weiter weg. Die heutige Gesellschaft ist so fixiert auf Regeln und Gesetze, das dauert bis sie kapieren das sie etwas dürfen, was sie jetzt nicht darf.
    Unsere Jugend und unsere Kinder werden glücklich sein, die Älteren werden meist konfus dastehen ?( :golly: :fie: :D :D :D

  • Der gering qualifizierte Fließbandarbeiter kann ja zu einer anderen Firma gehen und zur Not etwas anderes gering qualifiziertes machen wie putzen. Wird ja genug Firmen geben wenn Unternehmertum nicht mehr bestraft wird. Und selbst wenn er wirklich nichts finden würde (zu einem angemessenen Lohn für einen extrem gering qualifizierten Fließbandarbeiter) dann macht er sich halt mit einer anderen gering qualifizierten Tätigkeit selbstständig. Z.B. Kuchen verkaufen wie Memphis schon sagte.
    Man muss bedenken, dass man Probleme nicht einfach per Gesetz aus der Welt schaffen kann. Man kann sie nur velagern und verschlimmern. Nehmen wir an der Fließbandarbeiter würde im heutigen System entlassen werden sollen weil er nicht gebraucht wird. Jetzt gibt es irgendein Arbeitnehmerschutzgesetz das das verhindert. Hurra, er kann seinen Job behalten! Aber ist der Gesellschaft dadurch irgendwie gedient? Der Arbeitgeber wird jetzt unproduktiver, kann weniger investieren, muss vielleicht Löhne kürzen etc... Jetzt könnte der Staat eingreifen und das Geld inflationieren um Beschäftigung zu schaffen und die Löhne nominal unverändert zu lassen. Dann sinken aber die Reallöhne und die Zeche zahlen wieder die Arbeitnehmer usw usw... Das Problem wurde nicht gelöst nur verlagert und verschlimmbessert.
    Deshalb funktionieren nur freie Märkte. Da kann sich alles ganz natürlich einpendeln ohne das Probleme per staatlicher Intervention verlagert, verschoben, verschlimmert und vertuscht werden. ;)

  • Wenn man keine Festanstelung findet, muß man sich seinen Arbeitsplatz halt selber schaffen. Hab ich auch gemacht - damals unter Schröder mit 600€ staatlichem Zuschuß. Ob es in einer freieren Marktwirtschaft auch ohne Zuschüsse geht, oder ob verschiedene Städte unterschiedliche Förderungsmodelle ausprobieren, wer weiß das heute? Was aber bekannt ist: von Tunesien bis Südafrika gibt es viele Länder, in denen Kleinunternehmer wesentlich schlechtere Startbedingungen haben als hier (Korruption, keine Rechtssicherheit) und es dennoch immer wieder versuchen.

  • Jeder Arbeitnehmer würde im freien Markt eher als selbständiger Dienstleister auftreten und mit seinem "Chef", besser Auftraggeber einen Vertrag zum beidseitigen Vorteil schliessen.


    Wenn die eigene Dienstleistung nicht mehr nachgefragt wird, oder der erzielte Preis zu gering ist, so ist dies für dich ein Signal. Es bedeutet, entweder du musst dich verbessern und qualifizieren, dir eine Geschäftfelderweiterung suchen oder einen neuen Auftraggeber. Wenn du mit deinem Konzept Erfolg hast, fühlst du dich auch automatisch wohl und gebraucht. Hast du Misserfolg so wirst du dir automatisch eine Beschäftigung suchen bzw die Bedüfnisse von anderen analysieren und vielleicht ein neues Microsoft gründen...
    Das heutige Konzept des "Arbeitnehmers", gekoppelt mit Begriffen wie Kündigungsschutz, Soziale Absicherung etc entspricht immer mehr dem Konzept des abgabenzahlenden Melkvieh´s. Die produktiven Leistungen der Arbeitnehmer können durch immer effektivere Wege vom eigentlichen Produzenten wegtransferiert werden. 70% zwangsweise Einkommenumverteilung gab es selbst im angeblich finsteren Mittelalter nicht.


    Eigentlich ist der Arbeit"nehmer" der eigentliche Arbeitgeber und umgekehrt. Das fällt allerdings den meisten kaum mehr auf...

  • Das Thema muss etwas anders angegangen werden. Grundsätzlich ist es nämlich nicht so, dass jeder einen Arbeitsplatz bekommen wird. Der Grund ist einfach. Der technische Fortschritt ermöglicht es die Bedürfnisse der Menschen mit sehr geringem Aufwand zu erfüllen. Vollbeschäftigung ist eine sozialistische Wunschvorstellung, bei der jeder der nichts zum Kollektivwohl beiträgt als unnützer Esser betitelt wird. In einer freien Marktwirtschaft werden sich einige Menschen jedoch dazu entscheiden können nicht arbeiten zu gehen. Z.B. werden Mütter die Gelegenheit haben sich selbst um den Nachwuchs zu kümmern weil sie es sich leisten können von einem Einkommen zu leben. Der große Unterschied zum heutigem System ist der, dass nicht die arbeitende Bevölkerung für die aufkommt die zuhaus bleiben, sondern die Familien Mitglieder. Die Frage darf nicht lauten ob jeder einen Arbeitsplatz erhält, sondern ob jeder die Möglichkeit hat für sich selbst zu sorgen. Sollte das Einkommen einer einzigen Person ausreichen um die ganze Familie zu ernähren und ihr einen gewissen Wohlstand zu bieten, können sich andere Familienmitglieder eben anderen Dingen widmen.

  • Das Thema muss etwas anders angegangen werden. Grundsätzlich ist es nämlich nicht so, dass jeder einen Arbeitsplatz bekommen wird. Der Grund ist einfach. Der technische Fortschritt ermöglicht es die Bedürfnisse der Menschen mit sehr geringem Aufwand zu erfüllen.


    Du gehst allerdings von der Annahme aus, daß die "Bedürfnisse der Menschen" statisch wären. Erinnere Dich: vor 50-60 Jahren waren die "Bedürfnisse" recht gut erfüllt, wenn man jeden Tag Kartoffeln auf dem Gasherd kochen konnte, eine Waschmaschine für die Klamotten hatte, einen Käfer für die Urlaubsreise an die Nordsee und im Haus einen Telefonanschluß. Heute hat so manch einer das Bedürfnis nach Fertig-Tortellini aus der Mikrowelle, einer Geschirrspülmaschine, einem Minivan für den Weg zur Arbeit und einer Urlaubsreise nach Thailand sowie immer und überall Internet auf dem Smartphone. Irgendwann gehört vielleicht der Staubsaugroboter, der elektro-Heli, das Kommunikations-Implantat und die Urlaubsreise zum Saturn zu den "Bedürfnissen des Menschen", wer weiß das heute schon?

  • Ich bin mir nicht sicher, ob wirklich erklärt wurde, wie es in unserem angezielten
    Modell zu einem Arbeitskräftemangel bzw. zu mehr Arbeitsplätzen kommen soll.
    Hier ein Versuch von mir, das möglichst einfach zu erklären:


    Nehmen wir an, die PDV hätte es geschafft, in den Bundestag einzuziehen und Ziele
    wie einen freien Markt sowie nur 12% Steuern umzusetzen (dazu kommt noch der
    eingeführte Währungswettbewerb, der unseren Lebensstandart nochmal bessert).
    Dann hätten wir also 88% statt 30% unseres Lohns zur Verfügung und könnten uns
    auf einmal viel mehr leisten. Nahezu jeder Mensch würde bei dieser Lohnsteigerung
    auf einmal mehr kaufen, oder besser gesagt sich mehr gönnen. Das entspricht natür-
    lichem menschlichen Verhalten (österreichische Schule). Durch diese rapide angestiegene
    Kauflust in der Bevölkerung brauchen Unternehmen mehr Arbeitskräfte, um die gestiegene
    Nachfrage/Kundenzahl bedienen zu können. Das ist schon alles!

  • Natürlich haben sich die Bedürfnisse geändert und werden sich weiter ändern. Will man den allgemeinen Wohlstand heben, muss natürlich auch mehr gearbeitet werden. Logischerweise ergibt sich daraus, dass mit jedem neuen Bedürfnis auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Was ich aber eigentlich deutlich machen wollte ist, dass eine Vollbeschäftigung kein lohnenswertes Ziel ist. Viel mehr sollte es das Ziel sein, die zur Verfügung stehenden Ressourcen effektiv zu nutzen und die Bedürfnisse mit möglichst wenig Arbeit zu stillen. So kann das Eintrittsalter in den Arbeitsmarkt erhöht werden und oder man kann eher in den Altersruhestand gehen ohne Einschränkungen beim Wohlstand hinnehmen zu müssen. Nehmen wir die Tatsache, das jeder Arbeiter in Deutschland ca 50% seiner Arbeitszeit nicht zur Steigerung des Wohlstandes einsetzt sondern nur um den Staatsapparat zu bezahlen ergibt sich, dass man ohne diesen aufgeblasenen Apparat nur halb so viel arbeiten müsste, bei gleichem Wohlstand. Wenn man jetzt noch hinzurechnet, das die Staatsbediensteten sich ebenfalls vom konsumieren in die Produktion bewegen und somit den Output erhöhen, was wiederum die Preise senkt, kann man sogar davon ausgehen, dass weit weniger als 50% der Arbeitsleistung gebraucht werden.

  • Ein sehr guter Punkt! Beamte an die Werkbank :)
    Die Verkleinerung des Staatsapperats kann nur zum produktiven Vorteil einer Gesellschaft werden, da die bürokratischen Strukturen und Staatsbeamten zu fast keinen Mehrertrag in einer VWS beitragen. Sie sind lediglich Konsumenten von anderer Leute Erträge und eine Art verschwenderische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Der Verdienst von Bürokraten ist in sehr hohem Maße Transfereinkommen vgl mit Hartz IV.
    Egal wie gut sich Bürokraten in Ihrem Dienst anstellen, wieviele Anträge und Verwaltungsvorschriften sie befolgen, volkswirtschaftlich entsteht dadurch kein einizger produzierter Mehrertrag in der Gesellschaft. Man stelle sich nur vor dieses Potenzial könnte nur zu 50 % nutzbar gemacht werden...

  • Zitat

    Ein sehr guter Punkt! Beamte an die Werkbank

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    Zitat


    Doch wer garantiert, dass in einer freien Marktwirtschaft ein
    Arbeitskräftemangel entsteht? Wir haben momentan eine Menge Arbeitslose,
    warum sollte sich das ändern?

    Weißt du dass die Hälfte aller spanischen Firmen keinen einzigen Angestellten haben und quasi Ich-AGs sind weil niemand die Auflagen erfüllen und den Mindeslohn zahlen kann? Wer in Deutschland überhaupt nur einen 400E Job schaffen will muss 650 zahlen. 150 irgendwelche Abgaben. Wenn man dann beim Finanzamt nachfragt heißt es "ja das ist eine Pauschale" wobei die Leute natürlich nicht Rentenversichert usw. sind. Du verpulverst an dem Staat soviel Geld, davon könnte man Leute bezahlen. Die Deutschen haben aber auch echt eine scheiss Attitüde was Kapitalismus angeht. Kennt ihr das aus den US Vorstädten wo Kinder Limonade verkaufen oder Rasen mähen? Gibts hier nicht. Hier gehen die in die Schule weil ja Bildung so wichtig ist. Und arme interessieren sich am wenigsten für Bildung, sondern dafür wie man Geld machen kann. Wenn diese ganzen Auflagen weg sind, ich denke da könnte sogar die Texitlindustrie wieder zurück kommen.
    Kennt ihr diese Bilder von 1940 aus den Uniformschneidereien, diesen Großbetrieben wo halt wirklich jeder Typ eine Fliege zur Arbeit getragen hat und einen Anzug? Die Menschen hatten auch ein total anderes Selbstbild. Heute machen sie nur noch ihre wertlosen Lehrjahre in der Berufsschule oder studieren Rotz. Wenn man dann nichts mehr findet lebt man halt von der Sozialkasse und macht Kinder.