Fürtsentümer

  • Hallo,


    mit dem Konzept eines Minimal-Staates und der Verwaltung auf kommunaler Ebene sind Sie dabei, Fürstentümer in das 21. Jahrhundert zu überführen; Sie erschaffen damit ein Machtsystem wie zu Machiavellis Lebzeiten: Sie führen eine strenge Nicht-Intervention in der Außenpolitik (was löblich ist!), doch scheinen Sie zu vergessen, dass Sie mit einer kommunalen Verwaltung die Spannung zwischen den einzelnen Kommunen nach innen (!) erhöhen. Des Weiteren steigern sie die Gesamtkosten der Verwaltung der einzelnen Kommunen über die gesamte Supply Chain gegenüber einer zentralen Verwaltung.
    Auch scheinen Sie zu vergessen, dass der Staat an vielen technologischen Entwicklungen beteiligt war und ist und das seit Roms Zeiten, z.B. durch den Bau von Straßen etc. Aktuelle Beispiele sind u.a. das Apple iPhone und das Internet.
    Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
    (Bitte verstehen Sie diesen Beitrag als Frage!)

  • Liechtenstein und Monaco sind in mancherlei Hinsicht freiere Länder als die Bundesrepublik, also, ja, warum sollten sich nicht kleinere Fürstentümer der Oberhoheit des Nationalstaates entziehen? Sie müßten nur im eigenen Interesse Teil der Europäischen Freihandelszone bleiben - ob die nun "Schengenraum" genannt wird oder "EFTA".

  • Nun gut, was

    Liechtenstein und Monaco

    betrifft, so können diese beiden Staaten nicht herangezogen werden, um Ihre Hypothese zu stützen, da dieses Vorgehen sowohl den allgemeinen wissenschaftlichen Prinzipien (Falsifikation statt Verifikation) widerspricht, sondern man diesen Ländern zusätzlich noch den Survivorship bias vorwerfen muss.


    Zitat

    Survivorship bias is the logical error of concentrating on the people or things that "survived" some process and inadvertently overlooking those that did not because of their lack of visibility.

    Wikipedia

  • Des Weiteren steigern sie die Gesamtkosten der Verwaltung der einzelnen Kommunen über die gesamte Supply Chain gegenüber einer zentralen Verwaltung.


    Es wird den Kommunen ja nicht verboten zu kooperieren und so Kosten zu sparen. Ausserdem zeigt die Vergangenheit, dass Zentralismus nicht unbedingt Kosten spart. Die sozialistischen Staaten sind praktisch alle entweder bankrott oder total verarmt. Und den Staaten, die ebenfalls sehr gerne zentralisieren geht es auch nicht besonders toll. Frankreich ist da ein gutes Beispiel.

    Auch scheinen Sie zu vergessen, dass der Staat an vielen technologischen Entwicklungen beteiligt war und ist und das seit Roms Zeiten, z.B. durch den Bau von Straßen etc. Aktuelle Beispiele sind u.a. das Apple iPhone und das Internet.
    Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
    (Bitte verstehen Sie diesen Beitrag als Frage!)


    Das mag richtig sein. Nur hat der Staat ebenfalls sehr viele Fails hingelegt. Die Atomkraftwerke und allgemein die Energiewende sind da sehr gute Beispiele.



    MfG

  • Es wird den Kommunen ja nicht verboten zu kooperieren und so Kosten zu sparen.


    Ein Logikbaum dürfte hier schnell Aufschluss darüber geben, dass Kooperation, also eine gemeinsame Verwaltung, fast immer vorteilhafter ist; moderne, wirtschaftlich erfolgreiche und produktive Unternehmen können sich nur so auf einem stark wettbewerbsorientierten Markt behaupten; man denke nur an alle nicht wettbewerbsförderlichen Aufgaben, die outgesourct werden.


    Ausserdem zeigt die Vergangenheit, dass Zentralismus nicht unbedingt Kosten spart. Die sozialistischen Staaten sind praktisch alle entweder bankrott oder total verarmt. Und den Staaten, die ebenfalls sehr gerne zentralisieren geht es auch nicht besonders toll. Frankreich ist da ein gutes Beispiel.


    Sie schließen hier von einem einzelnen (!) Merkmal (der zentralen Verwaltung in einem Teil(!)-Bereich) auf ein komplettes System und deren Fehlschlag. Dies dürfte wohl der Realität nicht nahe kommen und eine sehr starke Vereinfachung darstellen. Darüber hinaus ist der Schluss nicht zulässig (s. Induktionsproblem).

  • Hallo Quelle,


    ich habe die Kernaussagen
    des Kommentars in a, b und c unterteilt:


    a) Kommunale Verwaltung der Gemeinden = Machtsystem eines feudalen Fürstentums


    b) eine höhere Spannung der Verwaltung nach innen


    c) höhere Kosten, durch fehlende Synergien der Verwaltungsstrukturen gegenüber Zentralstaatlicher Verwaltung


    Ausgangsprämisse:


    Es gibt einen organisierten Minimalstaat, der die ihm übertragenen hoheitlichen Aufgaben zum Schutz des Lebens, des Eigentums und der Freiheit seiner Menschen gewährleistet. Die hoheitlichen Aufgaben obliegen dabei gemäß dem Subsidaritätsprinzip primär der jeweiligen Gemeinde/Kommune und werden nach freiwilliger zweckmäßiger Entscheidung an die nächst höheren Instanzen (EU/Bund/Land/Kreis/Gemeinde) gegen Kostenübernahme/Erstattung übertragen oder zurückgefordert. Die Finanzierung dieser hoheitlichen Aufgaben für innere- und äußere Sicherheit, Justiz, Verkehr-und Transport, Bedürftigenhilfe erfolgt ausschliesslich durch indirekte Steuern. Diese machen derzeit lediglich etwa 8-10% des heutigen Etats aus.

    Niemand darf gezwungen werden, einer Sozialgemeinschaft beizutreten oder sie zu finanzieren, dies geschieht ausschliesslich aufgrund von tatsächlicher (Be)Nutzung oder Aufgrund eines freiwillig geschlossenen Vertrags, bei dem für beide Seiten gleiches Recht gilt (keine Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Recht).


    Zu a) Der Fürst ist bei obiger Prämisse jeder einzelne Mensch. Nur er allein entscheidet über seinen Werdegang in mündiger Verantwortung für seine Entscheidungen ohne das er dabei Dritten Schaden zufügen darf. Aufgrund des Prinzips der größtmaximalsten Faulheit wird er sich für bestimmte Entscheidungen soziale Gruppen oder Institutionen bedienen (z. B. Gemeindevertretung, Berufsgemeinschaften, Bildungsträgern, Alters-Vorsorge- und Absicherungssysteme, Bedürftigenbetreuung) die seine Interessen vertreten werden. Die Kosten dafür hat er ausschliessslich nach seinem Aufwand zu tragen. Es besteht somit ein riesiger Unterschied zur Welt und Zeit von Machiavelli.


    Zu b) Wenn man sich die meisten Probleme der Menschen anschaut, so sind diese in Wirklichkeit fast immer Probleme zwischen Menschen bzw. Gruppen von Menschen die sich kennen und diese entstehen fast immer Vorort. Es kümmert niemanden ob in China ein Sack Reis umfällt, es interessiert mich aber wenn meine Freunde/Verwandten ein Problem haben oder Hilfe brauchen. Folglich werden Spannung dort gelöst wo sie anfallen durch die Personen die die Spannungen erfahren. Eine bessere Lösung von Konflikten fällt mir derzeit nicht ein, warum soll ich mich in die Probleme anderer einmischen oder dafür bezahlen. Ich werde mich aber sehr wohl für meine Probleme engagieren und Hilfe für Personen leisten die mir Nahe stehen oder denen ich helfen möchte. Es wird natürlich Spannungen geben – diese werden wahrscheinlich aber nicht mehr jeden auf´s Kreuz gebunden.


    Zu c) Diese Aussage ist logisch nicht haltbar. Ein Minimalstaat hat definitionsgemäß sehr wenige Aufgaben und Angestellte – daher auch nur ein sehr geringes Budget. Staatlichen Interventionismus und seine Verschlimmbesserungen würde es mit obiger Prämisse nicht mehr geben.


    Ludwig von Mises – Kritik des Interventionismus
    http://www.mises.de/public_home/article/70


    Die in der Gesellschaft anfallenden Aufgaben werden im Minimalstaat auf Dauer nur über die effektivsten Strukturen oder Dienstleister übernommen werden. Durch das Gewinnmotiv und eine Erfolgsrechnung wird es zu einer Qualitäts- und Kostennutzenverbesserung kommen (diese fehlt z.B. in heutiger etatistischer Verwaltung fast vollständig), da Verschwendung und überteuerte Verwaltung sehr schnell verschwunden sein wird, bzw die Aufgaben von den Benutzern schnell auf effektivere Strukturen übertragen werden können. Es gilt der Grundsatz dass der Euro den ich selbst ausgebe, meist effizienter ausgegeben wird, als der fremde Euro für den ich keine persönliche Haftung habe.
    Dadurch das der Minimalstaat kein Hort für Subventionsempfänger und Monopolisten ist, wird sich ein gesunder Wettbewerb der Strukturen herausbilden, bei dem letztlich jeder einzelne Mensch profitieren wird.


    Kieler Subventionsbericht https://www.parteidervernunft.…entionsbericht%202010.pdf
    Ludwig von Mises (mal wieder :) ) Die Bürokratie http://docs.mises.de/Mises/Mises_Buerokratie.pdf
    Stefan Blankertz - Kritische Einführung in die Oekonomie des Sozialstaates http://docs.mises.de/Blankertz…Oekonomie_Sozialstaat.pdf

    edit:
    Die Aussage das der Staat für die Entwicklung und Forschnung notwendig ist halte ich für Wunschdenken. Der Hauptgrund für staatlich subventionierte Forschnung war und ist um Kriege zu führen und fortgeschrittenere Waffen zu erschaffen. Kein einziger Atomreaktor ist aus zivilen Gründen entwickelt worden, das Internet ist als dezentrales Kommunikationmittel für Militärs im Falle des dritten Weltkireges entworfen worden und das Beispiel Autobahnen brauche ich wohl ebenfalls nicht näher zu erläutern (Stichwort Reichsautobahnen - schnellere Transportkapazitäten von Truppen und Gerätschaften...). Das diese Entwicklungen auch zivilen Nutzen haben ist unbestritten, aber zivile Nutzungen für effektivere Energiequellen ala Nikola Tesla oder kalte Fusion (bei der kein waffenfähiges Abfallprodukt entsteht) wurden in gleichen Zeiträumen verhindert.


  • Ein Logikbaum dürfte hier schnell Aufschluss darüber geben, dass Kooperation, also eine gemeinsame Verwaltung, fast immer vorteilhafter ist; moderne, wirtschaftlich erfolgreiche und produktive Unternehmen können sich nur so auf einem stark wettbewerbsorientierten Markt behaupten; man denke nur an alle nicht wettbewerbsförderlichen Aufgaben, die outgesourct werden.


    Wenn es vorteilhafter ist dann wird es auch gemacht werden. Ich glaube, die Position der PdV ist es den Kommunen die Wahl zu lassen ob sie kooperieren wollen oder nicht.

    Sie schließen hier von einem einzelnen (!) Merkmal (der zentralen Verwaltung in einem Teil(!)-Bereich) auf ein komplettes System und deren Fehlschlag. Dies dürfte wohl der Realität nicht nahe kommen und eine sehr starke Vereinfachung darstellen. Darüber hinaus ist der Schluss nicht zulässig (s. Induktionsproblem).


    Ich bin mir sicher, die zentrale Planwirtschaft ist zum großen Teil verantwortlich für das Scheitern dieser Systeme. Denn mit mehr Zentralisierung sinkt der Durchsatz da Entscheidungswege länger werden und man verliert Genauigkeit bei der Erfassung eines Problems. Und dann kann man idR. eher schlechtere Entscheidungen treffen.




    MfG


  • Die Aussage das der Staat für die Entwicklung und Forschnung notwendig ist halte ich für Wunschdenken. Der Hauptgrund für staatlich subventionierte Forschnung war und ist um Kriege zu führen und fortgeschrittenere Waffen zu erschaffen. Kein einziger Atomreaktor ist aus zivilen Gründen entwickelt worden,[...]


    Och, der THTR ist schon eine zivile Entwicklung, (und der DFR, wenn er je gebaut würde, ebenfalls) aber die "Branchenriesen" hatten sich nunmal (aus historischen Gründen) auf hochskalierte U-Boot-Reaktoren eingeschossen:
    http://dual-fluid-reaktor.de/historisches
    Klar, dem Militär ist es erstmal egal, wieviel die externe Herstellung und Wiederaufarbeitung der Brennelemente kostet, Hauptsache das U-Boot kann 3 Jahre auf See bleiben ohne einen einzigen Kernphysiker an bord. Der schlechte Witz dabei ist, daß ein U-Boot-Druckwasserreaktor mit weniger als 300MW Leistung tatsächlich auch dann noch sicher gegen Kernschmelzen ist, wenn das Boot einen Torpedo einfängt und in 1000m Tiefe auf Grund läuft. Ein DWR mit der 4-5fachen Leistung, der auf dem Trockenen aufgebaut wurde, um einen Ballungsraum mit Strom zu versorgen, ist nicht mehr ganz so sicher, und ein SWR, bei dem der Hochdruck-Kreislauf weggelassen wurde und das Wasser direkt an den Brennstäben siedet, kann die Probleme machen, die von 3-Mile-Island und Fukushima-Daichi bekannt sind. (Beides Totalschäden ohne Strahlentote, wohlgemerkt.)


    Würde sich ein fortschrittliches, sicheres und effizientes System wie der DFR in einer freieren Marktwirtschaft durchsetzen? Die nötigen Anfangsinvestitionen wären enorm, wahrscheinlich wäre es erstmal billiger, Erdgas zu fracken und zu verbrennen, wie es in den USA vorgemacht wird...

  • b) eine höhere Spannung der Verwaltung nach innen


    Nein, nicht im Bezug auf die Verwaltung, sondern zwischen den einzelnen Fürstentümern. Gut nachzulesen bei Machiavelli und seinem Wunsch nach einem einheitlichen Staat.


    Zu b) Es kümmert niemanden ob in China ein Sack Reis umfällt, es interessiert mich aber wenn meine Freunde/Verwandten ein Problem haben oder Hilfe brauchen.


    Sie präsentieren hier ein falsches Dilemma.


    Zitat

    Ein falsches Dilemma (auch falsche Dichotomie) ist ein absichtlicher oder unabsichtlicher Fehlschluss, der eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten als Notwendigkeit darstellt, also ein Dilemma suggeriert, obwohl weitere Entscheidungsmöglichkeiten existieren.

    Wikipedia


    Zu c) Diese Aussage ist logisch nicht haltbar. Ein Minimalstaat hat definitionsgemäß sehr wenige Aufgaben und Angestellte – daher auch nur ein sehr geringes Budget. Staatlichen Interventionismus und seine Verschlimmbesserungen würde es mit obiger Prämisse nicht mehr geben.


    Sicher ist sie das. Sie vergessen in Ihrer Betrachtung die lokalen Verwaltungen vor Ort, die sich aufsummieren. Wie gesagt, ein Logikbaum klärt hier schnell auf. Denken Sie an Kostenvorteile wie Massenrabatte etc.


    Ludwig von Mises – Kritik des Interventionismus
    http://www.mises.de/public_home/article/70
    Kieler Subventionsbericht https://www.parteidervernunft.…entionsbericht%202010.pdf
    Ludwig von Mises (mal wieder :) ) Die Bürokratie http://docs.mises.de/Mises/Mises_Buerokratie.pdf
    Stefan Blankertz - Kritische Einführung in die Oekonomie des Sozialstaates http://docs.mises.de/Blankertz…Oekonomie_Sozialstaat.pdf


    Ein paar große Namen hier in die Diskussion zu werfen, hilft niemandem! An dieser Stelle könnte man auf Arthur Schopenhauer und sein Essay "Selbstdenken" verweisen.


    edit:
    Die Aussage das der Staat für die Entwicklung und Forschnung notwendig ist halte ich für Wunschdenken. Der Hauptgrund für staatlich subventionierte Forschnung war und ist um Kriege zu führen und fortgeschrittenere Waffen zu erschaffen. Kein einziger Atomreaktor ist aus zivilen Gründen entwickelt worden, das Internet ist als dezentrales Kommunikationmittel für Militärs im Falle des dritten Weltkireges entworfen worden und das Beispiel Autobahnen brauche ich wohl ebenfalls nicht näher zu erläutern (Stichwort Reichsautobahnen - schnellere Transportkapazitäten von Truppen und Gerätschaften...). Das diese Entwicklungen auch zivilen Nutzen haben ist unbestritten, aber zivile Nutzungen für effektivere Energiequellen ala Nikola Tesla oder kalte Fusion (bei der kein waffenfähiges Abfallprodukt entsteht) wurden in gleichen Zeiträumen verhindert.


    Sie nutzen hier wieder ein falsches Dilemma. Was ist z.B. mit dem VW Käfer, dem sog. "Volkswagen", der Forschung an Medikamenten, der Forschung am CERN (mit Sitz in der Schweiz), archäologische Forschungen etc.? Deutschland hat darüber hinaus den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Und ja, in Deutschland lagern trotzdem Atomwaffen.

  • "dass Sie mit einer kommunalen Verwaltung die Spannung zwischen den einzelnen Kommunen nach innen (!) erhöhen"


    "Nein, nicht im Bezug auf die Verwaltung, sondern zwischen den einzelnen Fürstentümern. Gut nachzulesen bei Machiavelli und seinem Wunsch nach einem einheitlichen Staat."




    Dann verwechseln Sie Innen- und Außenpolitik in einem Minimalstaat. Die Angelegenheiten zwischen 2 "Fürstentümern" stellen regelmäßig außenpolitische Fragen dar und ist keine von Ihnen primär als Problem angesprochene Spannung zwischen den einzelnen Kommunen nach innen. Wichtig ist der Unterschied zwischen der Kommune als kleine Verwaltungsstruktur und einem Minimalstaat als eine größere Verwaltungsebene mehrerer Kommunen, Kreise oder Länder.Machiuavelli mag vieles gewesen sein, in erster Linie war er ein Mann seiner Zeit. Rechts-und Vertragsbruch waren für ihn ok, solange es dem persönlichen Zweck und Vorteil diente um eine hierachische Herrschaft aufzubauen und zu verteidigen. Dies unterscheidet ihn von der als von mir als Prämisse formulierten Minimalstaates. Es geht nicht darum eine Herrschaft über Menschen aufzubauen, sondern die Freiheit jedes einzelnen zu schützen.


    Meine Aussage "Es kümmert niemanden ob in China ein Sack Reis umfällt, es interessiert mich aber wenn meine Freunde/Verwandten ein Problem haben oder Hilfe brauchen." ist kein Dilemma :) sondern eine klare Aussage und Präferenz. Folglich kann es kein falsches Dilemma sein, da kein Dilemma vorhanden ist...



    "Sicher ist sie das. Sie vergessen in Ihrer Betrachtung die lokalen Verwaltungen vor Ort, die sich aufsummieren." Sie vergessen dabei die Wahlmöglichkeiten innerhalb der Prämisse. Wenn eine aufsummierte Verwaltung zu teuer für die Betroffenen Menschen ist, wird es bei freiem Marktzugang immer eine Angebot/Tendenz zur Kostenreduktion geben, denen die Beteiligten freiwillig aus Eigeninteresse nachgehen werden. Somit bleibt Ihre Aussage weiterhin unlogisch, da nicht logisch widerlegt.



    "Ein paar große Namen hier in die Diskussion zu werfen, hilft niemandem!"


    Ok, Machiavelli in Ihrem ersten Post anzuführen betrachte ich somit als obsolet. Die Links dienten als weiterführende Lektüre bzw. Verweis. Sie sollten nicht als Argument in der Diskussion dienen, da es sich streng genommen um kein echtes Argument handelt (Scheinargument), wenn man auf fremde Dritte verweist, die dann die Argumente hervorbringen sollen bzw Authorität suggerieren sollen.



    "Sie nutzen hier wieder ein falsches Dilemma. Was ist z.B. mit dem VW Käfer, dem sog. "Volkswagen", der Forschung an Medikamenten, der Forschung am CERN (mit Sitz in der Schweiz), archäologische Forschungen etc.? Deutschland hat darüber hinaus den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Und ja, in Deutschland lagern trotzdem Atomwaffen."


    Es handelte sich um die Widerlegung Ihrer Beispiele (da Dual-Use Beispiele) zu Ihrer Aussage: "Auch scheinen Sie zu vergessen, dass der Staat an vielen technologischen Entwicklungen beteiligt war und ist und das seit Roms Zeiten, z.B. durch den Bau von Straßen etc. Aktuelle Beispiele sind u.a. das Apple iPhone und dasInternet.Wie nehmen Sie hierzu Stellung?"


    Natürlich ist der Staat, wenn er finanzielle Resourcen und Möglichkeiten hat, als ein Marktteilnehmer in der Lage seine Präferenzen durch Forschung und Entwicklung gekoppelt mit Interventionismus zu beeinflussen und umzusetzen. Die eigentliche Frage ist doch - ist dieses Verhalten notwendig um Forschung und Entwicklung zu haben? und ist es gerechtfertig dies durch Steuern von allen anderen bezahlen zu lassen?
    Ich denke nein - da der Staat nur eine Struktur ist, welche die Partikularinteressen der an Ihm beteiligten Monopolisten und Subventionsempfänger umsetzt. Ohne verzerrenden Markteingriff würden alle Marktteilnehmer ebenfalls Forschung und Entwicklung betrieben und nachfragen, jedoch auf viel breiterer und direkterer Präferenzebene.

  • Dann verwechseln Sie Innen- und Außenpolitik in einem Minimalstaat. Die Angelegenheiten zwischen 2 "Fürstentümern" stellen regelmäßig außenpolitische Fragen dar [...]. Wichtig ist der Unterschied zwischen der Kommune als kleine Verwaltungsstruktur und einem Minimalstaat als eine größere Verwaltungsebene mehrerer Kommunen, Kreise oder Länder.


    Das ändert nichts an der Aussage, dass sich die Spannungen nach innen hin verstärken (innerhalb des Minimalstaats und zwischen den Fürstentümern) und nach außen hin (zwischen dem Minimalstaat und anderen Staaten) abnehmen.


    Machiuavelli mag vieles gewesen sein, in erster Linie war er ein Mann seiner Zeit. Rechts-und Vertragsbruch waren für ihn ok, solange es dem persönlichen Zweck und Vorteil diente um eine hierachische Herrschaft aufzubauen und zu verteidigen. Dies unterscheidet ihn von der als von mir als Prämisse formulierten Minimalstaates. Es geht nicht darum eine Herrschaft über Menschen aufzubauen, sondern die Freiheit jedes einzelnen zu schützen.


    Ich stimme zu, dass Machiavelli ein Kind seiner Zeit ist und dass der entsprechende historische Kontext bei der Beurteilung seines Werks beachtet werden muss. Jedoch ist Machiavelli eine Primärquelle, was das Leben in einem Fürstentum und die Konflikte zwischen zwei oder mehreren Fürstentümern betrifft, auch wenn man sein Werk (hier: "Der Fürst") etwas kritisch beäugeln muss, da es Vermutungen gibt, die behaupten, dass sein Werk Satire ist. Machiavelli zeigt in seinem Werk auf, wie man erfolgreich ein Fürstentum behauptet und an der Macht bleibt sowie sein Volk schützt (die Männer vor dem Raub ihres Landes und ihrem Besitz und die Frauen vor Vergewaltigung). Machiavelli zeigt, wie erschreckend eine Welt ist, die von Fürsten regiert wird (zu Monaco und Lichtenstein s.o.). Nicht ohne Grund hat Machiavelli in seinem anderen Werk "Die Discorsi" sein Ideal, eine Republik ohne Fürsten, beschrieben.


    Meine Aussage "Es kümmert niemanden ob in China ein Sack Reis umfällt, es interessiert mich aber wenn meine Freunde/Verwandten ein Problem haben oder Hilfe brauchen." ist kein Dilemma :) sondern eine klare Aussage und Präferenz. Folglich kann es kein falsches Dilemma sein, da kein Dilemma vorhanden ist...


    Zitat

    Deklarativsätze sind Satzarten, die eine Behauptung aufstellen, also eine Aussage machen, die wahr oder falsch sein könnte

    Wikipedia


    Deshalb entzieht sich ihre Aussage nicht einem logischen Fehlschluss. Sie stellen zwei Optionen/Extreme zur Auswahl, vergessen jedoch, dass es noch weitere Differenzierungen gibt.


    Ok, Machiavelli in Ihrem ersten Post anzuführen betrachte ich somit als obsolet.


    Ich habe den Namen Machiavelli in meinem ersten Post genutzt, um meine Aussagen in einen zeitlichen und historischen Kontext einzugliedern, nicht um eine Position zu untermauern; ich hätte stattdessen auch schreiben können: in Florenz um 1500.


    Die Links dienten als weiterführende Lektüre bzw. Verweis. Sie sollten nicht als Argument in der Diskussion dienen, da es sich streng genommen um kein echtes Argument handelt (Scheinargument), wenn man auf fremde Dritte verweist, die dann die Argumente hervorbringen sollen bzw Authorität suggerieren sollen.


    Da sind wir uns ja einig.


    Es handelte sich um die Widerlegung Ihrer Beispiele (da Dual-Use Beispiele) zu Ihrer Aussage: "Auch scheinen Sie zu vergessen, dass der Staat an vielen technologischen Entwicklungen beteiligt war und ist und das seit Roms Zeiten, z.B. durch den Bau von Straßen etc. Aktuelle Beispiele sind u.a. das Apple iPhone und dasInternet.Wie nehmen Sie hierzu Stellung?"


    Nein, Sie haben meine Beispiele nicht widerlegt. Hierzu müssten Sie beweisen, dass das Internet auch ohne staatliche Eingriffe durch den Privatsektor entwickelt worden wäre, was sich als schwierig herausstellen sollte.

  • Es braucht für Technologische Entwicklungen keine Regierung. Die Regierung macht in der Regel nichts außer Stammzellenforschungsverbote auszusprechen, Gelder abzusaugen die in der richtigen Forschung fehlen. Die Regierung entwickelt in erster Linie Projekte die wichtig sind für sie, nicht für den Bürger.


    Your Tax Dollars at Work: Shrimp on Treadmills
    Das geht endlos so weiter. Die Regierung hat Forschungen finanziert die Homosexuellen Kokain verabreichten um ihr verhalten zu analysieren genauso um herauszufinden, warum Affen mit ihrer eigenen Scheisse werfen. Kein Witz.


    Zitat

    doch scheinen Sie zu vergessen, dass Sie mit einer kommunalen Verwaltung
    die Spannung zwischen den einzelnen Kommunen nach innen (!) erhöhen.

    Ja und? Steuerwettbewerb ist doch was tolles. Und die USA sind an den Utha Kriegen auch nicht zerbrochen. Außerdem: Handel bringt Menschen zusammen. Ich sehe da keinen Grund für irgendwelches Spannungspotential.


    Zu diesem Thema empfehle ich immer dieses Interview mit Professor Hans-Hermann Hoppe über die "Old German City States"


    Der Typ hat an einer deutschen Universität ein bisschen Geschichte herumstudiert, der hat von der Realität dahinter keine Ahnung. Die Fürstentümer haben dauernt irgendwelche Kriege gegeneinander geführt und die ganze Flickenteppich Ordnung hat es dann größeren Machtblöcken wie Frankreich erlaubt das ganze Gebiet einfach zu schlucken. Bayern wird gekauft, Preussen wird zerstört. Ein Hans Herman Hoppe liebäugelt dann mit Monarchie und insgeheim will er, dass dann so Anarchokapitalistische Übermenschen wie er den Pöbel wie ein John Galt ins Paradies führen. Gleichzeitig gilt für diese Theoretiker und Stuhllehnen Revolutionäre natürlich, dass sie selbst nie irgendwie kämpfen müssen oder krasse Situationen durchleben, denn dafür gibts die Idiotenformel der Privatrechtsversicherung, die man zwischen den Vorträgen einfach mal ansimst wenn es Ärger gibt... Und davon wird es eine Menge geben mit "Fürtsentümer"..

  • Alles was Hoppe in dem Video sagt, bzw. Goethe damals gesagt hat, ist aber korrekt. Kleine dezentrale politische Einheiten funktionieren immer besser und garantieren immer mehr Freiheit und Wohlstand als große Zentralstaaten. Ob ein Staat demokratisch/republikanisch verwaltet wird oder als Monarchie spielt dabei meiner Meinung nach keine große Rolle. Eine Mischung (konstitutionelle Monarchie) wäre auch möglich. Was zählt ist die Machtbeschränkung des/der Regierenden. Hoppe würde sagen, eine Monarchie schränkt die Macht des Regierenden besser ein, weil er als Privateigentümer des Landes in der Regel ein starkes Interesse hat den Wohlstand seines Landes langfristig zu sichern, während kurzzeitig gewählte Politiker eher dazu tendieren das Gemeineigentum gnadenlos auszubeuten (Prinzip: Nach mir die Sinnflut!). Andere würden das ablehnen weil es hin und wieder passieren kann dass der Monarch ein gewalttätiger, kriegstreibender Psychopath ist und daher nur eine konstitutionelle Republik in Frage kommt wo es eine vernünftige Verfassung und Gewaltentrennung geben sollte... Beides hat Vor- und Nachteile.
    Was die Macht der Regierenden aber immer ganz gut beschränkt ist Dezentralisierung und Konkurrenz zwischen möglichst vielen kleinen politischen Einheiten. Diese kleinen Einheiten können vollständig souveräne Kleinstaaten sein oder eben Kommunen/Kantone/Bundesstaaten einer größeren Union mit gemeinsamer Verteidigung. Subsidiarität und Selbstverwaltung sind alles! Wenn man alles zentralisiert und Konkurrenz ausschaltet, dann erhält man die EU, die heutigen USA oder die NWO inklusive Falschgeldsystem, Wohlfahrts- und Bevormundungsstaat, maximalen Steuersätzen und Weltkriegen.
    Übrigens: Lieber Krieg zwischen Anhalt-Dessau und Anhalt-Zerbst als zwischen USA und UdSSR! ;)

  • Große Staaten neigen zu Verschwendung und Kontrolle im großen Stil. Kleinere Organisationsstrukturen neigen zu Verschwendung und Kontrolle im kleinen Stil - jedoch nicht alle und niemals gleichzeitig. Und da liegt einer der Vorteile. Spannungen, die von außen nach innen getragen werden, können vorkommen. Jedoch sind das normalerweise fluktuierende Spannungen, die mal da sind und mal nicht vorhanden sind. Große Staaten haben durch sich selbst eine sehr hohe Spannung nach innen, weil sie viele Bevölkerungsgruppen, Ethnien oder anderweitig sich unterscheidende Gruppen unter einen Hut halten müssen. Dort baut sich innenpolitisch langfristig ein gewaltiger Druck auf, der sich irgendwann gegen die einzelnen Bevölkerungsteile entlädt. Sowas existiert kaum in kleinen Strukturen. In großen Staaten kann das nur dadurch verhindert werden, wenn ein Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl entsteht. Das kann in Amerika der Fall sein, aber nicht in Europa und schon gar nicht hervorgerufen durch die heutige EU.

  • Große Staaten neigen zu Verschwendung und Kontrolle im großen Stil. Kleinere Organisationsstrukturen neigen zu Verschwendung und Kontrolle im kleinen Stil - jedoch nicht alle und niemals gleichzeitig.


    Sie machen hier mehrere Fehler: Sie schränken das Range ein, indem Sie ein großes mit einem kleinen System vergleichen. Sie müssten jedoch das große System mit allen (!) kleinen Systemen vergleichen und dann nachweisen, dass alle kleinen Systeme zusammen weniger verschwenderisch sind als das große System. Des Weiteren nehmen Sie an, dass die kleinen Systeme gegenseitig ausschließend sind, dies dürfte in der Realität nicht der Fall sein. Auch vergessen Sie, dass große Systeme, wie z.B. Unternehmen, oft Programme zur Minimierung von Verschwendung implementiert haben und Informationssysteme verwenden, die es erlauben, den Materialfluss und die Bestände in Echtzeit zu verfolgen; dies ist deutlich weniger häufig bei kleinen Unternehmen der Fall.

  • Ich muss das nachweisen, während Sie das Gegenteil nicht nachweisen müssen? Aha. Ich glaube nicht, dass wir uns da gegenseitig echte Vergleichswerte aus den Fingern ziehen können. Selbst wenn wir das wollten würden wir keine belastbaren Zahlen finden.


    Ich kann nur sagen, dass heute trotz Programme zur Minimierung von Verschwendung ziemlich viel verschwendet wird. (Ein Programm zur Minimierung von Verschwendung ist auch eigentlich verschwendetes Geld oder?) Und ich kann sagen, dass ich (oder meine Familie) als kleinstmögliche Struktur im Gegensatz dazu weitaus weniger verschwende als größere Strukturen. Und wenn ICH etwas von meinem Geld verschwende, bin dafür nur ich verantwortlich und nicht meine gesamte Nachbarschaft. Das reicht eigentlich zum Nachvollziehen.

  • Und wenn ICH etwas von meinem Geld verschwende, bin dafür nur ich verantwortlich und nicht meine gesamte Nachbarschaft. Das reicht eigentlich zum Nachvollziehen.

    Das ist für mich auch schon der entscheidende Punkt.
    Offensichtlich wird mit fremden Geld weniger umsichtig umgegangen. Je weiter weg man von den eigentlichen Eigentümern ist, desto schlimmer scheint es zu sein.
    In einer kleinen Gemeinde dürfte sich der Bürgermeister was anhören (oder gar verklagt/abgesetzt werden), wenn er wirklich verschwenderisch mit Steuergeldern umgeht.
    In Brüssel oder Berlin anzurufen bringt mir herzlich wenig; da habe ich keinen Ansatzpunkt.


    Das heißt nicht, dass sich nicht große Strukturen bilden können (freiwillige Verteidigungsbündnisse? warum nicht?) und dass diese ineffizient sein müssen, aber große, zentralistische sind es allemal (zentrale Planwirtschaft wird auch beim 10.000sten Versuch nicht effizient sein).

  • Es ist ja gerade der Trick dass Bürokratie keine Erfolgsrechnung und persönliche Haftung kennt, im Gegensatz zum Unternehmen und dem Individuum.
    Im Zweifel gibt es dann "höhere" Aufgaben oder es wird für die "Gemeinschaft" organisiert.

  • Ich muss das nachweisen, während Sie das Gegenteil nicht nachweisen müssen? Aha.


    In der Tat. Wenn Sie behaupten, dass kleine Systeme weniger verschwenderisch sind als große, dann müssen Sie das nachweisen, denn die Nullhypothese würde lauten, dass es keinen (!) Unterschied im Bezug auf die Verschwendung zwischen allen (!) kleinen und einem großen System gibt.
    Ich habe Sie auf entsprechende methodische Mängel in Ihrer Behauptung hingewiesen und nicht versucht, die umgekehrte Aussage zu treffen, damit obliegt mir kein Nachweis im obigen Sinne.


    Ich glaube nicht, dass wir uns da gegenseitig echte Vergleichswerte aus den Fingern ziehen können. Selbst wenn wir das wollten würden wir keine belastbaren Zahlen finden.


    Das ist völlig unwissenschaftlich.


    Und ich kann sagen, dass ich (oder meine Familie) als kleinstmögliche Struktur im Gegensatz dazu weitaus weniger verschwende als größere Strukturen. Und wenn ICH etwas von meinem Geld verschwende, bin dafür nur ich verantwortlich und nicht meine gesamte Nachbarschaft. Das reicht eigentlich zum Nachvollziehen.


    Wenn Sie davon ausgehen, dass die Haushalte bzw. die Bürger immer selbst am besten wissen, was Sie wollen, wie wollen Sie da kontrollieren, wenn Verschwendung vorliegt? Das ist nicht falsifizierbar. Der Staat könnte genauso argumentieren, auch wenn es sich hier zugegebener Maßen anders anfühlt.