Tragik der Allemenden

  • Ich verstehe nicht ganz wie ihr euch eine Selbstverwaltung bei Allemendengütern vorstellt? Unternehmen nehmen sich zwar die Existenzgrundlage, wenn sie beispielsweise die Meere überfischen, aber wird darauf im Konkurrenzkampf wirklich Rücksicht genommen?

  • Die Meere werden ja deshalb überfischt, weil sie eine Allmende sind.
    Es gibt niemanden der Eigentum am Meer hat, folglich wird das rausgeholt was geht bevor es ein anderer tut.


    Frieden unter Konkurrenten entsteht durch das einfrieden(abstecken) und einfordern von Eigentumsrechten - im wahrsten Sinne des Wortes "Frieden"

  • Nur handelte es sich bei diesen Beispielen um Staaten, aber wie verteilt man Fangzonen unter Unternehmen? Kaufen sie sie vom Staat?
    Auch in Zonen unterteilt wäre das schwer, da eine Zone die andere beeinflusst.

  • Staaten sind ja auch nur Facetten einer politischen Ordnung, in dem sich Menschen, Organisationen und Institutionen organisieren.
    Eine Verpachtung von Nutzungsrechten an Unternehmen, bei dem Staaten Schutz der rechtlichen und hoheitlichen Sicherheit gewährleisten ist ja heute durchaus übliche Praxis und auch in Zukunft denkbar.


    Wie man die Fangzonen verteilt - keine Ahnung. Wahrscheinlich so das dem Verpächter in 50 Jahren noch Fanggründe zum verpachten zur Verfügung stehen.

  • Da das Meer niemandem gehört, gibt es einen sehr starken Anreiz möglichst viel herauszuholen. Das wird man so leicht nicht ändern können. Bei Kühen funktioniert es aber sehr gut. Wären alle Kühe Gemeinschaftseigentum, dürfte sich jeder eine Kuh schießen, die herumläuft. Eigentumsrechte verhindern eine Ausrottung der Kuh, um es mal etwas überspitzt auszudrücken.

  • Also gäbe es weiterhin Fangquoten?
    Oder verpachtet der Staat einzelne Zonen an Unternehmen, was allerdings schwierig wäre, da Fischschwärme die Zonen durchqueren würden.

  • Fangquoten wären denkbar. Vielleicht gibt es aber auch eine freiwillige Übereinkunft der Fischer, nur eine akzeptable Menge aus dem Meer zu holen damit alle Fischer auch in Zukunft einen Job haben.


    Eine Anmerkung: bei der 200 Meilenzone in Island handelt es sich nicht um Staatsgebiet im herkömmlichen Sinne. Gemeint ist damit eine Zone des rechtlichen Einflusses, in dem die Regeln der Isländischen Bevölkerung gelten. Es handelt sich also Streng genommen um Rechte und deren erlaubte Nutzungen in einem Geltungsbereich.


    Das Konzept des Geltungsbereich für Nutzung von Rechten kann sehr wohl auf das gesamte Meer angewandt werden. Dazu braucht es auch keine staatlichen Strukturen, sondern nur die Akzeptanz der Beteiligten Nutzer siehe Antarktisvertrag http://de.wikipedia.org/wiki/Antarktisvertrag