Anlegen, investieren, sparen mit der Österreichischen Schule

  • Laut der Ing Diba ist jeder zweite deutsche ohne finanzielle Bildung. https://www.ing-diba.de/ueber-uns/wissenswert/finanzbildung/
    Autoren wie Roland Baader behandeln in der Regel ja auch nur Volkswirtschaftliche Aspekte und bieten nur wenige Hinweise für den Ottonormalverbrauchen
    wie er beim Sparen am besten vorgehen sollte.


    Gold wird natürlich in diesem Zusammenhang immer genannt. Wenn man den historischen Charts aber glauben schenken kann erfüllt es seine Rolle als Inflationsabsicherung sehr gut aber reale Vermögenszuwächse sollte man sich dadurch nicht erhoffen.
    Staatsanleihen und staatlich subventionierte Anlagevehikel dürften für Österreicher ja eigentlich nicht in Frage kommen.
    Und bei Aktien gibt es mehr Strategien als Sterne am Himmel.


    Also was denkt ihr ist aus Sicht der Austrians die erfolgsversprechendste Strategie beim langfristigen Vermögensaufbau?

  • Das kann eigentlich niemand genau sagen, was perönlich für jemanden Sinn macht. Wichtig ist, dass du es selbst nach 10 Jahren noch verstehst und das es ohne Subventionen und Steuertricks lebensfähig ist.


    Das könnten (Firmen)Beteiligungen an deiner Lieblingswerkstatt sein, ein Haus das du vermietest oder einfach nur eine Menge Engagement in deiner direkten Umgebung (ein Gefallen ist auch eine Anlageform). Beim sparen kommt es ja auch auf den Ertrag an, wobei man immer auch auf das Risiko achten muss. So gesehen ist Gold eher eine Versicherung die den Wert konserviert statt ein Investment. Das Sammeln von Whiskeysorten und Kunst soll für manche Leute die sich darin auskennen Sinn machen.

  • Die große Unbekannte ist bei jedem Investment oder auch der Wertkonservierung der Staat.


    Gold? -> Goldverbot gab es schon.
    Immobilien? -> Zwangshypotheken gab es schon.
    Aktien? -> Staatliche Eingriffe können auch solide Unternehmen zerstören und unsolide "attraktiv" machen, durch Subventionen.


    Man weiß nie, was den Politikern noch so einfällt, von daher hat man auch überall ein unkalkulierbares Risiko.
    Eine breitere Fächerung (wenn finanziell möglich) macht vllt. am meisten Sinn.


    Wenn man für eine Krise vorsorgen möchte, halte ich folgendes für sehr wichtig:
    Eigene Schulung (Fähigkeiten, die du hast, können dir immer nützen und niemand kann sie dir nehmen) und Beziehungen (Familie und Freunde können bei sehr vielem helfen).

  • Wichtig ist ein vernünftiger Lebensstil. Nur dadurch kann man Mittel (z.B. Geld) akkumulieren um es wiede zu investieren. Wer ständig das neuste iPhone (kennt jemand das iRak? oder iRan^^) braucht, darf sich nicht wundern wenn am Jahresende nichts mehr da ist um es irgendwo anzulegen oder zu investieren.


    Das derzeitige staatl. Monopolgeld macht es leider unmöglich Geldmittel auf lange Sicht anzusparen. Die Inflation und Gott weis noch was da alles kommt, frisst hier einiges nach und nach auf.
    Der erste und wichtigste Schritt wäre die Abschaffung der Inflation. Bekämpfen kann man sie nicht, da sie kein Naturereignis ist, sondern das Ergebnis einer Handlung (einer extrem dummen).


    Ich persönlich bevorzuge die Ansparung derzeit in klein gestückelten Silber- und Goldbarren. Wertsicherung ist wichtiger als Zugewinn. Der Zugewinn sollte wie gesagt aus Wertschöpfung entstehen:
    Mieteinnahmen (zur Verfügungstellung von Wohn- und Lagerraum), Selbstständigkeit, Lohnarbeit oder halt andere wertschöpfende Tätigkeiten.

  • Mir ging es hauptsächlich um das wirklich langfristige sparen zb für ein Haus, oder für die Altersvorsorge.


    Ben Franklin hat ja schon gesagt: Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.


    Und für Sokrates waren Sparsamkeit und Genügsamkeit wichtige Tugenden.


    Wenn man dann etwas Geld über hat, erscheinen mir Aktien als die beste Anlageform.
    Die sind ja ziemlich immun gegen Inflation da die Unternehmen ihre Preise mit dem Wertverfall des Geldes anheben.
    Man kann auch schon mit kleinen Summen über Etfs breit diversifiziert ansparen.


    "Aktien? -> Staatliche Eingriffe können auch solide Unternehmen zerstören und unsolide "attraktiv" machen, durch Subventionen. "


    Wozu diese Eingriffe führen können sieht man ja in der Solarbranche oder bei den Versorgern.
    Deshalb erscheint es mir ratsam nur in Unternehmen zu investieren wo sich die Staaten in der Regel raushalten also Konsumgüter wie Klopapier, Waschpulver, Deos, Klamotten usw.
    Hier scheinen noch die freiesten Märkte zu existieren.
    Wie seht ihr das?

  • Ein Nachteil bei ETF´s ist im Vergleich zu Aktien, das die Dividiendenerlöse meist unterschlagen werden und es meist eine Management oder/und Performencefee gibt. Andererseits gibt es bestimmt Aktien nicht im normalen Handel (Mindestorder etc.), von daher können die schon Sinn machen.


    Aktien/Fonds für Bedarfsgüter, Rohstoffe und Realwerte sind eigentlich fast immer eine gute Wahl.

  • Der Aktienmarkt bildet ziemlich exakt die (reale) Inflation ab, da kann ich Viktor zustimmen. Solange das System nicht crasht, kommt man mit Aktien langfristig immer nominell im Plus raus. Man muss nur greade jetzt eine passende Exit-Strategie haben oder mindestens mit Optionsscheinen absichern, wenn das Ding zu wackeln anfängt. Den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden ist aber schwer. Eine Kombination mit Edelmetallen ist da sinnvoll - aber nur, wenn man sie nicht während des Busts braucht. Auch da können die EM stark unter Druck geraten und behalten daher nur langfristig ihren Wert.

  • Das hat auch was mit der juristischen Situation zu tun wenn darum geht Empfehlungen auszusprechen.


    Ich würde/ich werde/ich tue nur in das Investieren was für mich 100% rational nachvollziehbar ist. Also vorrangig Sachwerte. Was ich meiden wird sind Papiermärkte, Versicherungen jeder Art und Betongold. Jim Rogers rät den Leuten sogar in Ackerland zu investieren und zu lernen wie man Traktor fährt. Was einen immer etwas bringt ist auch die Investition in Langzeitlebensmittel, dass ist eine Versicherung die wirklich funktioniert, weil man sie essen kann.


    Ich bin selbst manchmal echt baff und niedergeschlagen darüber was für dumme Menschen ich in der direkten Verwandtschaft habe die ernsthaft investieren in Dinge wie private Rentenversicherungen und so einen Bockmist. Nur Papiermärkte. Versicherungen selbst sind Schneeballsysteme die nichts produzieren außer Schreibtischjobs und Glaspaläste und dabei immer neue investoren finden müssen. Um Aktien würde ich auch einen Bogen machen, kenne Leute die bei K und S viel Verlust gemacht haben "nachdem das immer sowas sicheres war".


    Und nochwas: Hände weg von Bitcoin.

    Zitat

    Gold? -> Goldverbot gab es schon.

    Ja und das funktioniert dann bei den Leuten die dumm sind wie Dreck und das Zeug aus aushändigen. Gold kann man vergraben, in der Wand einmauern und Niemand der nicht selbst dumm ist wie Dreck wird groß Fragen stellen wenn es um den Tausch geht. Der Preis für Gold wird explodieren wenn die Regierung ein Verbot ausspricht.


    Zitat

    Immobilien? -> Zwangshypotheken gab es schon.

    Kein Mensch kriegt auch nur Ansatzweiße mehr raus was er in Immobilien reininvestiert hat die letzten 15 Jahre. Auf Hartgeld und selbst Welt gab es schon viel zu dem Thema. Es muss nichtmal eine Zwangshypothek sein, es können auch immer mehr Vorschriften sein wie eine Obergrenze für Mieterhöhungen und Dämmungen. Vor einem Jahr hieß es in den ganzen roten Zeitungen hier die sich als bürgerliche tarnen, man könne sich bei steigenden Mieten wieder den Staat als Bauherren vorstellen. Viel Spaß in der DDR Legebatterie.

  • Ja und das funktioniert dann bei den Leuten die dumm sind wie Dreck und das Zeug aus aushändigen. Gold kann man vergraben, in der Wand einmauern und Niemand der nicht selbst dumm ist wie Dreck wird groß Fragen stellen wenn es um den Tausch geht. Der Preis für Gold wird explodieren wenn die Regierung ein Verbot ausspricht.

    Richtig, man müsste aber schon vorsichtig sein, denn solche "dummen" Leute gibt es und die würden einen vllt. auch verraten bzw. keinen Handel treiben.
    Ich halte auch Gold für einen unverzichtbaren Bestandteil der Krisenvorsorge. Man zahlt darauf keine MwSt, das macht es wohl noch schwierigen für den Staat einen Besitzer zu finden...


    Ich meinte nur, dass der Staat prinzipiell jedes Investment versauen kann (er also ein großes unbekanntes Risiko ist).

  • Zitat

    Ich meinte nur, dass der Staat prinzipiell jedes Investment versauen kann (er also ein großes unbekanntes Risiko ist).

    Kann er eben nicht. Der kann nicht jeden Schrebergarten umgraben ob irgendwo Gold vergraben liegt und mit Langzeitlebensmitteln ist man auch allemal besser dran als mit einem Bausparvertrag.


    Ansonsten muss man sich halt mit Trends auskennen wenn man weiß in welche Firma man investiert mit der Hoffnung einen Gewinn darauß zu machen. Hätte ich gewusst, dass Apple mal so eine Art Heiligtum für die Linken Hipster wird und jeder von den Clowns den Dreck kauft den die in kurzen Abständen auf den Markt werfen, dann hätte ich natürlich Apple Aktien gekauft. Aber seit Anfang des Jahres sind die halt im Tiefflug weil der LSD Nerd tot ist und irgendwie der Zauber verflogen. Kein Mensch kauft ja Apple wegen der Leistung sondern wegen dem Lebensgefühl, weil es irgendwie Teil der eigenen Einstellung sein soll. Nur die anderen Firmen sind zu blöd das zu erkennen und meinen jetzt, sie müssen alle auch aussehen wie ein Apple Interface und immer unübersichtlicher werden. 98% aller für die Arbeit genutzten Computer sind trotzdem Microsoft Produkte.


    Das ist nur so ein Beispiel wo Psychologie dir 100 mal mehr hilft als "österreichische Schule".

  • Bei Edelmetallen (physikalischen) geht es nicht um leistungslose Zugewinne oder Spekulation, sondern darum sich gegen einen Totalverlust abzusichern. Seit nunmehr 6.000 Jahren wird, bekanntermassen, Gold als Geld genutzt. Und ich wage zu behaupten daß dies auch noch weitere 1.000 Jahre der Fall sein wird. Außer wir fliegen zum Jupiter und finden dort Gold in Hülle und Fülle.^^


    Unsere Arbeitszeit (Lebenszeit) wird mit wertlosem Papiergeld entlohnt, dessen innerer Wert ein psychologischer ist. Jeder nimmt ihn an und der Staat zwingt uns damit unsere Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen (Artikel 128 Absatz 1 Satz 3 AEUV). Langzeitnahrungsmittel oder Notfallausrüstung ist mit Sicherheit auch nicht verkehrt. Was nützt einem Gold wenn eine Woche lang der Wasserhahn kein Wasser mehr gibt oder aus der Steckdose kein Strom mehr kommt?


    Roland Baader hatte auch weitreichende Einblicke in unser derzeitige Finanz- und Wirtschaftswelt. Aber er konnte auch aus diesem umfassenden Wissen keinen großen Profit schöpfen. Dafür hat es ihn, genauso wie mich, vor Dummheiten geschützt. Darum geht es vor allem bei Wirtschaftskenntnissen, sich selber vor saudummen Fehlern zu schützen.
    Jede Sparanlage bei einer Versicherung kann plötzlich ihren kompletten Wert verlieren. Schon eine Währungsreform oder die jetzige Inflation reicht hierfür völlig aus. Macht euch mal eine Excell-Tabelle und tragt 100 EUR am Anfang ein und dann für 20 Jahre immer 3...5% weniger (reelle Inflation). Dann hat man nach 20 Jahren nur noch 38,53 EUR (im günstigsten Fall) an Kaufkraft übrig. Spätestens hier sollte jedem klar sein daß 20.000 EUR, wo man "sicher anlegt", nach 20 Jahren im allerbesten Fall nur noch die Hälfte Wert ist. Sein Überschüsse in ECHTES Gold oder Silber zu investieren schützt vor dieser Inflation und bewahrt einen vor dem Totalverlust.


    Ansonsten: Einer Arbeit nachgehen die gefragt ist, Geld bringt und einen angemessenen Lebensstil führen. Und um Himmelswillen: KEINE SCHULDEN MACHEN!!!

  • @ Freigeist auf solche Trends zu setzten scheint im nachhinein weit aus einfacher als es tatsächlich der Fall ist.
    Hayek ja schon was in der Richtung gesagt. Zitat aus "Thatchers konservative Revolution":
    Die gesellschaftliche Entwicklung ist zwar das Ergebnis menschlichen Handelns, aber nicht menschlichen Planens und somit weder vorhersehbar noch lenkbar.
    Exakt das selbe scheint auch auf das Investieren am Aktienmarkt zu zutreffen.
    Darauf basiert auch die Theorie der effizienten Märkte. http://de.wikipedia.org/wiki/Effizienzmarkthypothese
    Die im Grunde aussagt das sich für den normalen Anleger nicht lohnt großartig über Investments nachzudenken sondern es besser ist sich einfach auf den Markt zu verlassen.
    Man soll lieber regelmäßig in kleinen summen, möglichst breit gestreut anlegen und sollte sich mit der langfrstigen Rendite (nach inflation) von ca 6-7 p.a von Aktien zufrieden zu geben.

  • Gerade gibt ein ganz tolles Interview mit Raimund Brichta "Die Wahrheit über das Geld", bei N-TV.de leider kann man keine direkten links bei der Seite angeben.
    Für die meisten hier nichts neues aber im mainstream halt noch eine Seltenheit, besonders auch die Tipps am ende des 9 minütigen videos.

  • Freigeist : Natürlich kann der Staat dir das EM-Investment versauen. Er braucht beispielsweise nur den Goldbesitz verbieten. Versuch dann mal, dein plötzlich illegales Gold in großen Mengen zu vernünftigen Preisen an den Mann zu bringen - weil du gerade in Rente gegangen bist und ausschließlich in EM gespart hast. Denk dir jetzt noch ein Bargeldverbot dazu und deine Rente ist versaut.

  • Er braucht beispielsweise nur den Goldbesitz verbieten. Versuch dann mal, dein plötzlich illegales Gold in großen Mengen zu vernünftigen Preisen an den Mann zu bringen

    Goldverbote waren bisher immer sehr ineffizient weil die Leute ihr Gold einfach verstecken, schmuggeln und auf dem Schwarzmarkt (und gerade dort zu exorbitanten Preisen!) handeln. Der Goldmarkt verhält sich dann ähnlich wie der für Kokain oder Alkohol während der Prohibition.

  • Aber mit welchem Risiko? Vor Allem, wenn man z.B. monatlich was verkaufen MUSS? Und wenn das mal nicht mehr in bar gehen sollte, also die Anonymität wegfällt, schauts nicht mehr so rosig aus bei größeren Mengen.

  • Und wenn das mal nicht mehr in bar gehen sollte, also die Anonymität wegfällt, schauts nicht mehr so rosig aus bei größeren Mengen.

    Wenn der Staat immer restriktiver wird mit Goldverboten, Bargeldverboten, strengen Kapitalverkehrskontrollen und und und... dann wird man bestimmt schon überall Waren
    direkt für Gold, Silber, Bitcoin etc kaufen können wenn gerade keiner
    guckt. Je verwüsteter das Papiergeldsystem ist desto weniger Anreiz hat man als Händler sich noch vollständig auf dem weißen Markt zu bewegen. In der Geschichte hat das den Regierenden schon häufig Schwierigkeiten gemacht.

  • Zitat

    Freigeist : Natürlich kann der Staat dir das EM-Investment versauen. Er
    braucht beispielsweise nur den Goldbesitz verbieten. Versuch dann mal,
    dein plötzlich illegales Gold in großen Mengen zu vernünftigen Preisen
    an den Mann zu bringen - weil du gerade in Rente gegangen bist und
    ausschließlich in EM gespart hast. Denk dir jetzt noch ein Bargeldverbot
    dazu und deine Rente ist versaut.

    Ich bin ja kein Vollidiot der alles nur auf das eine Pferd setzen würde. Größere Mengen Gold abzustoßen wäre Quatsch da zu gefährlich, zu verdächtig. Schau dir mal an was das Dope Verbot dem Dope Preis beschert hat. 10 Euro aufwärts für ein Gramm eines lausigen Agraproduktes. Märkte funktionieren ob der Staat es erlaubt oder nicht. Wieso sollte auch jemand größere Mengen aufeinmal verkaufen um sich über Wasser zu halten? Ich hör dann manchmal so hypotetische Szenarios wie Leute mit einer Unze Krügerrand auf dem Schwarzmarkt irgendwie Brot kaufen wollen. Und ansonsten.. Naja, für manche Sachen braucht man kriminelle Energie und ein gewisses Talent solche heimlich-heimlich Deals zu machen.
    Und wenn es wirklich soweit ist, dass der Staat in jeden Winkel deines Lebens reinschaut und absolut alles kontrolliert ist, dann braucht man sowieso weniger Gold sondern Messing und Wolfram.

    Zitat

    dann wird man bestimmt schon überall Waren


    direkt für Gold, Silber, Bitcoin etc kaufen können wenn gerade keiner

    Meinst du wenn die Gold verbieten kannst du in Hinterhöfen noch Tauschgeschäfte mit deinem Bitcoin auf dem USB Stick machen? Die Bitcoin Karavane zieht jetzt schon weiter die nächste Blase aufzupumpen. Was meinst du was der türkische Gemüßehändler eher will? N paar Bits von deinem Stick oder das Gold an deiner Uhr?