Klarstellung: Es gibt keine negativen Preise

  • woanders schrieb ich auch: Zins ist der Preis des Geldes. Nun auch dort gibt es einen Preis. Nun wird behauptet dieser sei negativ. Man muß schon ganz klar sehen sot stimmt das nicht. Dazu greift man auf ein Hilfsmittel zu, die Bilanzierung. Insgesamt ist die Grundlage allen Wirtschaftens eine Umrechnung der Güter die man zur Verfügung hat in Geldeinheiten. Das ist IMMER mit Unsicherheit behafter, außer in ganz klar abgegrenzten Fällen. Triviales Beispiel in kg Gold ist einfach ein kg Gold. Was es "wert" ist kann man am festgestellten Kurs ablesen. Man sieht aber schon hier, der "Wert" schwankt, es kommt eben immer auf die Recheneinheit an. Und diese ist nun mal weltweit monopolisiertes Zahlungsmittel. Ändert aber im Grunde gar nichts an der Tatsache, daß Gold unveränderlich ist.


    Aber zurück zur Bilanzierung. Ich schrieb ja negative Preise gibt es nicht. Wieso kann ich das behaupten. Nun betrachtet man Transaktionen gibt es Quellen und Ziele. Ein Transaktion ist ein Tausch, irgendetwas wird gegen etwas anderes getauscht. Und das Tauschmittel ist Geld. Also gibt es Geldflüsse. Und nun kommt etwas was man schwierig glauben kann, was aber dennoch zutrifft. Die Summe aller Zu/Abflüsse ergibt immer 0.


    Einfaches Beispiel: ich kaufe etwas für 100 GE. dann sieht es bilanziell eben so bei mir aus.
    Abflüsse bei mir 100 GE, Zuflüsse bei meinem Partner 100 GE. Also bleibt die Summer der Zu/Abflüsse immer gleich 0. So ist es auch beim sogenannten negativen Zins.
    Die Bilanz sieht "so aus".


    Kasse an Verbindlichkeigen 1000 GE


    Bei der Bank sieht dies so aus
    Forderungen an Kasse 1000 GE (auch hier in der Summe wieder 0)


    Nun kommt der Negativzins, für mich präsentiert er sich so
    Kassen ans sonstige Erlöse 10 GE


    Bei der Bank
    Aufwand für die Gewährung eines Kredits an Kasse 10 GE.


    Nun muß man mit der Bilanzierung etwas weiter gehen. Wenn man wissen will ob man "gewonnen" oder etwa verloren hat stellt man eine Bilanz zu einem Zeitpunkt t und eine zu einem Zeitpunkt t+1 auf.
    Dort stellt man dann die Abflüsse den Zuflüssen gegenüber und bereinigt seine Güter um etwaige Korrekturen man stellt also einen Vermögensvergleich an. Damit weiß man dann ob man sein Vermögen mehren konnte oder nicht.


    In unserem negativen Bankbeispiel habe ich c.p. einen "Gewinn" von 10 GE (natürlich nur nominal) die Bank einen Verlust von 10 GE. Es ist klar keine Bank kann es sich leisten auf Dauer Verluste einzufahren. Das es überhaupt eine Bank geben kann die beim Geldverleih noch mal oben drauf legt, kann nur unter einem Umstand passieren. Wenn eine Zentralbank einer Bank eben noch höhere Zinsen aufbrummt. Kurz ein "negativer" Zins kann nur in einem monopolisieren Zwangszahlungssystem mit einem Geldmonopol auftreten. Und hier ist die Rechnung dann auch einfach. Müsste die Bank 11 GE an die Zentralbank bezahlen fährt Sie mit 10 GE für einen Privaten um glatt 10 % besser.


    Grundsätzlich ist Bilanzierung das Mittel der Wahl um wirtschaftlich rechnen zu können. Daher sollte sich tatsächlich jeder damit beschäftigen. Und diese Rechnung zeigt unnachgiebig die Tatsachen auf. Diese Zahlen kann man natürlich schönen, wenn man aber massive Ungleichgewichte feststellt, dann weiß man es ist was im Busch. Und man braucht keine hellseherische Fähigkeiten man muß nur der Spur der Zahlungsmittel folgen.... Und hier kommt uns von Mises massiv zur Hilfe. Er konnte beweisen, daß man im Sozialismus nicht bilanzieren kann. Wenn man aber nicht bilanzieren kann, weiß man nicht ob man sein Vermögen mehren konnte oder eben nicht. Es gibt auch keinen Maßstab für die Verschwendung. Das eben gewisse Dinge nicht berechnet werden sondern einfach nur so laufen. Kann niemand die einfache Frage klären was bringt 1 im Straße? Und weil man auch einen Schaden durch eine schlechte Straße kaum berechnen kann, tauchen schlechte Straßen nur genau dann auf wenn man "mal wieder" mehr Geld von den Bürgern haben will. dazu noch mit dem "feinen" Mehrwert der besseren Überwachung...


    Eine interessante Tatsache. Durch ein Buch im Bereich der gesamtwirtschaftlichen Bilanzierung mit allen Zahlungsströmen, ergaben sich für den Autor Werte die auf die gekommende Krise hinwiesen. Der Titel ist mir gerade entfallen, daß Buch auch überaus komplex. Dennoch basiert es auf einer Bilanzierung in der man einfach mal den Zahlungsströmen folgte. Der fantastisceh Seiteneffekt der Bilanzeirung ergibt sich durch die Möglichkeit Alternativen berechnen zu können. Mit einem anderen Beispiel erläutert: Wenn alle Wege nach Rom führen, welchen soll man nehmen? Mit einer Bilanzierung können Sie zumindest herausfinden welcher denn wohl am günstigsten sein wird....

    Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten.


    It's not yours to give because it's not yours you give.


    "Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
    Douglas Adams

  • Es kommt wohl ganz darauf an, was man als bereit ist als "Preis" zu definieren.
    Wenn "Preis" nur Marktpreis heißt, denke ich auch, dass es keinen Negativen gibt.


    Wohl aber kann es Fälle geben, in denen ich jemand eine Ware gebe und Geld dazu, er mir aber keine Ware (sondern eine Dienstleistung):
    Hab ich einen Bauernhof mit Güllegrube und die ist voll, ich kann die aber nicht brauchen, könnte ich die von jemand abtransportieren lassen.
    Gülle ist nutzbar, also kann man die als Ware bezeichnen. Ich bezahle für den Abtransport.
    Klar ich bekomme die Dienstleistung "Abtransport", aber jemand außenstehendes könnte auf die Idee kommen, den Preis für diese Gülle als negativ zu bezeichnen (vor allem wenn sein Nutzen aus der Gülle höher ist als seine Abtransportkosten). Ich würde das nicht so sehen, aber man könnte.


    Wenn man staatlich verordnete "Preise" (eher Tauschverhältnisse) als Preise durchgehen lässt, kann es natürlich negative Preise geben.


    Ist also wohl Definitionssache, was man als "Preis" sieht.

  • Der Preis bleibt positiv. Es ist nur eine Frage wo er Zufluß stattfindet und wo der Abfluß. Klar kann man es als negativ definieren, es gibt aber keinen negativen Geldstrom. Es gibt nur einen Zugang und einen Abgang. Die Gülle kann natürlich ein Gut sein nur sieht dann die Rechnung prinzipiell so aus:


    10 t Gülle a 1 € sind also 10 € die mir zufließen und eben beim Transporteur weg fließen
    dann haben wir den Transportaufwand der wäre eben
    Transportaufwand 50 € geht von mir ab und gehen beim Transporteur zu


    Was wichtig ist und woraus ich hinauswollte die Summe aller Zahlungen beläuft sich immer auf 0. Dennoch gibt es natürlich Senken und Quellen. Die Senken würde ich - frech wie immer - bei Staaten vermuten ;-)

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  • Jup, wollte nur aufzeigen, dass man as anders "sehen" kann, obwohl man vllt. das selbe meint.
    In deiner Ansicht, die ich hier teile, gibt es keine negativen "Dinge". Wie es in der Natur keine negativen Dinge (im zahlentechnsichen Sinn) gibt.
    Ergo kann ich nicht -1€ von jemandem verlangen, sondern ich kann ihm 1€ geben.

  • Interessant: Noch jemand der sich mit der Bilanzierung beschäftigt:
    http://www.forbes.com/sites/st…t-including-paul-krugman/



    Also sollte man sich aus mehreren Gründen damit beschäftigen :search:

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