Beiträge von Matthias Klein

    @ Thomas Zink:


    Zum Unternehmer: Genau! Er hat ja schließlich niemanden dazu gezwungen sich z.B. eine Garage vors Haus mauern zu lassen, sondern wurde von einem Hausbesitzer dazu beauftragt, weil er diese haben wollte, ein Angebot dazu aus freien Stücken angenommen und den Bauunternehmer nach getaner Arbeit dafür entsprechend bezahlt.
    Alle Beteiligten, inklusive der Mitarbeiter hatten letztlich nur einen Vorteil von dieser Art Tauschgeschäft und kein einziger einen Nachteil.




    Zur Erbschaftssteuer:


    Selbstverständlich bin ich gegen eine Erbschaftssteuer, weil ich es als absolut ungerecht empfinde, wenn jemand der sein ganzes Leben lang gearbeitet und von dem was er mühsam erwirtschaftet hat, bereits an Steuern und Abgaben insgesamt rund 70% bis 75% abgeben musste und es geschafft hat, von den verbliebenen 25% bis 30% sich ein Haus zu finanzieren, dann nochmals zusätzlich Steuern zahlen soll, nur wenn er dieses Haus, was ja sein Eigentum ist, dann an seine Kinder vererben möchte, damit diese dort weiter wohnen können!
    Auf diese Art und Weise erhält der Staat schließlich doppelt und dreifach Steuern und das was an "echtem" Vermögen am Ende übrig bleibt ist schlussendlich nur noch ein Bruchteil von dem, was sich derjenige ursprünglich "eigentlich" durch Arbeit verdient hatte.


    Ich habe mich oben diesbezüglich wohl etwas missverständlich ausgedrückt.
    Ich meinte dies eher als Gegenargument, weil eine gewisse Umverteilung über die Erbschaftssteuer ja bereits praktiziert wird, für diejenigen die ihre Umverteilungsforderungen und Ungerechtigkeitsvorwürfe genau auf diese Gruppe an Vermögenden abzielen, mit der Begründung dass diejenigen dafür ja schließlich nichts gearbeitet hätten und ihnen dieser Wohlstand deswegen nicht zustehen würde.


    Selbstverständlich wäre ich persönlich auch gerne über eine Erbschaft Besitzer eines Hauses mit mehreren Mietwohnungen im Stadtkern von München oder Frankfurt, so dass ich allen schon von den Mieteinnahmen üppig leben könnte.
    Aber nur weil dies bedauerlicherweise nicht der Fall ist, kann ich schließlich nicht hingehen und von diesen Hausbesitzern verlangen, dass sie mir etwas von deren Mieteinnahmen abgeben, nur weil ich nun mal kein solches Haus besitze und mir entsprechende Mieteinnahmen dadurch verwehrt bleiben.


    Und ebensowenig kann ich auch nicht von denjenigen verlangen, dass sie mir einen finanziellen Ausgleich abtreten wenn ich zwar im Besitz eines gleich großen Hauses mit ebensovielen Mietwohnungen wäre, dies aber dummerweise in einer Gegend stehen würde wo der Mietpreis aufgrund der Lage nur ein Viertel von dem in Frankfurt beträgt.


    Aber genau darauf läuft es im Prinzip hinaus, sobald Finanzausgleiche gefordert werden, mit der Begründung, dass man ja schließlich nichts dafür kann, dass dieses Haus in einer Gegend mit niedrigeren Mietpreisen steht, oder ich zur Zeit in einem Bundesland mit weniger angesiedelter Industrie lebe oder in einem Land in der Eurozone mit einem geringeren Bruttosozialprudukt usw. und aufgrund dessen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.


    Oliver Janich hat dies mal in einem sehr anschaulichen, lebensnahen Beispiel verdeutlicht:


    Das wäre in etwa so, als wenn man in einem Restaurant nach dem Essen zu einem Gast am Nachbartisch gehen und ihn bitten bzw. von ihm verlangen würde die eigene Rechnung mit zu zahlen, weil man gesehen hat, dass derjenige mit einem teuren Auto vorgefahren ist und offensichtlich über deutlich mehr Finanzmittel verfügt als man selbst.


    Das würde NIE jemand machen und an diesem einfachen Beispiel wird deutlich, wie absurd und lebensfremd solche Forderungen in Wirklichkeit sind!


    Aber je höher die Forderungen sind und je abstrakter diese über den Staat erscheinen, weil man diese ja eben nicht konkret vom Nachbarn einfordert den man persönlich kennt, sondern anonym von der "Allgemeinheit", desto größer scheint für viele deren Legitimation zu sein.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang gerne mal ein anschauendes Beispiel nennen:


    In dem Ort in dem ich aufgewachsen bin, hat sich vor über 30 Jahren ein Mauermeister mit einem eigenen Bauunternehmen selbstständig gemacht.
    Da er von Hause aus nicht vermögend war, musste er große Kredite für das notwendige Startkapital aufnehmen um LKWs, Baumaschienen usw. anschaffen zu können, was meines Wissens für ihn mental anfangs eine große Belastung dargestelllt hatte, sich so hoch zu verschulden.


    Als Schüler habe ich in den Ferien mehrmals selbst bei ihm gearbeitet um mir z.B. eine Stereoanlage anschaffen zu können, was für mich rein über mein Taschengeld unerreichbar gewesen wäre.
    Zu dieser Zeit verdiente ich als Ferienarbeiter 10,- DM netto, was aus heutiger sicht wahrscheinlich nicht mehr sonderlich viel darstellt, aber abgesehen davon dass 10,- DM damals im Vrgleich zu 10 ,- Euro noch eine völlig andere Kaufkraft besaßen, war das für mich als Schüler damals ne Menge Geld und ich konnte mir am Ende damit so einge meiner Wünsche erfüllen.


    Dieser Bauunternehmer ist nach wie vor sehr erfolgreich, hat mehrere Mitarbeiter fest eingestellt, mittlerweile schon eine ganz andere Generation von Fahrzeugen und Baumaschienen angeschafft, ist im Besitz mehrer Eigentums-Wohnungen, trinkt Veuve Clicquot und ist sehr wahrscheinlich mit Abstand der reichste Mann in der geanzen Gemeinde und Umgebung.


    Aufrgund dieser Tatsache gibt es nun viele Neider im Ort und einige sprechen auch aus, was wohl viele denken:


    "Der hat doch so viel, da kann er ja schließlich ruhig mal etwas davon abgeben!"


    So manch einer würde sicherlich jetzt liebend gerne mit ihm tauschen.
    Klar - JETZT - wo sich nach jahrzehntelanger Schufterei der Wohlstand sichtbar eingestellt hat.
    Aber damals, als er ganz am Anfang stand und sein Unternehmen mit großer Anstrengung quasi aus dem Nichts heraus aus dem Boden gestampft hat, er enorme Risiken eingegangen ist, als unkar war ob die Firma zu einem Erfolg wird und er die hohen Kredite überhaupt wird zurück zahlen können, da wollte jedoch niemand in seiner Haut stecken!


    Es wäre von denjenigen wohl kein einziger bereit, wie er, fast den ganzen Tag zu arbeiten, von 5 Uhr morgens bis spät abends - entweder auf der Baustelle, oder im Büro und auch am Wochenende, ohne nennenswerten Urlaub, weil man es sich nicht erlauben kann, den ganzen Betrieb für mehrere Wochen dicht zu machen und viele könnten mit der Gewissheit solch hoher Kredite sicherlich auch nicht ruhig schlafen.


    Es gibt eben nur wenige die dazu bereit sind sich solch einer Herausforderung zu stellen und die in der Lage sind, diese auch zu stemmen.
    Viele würden dem Druck überhaupt nicht stand halten.
    Die meisten sind generell nicht dazu bereit Risiken einzugehen, sondern wollen etwas sicheres, überschaubares, wo sie genau wissen von wann bis wann sie wo zur Arbeit erscheinen müssen und am Ende des Monats dafür dann ein Gehalt in einer bestimmten Höhe ausgezahlt bekommen.


    Die Tatstache, dass es einige wenige von diesem Typus "Unternehmer" gibt, verhilft aber den meisten, genau so arbeiten und leben zu können ohne sich ansonsten gross Gedanken machen zu müssen und dies hat unter anderem auch mir als Schüler die Möglichkeit eröffnet, mir in den Ferien mein erstes eigenes Geld zu verdienen. Ansonsten wäre diese Stereoanlage für mich unerreichbar geblieben.


    Man kann im Leben bekanntlich nicht alles haben, also einerseits möglichst wenig Risiken eingehen, möglichst viel Freizeit genießen und andererseits dann aber auch gleichzeitig möglichst viel Geld verdienen.
    Alles hat seinen Preis und dieser Unternehmer hat für den Wohlstand den er jetzt besitzt nicht nur sein ganzen bisheriges Leben rund um die Uhr fast nur gearbeitet, sondern auch auf vieles verzichtet, was für andere selbstverständlich ist: einen ruhigen Feierabend ab 16 Uhr, freie Wochenenden, Urlaubsreisen, Zeit für Familie usw.


    Es liegt grundsätzlich an jedem selbst zu entscheiden, was ihm persönlich im Leben wichtiger ist, eben materieller Wohlstand oder Freizeit und jeder sollte für sich möglichst frei bestimmen können, welcher dieser Prioritäten er für sein eigenes Leben setzen möchte.


    Sozialistisch orientierte politische Richtungen behaupten aber, dass diejenigen, die deutlich mehr besitzen als der Durchschnitt der Bevölkerung zwangsläufig anderen etwas weggenommen haben müssen, sonst hätten sie ja schließlich nicht deutlich mehr in ihrem Besitz wie die meisten anderen, ja, dass diejenigen automatisch andere über welche Wege auch immer sogar regelrecht bestohlen und ausgebeutet hätten und dass sie von dem was sie haben den Teil, den sie quasi zuviel haben, wieder "zurück geben" müssen.


    Dies wird als eine soziale Ungerechtigkeit angesehen und eine Umverteilung des Vermögens gefordert, damit alle am Ende möglichst gleich viel besitzen.
    Diese wäre aber nur dann gerecht, wenn alle bereit dazu wären dafür auch gleich viel zu tun.
    Dies ist realistisch gesehen aber nicht der Fall, denn jeder ist in einem unterschiedlichen Maße dazu bereit zu arbeiten, sich Herausforderungen zu stellen und Risiken einzugehen.
    Was auf den ersten Blick als gerecht erscheint, eben dafür zu sorgen, dass niemand weniger hat, bedeutet im Umkehrschluss aber gleichermaßen auf der anderern Seite, dass man allen anderen die bereit sind sich mehr anzustrengen und in ihrem Leben mehr erreichen wollen, genau diese Möglichkeit verwehrt und damit ihre freie Lebensgestaltung empfindlich einschränkt.


    Im Falle des oben genannten Beispiels würde dies entweder bedeuten, dass dieses Bauunternehmen erst gar nicht ins Leben gerufen worden wäre und niemand die Möglichkeit hätte darüber nun seinen Lebensunterhalt als Angestellter zu verdienen oder dass der Unternehmer jetzt nach all der Schufterei einen nicht unerheblichen Teil seines Vermöegns einfach so an alle anderen abgeben müsste, die erstens dieses Vermögen nicht mit erwirtschaftet haben und zweitens stattdessen während des Zeitraums in dem das Vermögen erwirtschaftet worden ist, ein Vielfaches an Freizeit genießen konnten.
    Diejenigen würden durch eine solche Umverteilung demnach doppelt profitieren, also sowohl in materieller Hinsicht, als auch in Form von Lebensqualität über ihre Freizeit, was übrigens ebenfalls eine Form von Reichtum darstellt ohne aber dafür je etwas zusätzlich getan zu habe, noch irgendwelchen Risiken eingegangen zu haben, noch infolge der Schuldenlast unruhig geschlafen zu haben.


    Eine solche Umverteilung ist also bei näherem hinsehen nicht nur in höchstem Maße ungerecht, sondern auch menschenverachtend, weil sie Menschen, ganz gleich wie individuell sie auch veranlagt sein mögen, eine bestimmte Lebensweise aufzwingt und eine freie Lebensgestaltung maßgeblich einschränkt, was in diesem Konkext normalerweise nicht gesehen, bzw. gezielt ausgelassen wird.


    Es ist jedoch so ne Sache, wenn jemand auf anderem Wege wohlabend geworden ist z.B. wenn jemand eine großes Vermögen geerbt hat, wofür derjenige auch nichts tun oder auf sich nehmen musste.
    Aber einerseits kann man eben jemandem der sein ganzes Leben lang dafür gearbeitet hat nicht verwehren, die Frücte seiner Arbeit an seine eigenen Kinder weiter zu geben und andererseits gibt es schließlich ja auch die Erbschaftssteuer, so dass auf diesem Weg ja praktisch bereits eine Umverteilung von Vermögen stattfindet udn dies bekanntermaßen ja auch nciht zu knapp.


    Und es ist eine völlig andere Sache, wenn ein Konzern infolge von Lobbyarbeit über Steuerentlastung und oder Subventionierung Vermögen bilden konnte.
    Das ist ebenfalls in höchsten Maße ungerecht und zwar zum einen all denjenigen Unternehmen gegenüber, die sich ohne diese Vorzüge am MArkt behaupten und zusehen müssen wie sie die Gehälter an ihre Angestellten regelmäßig auszahlen und andererseits auch denjenigen gegenüber die durch ihre Arbeit in anderen Unternehmen zwangsläufig diese "Entlastungen und Vorzüge" mit erarbeiten, ohne dass sie gefragt worden sind, ob ihre mühsam erwirtschafteten Steuergelder dafür verwendet werden sollten.


    Ist jetzt etwas umfangreicher geworden, aber mir ist es bei einem Thema wie diesem wichtig, bestimmte Aspekte zu beleuchten, die in der öffentlichen Diskussion in der Regel unbeachten bleiben.