Beiträge von Thomas Zink

    Hallo John Morgen.

    In einer Freien Wirtschaft kann ich nun ein Produkt auf den Markt bringen welches keine Normen (DIN;ISO;EU- Norm; GMP - Richtliene)
    besitzt.

    Richtig. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass Unternehmen ihre Produkte prüfen und zertifizieren lassen, um dem Kunden ein Kaufargument zu liefern, dies ist aber nicht vorgeschrieben.


    Wenn ich nun aber ein Medikament raus bringe was gegen ein bestimmte Krankheit wirkt.
    Aber die Nebenwirkung des Medikaments nicht teste und da ich angenommen genügend Geld habe nun einige Zeitungen davon zu überzeugen das Sie Werbung für das Medikament machen sollen.

    Das ist soweit kein Problem. Auch Werbung machen darf ich, solange ich keine falschen Behauptungen mache. Diese würden sich in diesem Fall erst später offenbaren, die Gesellschafter des Unternehmens wären jedoch voll haftbar.


    Jetzt nehme ich an das Medikament wird von vielen gekauft da es ja verspricht die Krankheit zu bekämpfen. Nun erkranken diese Menschen sehr stark und teilweise führt dies zum Tode.

    Diese Annahme halte ich für unwahrscheinlich, da es mit größter Wahrscheinlichkeit viel Konkurrenz geben wird und die wird ihr Produkt prüfen lassen, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Die Menschen stehen hier dann selbst in der Pflicht zwischen geprüften und ungeprüften Produkten zu wählen.


    Aber gehen wir für dieses Beispiel einmal davon aus, dass es keine solche Konkurrenz gäbe und tatsächlich Menschen stark erkranken und sogar sterben.
    Hätte der Hersteller behauptet, dass sein Produkt sicher ist, wäre er vollständig haftbar. Hat er dies nicht, ist er nicht haftbar.
    In Konsequenz der Vorkommnisse wird darüber in der freien Presse berichtet und die Firma in große Ungunst der potentiellen Kunden stoßen. Somit wird sie höchstwahrscheinlich pleite gehen zumindest aber dieses Produkt nicht mehr absetzen können.
    Dabei träten dann zwei Lerneffekte auf:
    1. für die Kunden: Auf Zertifikate und Prüfsiegel achten
    2. für die Hersteller: Schlechte bis gefährliche Medikamente zu verkaufen ist sehr schlecht fürs Geschäft.

    Wer würde mich dann Informieren über die Nebenwirkung?


    Die Menschen müssten dieses produckt nicht kaufen na klar, aber denn noch sind nun Menschen daran gestorben.

    Das ist schwierig zu beantworten, da sich im freien Markt entsprechende Strukturen entwickeln, statt geplant zu werden.
    Wahrscheinlich wären es Konkurrenzunternehmen, die Medien und Vereine, die vor dem Produkt warnen würden, weil es nicht geprüft ist.
    Ab den ersten Vorfällen würde wohl obiges Szenario eintreten.



    Allerdings glaube ich, dass die meisten Menschen sich ihre Medikamente über einen Arzt bzw. eine Apotheke holen würden, wenn sie diese nicht kennen. Immerhin ist dieser der Fachmann. Diese sollten aus Eigeninteresse darauf achten, dass sie nichts verkaufen, was potentiell so unglaublich schädlich sein kann oder zumindest darauf hinweisen, bzw. beraten. Tun sie das nicht, werden auch sie bei Vorfällen in Misskredit fallen.


    Habe ich einmal ein Medikament gefunden, dass funktioniert und keine starken Nebenwirkungen hat, kann ich es mir direkt kaufen und auch weiterempfehlen. Ich muss also nicht immer für alles zum Arzt bzw. zur Apotheke.


    Natürlich hilft das den Verstorbenen nichts. Das Problem wird, wie oben erklärt, im freien Markt aber bestens behoben (mit Lerneffekten). Solche Probleme gab es auch mit Regulierungen schon und sind keine Spezialität des freien Marktes.

    Sehe ich das Richtig ?
    Wie geht man damit um?
    Würde es dann Regelungen geben?

    Ich hoffe diese Fragen habe ich oben schon beantwortet, wenn nicht, bitte einfach nochmal konkret nachfragen.
    Aber nochmal zu den Regelungen:
    Es würde keine Regelung in der Form von Gesetzen und Vorschriften geben.
    Die Regelung geschieht über die Eigeninteressen der Akteure: Kunden, Ärzte, Apotheken und Hersteller.
    Würden Gesetze oder Vorschriften erlassen, würde es sich nicht mehr um freien Markt handeln.


    Gruß,
    Thomas Zink

    Die Frage ist jetzt, wird der Hersteller auch die negativen Seiten seines Produktes ebenfalls veröffentlichen? Bei Zigaretten war es definitiv nicht so. Erst Anfang der 80er haben es die Tabak-Konzerne zugegeben, dass Rauchen schädlich ist und somit das Produkt "fehlerhaft". Obwohl sie das schon lange vorher gewusst haben. Und genau hier sehe ich Probleme.

    Die Hersteller von Zigaretten würden dies wohl kaum von sich aus machen. Es sei denn, ein Hersteller schafft es das Problem zu minimieren oder abzustellen. Denn dann hätte er ein gutes Argument für sein Produkt.
    Grundsätzlich sollte man sich fragen, wer ein Interesse an soetwas hätte. Spontan fallen mir folgende ein:
    1. Journalisten. Skandale und Enthüllungen verkaufen sich gut.
    2. Gesundheitsversicherungen. Gesündere Kunden heißt weniger Zahlungen. So kann es sich niedrigere Beiträge leisten und mehr Kunden abgreifen.
    3. Konkurrenz. Das muss nicht immer ein Hersteller des gleichen Produkts sein. Es könnte auch beispielsweise ein Hersteller der E-Zigarette sein.


    Es gibt bestimmt noch mehr, aber um das Prinzip zu verdeutlichen reicht das.


    Gruß,
    Thomas Zink

    Das sehe ich wiederum nicht so. Man müsste es nämlich vorher wissen ob etwas schädlich ist oder nicht. Z.B. beim Rauchen wussten es die Tabak-Konzerne schon recht früh wie schädlich das ist. Rückten mit der Wahrheit aber erst Jahrzehnte später raus. Klar kann man die dann verklagen ... für viele kam das aber zu spät. Und zweitens, es wird schwer vor Gericht wenn etwas nicht sofort tötet sondern die Wahrscheinlichkeit für andere Krankheiten steigert. Deshalb sind die Tabak-Konzerne immer noch da und nicht in Grund und Boden geklagt.


    Hallo Exxtreme,


    klar ist, dass die Menschen mit ihrer größeren Freiheit auch eine größere Verantwortung tragen.
    Man selbst entscheidet, was man isst und was nicht. Ob das für irgendjemanden irgendwie schädlich sein kann ist eine ganz andere Frage.
    Es können irgendwelche Allergien auftreten. Es schadet dem einen nicht, dem anderen schon (selbst Kettenraucher werden nicht immer krank davon).


    Außerdem ist "schädlich" ein relativer Begriff. Rauchen ist vllt. in der Regel schlecht für die Lunge (und vieles andere), aber für das Individuum das rauchen will, ist das Rauchen ein Ziel. Es zu erreichen bringt ihm einen Vorteil, nämlich sein Bedürfnis befriedigt zu haben. Diese Möglichkeit muss offen bleiben. Wenn jemand Benzin trinken will, darf er das tun. Wenn sich jemand beschneiden lassen will, darf er das machen. Wenn jemand seinen Arm durch einen Roboterarm ersetzen lassen will, darf er das. Und wenn jemand Genfood essen will, darf er dies ebenfalls.


    Der Mangel an Information über manche Produkte ist ein Problem für den Kunden, der diese Entscheidung treffen will, völlig klar. Dann hat er aber noch immer die Wahl, das Produkt zu meiden. Die Hersteller sind dann im Zugzwang, dem Kunden aufzuzeigen, warum sie gerade ihr Produkt kaufen sollten.
    Im Zuge dessen halte ich es für sehr wahrscheinlich (wie ich in diesem Thread schon schrieb), dass sich Unternehmen freiwillig Prüfen und Zertifizieren lassen. Ob diese Zertifikate etwas taugen wird durch Medien und die Konkurrenz geprüft, da diese ein Interesse daran haben (z.B. eine Zeitung, die über wichtige Dinge seriös berichtet, wird mehr Kunden haben).

    Woher genau weißt du das?
    Das Letzte was wir in unserem Unternehmen machen, ist es sich auf den Staat zu verlassen. Ich wüsste auch nicht, was der Staat mit unsrer Unternehmensphilosophie zu tun hätte außer dass er Steuern will. Wir produzieren Produkte und erwerben ein Zertifikat, um Käufern zu zeigen, dass wir Ahnung von dem haben was wir machen und nicht irgendwelche Hobbybastler sind. Weißt du denn was der TÜV prüft wenn er eine CE Zertifizierung von Pharma- oder Medizinprodukten vornimmt?
    Wenn nicht, dann kannst du das auch nicht kritisieren. Ich bin übrigens auch Mitglied der PDV und weiß sehr wohl wo staatlicher Zwang anfängt und wo er aufhört.

    Damit meinte ich keine Unternehmen, sondern die Kunden. Das weiß ich aus meinem privaten Umfeld.
    Über die Rolle des Staates im Unternehmen sind wir uns scheinbar einig.
    Genau das meine ich, die Unternehmen lassen sich aus Eigeninteresse zertifizieren. Dies jedoch viel mehr, wenn das von den Kunden mehr nachgefragt werden kann.
    Nein ich weiß nicht was der prüft. Ich kritisiere auch nicht die Prüfung als solche, sondern den Zwang dies tun zu müssen.

    Generalverdacht? Also ich würde mir etwas weniger Aggression wünschen bitte.
    Alles nur schlecht zu reden ist keine Lösung. Aber dazu später.
    Wie erwähnt halte ich die nationalen und internationalen Regelwerke zur Einhaltung von Produktqualität für absolut sinnvoll. Und in Bezug auf Sicherheit sind in diesen Regelwerken sehr genau definiert was ein Produkt haben muss, um verträglich und sicher zu sein. Und damit hat der Staat – wen auch immer du damit meinst - nichts zu tun. Das sind Regeln, welche die Industrie innerhalb nationaler und internationaler Gremien festlegt – und niht nur die Pharmaindustrie! Solche Gremien bestehen aus Netzwerken in denen sich jeder Unternehmer beteiligen kann. Der Staat – wer auch immer – hat überhaupt keine Kompetenz in der Hinsicht – außer im Falle des Verbraucherschutzes im Rahmen der Risikobewertung. Und mehr habe ich in der Diskussion auch nicht gefordert. Wenn wir schon dafür Steuergelder bezahlen, dann sollen die gefälligst auch was machen.

    Tut mir leid wenn das aggressiv rüber kommt. Das war nicht meine Absicht. Ich möchte nur auf die Inhalte eingehen.
    Wenn jeder erstmal nicht verkaufen darf, bevor das "Go" gegeben wird, haben wir einen Generalverdacht.
    Mit "Staat" meine ich die Verwaltung, welche den Bürgern Regeln und Vorschriften aufzwingt.
    Solche Regelwerke können sinnvoll sein (um das zu beurteilen, kenne ich die zu wenig). Sie anzuwenden darf jedoch nicht erzwungen werden. Wenn sich Unternehmen freiwillig per Vertrag dazu verpflichten, die Regelwerke einzuhalten, kann man sie auch per Justiz ahnden, falls sie dies nicht tun.
    In einem vorherigen Kommentar hast du Folgendes geschrieben: "Der Staat schaut lediglich darauf, ob auch alle brav beim TÜV waren bevor wir die Produkte verkaufen dürfen"
    Das heißt, der Staat zwingt das Unternehmen, sich vom TÜV prüfen zu lassen. Das ist staatlicher Zwang, auch wenn der Staat nicht selbst prüft. Darauf habe ich geantwortet. Freiwillige Prüfungen, Zertifizierungen, Standards und Vereinbarungen sind m.E. schon sinnvoll, aber das muss jeder Unternehmer selbst entscheiden.
    Meiner Ansicht nacht hat der Staat sich auch nicht um Verbraucherschutz zu kümmern. Sollte ein Produkt nicht halten, was der Hersteller verspricht, ist dieser haftbar. Das und die Tatsache, dass ein Unternehmen am Markt bleiben will und so eher zu guter Qualität neigt, sind m.E. der beste Verbraucherschutz.

    Ja, deshalb gibt es ja zum Glück Qualitätsstandards die innerhalb von Regelwerken formuliert sind, sodass der Verbraucher das möglichst beste und sicherste bekommt und vor möglichen Gefahren ungeprüfter Produkte geschützt wird. Es gibt keine Pflicht sich zertifizieren zu lassen oder die Produkte zu prüfen, z.B. die berühmten Lichterketten für den Weihnachtsbaum.

    Libertäre wollen den Bürgern ihre Freiheit zurückgeben. Mit der Freiheit sich entscheiden zu können, bekommen sie auch die Macht etwas zu verändern. Damit müssen sie verantwortlich umgehen.
    Natürlich wird sich nicht jeder Kunde ausgibig mit den Sicherheitsmerkmalen jedes einzelnen Produktes beschäftigen. Dafür sind solche Regelwerke und Zertifizierungen sehr gut.

    Das habe ich doch gar nicht! ?!?!?

    Stimmt. Das hätte ich vllt. anders formulieren sollen. Es wäre absurd.
    Damit meinte ich nicht, das du das behauptet hättest, sondern bezog mich auf meine Ausführung darüber, in der ich sagte, dass meine Behauptungen nur in einer (nahezu) libertären Gesellschaft greifen würde.
    Ich wollte deine Anführung von China als Beispiel, dass meine Behauptung eben nicht funktionieren würde, nicht unkommentiert lassen.
    Daher sollte die Aussage sein: "China ist nicht libertär, daher greift meine Behauptung nicht. Das Beispiel China ist hier also irrelevant."

    1. Glauben ist nicht wissen!
    2. Die Forderungen gibt es bereits – ich habe lediglich in Bezug auf Gennahrung darauf hingewiesen, dass hier die etablierte Politik - null Ahnung hat und vor allem nicht über die bestehenden industriellen Regeln, - über die sich offensichtlich mit Hilfe der etablierten Politik diese Unternehmen hinwegsetzen dürfen und damit mit der Gesundheit der Bevölkerung spielen dürfen
    3. Wenn du glaubst, dass sich Produkte-Qualität und Sicherheit in einem stabilen liberitären Land durchsetzt, weil sich das jeder leisten kann, dann zeige mir dies bitte an einem real existierenden Land bzw. Bespiel.
    4. Zuletzt würde nur zu gern wissen wollen, wie du libertäre Gedanken definierst.

    zu 1.: Stimmt
    zu 2.: Die Forderung gibt es, ja. Das macht sie aber noch nicht libertär. Dass die etablierte Politik auch hier vieles falsch macht, sehe ich auch so.
    zu 3.: Meines wissens gibt es heute kein libertäres Land. Somit kann ich auch kein Beispiel liefern. Die Tatsache, dass etwas existiert oder nicht macht die dahinterliegende Theorie weder falsch noch richtig. Anhand der Praxeologie (Lehre des menschlichen Handelns) lässt sich jedoch ableiten, dass dies passieren wird. Wenn wir das diskutieren wollen, schlage ich vor, dass wir einen extra Thread eröffnen, da dies hier nur indirekt dazu gehört (man kann den neuen Thread dann ja verlinken).
    zu 4.: Kein Problem. Mit "libertären Gedanken" meine ich konkrete Ideen in Köpfen, die der libertären "Ideologie" zuzuordnen sind. Diese sind ja nicht zu 100% definiert, weil es Libertäre gibt, die einen Minimalstaat wollen (das Konzept der PDV, Mises, Hayek) und welche, die gar keinen Staat wollen (z.B. Anarchisten, Voluntaristen). Auch die Aufgaben, die eine Minimalstaat zu übernehmen hat, bezeichnet nicht jeder Libertäre gleich. Einige wollen nur sog. hoheitliche Aufgaben (innere und äußere Sicherheit), andere z.B. auch noch den Straßenbau.
    Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie staatliche Eingriffe in die Freiheit der Menschen (somit auch Unternehmen und Wirtschaft) minimal zu halten oder zu entfernen. Auch hierzu schlage ich einen extra Thread vor, falls du noch darüber diskutieren willst.



    Ich hoffe ich konnte klären, was ich meinte und evtl. Missverständnisse ausräumen.
    Auch in diesem Kommentar ist nichts als persönlicher Angriff oder Aggressivität zu verstehen.
    Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema sollte in unser beide Interesse sein.


    Gruß,
    Thomas

    Hallo Exxtreme,


    Ich kenne die Gründer jetzt nicht alle.
    Lediglich Prof. Dr. Joachim Starbatty, Beatrix von Storch, Prof. Dr. Ing. E.h. Hans-Olaf Henkel und Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider.
    Diese halte ich schon für aufrichtig und denke, dass sie ernst meinen was sie sagen.


    Sie wollen eine politische Partei unterstützen, die gegen die EU-Politik ist.
    Nun, das ist schon mal gut. Allerdings halte ich keinen der oben genannten für libertär. Sie wollen wohl viel mehr mit anderer statt weniger Politik den EU-Wahnsinn stoppen.


    Mit den "Freien Wählern" entscheiden sie sich m.E. höchstens für ein momentan kleineres Übel als dem bisher herrschenden.
    Wenn es aber ihr einziges Ziel ist, die aktuelle EU-Politik zu stoppen und die FW das auch wollen, handeln sie ja rational.


    Sicherlich ist das nicht so toll für die PDV, weil es wieder eine Konkurrenzpartei unter den "alternativen" gibt, die prominente Unterstützung hat.
    Ich halte das aber immernoch für besser, als ein prominentes "Zugpferd" in den Medien zu haben, welches die Parteimeinung nicht teilt.

    Also aus eigener Berufserfahrung kann ich mitteilen, dass ein Unternehmen seine Produkte definitiv nicht freiwillig zertifizieren oder prüfen lässt, wenn dahinter keine Forderung steht.

    Im heutigen System nicht, klar. Hier wird sich ja auf den Staat verlassen. Wer was wie prüft wissen die wenigsten. Ich glaube wir sind uns einig, dass eine Kontrolle durch die Medien kaum bis garnicht statt findet. Somit hat auch der Kunde darüber keine oder nur wenige Informationen. Es bringt dem Unternehmen heute nichts oder nicht viel sich zusätzlich zu den staatlichen Kontrollen noch zertifizieren zu lassen.
    Zusätzlich dazu haben die Unternehmen heute enorme Steuerbelastungen und das Problem mit der Inflation. Auch die Kunden haben diese Probleme und würden sich ein doppelt so teures Produkt wohl nicht kaufen, nur weil es zertifiziert ist. Hier fehlt die Kaufkraft.
    Wer genung stabiles Geld hat, kann sich erlauben auf gute Qualität zu achten.


    China mit einem libertären System zu vergleichen halte ich für absurd. Hier gibt es natürlich nicht die Voraussetzungen, damit dies passieren kann.

    Bei Lebensmitteln oder auch Pharma- und Medizinprodukten findet nur im geringen Maße eine staatliche Regulierung statt.

    Sind wir uns einig, dass bei den Pharmakonzernen ein staatlich gestütztes Oligopol herrscht?
    Mit einem unregulierten Markt hat das nichts zu tun.

    Der Weg lautet: Gennahrung nur, wenn Unbedenklichkeit unabhängig und mehrfach bewiesen ist.

    Das wäre Generalverdacht, bis das gegenteil "bewiesen" ist.
    Lassen wir das mal ausser Acht...
    Wann ist ein Produkt unbedenklich?
    Wann zählt die Unbedenklichkeit als bewiesen?
    Wenn ein Produkt in gewissen Situationen sehr gut, in anderen aber extrem Schädlich sein kann, ist es dann schon bedenklich? Oder soll staatlich kontrolliert werden, dass das Produkt auch immer richtig eingesetzt wird?


    Ich glaube kaum, dass diese Forderung mit libertären Gedanken vereinbar ist.

    Wenn man aktuellen Umfragen Glauben schenken darf, dann lehnt bereits die Mehrheit der deutschen Bevölkerung genmanipulierte Nahrung ab.


    Die PDV müsste dementsprechend sagen, was die Mehrheit nicht will, dass bekommt sie nicht.
    Bums aus Nikolaus!

    Kommt ganz darauf an, wie das gemeint ist.
    Wenn das heißen soll, dass die Mehrheit quasi beschließt, dass es niemand mehr bekommen darf, ist das falsch.
    Wenn das heißen soll, dass die Mehrheit, die dies nicht will, dies auch nicht nehmen müssen, ist das richtig.


    Die Unternehmen sowie die Bundesinstute haben u.a. unabhängige Ringversuche durchzuführen, um die Produkte auf Herz und Nieren prüfen lassen und weiterhin zu beweisen, dass die Umwelt und der Konsument durch eingesetzte Herbizide (welches die manipulierten Pflanzen komischerweise benötigen) keinen Schaden nehmen.

    Das wird wohl keine Forderung der PDV sein oder werden. Zentrale Steuerung und Prüfung soll ja nicht bindend sein.
    Der Kunde wird sich entscheiden, was er will. Daher werden die Unternehmen aus Eigeninteresse ihre Produkte von einem vertrauenswürdigen Institut zertifizieren lassen.
    Dass die Institute auch vertrauenswürdig sind, wird durch deren Konkurrenten und durch Journalisten "garantiert". Sie werden diese prüfen und bei Mängeln diese an die Öffentlichkeit bringen. Dies geschieht ebenfalls im Eigeninteresse der Konkurrenten und Journalisten.
    Weil das Institut das weiß, liegt es wiederum in seinem Interesse, gute Arbeit zu leisten.

    Problematisch an gen-veränderten Zeug ist, dass man sich kaum dagegen wehren kann. Problem #1 ist nämlich, dass sich auch gen-veränderte Pflanzen vermehren. Mit hermetisch abgeriegeltem Anbau wird man auch nicht rechnen können. Folglich wird es zwangsläufig zu einer genetischen Vermischung kommen. Und selbst Bauern, die keine gen-veränderten Pflanzen anbauen wollen können nicht garantieren, dass sie keine gen-veränderten Pflanzen anbauen. Problem #2 ist wiederum die Kennzeichnung. Was ist mit Produkten wie Ketchup? Die bestehen aus so vielen Dingen und auch da können paar Komponenten aus genetisch veränderten Pflanzen stammen. Folglich wird man auf Ketchup verzichten müssen.



    MfG

    Hallo,


    Sie nannten 2 Probleme:
    1. Unkontrollierte Vermehrung der gen-veränderten Pflanzen.
    2. Die Kennzeichnung gen-verändert Zutaten für Produkte.


    Zu 1.)
    Dieses Problem ist sozusagen naturgegeben. Das haben wir heute und auch in einer libertären Gesellschaft. Wenn gen-veränderte Pflanzen wirklich ein Problem sind, weil sie beispielsweise in Nahrung schädlich wirken, geht es mehr um die Art und Weise, wie sie "abgeschafft" werden können. Durch Gesetze ergibt sich eine starke Pauschalisierung, denn woher wissen wir, dass Genveränderung immer schlecht ist? (siehe den letzten Kommentar von Björn Düßmann). Außerdem sind Gesetze meist hart zu erkämpfen und langwierig im Entstehen (wenns nicht ums Finanzsystem geht).
    Die libertäre Lösung lässt jeden einzelnen sofort handeln, indem er/sie eben die Produkte kauft, die er wünscht (gen-verändert oder nicht). In einer libertären Welt wäre Brutto=Netto, so dass für eine Entscheidung genug Kaufkraft vorhanden ist. Voraussetzung für die bewusste Entscheidung und Verantwortung der Kunden ist allerdings Punkt 2.


    Zu 2.)
    Eine Kennzeichnung wäre in einer libertären Welt natürlich nicht vorgeschrieben. Nicht-Gentechnik-Unternehmen werden jedoch aus Eigeninteresse heraus ihre Produkte als nicht gen-verändert kennzeichnen, um sich die Kunden zu sichern, die solche Nahrung wollen. Stimmt die Kennzeichnung nicht, ist dies Vertragsbruch und wird entsprechend geahndet.
    Es ist sogar wahrscheinlich, dass sie sich von unabhängigen Instituten prüfen lassen, um glaubwürdig zu sein. Dieses Institute haben ein Interesse, selbst glaubwürdig zu sein, denn sonst geht ihre Geschäftsidee nicht mehr auf. Somit werden sie sich hüten falsche Prüfergebnisse raus zu geben. Kontrolle hier wären unter anderem Journalisten und konkurierende Prüfer. Es könnte auch einen freiwilligen Zusammenschluss von Menschen geben, die sich dieser Prüfung annehmen und von Spenden/Mitgliedsbeiträgen leben. Wenn dies vielen Leuten ein Bedürfnis ist, werden sich auch genug Gelder finden um dies zu finanzieren (Denn nochmal: Die Bürger haben viel, viel mehr Finanzkraft selbst in ihren Händen, statt sie dem Staat zu geben).


    So sehe ich diese 2 Punkte.
    Freundliche Grüße,
    Thomas Zink

    Hallo,


    ich sehe das so wie Sie es beschreiben.


    Ein Verbot ist der falsche Weg. Lasst die Kunden entscheiden, ob sie Genmais etc. wollen oder nicht.
    Es steht m.E. der Politik nicht zu dieses zu entscheiden.


    Ich bin mir sicher, dass dieser sowieso von einer großen Mehrheit abgelehnt und deswegen verschwinden würde, wenn:
    - die Bürger über Ihre Kaufkraft wieder zum größten Teil selbst bestimmen und so mehr auf Qualität achten können.
    - die Bürger durch gute Informationen genug über die Produkte erfahren, was bei nicht politisierbaren Medien der Fall wäre.
    - es keine staatliche Subventionen, Quoten und Verordnungen gibt, die die Entstehung von konkurrierenden Produkten hämmen oder verhindern.


    Ich weiß nicht, wer Ihnen im LV Bayern die Aussage per Mail gegeben hat, die Sie beschreiben. Auch bin ich weder im LV Bayern noch bundesparteilich in irgendeinem "Amt" (Mitglied des LV Bayern bin ich schon). Aber Sie haben recht, dass ein solches Verbot für Libertäre den falschen Weg darstellt.
    Kann es sein, dass diese Organisation gegen Gentechnik vllt. kein Verbot fordert, oder dass jemand seine persönliche Meinung einfließen hat lassen? (Es darf natürlich jeder gegen Gentechnik sein, nur verboten darf sie nicht werden)


    Sicher stimmt auch, dass die Unternehmen für die Schäden, die sie anrichten auch haften müssen. Wenn jetzt wer denkt, dass so mal wieder erst etwas passieren muss, bis gehandelt wird, hat er an dieser Stelle recht. Niemand darf bestraft werden, für etwas das er (noch) nicht getan hat.
    Dafür muss aber auch ein Vertragsbruch, oder eine direkte Schädigung vorliegen.
    Wenn der Genmais als Genmais verkauft wird und nichts von wegen "gesund" oder "absolut unbedenklich" drauf steht, denke ich, dass jemand der aufgrund des verzehrs erkrankt keinen Anspruch auf irgendwas hat. Es lag in seiner Verantwortung dies zu kaufen und zu essen.
    Steht allerdings drauf, dass es "unbedenklich" ist und jemand wird davon krank, handelt es sich m.A. nach um Vertragsbruch und das Unternehmen haftet voll.

    Weil ich gerade "Liberalismus" von Ludwing von Mises lese:
    Hier schreibt er, dass er für den Minimalstaat/Nachtwächterstaat ist.
    Auch scheint er sich der fehlenden Konsequenz an der Stelle bewusst zu sein, dass in diesem Falle Gewalt (nämlich die Staatsgewalt) gebilligt werden sollte.
    Er reduziert, so ist zumindest meine Auffassung, seine Argumentation daher auf die Ökonomie und lässt die Moral der konsequenten Gewaltfreiheit aussen vor.


    Somit war Ludwing von Mises ein liberaler Minimalstaatler, kein Anarchokapitalist, Voluntarist oder konsequent Libertärer. Würde er heute leben wäre er mit Sicherheit Mitglied der PDV ;)
    Eigentlich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die PDV auch aus seinen Lehren stark zehrt.

    Wie geht man als Libertärer mit sowas um? Denn eigentlich ist das eine staatliche Intervention. Andererseits glaube ich nicht, dass ein Ozonloch sehr gesund für die Menschen ist. Von daher, ist hier eine Staatsintervention gerechtfertigt oder nicht?



    MfG


    Hallo,
    ein Verbot sehe ich nicht gerechtfertigt.
    Unabhängig von der Frage ob FCKW in dem Zusammenhang schädlich ist oder nicht, wird ein Libertärer die Wahl bei den Menschen lassen, so wie es Pavel beschrieben hat.
    Sonst stellen sich wieder die üblichen Probleme der zentralen Verwaltung ein, wie:
    - ist FCKW grundsätzlich schlecht?
    - für was genau müsste man es verbieten?
    - bleibt die Situation so, dass die Verbote passen, oder muss dauernd nachgebessert werden?
    - ab wann kann man sich darauf verlassen, dass die schädliche Wirkung real ist?
    Außerdem wäre die Politik wieder manipulierbar. Wenn eine Lobby etwas verbieten will, müsste sie nur glaubhaft genug (oder mit genug Geld) auf die Politik einwirken.


    Aus der Freiheit der Menschen folgt ihre Macht und die ist verbunden mit der Verantwortlichkeit.