Beiträge von MiltonRotbart

    In einer seiner Vorträge sagt Janich, dass die Menschen ohne Inflation durch Produktivitätssteigerung um den Faktor 1,03 pro Jahr heute das 6 fache verdienen könnten, im Vergleich zu vor 15 Jahre. Wie hat er das mathematisch berechnet?

    Von welcher Situation gehst du hier aus?

    Wenn wir vom freien Markt ausgehen,
    und Leute ihr Geld bei einer Bank angelegt haben, die es weiterverleit (das auch darf, dafür bekommt der Kunde dann Zinsen) und die Bank geht pleite, dann war das vom Einleger eine Fehlinvestition und er verliert sein Geld teilweise oder ganz.
    "Man" muss ihre Vermögen nicht sicher, dass ihre eigene Sache.


    Wenn wir vom heutigen System ausgehen sehe ich die Situation schon viel schwieriger, weil sie durch Betrug zustande kommt. Dem Anleger wird erzählt, er bekommt Zinsen (weil das Geld "arbeitet") und kann sein Geld aber jederzeit(evtl. mit Ankündigung) abheben. Dieses Versprechen kann im Zweifel garnicht gehalten werden. Meiner Meinung nach sollten die Verantwortlichen dieses Betrugs persönlich dafür in die Haftung genommen werden. Wenn deren Geld für die komplette Entschädigung (+Zinsen +Strafe) nicht ausreichen sollte müssten die Geschädigten sich auf eine Verteilung dessen, was da ist einigen und die Betrüger müssen den Rest dann "abarbeiten". Das wäre meine von Murray Rothbard inspirierte Variante.
    Würde es sich hier nicht um Betrug, sondern um freiwillig Teilnahme am Teilreservesystem handeln, würden die Anleger ihr Geld auch zurecht verlieren. Banken würden nicht gerettet, sondern per Schuldenschnitt "abgewickelt" (Auch dazu kann ich mal wieder herzlichst auf Herrn Schäffler verweisen, der diese Variante im heutigen System bevorzugen würde).

    Was soll ein jemand mit seinem Geld in einem freien Markt System denn machen? Es unters Kopfkissen legen?


    Die Frage bezüglich Bankenrettung bleibt dennoch: Was passiert mit den Einlagen, also den Konten vieler Kleinsparer, wenn eine Bank Konkurs geht?


    Wie sichert man ihre Vermögen?


    Popp kann man getrost vergessen.


    Er will ein Zentralbankenmonopol, welches der eigentliche Grund für die jetzigen geldsystemischen Schwierigkeiten darstellt. Zinsen sind als Geldpreis von essentieller Bedeutung. Popp ist auch ein Befürwörter des Grundeinkommens, obwohl dieses Bürgergeld Diebstahl ist. Er sprcht einige Dinge richtig an, zieht aber die falschen Konsequenzen, da er nach wie vor einen Staat anerkennt, den man aus libertärer Sicht minimieren muss bis zum Minimal- bzw. Nullstaat.


    Wenn du dich mit Literatur befassen willst, kann ich dir Rothbard, Woods und Hülsmann empfehlen. Sich durchs Geldsystem durchzuarbeiten, ist zwar mühselig, aber irgendwann kommt man schon dahinter.

    Janich meint ja, dass durch die Gelddruckerei eine papiergeldinflation entsteht. Allerdings spüre ich relativ wenig von dieser Inflation. Die Auswahl an Lebensmitteln hat zugenommen, die Preise sind absolut bezahlbar. Wo ist da die Inflation, bei flachbildschirmen spürt man davon rein gar nichts.


    Desweiteren meint Janich, dass D seine Produktivität um das 6fache erhöht habe seit dem Euro. Woher nimmt er diese These?


    Wo wir beim Thema Geldsystem wären: Ich habe mich mit dem Echtgeldsystem ein wenig befasst und bin auf die Alternative Gold und Silber gestoßen, u.a. über Mike Mahoney und Peter Schiff, einem libertären Unternehmer aus den USA. Ich habe allerdings nichts abgewinnen können, wie man die Echtgeldalternative ins System einbringt und wie das genau vokswirtschaftlich mit zb. Gold und Silber funktionieren soll. Kann vll jemand erklären, wie man das auf den Markt bringt und wie diese Echtgelder dann genau funktionieren? Und wie würde das libertäre Geldsystem exakt in der Praxis und Theorie aussehen?


    Bei all den Theorien Janichs über Wirtschaft fällt auf, dass das ganze sehr theoretisch ist. Ich wäre also also v.a. beim letzten um eine theoretische und praktische Erklärung dankbar.

    Bei der Diskussion um H4 ist mir eines bewusst geworden. in meiner Studentenzeit haben einige Bafög bekommen, und die mussten davon ihre Wohnung abbezahlen. Studentenwohnungen sind sicherlich billiger als andere, aber besagten Studenten blieb nicht mehr als der gängige H4-Satz.
    Von denen hört man aber kein Gejammer.

    @ MiltonRotbart
    Ich finde die Äußerung über die Agenda 2010 etwas zynisch. Agenda 2010 hat in erster Linie die Arbeitgeber entlastet und billige "Verfügungsmasse", dank ALGII, spendiert. In einer freien Gesellschaft würde man sowas als moderne Sklaverei bezeichnen. Wissen sie was Kürzung der Lohnnebenkosten überhaupt bedeutet?
    Alles in einem wurde Deutschland nach dem Krieg als "Sozialstaat" aufgebaut. Das Grundgesetz spricht hier eine klare sprache und wir hatten mal sowas wie eine "soziale Marktwirtschaft". Diese wurde von Rot/Grün mehr in Richtung "Wohlstand für wenige" verschoben. Verluste wurden nun sozialisiert und Gewinne privatisiert. Die Aufgabe einer "Volkswirtschaft" ist nunmal Güter und Dienstleistungen zu erzeugen wo sich die Masse auch leisten kann. Dies bedingt wenig Abgaben und möglichst hohe Gehälter. Quasi einen funktionierenden Binnenmarkt.
    Viele Glauben noch an den Export als Wirtschaftslokomotive. Viel Glück. Spätestens wenn die USA und China als "Konsument" wegbrechen, erstere wegen Überschuldung und zweitere weil sie ihren Bedarf selber decken werden, werden unsere neoliberalen Vollpfosten eine Lehrstunde im Bereich Volkswirtschaft und Bruttosozialprodukt erleben.


    Libertär bedeudet nicht andere ausbeuten zu dürfen. Im übrigen bin ich der Meinung das der Staatssozialismus, welchen unsere "Regierung" derzeit auslebt, am Ende ist. Eigenverantwortung wird zur Pflicht für jedermann, sonst sehen wir uns alle schlangestehen um die Dinge des täglichen Bedarfs.




    Der Wohlfahrtsstaat ist großes Gift in meinen Augen, weil er keine Leistung erbringt, sondern nur für eine Ausbreitung relativer Armut, Alkoholismus, Kriminalität und Verwahrlosung durch Aufblähung sorgt.


    Die Frage ist doch, wie lange wir uns noch der perversen Utopie umverteilerischer Kapitalvernichtung, oktroyierter Zwangsenteignung und Leistungserdrosselung hingeben wollen.


    Dieser erpresserische Wohlfahrtsstaat mit all seiner Staatsgläubigkeit und Versagensmentalität muss überwunden werden. Alle, die letztlich umverteilen wollen, sind Lakaie und Haie dieses destruktiven wohlstandsvernichtenden Systems.


    Bin allerdings etwas nachdenklich, was die Obsession mit dem Neoliberalismus soll. Was ist denn letztlich neoliberal?

    Fangen hier auch schon einige mit der Armut an.
    Ob die oberen 10% alle durch das Falschgeldsystem reich geworden sind, sei mal dahingestellt. Ob das Furcht bei den oberen 10% dann auslöst, stelle ich mal infrage.
    Ein Fakt ist doch, dass dieses Land dieses 10% braucht, um eine ordentliches Steueraufkommen zu garantieren.
    Und in freien Märkten ist es ebenso möglich, dass Menschen sehr reich werden können und Vermögen ungleich verteilt sind.
    Ein libertäres System setzt nämlich auch voraus, dass einige ihre Hintern in Bewegung setzen und sich um eine Stelle bemühen.
    Konsequenter Liberalismus bedeutet, dass viele Menschen, auch ''Arme'' mehr Eigenverantwortung trägen müssen, um ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken.
    Also ob dies wirklich eine Revolution für ''Arme'' und Reiche ist, bezweifel ich. Es gibt bestimmt genug, die ihren Lebenstandard verbessern können, aber sie müssen produktiv sein, wenn sie keine Nutznießer sein wollen. Und der Sozialstaat, wie es ihn jetzt gibt, hat im libertären System keine Zukunft mehr.


    Man kann viel über die Agenda 2010 jammern, aber sie hat manch positives bewirkt. Natürlich auch Schattenseiten. allgemein wird aber der Liberalismus keinen anstrengungslosen Wohlstand bereithalten.



    So seh ich das zumindest.

    Das mit dem staatlichen Eingriffen HEUTE zeigt uns eigentlich, dass sowas immer nach hinten los geht. Wenn ein Markt in Schlieflage geraten sollte, wird sich diese Schieflage am ehesten selbst beheben können. Regeln von staatlicher Seite provozieren mehr Ungleichgewichte als man zu diesem Zeitpunkt abschätzen und absehen kann. Deshalb sollte man da seehr vorsichtig sein. Ich wüsste gerade auch kein sinnvolles Beispiel, wie ein Markt in Schieflage geraten sollte, wenn der Staat nicht gerade seine Finger drin hat.




    Zur Privatisierung des Wassers: In der jetzigen Situation ist das meiner Meinung nach ein No-Go, weil diese Privatisierung mit großer Wahrscheinlichkeit wieder mit tollen Geheimverträgen etc stattfinden wird. Zumal eine echte Privatisierung so laufen müsste, dass jeder einzelne Kunde die Möglichkeit bekommen müsste, seinen eigenen Wasseranbieter zu wählen. Das kann heute schon aus rein technischen Gesichtspunkten nur schwer stattfinden. Deshalb: Kein Zwang von Oben zur Privatisierung.


    Möglicherweise einen sehr niedrigen Lohn, bei dem eine erhöhte Kaufkraft nur wenig bewegen kann, oder eventuelle Bankenkrisen.
    Ein freier Markt bedeutet nicht gleich, dass der Wettbewerb sofort reibungslos funktioniert.

    Was ist eigentlich, wenn hypothetisch gesprochen etwas schief läuft auf freien Märkten. Wider Erwarten gerät der Markt an einigen Stellen in Schieflage.


    Würde da ein Staat als Schiedsrichter nicht dennoch sinnvoll sein, um Ordnung durch Gesetze, sowie das BGB das tägliche Leben regelt, zu schaffen. Ich bin gegen strikten Neoliberalismus, aber kann er nicht in einigen Situationen, je nach neoliberalem bzw klassisch liberalerem Standpunkt, ordnungspolitisch positiv wirken.


    Bisher sind freie Märkte kaum sichtbar. Aber was tun, wenn etwas aus dem Ruder läuft. neoliberale Ordnungspolitik ist ja nicht links oder sozialistisch, auch wenn das den Anschein hat.


    Und andere Frage: wie seht ihr die Prvatisierung des Wassers?

    Ok, das klingt logisch. Ist aber oft schwer zu vermitteln, eben aus genannten Gründen.


    Ein anderer Punkt ist für mich das Bankensystem. Rettungsschirme lehnen Libertäre allgemein ab. Nur bei Banken ist doch das Problem, dass dort die Einlagen vieler Menschen und Unternehmen liegen. Wenn die Bank insolvent geht, gehen damit Existenzen und Unternehmen zugrunde. Wie kann man das verhindern, ohne Rettungsschirme aufzuspannen?

    Nein, Geiz und Gier werden nicht gezügelt. Aber:


    Mit einem wertstabilen Geld passiert dann Folgendes bei der Gier: Je mehr manche Leute sparen, desto wertvoller wird das restliche Geld, denn die frei verfügbare Geldmenge sinkt dadurch.


    Beim Geiz schaut die Sache auch positiver aus: Wenn jeder mehr Kaufkraft hat und sich dadurch mehr leisten kann, wird der Geiz sich auf eine andere Ebene verlagern. Man wird z.B. kaum noch darauf achten, wieviel ein Ei kostet und dadurch wird man langfristig eher auf Qualität schauen, denn man kann sie sich leisten. Um das Beispiel fortzuführen: Wenn jeder genug Geld hat, wird die Mehrheit langfristig Bioeier kaufen. Der Rest wird dann weiterhin die Billigeier kaufen, bis der nächste Dioxinskandal aufkommt. (Ist sehr plakativ, ich weiß) Spätestens dann wird der Rest auch darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller ist, den Geiz zurückzunehmen und dafür Qualität zu bekommen.




    Mit Gier meinte ich die Ideologie der Linken, dass bestimmte Unternehmer Arbeiter ausbeuten, um ihren Reichtum zu mehren.


    Aber dass die Gier keine Marktprodukt ist, weiß ich, seitdem ich Tom Palmer gelesen habe. Ich will nur diesem antikapitalistischen Zeitgeist etwas entgegensetzen.


    Andere Frage: Janich spricht sich für mehr direkte Demokratie aus. Ist ihm bewusst, dass das Gros der Wahlschäfchen medial degeneriert ist?


    von einem Libertären- Kritiker hab ich gehört, wir würden kopfgeburten bilden... :hmm:



    Kann ich nachvollziehen.


    Welche Antworten gibt aber der Libertarismus auf den Geiz und die Gier, die in der Welt herrscht? Könnte ein freier Markt die Gier zügeln?



    Ich glaube, ich hab mich missverständlich ausgedrückt. Wenn Menschen mehr Geld haben, mehr konsumieren, steigt der Preis wegen gehobener Nachfrage.


    Zunächst einmal sind technische Errungenschaften teuer, weil sie neu sind, bevor sie preislich sinken. Ist aber situations-und marktabhängig.

    Etwas irritierend ist, dass der youtube-Kanal der beiden VWler Videos von Occupy enthält. Diese Gesellschaft passt doch zu den Ansichten von freien Märkten gar nicht. Bei Occupy sind doch meistens Antikapitalisten anwesend, wo Libertäre eigentlich nicht hingehören.


    Aber ansonsten ist das Video gut.