Beiträge von MiltonRotbart

    "Wir benötigen ein System, das die Attraktivität der Arbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber steigert. Man muss es dem Arbeitgeber schmackhaft machen, Leute bei gutem Lohn einzustellen. Also einen Lohnwettbewerb, bei dem sich das attraktivste Lohnangebot für den Arbeitnehmer durchsetzt."


    Nein, wir brauchen kein "System" dafür. Das System ist freie Martwirtschaft und ist das einzige, dass automatisch ein vernünftiges Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage egal von welchem Gut erzeugt.


    Muss ich das mit dem Geld wirklich erklären? Das steht schon oft in den anderen Bereichen.


    An einem stoße ich mich: Wenn die Kaufkraft steigt, steigen auch die Preise. Dabei sind viele auf niedrige Preise angewiesen. Nehmen wir mal folgende Hypothese an: In der Marktwirtschaft existiert ein niedriger Preis. Wie wollen Sie unter Beibehaltung eines kleinen Preises im freien Markt für bessere Löhne sorgen, wenn niedrige Löhne dem geringen Preis geschuldet sind. Zb. Aldi hat niedrige Preise, zahlt aber auch dementsprechend seine Kassierinnen?


    Und Sie müssen sich von der Vorstellung verabschieden, dass es totale Freiheit gibt.Menschen unterliegen immer irgendwelchen Zwängen. Auch ein libetäres System macht noch kein Schlaraffenland.


    Warum sind neue Arbeitsplätze die Folge?


    Inwiefern gewinnt das Geld an Kaufkraft? Je mehr Geld die Menschen haben, desto höher die Preise. Da könnte man eher weniger von einem Zugewinn an Kaufkraft reden.


    Wir benötigen ein System, das die Attraktivität der Arbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber steigert. Man muss es dem Arbeitgeber schmackhaft machen, Leute bei gutem Lohn einzustellen. Also einen Lohnwettbewerb, bei dem sich das attraktivste Lohnangebot für den Arbeitnehmer durchsetzt. Ein Himmelreich wird es niht geben, aber ich hoffe auf mehr Gerechtigkeit, auch für Geringverdiener und mehr regionale Wohlstandsbejahung.

    Zitat

    Genau diese Frage wollte ich oben beantworten. Die Menschen werden insgesamt reicher (keine Inflation, sehr geringe Besteuerung, keine Regulierungen). Solche Jobs würden die Menschen aufgrund ihrer wesentlich besseren Stellung am Arbeitsmarkt nicht mehr annehmen müssen.


    Gleiches schreibt Herr Stahl. Dass Problem, welches wir zurzeit haben, ist, dass das Angebot der Arbeitskraft bei einem Arbeitgeber oft uninteressant ist. Aber sich Arbeit selbst oft nict lohnt, da man ohne manchmal besser gestellt ist. Wenn sich der Staat aus der Wirtschaft zrückzieht, sind gute Löhne keine Garantie. Es wird Menschen geben, die alles wie bisher weiter treiben, da diese keinen sozialen Charakter haben. Oder glauben Sie, es gäbe bei weniger Steuern bessere Löhne in Unternehmen. Niedriglöhne sind doch auch dem Wettbewerb geschuldet und den niedrigen Preisen à la Geiz ist geil.


    Welche wirtschaftlichen Anreize sehen Sie in einem libertären System? Unternehmen werden pleite gehen, Arbeitsloigkeit als Folge. Einige werden wohl für Niedriglöhne arbeiten, da ihnen nichts bleibt.


    Ich als Libertärer habe oft meine Zweifel an das Gute im Menschen und Unternehmer.


    Wenn Sie einen freien Markt ohne Spielregeln, tun einige was sie wollen und nutzen ihre Freiheit aus. Wie wollen Sie diesen Nutzniesern Einhalt gebieten und wo sehen Sie Anreize für bessere Löhne, wenn alles frei ist?


    Ich meine nämlich, dass Niedriglöhne nicht immer dem Sozialismus und Zentralismus im System geschuldet sind.




    Besteht die Frage, wie man den Wohlstand der Menschen nach libertären Gesichtspunkten heben kann. Manche Menschen arbeiten in 1€-Jobs oder kriegen Löhne, die unter 5€(und selbst Löhne unter 9€ sind grenzwertig) liegen. Daneben die ganzen Aufstocker. Ein System wird keine totale Gerechtigkeit herstellen können, aber Arbeiter muss ein Auskommen haben, um völlig angemessen und ordentlich leben zu können. Das ist eine große systemische Herausforderung. Die UNO hat Deutschland vorgeworfen, mit H4 und angesprochenen Löhnen gegen Menschenrechte zu verstoßen. In der derzeitigen antikapitalistischen öffentlichen Haltung spiegeln sich Ängste und Existenzbedrohungen wider, auf die wir als Libertäre/Liberale eine Antwort finden müssen. Das stellt sich im Moment sehr schwer dar.


    Oder anders angefragt. Welcher Lohn ist nach Ansicht der Libertären für einen Menschen ausreichen und würdig, auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Partizipation? Und wievel Geld kann man Erwerbslosen als Grundlage geben?

    Ich muss dir im ersten Punkt wiedersprechen: Es benötigt niemand im libertären System STAATLICHE Hilfe. Natürlich werden Menschen immer mal Hilfe benötigen, manche (kranke etc) sogar dauerhaft. Aber diese Hilfe muss nicht vom Staat kommen und sollte nach meiner Auffassung auch nicht vom Staat kommen dürfen. Denn damit eröffnet sich dem Staat wieder eine rieeesen Lücke, aus der er wieder unendlich viel Macht schöpfen kann.


    Die Hilfe für Bedürftige - wohlgemerkt in einer Welt, in der die Früchte aller Menschen Arbeit bei ihnen selbst verbleiben (und welche durch den techn. Fortschritt zwangsläufig immer mehr werden) - kommt von den Menschen vor Ort für die hilfsbedürftigen vor Ort. Das hat zwei wesentliche Vorteile: Man vermeidet zentrale/subventionierte/zentralistisch geplante Reibungsverluste. Und man bekommt vor Ort schnell mit, ob sich jemand auf Kosten der Allgemeinheit grundlos aushalten lässt und kann gegensteuern. Beides spart viel Geld im Vergleich zu heute.


    Zum zweiten Punkt brauche ich eine genauere Definition von dir, bevor wir das klären können. Was genau ist Ausbeutung? Sonst reden wir vielleicht aneinander vorbei.


    Also ein Auffangnetz auf kommunaler/regionaler Ebene. Klingt vernünftiger.


    Mit Ausbeutung meine ich Löhne, die so klein sind, dass sie Menschen drängen, in ein weiteres Arbeitsverhältnis, sprich Zweitjob, zu treten. -oder einfach auch Löhne, die allgemein so niedrig sind dass man davon nicht angemessen für einen Job leben kann bzw Menschen, die Überstunden en masse haben und denen nicht genug Ruhepause bei sehr kargem Lohn zugemutet werden. Nehmen wir Subunternehmen von Lieferdiensten. Dazu gibt es genug Dokus, die diese Eindrücke leider bestätigen. Zb. bei YT gibt es einiges dazu. Das sind für mich Formen der Ausbeutung, wo Menschen ausgenutzt werden.

    Ich argumentiere das jetzt recht grob, als Diskussionsgrundlage:


    Wenn der Staat nicht jeden durch Regulierungen gängelt, es ein nicht beliebig vermehrbares Geld gibt und damit alle Menschen, auch die Einkommensschwachen, jedes Jahr mehr Kaufkraft haben und durch die Synergieeffekte mehr Arbeitsplätze entstehen als überhaupt Leute vorhanden sind, braucht man kein "soziales Netz" von staatlicher Seite.


    richtig, allerdings sind einige sehr unsicher in diesem Bereich. Denn es gibt Menschen, die Hilfe benötigen, da sie sich selbst nicht helfen können. Da bedarf es Hilfe von staatlicher Seite.


    Ein weiterer Punkt ist die Ausbeutung, die es zweifelsohne gibt und die ich als Libertärer als Menschenrechtsverletzung ansehe.


    Wie stehen Libertäre zur Ausbeutung heutzutage oder in Form von Kinderarbeit im Manchester-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts und wie stehen die ''Österreicher'' und ''Chicagoer'' zu Menschenrechten? Gibt es gute Quellen von von Mises, Rothbard und co, die man zitieren kann. Ich glaube selbstverständlich, dass jeder Missbrauch und Ausbeutung zutiefst dem libertären freiheitlichen Prinzip 'Non-Agresssion' widerstrebt, aber ich würde gerne dazu eine Quelle haben.

    Libertäre wollen den Sozialstaat gerne abbauen. Welches alternative soziale Auffangnetz würden Libertäre weben, um Erwerbslosen zu helfen? Liberales Bürgergeld? Gibt es dazu auch Quellen von libertären Schulen?


    Würde mich interessieren, was die Foristen denken.



    Da ist aber das Problem, dass sie von der CDU vor sich hergetrieben wird.Ich meine, dass es mit Christian Lindner und Kubicki noch Köpfe gibt, die konsequente Liberale sind, aus meiner Sicht.


    In einer Konsenspolitik ist es nunmal schwer, alles durchzupeitschen. Man muss kompromisse finden. Ich sehe in der FDP immer noch Potential für eine libertären Kraft

    Diese Aussagen hört man gerne all überall.


    Ich würde gerne eine Diskussion darüber anstoßen. Meines Erachtens fällt diese These sehr schnell, da anhand der Steuern und Abgaben während sowie vor und nach Krise keine Mehrbelastungen festzustellen sind.


    Ist die Phrase letztlich ein Instrument der Propaganda, v.a. in dieser kapitalismusfeindlichen Zeit, oder doch zutreffend? Welche Schichten sind davon exakt betroffen und wie ist das volkswirtschaftlich und fiskalisch zu rechtfertigen?


    Mit ''Der Staat darf korrigiern'' meinte ich auf gesetzlicher Basis, nicht auf wirtschaftlicher. Glaub mir, ich kenne die Theorien.


    Wenn ich vom Banken- und Zinssozialismus im System rede, schütteln die Leute immer ungläubig den Kopf. Was wir hier haben, ist kein sterbebereiter Kapitalismus, sondern ein Sozialismus, der um Gnadenschuss bittet. Das geht bei Bankenschulden weiter. Schulden privatisierter Banken werden vergemeinschaftet, womit der Steuerzahler in Haftung genommen wird. Solche Instrumente führen uns zur Erkenntnis, dass wir durch die ganzen Schulden mehr und mehr auf das Geld der Banken angewiesen sind. Damit werden weitere Schulden verursacht.


    Aber es gibt neben der bereits angesprochenen Vermengung von Real- und Finanzwirtschaft ein weiteres Problem. Da fordern SPD, Grüne und Linke eine Anhebung des Spitzensteuersatzes. Solche Steuern belasten bereits das 1,4 fache des Druchschnittseinkommens und belastet den in der SPD-Zeit ausgepressten Mittelstand wieder. Solch fiskalpolitischer Dilletantismus setzt sich immer stärker in den Köpfen der Menschen fest. Genauso wie die Utopie, dass eine Umverteilung durch Vermögensabgaben, die übrigens Eigenkapital angreifen, unsere strukturellen Probleme lösen.


    Ich mein, wer das beste Beispiel für Schulden und systemischen Sozialismus sehen will, kann sich die USA anschauen. Obama produziert immer neue Schulden und reitet damit den Staat in einen Sumpf, der durch die Fiskalklippe nur hinausgezögert, aber nicht trockengelegt wurde.


    Zu ihrem oben genannten Punkt: Wieso ist eine Mindestreserve Betrug?

    Also bei der Verweigerung der Transfergesellschaft im Falle Schlecker hat sich gezeigt, dass eine staatliche Intervention unrentabel ist. Schlecker ist einfach gegen die Wand gefahren worden. Da verbietet es sich aus marktwirtschaftlicher Sicht, mit Steuergeldern die Kette zu stützen.


    Der Staat darf korrigieren, aber nur im vernünftigen Rahmen. Wichtig wäre, den Staat schlank zu gestalten und ihn durch konsequente Konsolidierung aus der Abhängigkeit der Finanzmärkte zu entlassen. Dass Problem ist nur, dass Linke, Grüne und Sozialdemokraten durch ihre Schuldenpolitik diese immanente Abhängigkeit verursachen.